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Weltwunder der NATUR


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 18.03.2022

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 12/2022

Das Hayden Valley, benannt nach Ferdinand Hayden, einem der ersten Wissenschaftler im Yellowstone-Gebiet

Die imposantesten US-Nationalparks

Die imposantesten US-Nationalparks Die Nationalparks der USA zählen zu den spektakulärsten Naturwundern der Erde. Heute gibt es insgesamt 63, die zusammen etwa so groß sind wie Großbritannien. Die acht Parks, die wir hier vorstellen, zählen zu den beeindruckendsten: von Yosemite bis Everglades. Sie werden in der Arte-Doku „Amerikas beste Idee“ porträtiert (s. Mediatheken-Tipp S. 10)

1 YELLOWSTONE

Wyoming, USA

Das 9000 Quadratkilometer große Areal, Heimat von Bison, Bär und Enzian, gilt als vielseitigster Park der USA. Rund 300 Geysire gibt es dort und einen Vulkan, dessen letzter starker Ausbruch 640.000 Jahre zurückliegt. Die Zahl der Besucher steigt: Von Januar bis Oktober 2021 waren es knapp fünf Millionen. Zum 150-jährigen Jubiläum lenkt die Parkleitung die Aufmerksamkeit auf Amerikas Ureinwohner, die das Gebiet fast 11.000 Jahre lang zum Jagen und ...

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2 GRAND CANYON

Arizona, USA

Der wohl bekannteste Nationalpark wurde 1919 gegründet. Über 1600 Meter hat sich der Colorado hier im Lauf von Millionen Jahren ins Gestein gegraben. Bis heute erreicht man den Grund des Canyons am besten mit trittsicheren Maultieren. Sie kommen mit der Hitze gut zurecht: An der Talsohle herrschen oft über 40 Grad

63 NATIONAL-PARKS GIBT ES ZURZEIT IN DEN USA

Die Historie der Nationalparks beginnt mit einem unglaublichen Augenzeugenbericht: Oben in Wyoming, tief in den Rocky Mountains, koche die Erde! So berichten Trapper und Goldsucher, die Anfang des 19. Jahrhunderts bis dorthin vorgedrungen sind. Immer wieder würden wunderhafte Wasserfontänen in die Luft schießen. Über der Landschaft liege ein Geruch von Schwefel, als stünde man am Tor zur Hölle. Zunächst werden die Beschreibungen als Einbildung angeberischer Abenteurer abgetan. Erst als Geologen, denen sich auch Fotografen und Kunstmaler anschließen, diese Naturphänomene erkunden und im Bild festhalten, glaubt man an die Wunder von Yellowstone.

Der Nationalpark ist Teil eines Supervulkans. Dank gewaltiger unterirdischer Magmakammern zischt und brodelt es an etwa 10.000 Stellen. Zu den dortigen 300 Geysiren gehört Old Faithful, der alle 60 bis 90 Minuten 50 Meter emporschießt. Diese Naturspektakel haben Yellowstone, benannt nach den gelben Felsen seines eigenen Grand Canyons, eine außergewöhnliche Ehre eingebracht: Vor 150 Jahren, genau am 1. März 1872, wurde das Areal von Präsident Ulysses S. Grant zum ersten Nationalpark der Welt erklärt. Unter Theodore Roosevelt bekam die Idee des Nationalparks dann einen großen Schub: 1903 unterbrach er eine landesweite Vortragsreise, um zwei Wochen im Yellowstone zu campen, er besuchte den Grand Canyon in Arizona und rief zu dessen Schutz auf. Dann fuhr er nach Yosemite, wo er und der Naturphilosoph John Muir drei Nächte unter den Sternen schliefen. Muir drängte Roosevelt, das Yosemite-Tal zum Teil eines größeren Nationalparks zu machen. In seiner Amtszeit von 1901 bis 1909 verdoppelte der Präsident die Anzahl der Parks von fünf auf zehn und ging als „bewahrender Präsident“ in die Annalen ein. Bis heute entstanden 63 Nationalparks in den USA. Und rund 4000 in der ganzen Welt.

Zu unserem VERGNÜGEN

Weite Gebiete des Kontinents zum Wohl aller von wirtschaftlicher Nutzung auszunehmen und zu bewahren war im 19. Jahrhundert visionär. „Sie sind die beste Idee, die wir je hatten“, nannte US-Schriftsteller Wallace Stegner die Nationalparks. „Absolut amerikanisch, absolut demokratisch. Sie spiegeln das Beste an uns wider.“ Daran angelehnt taufte Arte eine Doku über acht der imposantesten Parks, die auf diesen Seiten zu sehen sind, „Amerikas beste Idee“ (s. Mediatheken-Tipp S. 10). Im Rückblick überrascht, wie sehr sich die Vorstellungen über Natur und Landschaftsschutz in den letzten 150 Jahren verändert haben. Zu Beginn war Yellowstone als Freizeitpark gedacht, „zur Wohltat und zum Vergnügen der Menschen“, heißt es im Gründungsgesetz von 1872. Außer der Bewunderung von Naturphänomenen gingen die ersten Besucher einem heute undenkbaren Vergnügen nach: Wapiti-Hirsche wurden zu Dutzenden erlegt, die heute wieder ansässigen Wölfe systematisch ausgerottet. Vor allem schoss man jene Tiere ab, die den Ureinwohnern Amerikas auch in der Yellowstone-Gegend über Jahrhunderte Nahrung und Kleidung geliefert hatten: die Bisons. Nur noch zwei Dutzend Exemplare existierten im Jahr 1902 – einst waren Millionen über die Prärien des Kontinents gezogen. Der Wiederauf bau der Herden gilt heute als einer der größten Erfolge der US-Naturschutzbewegung.

