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Weltoffenheit und Liebe zur heimatlichen Wildnis: Nationalpark-Rangerin Alena Lettenmaier im Porträt


Nationalpark - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 05.06.2019

Mit Liebe zu Natur, Mensch und Heimat begeistert die junge Rangerin aus dem Bayerischen Wald die Besucher am Rachel für die Nationalparkidee.


Artikelbild für den Artikel "Weltoffenheit und Liebe zur heimatlichen Wildnis: Nationalpark-Rangerin Alena Lettenmaier im Porträt" aus der Ausgabe 2/2019 von Nationalpark. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Das Schwellhäusl (Foto: Roland Schreder) im Bayerischen Wald: Hier wuchs Alena Lettenmaier auf und bekam so die Liebe zur Natur quasi in die Wiege gelegt.


(Foto: Matthias Balk)

„Ich machteWork and Travel , war gerade in Neuseeland, ganz frisch verliebt und hätte mir gut vorstellen k önnen, für immer zu bleiben“, erzählt Alena Lettenmaier. „Doch dann entdeckte ich in einer Stellenanzeige des Nationalparks Bayerischer Wald, dass Ranger gesucht werden. Und ich konnte ...

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„Ich machteWork and Travel , war gerade in Neuseeland, ganz frisch verliebt und hätte mir gut vorstellen k önnen, für immer zu bleiben“, erzählt Alena Lettenmaier. „Doch dann entdeckte ich in einer Stellenanzeige des Nationalparks Bayerischer Wald, dass Ranger gesucht werden. Und ich konnte nicht anders, als mich sofort zu bewerben.“ Seit zwei Jahren ist die Siebenundzwanzigjährige nun eine von acht Rangerinnen, die zusammen mit achtzehn männlichen Kollegen das Team der Nationalparkwacht bilden. Ihre Kollegen, mit denen sie anfänglich gemeinsam unterwegs war, brachten ihr die wichtigsten Grundlagen des Berufs bei. In zahlreichen Fortbildungen konnte sie ihr Fachwissen vertiefen. Doch Alena brachte bereits einiges an Vorwissen und Begeisterung mit: Schon als Kind nahm sie am Junior-Ranger-Programm teil, war ab ihrem 16. LebensjahrVolunteer Rangerin und hat auch ein Waldführerzertifi kat. Als Erzieherin spezialisierte sie sich auf die Arbeit mit Jugendlichen und war während ihrer Ausbildung bereits ein Jahr im Wildniscamp des Nationalparks Bayerischer Wald eingesetzt.

Fast täglich durchwandert sie nun mit Stock und Rucksack an die zehn Kilometer in ihrem Gebiet, das rund um den Großen Rachel liegt, dem mit 1.453 Metern höchsten Berg des Nationalparks. Ihre Hauptaufgabe ist die Öffentlichkeitsarbeit an der Basis. Sie beantwortet die Fragen der Nationalpark-Besucher, erklärt Naturphänomene, bringt ihnen die Philosophie des Schutzgebietes nahe, gibt Wandertipps und bietet einmal im Monat auch längere Führungen an. Manchmal ist Konfl iktmanagement gefragt: So muss sie einfühlsam aber bestimmt dafür sorgen, dass die Regeln des Nationalparks – wie etwa die Betretungsverbote – zum Schutz des Kerngebiets, aber auch zum eigenen Schutz der Besucher eingehalten werden. Darüber hinaus arbeitet sie als Rangerin auch den Forschern im Nationalpark zu, indem sie die Natur beobachtet, seltene Tiere, Pfl anzen oder Spuren erfasst und meldet.

Alena Lettenmaier macht es sichtlich Freude, auf Menschen zuzugehen, sie anzusprechen und mit ihren Anliegen abzuholen. Man spürt vom ersten Moment an ihre Empathie und ihr ehrliches Interesse am Gegenüber. Die Offenheit der gelernten Erzieherin hat ganz bestimmt auch mit ihrer Herkunft zu tun. Sie ist in einem der beliebtesten Ausfl ugslokale im Nationalparkgebiet aufgewachsen: dem Schwellhäusel nahe Zwiesel. Schon über 125 Jahre ist diese Trifterklause in Familienbesitz. Seit der Nationalparkerweiterung 1997 liegt das urige Lokal mitten im Schutzgebiet. Die absolute Nähe zur Natur, aber auch der kommunikative Umgang mit Gästen wurden Alena somit in die Wiege gelegt – beides vereint nun ihr Beruf als Rangerin: „Es ist für mich der Traumjob, weil mir der Naturschutz ganz extrem wichtig ist, berufl ich und auch privat. Und das Schöne dabei: Ich kann Themen wie Artenvielfalt vielen Menschen näherbringen – und das hier in meiner Heimat. Die Arbeit gibt mir unglaublich viel zurück. Die Freude und Begeisterung der Menschen ist die größte Bestätigung für mich.“


