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Welches Riester-Produkt für wen: Die Qual der Wahl


ÖKO-TEST Ratgeber Sonderheft Rente, Geld, Versicherungen - epaper ⋅ Ausgabe 90/2011 vom 07.10.2011

Wer eine Riester-Rente abschließen will, kann zwischen fünf Produktlinien für die Riester-Geldrente und zwei Produktlinien für die Eigenheimrente wählen. ÖKO-TEST zeigt, worauf Sparer bei der Entscheidung achten sollten.


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Foto: Petra Albers/shotshop

Rund 14,8 Millionen Riester-Verträge haben Vorsorgesparer bis Ende Juni 2011 abgeschlossen. Doch von einem anhaltenden Boom bei der Riester-Rente kann eigentlich keine Rede sein. Rund 25 Millionen Förderberechtigte sind noch immer ohne Vertrag. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einem Großteil der Verbraucher fehlt schlicht das Geld für zusätzliche ...

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... Privatvorsorge. Andere haben mit Verärgerung festgestellt, dass viele Riester-Produkte zu teuer oder die Wert entwicklung zu mager ist. Wieder andere können sich nicht entscheiden: Zu bunt und zu unübersichtlich ist die Produktwelt und mangels ausreichender Informationen lassen sich die Angebote nicht einmal vergleichen. „Die Auswahl kommt derzeit einem Lotteriespiel gleich“, schlussfolgert zum Beispiel der Bamberger Wirtschaftsprofessor Andreas Oehler in einer Anfang Dezember 2009 veröffentlichten Studie für den Verbraucherzentrale Bundesverband.

Auswahl gleicht einem Lotteriespiel

Verkauft wird die Riester-Rente meist mit Hinweis auf die Fördervorteile. Doch Sparer wollen auch wissen, welches Produkt zu ihnen passt. Dabei ist die Auswahl seit 2008 noch unübersichtlicher geworden. Seither werden nicht nur vier Vertragsvarianten für eine Riester-Geldrente angeboten: Bank- oder Fondssparpläne, klassische Rentenversicherungen und fondsgebundene Rentenpolicen. Wer ein Eigenheim oder eine selbst genutzte Eigentumswohnung als Altersvorsorge bevorzugt, kann sich mit Wohn-Riester-Bausparverträgen oder Wohn-Riester-Darlehen auch eine „Eigenheimrente“ finanzieren. Doch jede Produktlinie hat spezifische Vor- und Nachteile.

Vor jeder Entscheidung müssen sich Vorsorgesparer erst einmal darüber klar werden, wie sie ihre Versorgungslücke am liebsten schließen wollen: Benötigen sie im Alter unbedingt ein regelmäßiges, monatliches Zusatzeinkommen, um die Rente vom Staat aufzubessern, dann sind grundsätzliche Produkte zum Aufbau einer Riester-Geldrente erste Wahl. Wer dagegen seinen Lebensunterhalt mit der staatlichen Rente bestreiten kann, aber statt Mietkosten zu zahlen, lieber vom mietfreien Wohnen im Eigenheim profitieren will, für den ist die neue Eigenheimrente erste Wahl. Doch Vorsicht: „Die einzige Altersvorsorge, von der sie heute schon profitieren“ – wie es in der Werbung so schön heißt, ist nichts für jedermann. Das können sich nur Vorsorgesparer leisten, die im Alter genügend liquides Einkommen besitzen, um nicht nur Essen und Trinken, sondern auch die Nebenkosten der Immobilie sowie etwaige Instandhaltungen zu finanzieren. Für alle anderen ist die Eigenheimrente dagegen kein passendes Vorsorgemodell.

