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Welt-Hopfen- und -Biermarkt 2019


dgw deutsche getränke wirtschaft - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 08.10.2019
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Bildquelle: dgw deutsche getränke wirtschaft, Ausgabe 10/2019

WELT-HOPFEN- UND -BIERMARK T 2019

• Bierausstoß weltweit seit 2014 rückläufig
• Größte Hopfenanbaufläche weltweit seit 1997
• Alphabedarf 2019 so hoch wie noch nie zuvor
• Welthopfenmarkt eher unterversorgt

Der globale Biermarkt präsentierte sich im Braujahr 2018 trotz eines schwierigen politischen und wirtschaftlichen Umfelds robust und relativ stabil. Brexit-Szenarien, Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie diverse Indikatoren, die auf eine Abschwächung der Weltwirtschaft hindeuten, hatten global gesehen wenig negativen Einfluss auf die Bierproduktion.

„Der Bierausstoß 2018 liegt weltweit ...

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... immer noch bei rund 1,9 Milliarden Hektolitern, aber dahinter verbergen sich sehr unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Ländern“, lautete ein Fazit von Stephan Barth, geschäftsführender Gesellschafter von Joh. Barth & Sohn, bei der Vorstellung des aktuellen Barth-Berichts Hopfen 2018/2019 in Nürnberg.

Seit dem Zweiten Weltkrieg sei der Weltbierausstoß nicht mehr so stark zurückgegangen wie 2018 im Vergleich zum Vorjahr. Hauptursache sei der Rückgang des Ausstoßes in China um knapp 60 Millionen Hektoliter. Erfreulicher sei dagegen die Entwicklung in Europa mit einem Zuwachs um rund zwei Prozent, in Amerika mit einem Plus von einem Prozent und Afrika mit fast zwei Prozent.
Einen Zuwachs verzeichneten 85 der 171 Bier brauenden Länder. Einen Rückgang gab es lediglich in 34 Ländern. In Europa erzielten sowohl die Länder der Europäischen Union als auch die des restlichen Europas ein Ausstoßplus. Entscheidend dazu beigetragen haben Russland (+3,1 Millionen Hektoliter), Rumänien (+1,5 Millionen Hektoliter) und Großbritannien (+1,1 Millionen Hektoliter). Mit einem Zuwachs von 9,7 Millionen Hektolitern sowie 1,4 Millionen Hektolitern sind Mexiko und Brasilien die Wachstumsmärkte in Amerika.

Auf der einen Seite sei die Hopfenanbaufläche weltweit mit rund 60.400 Hektar so groß wie noch nie seit 1997. Gleichzeitig seien aber Erträge und Alphawerte leicht unterdurchschnittlich ausgefallen. Dieser negativen Entwicklung, so Barth, stehe eine steigende Hopfennachfrage gegenüber, da weniger gehopfte Mainstreamvarianten an stark gehopfte Biere Marktanteile abgäben.

Mit insgesamt 72 Prozent Marktanteil an der Hopfenanbaufläche dominierten Deutschland und die USA den Weltmarkt in noch größerem Maße als bisher. Der Anteil beider Länder an der Welthopfenmenge beziehungsweise Alphamenge spreche eine noch deutlichere Sprache, so Barth. Die immer stärkere Dominanz der USA zeige sich sowohl in der Hopfenanbaufläche als auch in der Vielfalt der angebauten Hopfensorten. So würden in den USA inzwischen 87 verschiedene Sorten angebaut, davon allein 36 aus privaten Firmenzüchtungsprogrammen.

Quelle: Barth-Bericht Hopfen 2018/2019

Die Liste der größten Biernationen wird dem Barth-Bericht zufolge unverändert angeführt von China, den USA, Brasilien, Mexiko und Deutschland. „Auf diese fünf Länder entfallen rund 950 Millionen Hektoliter, also rund die Hälfte der Weltbierproduktion“, kommentierte Barth.