„Es ist für mich der Traumjob, weil mir der Naturschutz ganz extrem wichtig ist.“


Snowboarden, Joggen, Wandern, Langlaufen und Downhill-Radfahren auf ausgewiesenen Trails – die meisten von Alenas Hobbys sind in freier Natur angesiedelt. Ganz besonders wichtig aber ist ihr das Reisen. „Ich will unbedingt fremde Kulturen kennenlernen und mir auch fremde Natur anschauen. Ich glaube, nur durch das Reisen wird man empathisch und weltoffen. Man lernt aber auch sein Zuhause wertzuschätzen. Ich habe Freunde aus der ganzen Welt und bin stolz, wenn ich ihnen unseren Nationalpark zeigen kann.“ Ihre Neugierde auf andere Kulturen mag – ähnlich wie die Kommunikationsfreude und die Liebe zur Natur, in ihrem Aufwachsen begründet sein. Ihre Mutter ist Tschechin. Von Anfang an war Alena deshalb in zwei Sprachen und zwei Kulturen zu Hause. Mit ihrem neuseeländischen Freund, der bald mit ihr in Zwieslerwaldhaus nahe dem Schwellhäusl leben wird, kommen eine weitere Sprache und Kultur hinzu.

Alena kann sich sehr gut vorstellen, ihr ganzes Berufsleben als Rangerin zu verbringen. Im Gespräch wird immer wieder deutlich, dass sie dort auch ihre tiefe Heimatverbundenheit lebt. Gleichzeitig schaut sie weit über ihren Tellerrand hinaus. Sie besucht weltweit Schutzgebiete und freut sich, dort mit Kollegen ins Gespräch zu kommen – über die unterschiedlichen Berufsbilder des Rangers, aber auch über die Besonderheiten des Naturschutzes in den verschiedenen Ländern. „Wir haben weltweit ein fragiles Ökosystem. Alles darin hat seine Wichtigkeit, alles spielt zusammen. Es geht deshalb nie ausschließlich um unsere heimische Natur. Ich fi nde gerade den internationalen Austausch der Nationalparke ungeheuer wichtig. So haben wir hier beispielsweise eine Zusammenarbeit mit Israel und können erforschen, was mit unseren Zugvögeln passiert, die auf dem Weg nach Afrika Israel überqueren.“

Alena Lettenmaier vereint auf junge und moderne Weise vieles, was eine Botschafterin des Nationalparks braucht. Naturschutz und das Nationalpark-Motto „Natur Natur sein lassen“ stehen für sie an erster Stelle. Umweltbildung funktioniert bei ihr nicht über den erhobenen Zeigefi nger, sondern über eine ehrliche Begeisterung für die Wildnis. So erreicht sie ihre Gesprächspartner auch emotional und kann auf diese Weise ein tieferes Verständnis für den Nationalparkgedanken und einen achtsamen Umgang mit der Natur erwirken.

Ihr bisher schönstes Erlebnis als Rangerin aber hatte sie bei einer Wanderung auf den Lusen. Dort kam sie mit drei älteren Herrschaften ins Gespräch – allesamt „Waidler“ mit urigen Stöcken und federgeschmückten Hüten. Als sich ihre Wege wieder trennen sollten, sagte einer von ihnen: „Kommt‘s, wir singen der Rangerin ein Lied.“ Und auf dem Lusen ertönte dreistimmig die BayerwaldhymneMia san vom Woid dahoam . Noch heute ist Alena gerührt darüber. „Oben auf dem Berg dieses Lied und der Blick nach unten auf meine Heimat – das war unvergesslich schön.“

REGINA KREMSREITER arbeitet im Presse-und Öffentlichkeitsbereich des NaturVision Filmfestivals Ludwigsburg.

„Weltoffen und gewinnend leistet Rangerin Alena Lettenmaier Umweltbildung an der Basis.“