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WENN EIN UNFALL DAS LEBEN VERÄNDERT


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#Ö - ökologisch erfolgreich - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 04.11.2022
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Bildquelle: #Ö - ökologisch erfolgreich, Ausgabe 4/2022

Es war am 15. November 2017, nachmittags gegen halb vier, als sich das Leben von Uwe Wackler binnen Sekunden um 180 Grad wendet. Der Landwirt aus Frankenhardt-Mainkling im Hohenlohekreis hilft an diesem Tag bei einem Freund auf dem Betrieb aus. Den eigenen Milchviehbetrieb mit 80 Kühen führt Wackler damals gemeinsam mit einem Kooperationspartner. So war es für ihn kein Problem, zur Waldarbeit eine Woche in den Hotzenwald im Südschwarzwald zu fahren. Das hatte er zuvor schon regelmäßig gemacht.

Uwe Wackler erinnert sich noch daran, wie er den Rücke-Kran bedient. Danach setzt die Erinnerung aus.

Ein Moment, der alles verändert

Die Arbeit im Wald macht Uwe Wackler Spaß und mit dem neuen Rückezug, den er bedienen soll, gleich doppelt. Zu viert sind sie an besagtem Novembertag im Wald. Zwei rumänische und ein polnischer Arbeiter unterstützen ihn. „Ich weiß noch, wie wir nach dem Mittagessen wieder raus ...

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... gefahren sind“, erinnert er sich. Er erinnert sich auch, wie er oben an der Kante steht und den Rücke-Kran bedient. Die Arbeiter hängen derweil im Hang die Stämme ein, die er nach oben ziehen lässt. Dann weiß Uwe Wackler nichts mehr.

Ein Stamm muss auf eine Eiche geprallt sein und über ihm löst sich ein Totholz-Ast, der mit voller Wucht auf seinen Kopf niedersaust. So wird es ihm hinterher erzählt. „Anscheinend wollte ich direkt wieder aufstehen und weitermachen“, berichtet er am Küchentisch im Bauernhaus in Mainkling. Doch seine Kollegen im Wald reagieren richtig. Sie zwingen ihn zum Liegen und rufen den Notarzt. Die Bergwacht holt ihn mit dem Rettungshubschrauber ab. Das Rettungspersonal spürt instinktiv, dass der Kopf nicht bewegt werden darf. Das war Wacklers Glück. Sonst könnte er heute im Rollstuhl sitzen.

Im Vakuumkissen wird er in die Uniklinik in Basel gebracht. Die Diagnose: halber Genickbruch. Der Axis, das „Drehgelenk“ des Kopfes, ist angeknackst. Mehrere Hals- und Rückenwirbel sind zudem schwer verletzt. Der Ast hat die Wirbelsäule so sehr gestaucht, dass Teile der Wirbelknochen seitlich in die Muskeln gesprengt sind. Ein Röntgenbild, das selbst Spezialisten den Schweiß auf die Stirn getrieben hat. Dass Wackler in der Schweiz eingeliefert worden war, hat kurz für Irritationen bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gesorgt. Als der Durchgangsarzt in der Uniklinik in Tübingen allerdings die Arbeit gesehen hatte, riet er ihm, die Behandlung dort fortzusetzen.

Bei einem Arbeitsunfall steht zunächst die Erstversorgung der verletzten Person im Mittelpunkt, erklärt Klaus Pfisterer, Abschnittsleiter Unfallversicherung im Dienstleistungszentrum Mitte der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau (SVLFG) in Stuttgart. Zu beachten ist, dass die Behandlung ausschließlich durch sogenannte Durchgangsärzt:innen erfolgen muss, die über eine unfallmedizinische Ausbildung und besondere Erfahrungen verfügen. Hat die Erstversorgung über die Hausarztpraxis stattgefunden, ist die weitere Versorgung und Behandlung ausschließlich dem oder der Durchgangsärzt:in vorbehalten. Wird bei schweren Verletzungen eine stationäre Behandlung erforderlich, steht dem oder der Versicherten die Maximalversorgung zur Verfügung.