Wer – wie die meisten Deutschen – vom eigenen Heim als Altersvorsorge träumt und seinen Traum auch realisieren kann, sollte prüfen, ob er die Riester-Förderung in die Finanzierung einbinden kann. Ganz ohne Zweifel helfen die Zulagen und etwaige Steuervorteile, die Kosten für den Baukredit zu senken. Verglichen mit einer ungeförderten Finanzierung haben Wohn-Riester-Baufinanzierer ihr Häuschen fast immer schneller schuldenfrei. Diesem Pluspunkt stehen aber auch einige Nachteile gegenüber. So müssen Wohn-Riester-Finanzierer die erhaltene Förderung ab Rentenbeginn als „Eigenheimrente“ versteuern. Unterm Strich bedeutet das: So ganz „mietfrei“ ist das Wohnen im eigenen Heim später nicht. Außerdem müssen sich Eigenheimrentner verpflichten, im Alter auch mindestens 20 Jahre in dem mit Förderung finanzierten Haus wohnen zu bleiben.

Wohnriester-Vertrag engt Hausbesitzer ein

Auch ein Wohnsitzwechsel in der Ansparphase bringt Probleme: Nur wer sich verpflichtet, bis Rentenbeginn in das Haus zurückzukehren, kann es zwischenzeitig ohne Fördernachteil vermieten. Bei einem Verkauf muss das Geld dagegen entweder in ein neues Eigenheim oder einen Riester-Geld-Rentenvertrag investiert werden. Alles andere gilt als „förderschädlich“ und hat zur Folge, dass die erhaltene Förderung zurückgezahlt werden muss. Kurz: Bei Nutzung der Riester-Förderung können Eigenheimbesitzer nicht mehr völlig frei über ihr Häuschen verfügen. Wer das nicht mag, sollte die Finger von der Eigenheimrente lassen.

Sind die Förderbedingungen jedoch kein Problem, kommt auf den Zeitplan für die Realisierung des Eigenheimtraums an. Muss noch Eigenkapital angespart werden, kommt theoretisch jeder Riester-Sparvertrag dafür infrage. Wer sicher abschätzen kann, dass er seine Hauspläne in fünf bis zehn Jahren realisiert und mit stark steigenden Zinsen für Baugeld rechnet, für den ist ein Riester-Bausparvertrag erste Wahl. Der bringt zwar in der Ansparphase nur magere Zinsen, sichert aber niedrige Sollzinsen für das spätere Darlehen. So können Vorsorgesparer mit einem Teil der Finanzierung unter einem Anstieg der Baugeldkosten wegtauchen.

Wer schon ein konkretes Objekt im Auge hat, kann ein Riester-Darlehen in die Finanzierung einbauen. Das kostet meist nicht mehr Zinsen als ein ungeförderter Baukredit. Dank Zulagen und etwaiger Steuerförderung legt der Riester-Finanzierer bei der Tilgung den Turbogang ein – und das Darlehen ist schneller getilgt als der ungeförderte Kredit. Das spart Zinskosten.

Das Eigenheim zählt bei den Deutschen zur beliebtesten Vorsorge – mit Riester wird es schneller schuldenfrei.


Foto: iceteastock/Fotolia.com

Wie viel Zeit bleibt bis zur Rente?

Ganz wichtig: Ein Riester-Darlehen lässt sich nicht nur bei der Erstfinanzierung des Eigenheims einbauen. Wer sein Haus nach 2008 gebaut oder erworben hat, kann auch bei der Anschlussfinanzierung noch ein Riester-Darlehen in die Finanzierung einbauen.

Vorsorgesparer, die eine Riester-Geldrente wünschen, müssen dagegen ganz anders kalkulieren. Erstes Auswahlkriterium für sie ist vor allem, wie viel Zeit noch bis zum Rentenbeginn bleibt. Für jüngere Sparer, die weder planen, ihr Kapital später für einen Hauskauf zu entnehmen, noch den Vertrag zu wechseln, kommen offensive Riester-Fondssparpläne infrage. Sie investieren schwerpunktmäßig in Aktienfonds und bieten damit die besten Renditechancen. Das Auf und Ab an der Börse hat zwar großen Einfluss auf den Ertrag. Doch bei Einstieg in jungen Jahren ist genügend Zeit, zwischenzeitliche Börsentiefs einfach auszusitzen. Vorausgesetzt das Kapital wird rechtzeitig vor Rentenbeginn in sichere Anlagen umgeschichtet, erzielen junge Vorsorgesparer mit Riester-Aktien-Fondssparplänen wahrscheinlich den höchsten Ertrag.