Knapp 90 Prozent der Weltbierproduktion von rund 1,9 Milliarden Hektolitern entfallen auf die 40 größten Brauereigruppen. Die größten fünf Gruppen stehen dabei allein für rund 60 Prozent. Im vergangenen Jahr konnte ein Teil der Biergiganten einen Ausstoßzuwachs verzeichnen, darunter beispielsweise Heineken mit einem Plus von knapp 16 Millionen Hektolitern oder die Grupo Petrópolis mit einem Anstieg von 5 Millionen Hektolitern. Der Zuwachs bei Efes von rund elf Millionen Hektolitern ergab sich möglicherweise aus der Übernahme der ABI-Brauereien in Russland und der Ukraine.

Dem Barth-Bericht zufolge betrug der Marktanteil der 40 größten Brauereigruppen an dem um 1,9 Prozent (37,8 Millionen Hektoliter) rückläufigen Weltbierausstoß 89,8 Prozent und war damit im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig höher.

Die Großbrauereien hatten im Jahr 2018 Craftbrauereien im Visier. Heineken beteiligte sich beispielsweise an Beavertown in London, und die zu Kirin gehörende Lion Brewery, Australien, übernahm Fourpure und Magic Rock, beide ebenfalls mit Sitz in Großbritannien.

Heineken ging zudem in China eine strategische Beteiligung ein und erwarb 40 Prozent der Anteile an Chinas größter Gruppe China Resources Snow Breweries. Aktuell verkauft Anheuser-Busch InBev das Australien-Geschäft – die Carlton & United Breweries mit der Marke Foster’s – an die Asahi Group für 11,3 Milliarden US-Dollar. Der Verkaufserlös des australischen Geschäfts soll im Wesentlichen für die Schuldentilgung verwendet werden. Die Transaktion soll bis zum ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein.

Die sieben deutschen Brauereigruppen unter den Top 40 haben einen Marktanteil von weltweit 2,7 Prozent. Dazu gehören Radeberger auf Platz 21, die TCB-Beteiligungsgesellschaft (26), Oettinger (27), Bitburger (30), Krombacher (31), Paulaner (32) und Warsteiner (37).
(Quelle: Barth-Bericht Hopfen 2018/2019)

Bierabsatz erstes Halbjahr 2019

Die deutschen Brauereien haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres laut Statistischem Bundesamt 2,7 Prozent beziehungsweise 127 Millionen Liter weniger Bier abgesetzt gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, haben die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager im ersten Halbjahr 2019 rund 4,6 Milliarden Liter Bier abgesetzt. Nicht enthalten in den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier.

Gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 wurden mit 221 Millionen Litern 1,5 Prozent weniger Biermischungen abgesetzt. Der Anteil der Biermischungen am gesamten Bierabsatz beläuft sich auf 4,8 Prozent.

81,7 Prozent des gesamten Bierabsatzes waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Der Inlandsabsatz sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 2,7 Prozent auf 3,7 Milliarden Liter. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 838,7 Millionen Liter Bier abgesetzt, gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 2,6 Prozent.

Allein in den ersten sechs Monaten verlor der nationale Biermarkt einer Veltins-Prognose zufolge – vornehmlich witterungsbedingt – so stark wie seit Jahren nicht mehr. Rund 1,4 Millionen Hektoliter Marktvolumen sind passé – umgerechnet fehlt deutschlandweit der Verkauf von 14,5 Millionen Bierkästen.
Vor allem die Monate Mai und Juni machten den Brauereien deutschlandweit zu schaffen, weil sie nicht annähernd die Absatzkraft des hochsommerlichen Vorjahres 2018 entwickelten.

„Der leichte Ausstoßverlust war absehbar und eingeplant, ein Jahrhundertsommer lässt sich nicht abonnieren“, kommentierte der Veltins-Generalbevollmächtigte Michael Huber das Halbjahresergebnis der Sauerländer. Der Ausstoß gab mit 1,57 Millionen Hektolitern um 2,1 Prozent nach, während die Marke Grevensteiner das rasante Wachstum mit 16 Prozent unverändert fortsetzte.

Die Erwartungen für die weitere Geschäftsentwicklung im Biermarkt fallen nach der Einschätzung des Generalbevollmächtigten für das zweite Halbjahr 2019 gedämpft aus, nachdem ein großer Teil des Sommerpotenzials mittlerweile bereits erloschen sei.