„Die Berufsgenossenschaft hat mich von Anfang an unterstützt“, bestätigt Wackler. Aufgrund der Verletzungen, die deutlich auf einen Unfall hingewiesen hatten, kam sie rasch auf ihn zu. Formal braucht die Berufsgenossenschaft eine Unfallanzeige, um zum Sachverhalt eines Unfalls in einem versicherten Unternehmen ermitteln zu können. Diese kann Pfisterer zufolge durch die verletzte Person selbst, ihre Angehörigen, den Unternehmer oder von dritter Stelle, zum Beispiel durch die behandelnden Ärzte, erfolgen. Der oder die Unternehmer:in hat die gesetzliche Verpflichtung zur Anzeige des Unfalles. Sofern der Unfall eine mehrtägige Arbeitsunfähigkeit nach sich zieht oder es sich um einen tödlichen Unfall handelt, besteht eine Frist: Die Meldung muss innerhalb von drei Tagen erfolgen.

Einige Einschränkungen bleiben

Im Nacken von Uwe Wackler sind heute zwei Drähte und 20 Schrauben verbaut, die ihm die Spezialist:innen in Basel eingesetzt haben. Sie bleiben ein Leben lang im Körper und halten den Kopf. Der Landwirtschaftsmeister hat Einschränkungen. Der Kopf lässt sich nur bedingt drehen. Mehrere Hals- und Brustwirbel sind versteift oder fehlen. Dass er heute dennoch wieder mobil ist, war ein langer Weg. Drei Monate steckte der Oberkörper in einem Fixator. „Der Schmerz hat sowieso dafür gesorgt, dass ich mich kaum bewegen wollte“, erinnert sich Wackler. Die Schmerzen sind geblieben, etwa, wenn er gebeugt arbeitet oder sich körperlich überanstrengt. „Ich habe problemlos alle nötigen Behandlungen, wie Massagen oder Physiotherapie erhalten“, sagt Wackler. Bis heute. Hört er damit auf, spürt er sofort, dass er unbeweglicher wird.

„Die SVLFG kümmert sich von der Erstversorgung bis zur Wiedereingliederung des Unfallverletzten“, betont Pfisterer. „Unser Ziel ist die umfassende medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation des Versicherten beziehungsweise seine Wiedereingliederung in Beruf und Gesellschaft.“ Die Gesundheit der verunfallten Person solle schnell wiederhergestellt werden. Der Leitgedanke in der Unfallversicherung laute darum: mit allen geeigneten Mitteln. Die Leistungen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in der Akutbehandlung, Rehabilitation und Integration gehen nach eigenen Angaben über jene in anderen Sozialver- sicherungszweigen häufig hinaus. Zum Beispiel gelte für alle Leistungen, dass diese ohne Eigenbeteiligung der versicherten Person gewährt werden. Pfisterer weist unter anderem auf die umfassende ambulante und stationäre Behandlung sowie die Versorgung mit Arzneimitteln, Hilfs- und Heilmitteln hin. Desweiteren werde ein unfallbedingter Einkommensausfall durch die Gewährung eines Verletztengeldes bei Arbeitsunfähigkeit oder durch Übergangsgeld während einer beruflichen Maßnahme zur Umschulung ausgeglichen. Unternehmer:innen der grünen Branche erfahren zudem die Besonderheit, statt des Verletztengeldes eine Betriebs- und Haushaltshilfe zur Aufrechterhaltung des Unternehmens beantragen zu können.

Weitere Informationen zur Betriebs- und Haushaltshilfe der SVLFG finden Sie unter www. oder durch Scannen des QR-Codes.

