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Welsfischen


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 02.07.2021

Grundkenntnisse fürs

Artikelbild für den Artikel "Welsfischen" aus der Ausgabe 8/2021 von Petri-Heil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Petri-Heil, Ausgabe 8/2021

Vorfach 1,5 bis 2m Abrissleine (kurz) Stein

Die richtige Ausrüstung

Wer noch nie auf Wels gefischt hat, nimmt dafür gerne mal seine Hechtrute und -rolle mit einer dicken Geflochtenen. Das mag für einen halbwüchsigen Fisch noch ausreichen. Vergreift sich jedoch ein Grosser an unserem Köder, braucht es unbedingt gröberes Geschirr. Rick Habermehl und Sven Dombach empfehlen da Gerät aus einer ganz anderen Klasse: Eine möglichst kräftige Rute mit 250 bis 300 Gramm Wurfgewicht, eine robuste Multirolle fürs Meerfischen, als Hauptschnur eine 0,55er-Geflochtene mit etwa 50 Kilo Tragkraft, Wirbel mit 100 Kilo Tragkraft und ein Kabel von Vorfach mit 1,3 Millimeter Durchmesser, dazu Haken der Grösse 8/0. Wer kein vergleichbares Gerät fürs Meerfischen im Keller stehen hat, für den ist der Gang in den Fischerladen unausweichlich. Mittlerweile bieten viele Händler ein Wels-Sortiment an, das auch für ein moderates Budget erschwinglich ...

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... ist.

Die zuverlässige Grundmontage

Eine zuverlässige Methode ist das Grundangeln mit einem Stein (dieser ersetzt das Grundblei). Dabei wird die Hauptschnur durch ein Stück (monofile) Reissleine mit dem Stein verbunden, die dann beim Biss gesprengt wird. Dadurch hakt sich der explosiv flüchtende Wels selbst und man drillt den Fisch mit direktem Kontakt ohne störendes Gewicht dazwischen. Bei dieser simplen Montage ist oft der Fehler zu sehen, dass mit zu schweren Steinen und mit zu dünner Reissleine gefischt wird. Im Idealfall schleppt der gehakte Fisch den Stein nach dem Biss noch etwas herum, bis dieser schliesslich abreisst. Dadurch ist der Hakeffekt nochmals deutlich besser. Als grobes Richtmass für ein bewährtes Verhältnis kann man folgendes nehmen: Steingewichte von circa einem Kilo an einem 0,50er-Monofil als Reissleine. Das mag sich jetzt für viele sehr stark anhören, doch erfahrungsgemäss sprengen auch kleinere Welse solche Reissleinen problemlos. Was bei dieser Montage oft zu kurz gerät, ist das Vorfach. Denn der Wels dreht nach der Köderaufnahme in der Regel seitlich ab und wenn das Vorfach zu kurz ist, kommt er bereits auf den Widerstand des Gewichts, ehe er den Köder vollständig im Maul hat und sich haken kann. Ein Universalmass für eine geeignete Vorfachlänge liegt bei rund 1,5 bis 2 Meter. Lasst Euch von den vielen Präsentationsmöglichkeiten im Internet nicht verwirren. Mit dieser so simplen wie effektiven Steinmontage seid Ihr von Anfang an mit guten Chancen dabei.

Illustration: André Suter

Der richtige Platz

Der deutsche Welsexperte Sven Dombach schreibt, dass die grossen Räuber ihre Ruhe- und ihre Jagdzonen haben und sich diese durchaus unterscheiden. Es mag sein, dass an einer Stelle immer wieder am Grund liegende Welse beobachtet werden. Aber dort, wo sie ruhen, fressen sie nur selten. Zum Jagen verlassen die Welse solche «Schlafplätze» und begeben sich in flache Gewässerbereiche oder ins Freiwasser, um dort Beutefische zu rauben. Das erklärt auch die regelmässig auftretenden Beifänge von Welsen beim Schleppen auf Hecht. Beim Fischen im Fluss rät uns Dombach zum Ansitz bei gut durchströmten Flachwasserzonen. Denn Welse kommen nämlich mit Strömungen problemlos zurecht und jagen gerne dort.

Ausdauer zeigen

Die Welse haben ausgeprägte Wechsel zwischen Ruhe- und Fressphasen. Leider sind die Phasen nicht in einem ausgewogenen Verhältnis und die Welse verhalten sich etwa zu 80 Prozent passiv. Somit sind die Fressphasen deutlich kürzer als bei anderen Fischarten, was den Fang erschwert. Entsprechend lange kann der Ansitz dauern, bis ein Biss kommt. Über die verbrachte Angelzeit lassen sich nützliche Erfahrungen sammeln, um Hinweise zum Welsverhalten im jeweiligen Gewässer zu erhalten. Es lohnt sich übrigens nicht nur das Nachtangeln. In vielen Gewässern sind Welse zwischendurch auch tagsüber aktiv!