„2019 wird für Deutschlands Brauereien zu einem verlustreichen Jahr. Eine grundsätzliche Erholung der Absatzsituation bis Jahresende ist unrealistisch, sodass der Biermarkt mit einem deutlichen Volumenverlust schließen wird“, so Huber.

Inlandsbierabsatz: 5,1 Prozent im Juli

Nach zwei enttäuschenden Monaten erwirtschafteten die deutschen Brauer im Inland wieder ein Plus. Der Gesamtabsatz einschließlich Exporten stieg im Juli 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent. Die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern reichen von einem Plus in Hessen von 14,9 Prozent bis zu einem sehr deutlichen Minus von 27,5 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Zugelegt haben die Bierhochburgen Nordrhein-Westfalen (plus 9,8 Prozent) und Bayern (plus 5,8 Prozent). Gestiegen sind die Biermischungen um 17,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Kumuliert betrachtet liegt der Inlandsbierabsatz bis einschließlich Juli gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 1,6 Prozent im Minus.

Brauereiverbände fordern Pfanderhöhung

Das Thema Leergut steht wieder mal auf der Agenda, aktuell eine Pfanderhöhung. Schon seit längerer Zeit fordern die Privaten Brauereien eine Anhebung des Pfands auf Mehrwegflaschen sowie auf die Bierkästen.

Die Forderung: Erhöhung auf 15 Cent pro Flasche, statt derzeit 8 Cent sowie eine zusätzliche Steuer auf Einwegflaschen. Und für Bügelverschlussflaschen soll das Pfand von bisher 15 Cent auf 25 Cent erhöht werden.

Oftmals beträgt der Anteil von Fremdflaschen die in brauereieigenen Kästen zurückkommen rund 40 Prozent. Seit langem ein Problem, denn in den Brauereien muss das Leergut überprüft werden.

„Der Flaschentauscher tauscht zwar die fremden Flaschen gegen unsere Flaschen. Wir müssen jedoch unsere Flaschen zum Kaufpreis zurückkaufen, obwohl wir eine Fremdflasche abgeben. Dann fahren wir mit unseren Flaschen wieder zurück“, kritisiert Georg Rittmayer, Präsident der Privaten Brauereien Bayern.

Unterstützung kommt vom Bundesumweltamt. „Umweltpolitisch ist ein höheres Pfand auf Flaschen und Kästen sinnvoll. Dann haben die Kunden einen Anreiz, Flaschen und Kästen zügig zurückzubringen. Der Anteil der Getränke, die in Mehrwegflaschen verkauft werden, liegt deutlich unter dem Zielwert von 70 Prozent. Es deutet sich an, dass der Anteil auch im Jahr 2017 weiter leicht gesunken ist“, sagte der Verpackungsexperte der Behörde, Gerhard Kotschik, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wie jedoch soll eine praktikable technische Umsetzung erfolgen? Durch einen Stichtag X für die Pfanderhöhung und Rücknahme zum neuen Pfandsatz? Leergut, das noch mit dem alten Pfandsatz bezahlt wurde, muss dann mit dem neuen Satz ausgeglichen werden. Werden dann erst zum Stichtag die Kästen zurückgebracht, weil jeder das höhere Pfand kassieren will? Oder müssen zur Unterscheidung von altem und neuem Pfandsatz komplett neue Kästen angeschafft werden? Und Brauereien hätten auf einmal eine neue, riesige Bilanzsumme für die Kästen, obwohl Altbestand? Es stellt sich die Frage, ob eine bundesweite Pfanderhöhung tatsächlich realisiert werden kann.

Ein kühles Bier, das gönn‘ ich mir! – Deutscher Biergenuss in Zahlen

► Bayern weiterhin an der Spitze, Brandenburg Schlusslicht
► Craft Bier auf der Überholspur: Verkäufe wachsen monatlich um durchschnittlich 3 Prozent
► Niedersachsen liebt Craft Bier, mehr noch als Berlin
► Günstig Bier trinken in NRW, teuer wird’s in Meck-Pomm

Bei sommerlichen Temperaturen zieht es viele Deutsche in Biergärten um dem beliebtesten alkoholischen Durstlöscher zu frönen: Einem kühlen Pils, Weizen oder Craft Beer. Doch nicht nur im Sommer ist Bier ein Verkaufsschlager – der Gerstensaft ist einfach aus dem Alltag der Deutschen nicht wegzudenken.

orderbird, ein führender Anbieter für iPad-Kassensysteme in der Gastronomie, hat über einen Zeitraum von einem Jahr die Biergewohnheiten der Deutschen genauer zu untersucht. Mit interessanten Ergebnissen: Überraschend teuer ist Hopfen und Malz zum Beispiel im beliebten Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern und die Niedersachen greifen häufiger zum Craft Beer als die angeblich so hippen Berliner.