TODESFALL: ABSICHERUNG

Die SVLFG sichert die Hinterbliebenen ab, wenn ein Versicherter infolge des Arbeitsunfalls verstirbt. Eine Betriebs- und Haushaltshilfe hilft, die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Betriebes für eine Übergangszeit bis zu einer dauerhaften Lösung zunächst aufrechtzuerhalten. Unabhängig davon haben die Hinterbliebenen einen Anspruch auf Sterbegeld, Erstattung von Überführungskosten, Hinterbliebenenrenten sowie Beihilfen. Sterbegeld und Überführungskostener- stattung sollen den unmittelbar in Zusammenhang mit dem Todesfall entstandenen Kostenaufwand ausgleichen und werden an diejenigen Berechtigten gezahlt, die die Bestattungs- und Überführungskosten tragen. Witwen/Witwer, eingetragene Lebenspartner/Lebenspartnerinnen erhalten eine Witwen-/Witwerrente, wenn sie nicht wieder heiraten. Die Höhe ist abhängig vom Jahresarbeitsverdienst. Für den Sterbemonat (ab dem Todestag) und die ersten drei Monate danach (Sterbevierteljahr) wird eine erhöhte Witwen-/ Witwerrente ausgezahlt. Ab dem vierten Monat beträgt der Anspruch 30 oder 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes, abhängig von weiteren Voraussetzungen. Eine Anrechnung eigenen Einkommens erfolgt erst nach dem Sterbevierteljahr. Halb- und Vollwaisen haben Anspruch auf Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, während einer Schuloder Berufsausbildung bis zum 27. Lebensjahr. Die Höhe der Waisenrente beträgt für Halbwaisen 20 Prozent und für Vollwaisen 30 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes. Haben hinterbliebene Ehepartner und Kinder keinen Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, erhalten sie unter bestimmten Voraussetzungen eine einmalige Beihilfe in Höhe von 40 Prozent des Jahresarbeitsverdienstes.

Die Reha-Manager:innen sind zentrale Ansprechpersonen während der gesamten Rehabilitation.

In schweren Fällen stehen speziell geschulte und qualifizierte Reha-Manager:innen zur Verfügung, die nach dem Unfall bereits am Krankenbett den Kontakt herstellen und während der gesamten Rehabilitation zentrale Ansprechpartner:innen sind. Sie planen gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen, Therapeut:innen sowie den Verletzten und ihren Angehörigen die gesamte Rehabilitation und koordinieren aus einer Hand unmittelbar alle erforderlichen Behandlungs- und Teilhabemaßnahmen.

Zeitig kam auch bei Uwe Wackler die Reha-Managerin auf den Hof. Nicht nur um zu schauen, wie es ihm körperlich geht, sondern auch für die seelische Unterstützung. Sein Arzt habe ihm schon in den ersten Tagen nach dem Unfall gesagt, dass er sich von harter körperlicher Arbeit verabschieden muss. Eine Prognose, die dem Betriebsleiter anfangs zu schaffen machte. In der Kranken-Phase hat er sich viele Gedanken gemacht, wie es weitergehen kann mit dem Hof. Sein Kooperationspartner hielt zwar alles am Laufen, aber es zeichnete sich ab, dass dieser aussteigen wollte. Im Laufe der Genesungswochen wurde zudem deutlich: Eine Rückkehr zu einhundert Prozent wird es tatsächlich nie geben. Da hat er auch das Angebot der Psychotherapie gern angenommen. „Früher habe ich fünf Meter Brennholz gehackt und so meine Probleme verschafft“, meint Wackler schmunzelnd. Durch den Unfall ist das nicht mehr möglich und er musste neu lernen, mit der Situation und allen Folgen fertig zu werden.

Wieder auf die Beine kommen

„Ich hatte irgendwie immer ein Ziel“, sagt Uwe Wackler: Wieder auf die Beine zu kommen und für seine drei Kinder da zu sein. Das habe ihm geholfen, nicht zu verzweifeln. Dabei hat er auch stets kleine Erfolge wahrgenommen. Den landwirtschaftlichen Betrieb hat Wackler 2018 aufgegeben. Der Milchviehstall steht heute leer, die meisten Flächen sowie Hallen und das Fahrsilo sind verpachtet. „Als der Stall leer war, habe ich Erleichterung verspürt“, sagt Wackler. Die harte körperliche Arbeit wäre nicht mehr möglich gewesen. Auch hätte es ihn psychisch belastet, täglich zu spüren, dass er nicht mehr so arbeiten kann, wie er es gewohnt war. Wenige Wiesen hat er dennoch behalten. Auch wenn das Rückwärtsfahren mit dem Schlepper ein Kraftakt ist. Die Berufsgenossenschaft hat ihm zwar die Rückfahr-Kamera bezahlt, aber die Gewohnheit des Zurückschauens ist oft mächtiger.