3 GATES OF THE ARCTIC

Alaska, USA

Der 1980 gegründete Park in den Bergen der Brooks Range ist der zweitgrößte der USA: 34.000 Quadratkilometer unzugängliche Wildnis ohne Straßennetz. Die hier lebenden Moschusochsen müssen Polarnächte mit Temperaturen tiefer als minus 50 Grad überstehen

4 EV ERGLADES

Florida, USA

Die 600.000 Hektar des 1934 gegründeten Parks durchzieht ein gewaltiges Flusssystem. Die Everglades sind bekannt für Alligatoren und eine reiche Vogelwelt, aber bedroht durch den steigenden Meeresspiegel. Die US-Regierung hat jüngst 1,1 Milliarden Dollar zu ihrem Schutz vorgesehen

5 GREAT SMOK Y MOUNTAINS

Tennessee, USA

Der 1934 gegründete Park, mit gut 2000 Quadratkilometern etwa so groß wie der Harz, ist nahezu komplett von Wäldern bedeckt. Sie beherbergen mehr Arten als jeder andere US-Nationalpark. Es fällt so viel Niederschlag wie in einem tropischen Regenwald

6 SAGUARO

Arizona, USA

In der Sonorawüste an der Grenze zu Mexiko liegt der 1994 gegründete Park. Seinen Namen verdankt er dem gleichnamigen Baumkaktus. Er kann 200 Jahre alt werden, so hoch wie ein dreistöckiges Haus und vier Tonnen Wasser speichern

7 OLYMPIC

Washington State, USA

Der seit 1938 bestehende Park ist so groß wie Mallorca und umfasst neben 117 Kilometern wilder Küste dichte Wälder im Schatten des Mount Olympus

8 YOSEMITE

Kalifornien, USA

An den Westflanken der Sierra Nevada erstreckt sich der 1890 gegründete, 3000 Quadratkilometer große Park. Seine Ikonen sind Mammutbäume und der 86 Millionen Jahre alte Berg Half Dome. Seine Wasserfälle zählen zu den höchsten der USA

Grizzlys als HAUSTIER

Bis in die 1970er-Jahre durften Grizzlys und Braunbären aus den Autos heraus gefüttert werden. In den 1930er-Jahren hielten selbst Ranger noch Grizzlys als Haustiere, um sie hier vor den Besuchern tanzen zu lassen. Damals wollte man es den Parkbesuchern so einfach wie möglich machen. So wurde etwa im Yosemite eine Asphaltstraße direkt bis zu den riesigen, an die 1800 Jahre alten Sequoia-Bäumen gebaut, die zu den Wahrzeichen des Parks gehören. Inzwischen wird der Naturschutz größer geschrieben: 2015 sperrte man Mariposa Grove, die berühmteste von drei Sequoia-Ansiedlungen, für drei Jahre. Die Straßen wurden zurückgebaut und ersetzt durch hölzerne Stege, auf denen Besucher nun laufen können, ohne die Wurzeln der Mammutbäume zu beschädigen.

Das Motto heißt heute verstärkt „Lass der Natur ihren Lauf“. Bei einem Waldbrand im Jahr 2013, dem Rim Fire, ausgelöst durch eine der immer häufigeren kalifornischen Dürren, griff die Parkverwaltung jedoch ein und installierte temporäre Sprühsysteme, um die wertvollen Bäume zu schützen. Im Yellowstone dagegen ließ die Behörde 1988 ein Feuer lodern, bis fast ein Drittel des Parks abgebrannt war. Trotz Wiederaufforstung entstand so ein für Jahrzehnte sichtbarer Schaden.

Natur VERBINDET

Erfreut ist die Yosemite-Verwaltung über die hohe Nutzung der teils elektrisch betriebenen Shuttlebusse, die im 5-Minuten-Takt alle Sehenswürdigkeiten und die Startpunkte der Wanderwege anfahren: Die Leute hätten bemerkt, dass sie mit dem eigenen Auto ohnehin nur im Stau stehen würden. Besucherströme von mehreren Millionen Menschen f luten jedes Jahr die US-Nationalparks. Die Regierung unternimmt wenig, um die Massen an Touristen einzuschränken. Denn die Schönheit der Natur als Gemeingut zu betrachten ist genau die Grundidee – typisch amerikanisch. Gut möglich, dass hier etwa eine ausgelassene Highschool-Klasse auf eine Gruppe aus der strengen Religionsgemeinschaft der Amish People trifft. Dann eint sie alle das Staunen über die schiere Größe und Erhabenheit der Natur.

DIRK OETJEN