Sommer, Sonne und ein kühles Blondes – Bier ist und bleibt der beliebteste alkoholische Durstlöscher der Deutschen. Ob deutsches Reinheitsgebot oder Craft Beer-Innovationen, mit allein mehr als 1400 deutschen Brauereien und über 5500 Biersorten ist das Angebot hierzulande riesig, sodass auch der anspruchsvollste Gaumen hopfentechnisch auf seine Kosten kommt.

Zur Studie

Untersucht wurden von der orderbird AG im Zeitraum vom 01. Juni 2018 bis zum 31. Mai 2019 knapp 7000 Gastronomiebetriebe in Deutschland, die in besagtem Zeitraum Bier verkauften.

Über die orderbird AG

orderbird bietet intuitive Softwarelösungen und Zusatzservices für Individualgastronomen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich. Mehr als 10.000 orderbird POS-Geräte sind dabei im Einsatz. Mit dem Herzstück, Europas führender iPad-Kasse, können Restaurants, Cafés, Bars und Food Trucks einfach und mobil Bestellungen aufnehmen, flexibel abrechnen und finanzamtkonforme Berichte auf Knopfdruck erstellen. Die orderbird AG wurde 2011 gegründet und beschäftigt heute mehr als 110 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Wien. Zu den Investoren zählen unter anderem METRO, ALSTIN und Concardis.

Abendstund’ hat Bier im Mund

Auch wenn sich bei dem ein oder anderen zur Mittagszeit erste Gelüste melden: Das meiste Bier wird dann doch eher abends konsumiert. Dabei lassen sich klassische Biertrinker ihren Gerstensaft in der Regel bereits zwischen 19 und 20 Uhr schmecken, während Craft Bier leicht verzögert am meisten zwischen 20 und 21 Uhr bestellt wird. Wer es gesellig und feuchtfröhlich mag, der sollte sich samstags zum Umtrunk im Lokal seiner Wahl einfinden. An diesem Tag wird bundesweit das meiste Bier ausgeschenkt. Sonntags hingegen wird der Ball flach gehalten und am wenigsten getrunken.

O‘zapft is – Bayern weiterhin an der Spitze

Wenig überraschend führt Bayern auch in diesem Jahr die Hitparade der deutschen Bierhochburgen an. Hier wird nicht nur das meiste Bier gebraut, sondern verglichen mit anderen Bundesländern durchschnittlich auch das meiste Bier bestellt.

Etwa 8245 Biere wurden im blauweißen Freistaat pro Lokal verkauft, dicht gefolgt von Nordrhein Westfalen mit circa 8208 Bestellungen pro Betrieb. Schlusslicht bildet Brandenburg, wo man scheinbar lieber zu Plinsen greift als zum Pilsener. Hier wanderten innerhalb eines Jahres nur ungefähr 4935 Biere pro Betrieb über die Ladentheke.

Craft Bier: Es ist nicht alles Reinheitsgebot, was glänzt

IPA, Pale Ale oder Gose – seit einigen Jahren bekommen deutsche Bierklassiker ernst zu nehmende Konkurrenz.

Mit einem monatlichen Bestellanstieg von durchschnittlich drei Prozent pro Lokal, erfreuen sich Craft Biere immer größerer Beliebtheit. Doch nicht im hippen Berlin, sondern in Niedersachsen sind die kreativen und oft unkonventionell gebrauten Biersorten am populärsten.

Mit 2.795 Craft Bieren pro Restaurant sind hier die IBU-Umdrehungen mit Abstand am höchsten. Berlin schafft es immerhin mit etwa 1.079 Verkäufen pro Lokal auf Platz zwei, während sich Bayern mit 689 verkauften Bieren an 11. Stelle lediglich einen Platz im unteren Mittelfeld ergattern konnte.