Ein Gutachten der BG hat Uwe Wackler auf 30 Prozent erwerbsgemindert eingestuft. Er wird eine lebenslange Rente beziehen. Wie Pfisterer erklärt, wird eine Verletztenrente dann gewährt, wenn die Erwerbsfähigkeit infolge der Schwere des Unfalls ganz oder teilweise gemindert ist. Qualifizierte ärztliche Sachverständige stellen die Einschränkungen und den Umfang der Erwerbsminderung fest. Bei Mehrfachverletzungen kann auch eine Begutachtung auf mehreren Fachgebieten erforderlich werden. Die versicherte Person kann bei der Auswahl der Gutachter:innen mitwirken.

Nach dem Sozialgesetzbuch besteht ein Anspruch auf Verletztenrente, wenn die Erwerbsfähigkeit infolge des Unfalls ein halbes Jahr nach dem Unfall um wenigstens 20 Prozent gemindert ist. Für den Personenkreis der landwirtschaftlichen Unternehmer:innen, der mitarbeitenden Ehe- und Lebenspartner:innen sowie Familienangehörigen gilt allerdings die Besonderheit, dass ein Anspruch auf Rente nur besteht, wenn die Erwerbsfähigkeit um wenigstens 30 Prozent gemindert ist. Kann der Umfang der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) noch nicht abschließend festgestellt werden, wird die Verletztenrente für die ersten drei Jahre nach dem Unfall zunächst als vorläufige Entschädigung festgesetzt. Spätestens nach Ablauf der drei Jahre wird die vorläufige Entschädigung als Rente auf unbestimmte Zeit geleistet.

Hilfe wird individuell zugeschnitten

Die Entscheidung von Uwe Wackler, komplett mit dem Betrieb aufzuhören, kam letztlich, weil er zur BG-Rente eine private Berufsunfähigkeitsrente erhält. Der SVLFG-Mitarbeiter Pfisterer weist darauf hin, dass auch die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft die Möglichkeit einer privaten Zusatzversicherung anbietet, mit der Geldleistungen bedarfsorientiert aufgestockt werden können. Ob dies sinnvoll sei, müsse jeder für sich entscheiden. Grundsätzlich erbringe die Berufsgenossenschaft bei einem Arbeitsunfall alle erforderlichen Leistungen. Will und kann die versicherte Person nach dem Heilungsprozess in eine Berufstätigkeit zurückkehren, hilft die SVLFG bei einem innerbetrieblichen Arbeitsplatzwechsel, der Umbau des Arbeitsplatzes oder in besonderen Fällen auch bei einer Umschulung in einen anderen Beruf. Es wird eine maßgeschneiderte Lösung gesucht, wie Pfisterer betont. Zieht ein schwerer Unfall dauerhafte Einschränkungen in der Mobilität nach sich, unterstützt die SVLFG bauliche Änderungen zu Hause, etwa einen Badumbau oder den Einbau eines Aufzugs. Ist zur Berufsausübung oder zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ein spezielles Kraftfahrzeug oder eine Anpassung erforderlich, kann die Berufsgenossenschaft den Umbau des Kraftfahrzeuges übernehmen oder eine Neuanschaffung bezuschussen. Für Versicherte, die infolge des Unfalls so hilflos sind, dass sie fremder Hilfe bedürfen, wird Pflegegeld gezahlt sowie Haus- oder Heimpflege übernommen. Ebenfalls können die Kosten für eine Haushaltshilfe übernommen werden.

Bei Rückkehr in die Berufstätigkeit unterstützt die SVLFG. Im Bedarfsfall auch mit einer Umschulung.

Die Berufsgenossenschaft hat auch Uwe Wackler bei der Suche nach einer Umschulung unterstützt. Zwei Wochen war er auf einem Kurs. Das Ergebnis ist ernüchternd: Langes Sitzen ist anstrengend, Reden ebenfalls. Wenn er eine Idee hat, was für ihn in Frage kommen könnte, würde ihn die BG jederzeit dabei unterstützen. Aktuell arbeitet er als Klassenbegleiter an der Waldorfschule und kümmert sich um seine drei Kinder, die bei ihm leben. „Ich kann heute sehen, dass es genauso gut ist, wie alles gekommen ist“, meint der 44-Jährige.