Sparer bis Mitte 40 greifen dagegen auf Angebote mit ausgewogenem Fondsmix zurück, die das Börsenrisiko mindern ohne zu stark an der Rendite zu zehren. Alternativ können sie auch einen Fondssparplan im Versicherungsmantel abschließen. Solche Riester-Fondspolicen sind eine Option für Sparer bis Mitte 40, die die Chance-Risiko-Mischung ihrer Altersvorsorge selbst steuern wollen. Anders als beim Fondssparplan können sie bei einer Fondspolice die einzelnen Fonds aus dem jeweiligen Angebot des Versi-cherers selbst auswählen und das Kapital je nach Börsenentwicklung und Laufzeit des Vertrags von Zeit zu Zeit umschichten. Das erfordert aber nicht nur Zeit und Know-how.

Zusatzkosten zehren am Renditevorteil von Fonds

Damit der mögliche Renditevorteil der Fondsanlage nicht durch hohe Zusatzkosten aufgezehrt wird, kommt es bei Fondspolicen vor allem auf die Auswahl eines kostengünstigen Versicherers an – und die sind rar. Obendrein sollte der kostengünstige Versicherer gleichzeitig eine breite Palette erstklassiger Fonds im Angebot haben. Denn neben den Kosten entscheidet vor allem die Qualität der Fonds über den Anlageerfolg.

Wer erst mit Mitte 40 mit der Vorsorge beginnt, sollte zwischen Riesterfähigen Banksparplänen oder klassischen Riester-Rentenversicherungen wählen. Den Ausschlag für die Produktwahl gibt hier vor allem die Lebensplanung. Wer sich zwar noch nicht sicher ist, aber zumindest mit einer Immobilie als Altersvorsorge liebäugelt und bei einem Hauskauf sein angespartes Riester-Kapital ganz oder teilweise als Eigenkapital dafür einsetzen will, für den sind Banksparpläne die erste Wahl. Hier stehen bei der Entnahme später nicht nur das angesparte Kapital, sondern auch Zulagen und Zinsen nahezu ungeschmälert zur Verfügung. Denn Banken und Sparkassen berechnen für die Entnahme meist keine Gebühren. Ganz anders die Versicherer. Über 60 Prozent der Anbieter bitten zur Kasse, wenn Sparer ihr Erspartes für die Immobilienfinanzierung nutzen wollen. Bisweilen verlangen sie sogar regelrechte „Strafgebühren“ von bis zu einem Prozent des entnommenen Kapitals oder mehr dafür.

Wer einen Beruf mit hohem Arbeitsplatzrisiko hat oder aus anderen Gründen nicht sicher weiß, ob er seinen Riester-Vertrag Jahr für Jahr mit festen Sparraten bedienen kann, ist mit einem Banksparplan ebenfalls besser bedient. Denn Banksparpläne sind außerordentlich flexibel. Versicherer hingegen stellen für jede Abweichung vom einmal geschlossenen Vertrag, wie Beitragsfreistellung, Zahlpausen oder Anbieterwechsel, nicht selten erhebliche Zusatzgebühren in Rechnung. Deshalb eignet sich die Riester-Rentenversicherung nur für Sparer, die sicher sind, den einmal geschlossenen Vertrag dauerhaft durchzuhalten.

Banksparpläne: flexibel und renditestark

Das Plus der Riester-Rentenpolice: Der Versicherer teilt dem Sparer schon bei Vertragsabschluss mit, wie viel Rente er im Alter mindestens erhält. Bei Bank- und Fondssparplänen bleibt die Auszahlphase dagegen bis Rentenbeginn offen. Die genaue Rentenhöhe ist daher ungewiss. Dafür besteht bis Rentenbeginn freie Wahl zwischen einer Rente oder einem Auszahlplan.

Über 50-Jährige, die noch etwas für die Altersvorsorge tun wollen, greifen von vornherein zum Banksparplan. Nur hier können sie sicher sein, dass in der kurzen Ansparphase weder die Börsenpleiten noch hohe Kosten am Sparerfolg zehren. Außerdem nehmen Fondsgesellschaften und Versicherer ältere Sparer oft nicht mehr an.