Günstiger Bier trinken in NRW

Monatsende und auf dem Konto ist mal wieder gähnende Leere? Wer gerade knapp bei Kasse ist, jedoch nicht auf sein wohlverdientes Feierabendbier verzichten möchte, der ist am besten in Nordrhein Westfalen aufgehoben.

Entlang von Rhein und Ruhr gibt es die Hopfenschorle bereits für durchschnittlich 2,78 Euro. Wesentlich tiefer muss man in Mecklenburg-Vorpommern in die Tasche greifen, um biertechnisch auf seine Kosten zu kommen. Will man in dem Bundesland, das als das beliebteste Reiseziel der Deutschen gilt, ein Bier bestellen, muss man im Schnitt 3,56 Euro locker machen.

AB InBev vertreibt Crew-Republic-Portfolio

Am 1. September dieses Jahres hat AB InBev Deutschland den nationalen Vertrieb des Crew-Republic-Portfolios übernommen und sich mit seinem Tochterunternehmen ZX Ventures eine Minderheitsbeteiligung gesichert.

„Der komplexe deutsche Markt bleibt eine Herausforderung für unsere kleine Brauerei, deren Biere ein überregionales Publikum ansprechen“, sagt Mario Hanel, Mitgründer von Crew Republic.

Damit ist der Biergigant, der schon seit geraumer Zeit Craftbierbrauereien im Ausland aufkauft beziehungsweise sich daran beteiligt, jetzt auch in Deutschland in puncto Craftbier aktiv.

Bitburger helles Lagerbier – glutenfrei

In einem regional begrenzten Testmarkt bietet die Bitburger-Brauerei zunächst für einige Monate glutenfreies helles Lagerbier an. Das Gluten wird durch ein besonderes Verfahren mit dem natürlichen Enzym Protease auf unter 20 Milligramm pro Kilogramm abgebaut.

Sabotage in Mitwitz?

Der Rückruf von Franken Bräu für das Pilsener in der Bügelverschlussflasche – MHD 05.05.2020 – entwickelt sich zum Frankenkrimi. Den Rückruf öffentlich gemacht hatte Rewe: „Wie das Unternehmen Franken Bräu mitteilt, kann aufgrund eines technischen Defekts einer Kontrolleinrichtung in der Franken Bräu Flaschen-Abfüllerei nicht ausgeschlossen werden, dass sich bei diesem Abfülldatum Reste von Reinigungsmittel (Lauge) in den Flaschen befindet. Eine Gesundheitsgefährdung, sowie starke Geschmacksbeeinträchtigung kann nicht ausgeschlossen werden. Selbstverständlich bekommen Sie die zurückgerufene Ware bei Ihrem Markt, Zulieferer oder direkt bei Franken Bräu ersetzt.“

Franken-Bräu-Geschäftsführer Rainer Mohr vermutet, dass „jemand uns gezielt schaden will“. Nun beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall, denn ein Gutachten des Landratsamts habe ergeben, dass keine Verbindung mit der Lauge nachweisbar sei, die die Brauerei nutze. Ein Verbraucher hatte sich mit der verunreinigten Bierprobe an das Landratsamt gewandt. Geschäftsführer Mohr hat sich juristischen Beistand geholt und Anzeige erstattet. Die polizeilichen Ermittlungen laufen derzeit.

Erweitert wurde die Rückrufaktion am 10.09.2019 „um absolut sicher zu gehen" auf die Produkt-Charge Franken Bräu Pilsener Bügelverschluss – MHD 06.05.2020.

Giesinger Bräu mit Ambitionen für das Oktoberfest

Kein Scherz: Bald könnte es die siebte Münchner Brauerei geben. Auf Augustiner, Hofbräu, Hacker-Pschorr, Löwenbräu, Spaten und Paulaner könnte Giesinger Bräu folgen. Alle anderen Brauereien brauen nicht mit Grundwasser aus München, sondern mit Wasser aus dem Mangfalltal. Daher gelten sie formal nicht als Münchner Brauereien.