Auf Geräusche und Gerüche achten

Dass der Wels auf akustische Reize reagiert, ist schon lange bekannt. So findet man im Fachhandel die bekannten «Wallerhölzer», mit denen man vom Boot aus auf die Wasseroberfläche «klopft», um die Welse zum Köder zu locken. Wer mit dem Boot unterwegs ist, kann mit dem Wallerholz das Gewässer «abklopfen» und auf dem Echolot beobachten, ob sich ein grosses Signal nähert und den Köder dementsprechend präsentieren. Auch «Clonk Teaser» genannte Gewichte mit klappernden Fransenröckchen können beim vertikalen Anbieten die Aufmerksamkeit der Welse auf den Köder lenken. Doch aufgepasst: durch Lärm, unachtsame Bewegungen auf dem Boot oder «Singen» der Schnur im Wasser lassen sich die Welse auch abschrecken. Ebenso von unpassenden Gerüchen wie Sonnencreme, Zigaretten oder Schweiss. Vor dem Montieren des Köders lohnt sich ein Abreiben der Hände mit Wurmerde oder Schlamm vom Gewässergrund, um solche allzu menschlichen Duftnoten zu neutralisieren.

Nicht nur mit Köderfischen

Grundsätzlich sind Köderfische fängige Welsköder, aber der grosse Raubfisch ist ein Allesfresser. Besonders das Tauwurmbündel wird von den Experten als gleichwertige Alternative zum Köfi gepriesen. Man kann die grossen Würmer relativ gut besorgen und zur Steigerung der Attraktivität noch mit geruchsintensiven Dips zusätzlich aufpeppen. Der holländische Spezi Rick Habermehl spart nicht an Würmern und fädelt fünfzehn bis zwanzig von ihnen zu einem Köder auf. Denn das Wurmbündel dient nicht nur als schmackhafter Bissen, sondern auch als Tarnung. Oft zupfen Welse zuerst nur an den Würmern und «untersuchen» den Köder, ehe sie sich zum Anbiss entschliessen. Nicht selten werden die Würmer dabei auch vom Haken gerupft und der Anschlag geht ins Leere. Es braucht also eine ganze Menge Tauwürmer für einen Wels-Fischertag, die man kühl und frisch halten muss. Weitere beliebte Welsköder sind Tintenfischstreifen, Hühner-Innereien und Blutegel. Sie alle lassen sich auch beliebig miteinander kombinieren. Auch am Haar aufgefädelte Fisch-Pellets aus der Fischzucht oder Hunde-Trockenfutter (Frolic) sind bekannt für gute Welsfänge. Besonders in Gewässern, in denen mit solchen Ködern regelmässig auf Karpfen angefüttert und gefischt wird, gewöhnen sich die opportunistischen Welse schnell an diese Futterquelle. Darüber hinaus ist auch das Spinnfischen eine gute und abwechslungsreiche Alternative zum Ansitzangeln.

Köder oberhalb der Welse anbieten

Der Wels greift seine Beute bevorzugt von unten an. Dass er eher nach oben orientiert ist, zeigt sich auch an seinem leicht oberständigen Maul. Selbst wenn man Welse allgemein eher mit einer grundorientierten Lebensweise verbindet, ist der Wels keine im Schlamm «gründelnde» Art wie Karpfen und Schleien. Er saugt seine Beute aus dem Wasser durch einen starken Sog beim Aufreissen seines Mauls ein und hat keine Lust, dabei zugleich noch allerlei Schlamm oder Blätter zu schlucken. Tote Köderfische oder Wurmbündel, aber ebenso andere Köder wie Würste oder Poulets lassen sich bei der Grundmontage mit Auftriebshilfen noch fängiger präsentieren. Oder man bietet von der Wasseroberfläche her eine Montage an, etwa an einem Zapfen. Die Reissleine kann statt an einem Stein (Grundmontage) genauso an einem Schwimmkörper (Bojenmontage) befestigt werden. Eine weitere Alternative ist das Abspannen mit der Reissleine am anderen Ufer oder einer aus dem Wasser ragenden Struktur.

Welse verfügen über einen Sinn, der uns fremd ist. Sie können nämlich wie die Haifische elektromagnetische Felder wahrnehmen und auf diese Weise die schwachen biologischen Spannungen der Lebewesen im Wasser wahrnehmen. Denn jedes Nervensystem und schlagende Herz erzeugt schwache und für diese Top-Prädatoren wahrnehmbare Energiefelder. Durch diesen Sinn nehmen sie auch stromleitende Teile aus Metall wahr. Besonders in stark befischten Gewässern kann nacktes Metall eine Scheuchwirkung auf erfahrene Welse haben. Die elektromagnetischen Effekte lassen sich abmildern durch das Verbergen der Haken. Sei es mit einem grosszügigen Tauwurmbündel oder durch die Montage von Drillingen in der Bauchöhle bei toten Köderfischen. Manche Spezialisten setzen auch auf das Gummieren von Haken und Wirbeln mit Silikonschläuchen.