Auf dem Grundstück der Giesinger Bräu in Feldmoching an der Detmoldstraße soll ein eigener Brunnen gebohrt werden, um künftig mit original Münchner Wasser zu brauen. Geschätztes Investment: gut 800.000 Euro. Die Genehmigung wurde erteilt, die Finanzierung soll wieder durch eine neue Crowdfunding-Kampagne erfolgen. Der ambitionierte Produktionsbeginn: April 2020.

Mit dem Bier, gebraut mit Münchner Wasser, würde Giesinger Bräu eine Voraussetzung für ein eigenes Zelt auf dem Oktoberfest erfüllen. Zuvor muss die Brauerei jedoch in den Verein Münchener Brauereien aufgenommen werden.

Der Verein Münchener Brauereien e. V. ist der Zusammenschluss der sechs größten Münchner Brauereien Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Er bündelt und vertritt deren gemeinsamen Interessen, die sich aus den Gemeinschaftsmarken Münchner Bier und Oktoberfestbier sowie ihrer gemeinsamen Herkunft und Tradition ergeben.
Das Oktoberfestbier wird von den sechs großen Münchner Traditionsbrauereien eigens für das Oktoberfest gebraut. Nur Bier, das aus einer dieser Münchner Brauereien stammt und den Spezifikationen der geschützten Marke „Oktoberfestbier“ entspricht, darf auf dem Oktoberfest ausgeschenkt werden. Laut Entscheidung des Landgerichts München vom 17. Januar 1990 gilt dieses offiziell als das „Fest des Münchner Bieres“.

Oettinger: Veränderung der Vertriebsstruktur

Durch die Veränderungen der Eigentümerstruktur im Mai 2019 und die Bündelung der 100-Prozent-Anteile am Stammsitz hat sich das Unternehmen entschlossen, auch den nationalen Vertrieb anzupassen.

Ab dem 1. November 2019 wird der Vertrieb national auf ein Agentur- und Handelsvertretermodell umgestellt. Dieses Modell habe sich in den Vertriebsregionen im Süden und Südwesten Deutschlands bereits sehr erfolgreich bewährt, begründet Peter Böck, Geschäftsführer Vertrieb, die Maßnahme.

Rund zehn Millionen Euro hat das Unternehmen an seinem zweitwichtigsten Brauereistandort Mönchengladbach in 16 neue Drucktanks und den Ersatzneubau des Drucktankkellers investiert. An den insgesamt vier Brauereistandorten sind rund 1.050 Mitarbeiter beschäftigt.

Drei Brauer, ein Versprechen: „Bayerische Edelreifung“

Die Inhaber der drei traditionsreichen bayerischen Weißbierbrauereien Werner Brombach (Erdinger Weißbräu), Jeff Maisel (Gebr. Maisel) und Georg Schneider (Schneider Weisse) haben ein gemeinsames Versprechen abgegeben. Ihr Anliegen: Expertise, besten Zutaten und Zeit stehen für die „Bayerische Edelreifung, zweifach kultiviert“ – ihr neues, gemeinsames Qualitätssiegel.

Denn Weißbier ist nicht gleich Weißbier, klinge banal. Worin sich aber die Qualität unterscheide, sei dem Konsumenten oft nicht klar.

Das Trio lässt seine Biere ein zweites Mal reifen, und sie lagern noch bis zu drei Wochen lang in der Flasche oder im Fass. Und das sei der Unterschied zu vielen anderen Brauereien, die die Biere schon nach wenigen Tagen abfüllten und auslieferten.

Eine weitere Besonderheit der „Bayerischen Edelreifung“: Bei der Abfüllung wird auf die Pasteurisierung, also die Erhitzung des Biers, verzichtet.

Die Biere des Trios sind erkennbar an den Etiketten, versehen mit dem gemeinsamen Qualitätssiegel „Bayerische Edelreifung, zweifach kultiviert“ mit blauer Doppelraute im Herzen und Weizenähre im Kranz.

Helles, Alkoholfreies, Radler und Spezialitäten im Trend

Rund 36 Liter pro Kopf:So viel Bier und Biermixgetränke kauften die Deutschen im ersten Halbjahr 2019 im Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkeabholmärkten.
Das sind gut zwei Flaschen à 0,33 Liter weniger als im Vorjahr. Insgesamt kauften die Verbraucher hierzulande im ersten Halbjahr 2019 rund 2,9 Milliarden Liter und damit gut ein Prozent weniger Bier und Biermixgetränke (Gesamtabsatz erstes Halbjahr 2018: rund 3 Milliarden Liter).

Gleichzeitig gaben die Deutschen mit 48,75 Euro pro Kopf mehr für Bier und Biermixgetränke aus. Der Gesamtumsatz von mehr als 3,9 Milliarden Euro ist um gut ein Prozent gestiegen (erstes Halbjahr 2018: 3,87 Milliarden Euro). Das zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen zum Oktoberfest 2019.

„Dass im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 aktuell etwas weniger Bier gekauft wird, liegt auch am Hitzesommer im vergangenen Jahr“, sagt Marcus Strobl, Experte für Bier und Biermixgetränke bei Nielsen. „Wir beobachten, dass die Trendsorten wie naturtrübes Radler oder alkoholfreies Bier trotz insgesamt rückläufigem Biermarkt weiter wachsen. Passend zum Oktoberfest liegt bei den Verbrauchern besonders Hellbier hoch im Kurs.“

Im Ranking um die beliebteste Biersorte liegt Hellbier zurzeit auf dem zweiten Platz. So kauften die Deutschen im Lebensmitteleinzelhandel und den Getränkeabholmärkten im ersten Halbjahr 2019 rund vier Prozent mehr Hellbier als noch im Vorjahreszeitraum. Während dort im ersten Halbjahr 2018 gut 199 Millionen Liter Hellbier im Einkaufswagen gelandet waren, waren es im gleichen Zeitraum 2019 rund 206 Millionen Liter.

„Für den Aufschwung von Hellbieren sehen wir verschiedene Gründe. So profitiert Hellbier zum einen sehr stark vom schwächelnden Weißbier. Außerdem kommt Hellbier besonders bei der jungen Zielgruppe gut an und gehört zunehmend zum Lifestyle. Auch wenn zwei Drittel der Hellbiermenge aktuell in Bayern gekauft werden, hat Hellbier zudem großes Potenzial zur bundesweiten Standardsorte“, sagt Marcus Strobl.

Nur zum Klassiker Pils greifen die Deutschen noch häufiger. Zum Vergleich: Rund 1,5 Milliarden Liter Pils kauften die Deutschen im Lebensmitteleinzelhandel und den Getränkeabholmärkten im ersten Halbjahr 2019. Das waren fast drei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018 mit knapp 1,6 Milliarden Litern.

Zu den weiteren Wachstumstreibern gehören vor allem alkoholfreies Bier (Absatz erstes Halbjahr 2019: 196 Millionen Liter, +3 Prozent), der Biermix Radler (119 Millionen Liter, +9,2 Prozent) und Spezialitätenbiere (99,5 Millionen Liter, +6,5 Prozent). „Sorten wie helles Bier, alkoholfreies Bier, Radler und andere Spezialitätenbiere treiben den Biermarkt voran“, führt Strobl weiter aus.

Um Pils, Radler & Co. zu kaufen, steuern die Deutschen vor allem die Verbrauchermärkte an. Rund 1,2 Milliarden Liter Bier und Biermixgetränke gingen dort im ersten Halbjahr 2019 über die Ladentheken. Das waren jedoch gut drei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018.

Platz zwei belegen hier die Getränkeabholmärkte (Absatz erstes Halbjahr 2019: 845 Millionen Liter, −4,3 Prozent). Auf dem dritten Platz: die Discounter (706 Millionen Liter), die im Vorjahresvergleich um mehr als zehn Prozent zulegen konnten.

In den Supermärkten kauften die Deutschen in diesem Zeitraum 190 Millionen Liter (−16,9 Prozent). „Während die Verbraucher bei Discountern über zehn Prozent mehr Bier und Biermixgetränke kaufen, gehen bei den anderen Geschäften deutlich weniger Bier und Biermixgetränke über die Ladentheken. In Supermärkten haben die Verbraucher im ersten Halbjahr 2019 rund 15 Prozent weniger Bier und Biermixgetränke eingekauft“, sagt Bierexperte Strobl.

(Quelle: Nielsen)