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WENN ICH groß BIN


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Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 29.09.2022

Unser TITEL THEMA

Artikelbild für den Artikel "WENN ICH groß BIN" aus der Ausgabe 10/2022 von Leben & erziehen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 10/2022

Drei schnelle Fakten

1 Das Statistische Bundesamt weiß: Jungen, die nach 2012 geboren sind, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von über 78 Jahren. Bei Mädchen sind es sogar mehr als 83 Jahre.

2 Das Weltwirtschaftsforum prognostizierte bereits im Jahr 2015: Die Mehrheit aller heutigen Grundschulkinder wird später in Berufen arbeiten, die wir aktuell noch gar nicht kennen.

3 Dabei werden die Männer grundsätzlich in der Überzahl sein: Seit weit über 50 Jahren werden in Deutschland mehr Jungen als Mädchen geboren. Der Grund dafür ist unbekannt.

Beruf und Arbeit

„In 30 Jahren werden die meisten weniger arbeiten“

Homeoffice und ein Mix aus Job und Urlaub: Wie die Arbeitswelt in 2050 aussehen wird, weiß Future-Circle-Member Sören Mohr

Leben & erziehen: Herr Mohr, werden unsere Kinder in 30 Jahren noch wissen, was Homeoffice ist?

Sören Mohr: Natürlich! ...

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Sören Mohr: Natürlich! Homeoffice wird vollkommen normal sein. Nur so können viele Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen. Und: Nur so haben sie eine Chance, Top-Mitarbeiter zu halten. Wobei das eigene Office nicht zwingend im „Home“, also zu Hause sein muss.

Unsere Kinder werden arbeiten können, wo sie wollen?

Zumindest an einigen Tagen: Es wird sich in den nächsten 30 Jahren eine Mischform aus Urlaub und Remote-Arbeiten etablieren, die „Workation“ (von englisch „work“ = „Arbeit“ und „vacation“ = „Urlaub“).

Und wann werden unsere Kinder in Rente gehen?

Ich glaube nicht, dass es in 30 Jahren noch ein festes Renteneintrittsalter gibt. Es wird eine Vielzahl von Modellen geben. Abhängig davon wird es möglich sein, mit 50 oder 75 Jahren in Rente zu gehen.

Einige Länder haben bereits eine Vier-Tage-Woche ausprobiert. Ist so etwas für Deutschland auch realistisch?

Der Anteil derjenigen, die einen klassische 40-Stunden-Arbeitsvertrag haben, wird abnehmen. In 30 Jahren werden die meisten in Deutschland weniger arbeiten – aber es wird auch Arbeitnehmende geben, die sich verpflichten, 45 oder 50 Stunden zu arbeiten.

Welche Jobs, die heute noch zur Berufswahl stehen, werden im Jahr 2050 verschwunden sein? Stark reduziert sein werden viele Stellen in Kassiervorgängen. Schon heute ersetzen immer häufiger Automaten die Bestellannahme und den Bezahlvorgang.

Auch Automobilverkäufer wird es kaum noch geben: Tesla macht es vor und verkauft seine Neuwagen ausschließlich digital. Und ich glaube nicht, dass die Kleinkinder von heute eines Tages in die Finanzberatung gehen: Die systemische Vergleichbarkeit vieler Finanzprodukte führt dazu, dass diese von digitalen Services übernommen werden.

Und welche neuen Berufe, die wir heute noch gar nicht kennen, kommen hinzu?

Ich denke, dass sich zum einen das Feld der Nachhaltigkeitsmanager weiterentwickeln wird. Unternehmen werden verpflichtet sein, Nachhaltigkeitsziele zu setzen und deren Erreichung zu messen – das könnte die Aufgabe eines Nachhaltigkeits-Controllers werden. Auch wird es bald so etwas wie Home-IT-Administratoren geben. Die Möglichkeiten eines technologischen Umfeldes zu Hause nehmen rasant zu. Dafür wird Support benötigt. Und ich glaube, dass es künftig eine Armee an Klimasoldaten geben wird, die gezielt in Klimakatastrophengebiete entsendet werden.

Sören Mohr ist Mitglied im Future Circle des Zukunftsinstituts und Gründungsmitglied der Digitalen Wirtschaft Schleswig-Holstein (DiWiSH). Weitere Zukunftsprognosen liefert er unter

Persönlichkeitsentwicklung

„Unseren Kindern wird es schwerfallen, Niederlagen auszuhalten“

Generationenforscher Rüdiger Maas warnt: Wir Eltern machen unseren eigenen Kindern die Zukunft schwer – auch wenn wir es gut meinen

Leben & erziehen: Herr Maas, Ihr aktueller „Spiegel“-Bestseller trägt den Titel „Generation lebensunfähig“ – ein sehr hartes Urteil. Was macht unsere Kinder „lebensunfähig“?

Rüdiger Maas: Ja, ein wirklich hartes Urteil. Aber es gibt viele Dinge, die wir ernster nehmen sollten. Unseren Kindern wird es im Erwachsenenleben zum Beispiel besonders schwerfallen, geduldig zu agieren und auch mal Niederschläge oder Frust auszuhalten.

Wie kommt das?

Vielen Kindern wird heute sehr viel abgenommen und sehr wenig zugetraut. Sobald es schwierig oder unangenehm wird, springen die Eltern in die Bresche. Und sobald sich das Kind langweilt, setzen die Eltern alles daran, es zu entertainen, auch wenn dafür das Tablet herhalten muss. Ein Kindermärchen kann in der Kita kaum noch vorgelesen werden, ohne die Kinder mit Aktionen miteinzubeziehen.

Welche Auswirkungen hat das konkret auf ihr Erwachsenenleben?

Später werden viele Kinder bei Rückschlägen die Umgebung verantwortlich machen: „Das konnte ich nicht, denn es hat mir niemand gezeigt.“ Immer weniger kommen auf die Idee, sich selbst etwas anzueignen. Zahlreiche Unternehmen berichten Ähnliches: Junge Nachwuchskräfte schieben ihr Unwissen auf ihren ehemaligen Professor oder auf den Ausbilder.

Was – oder wer – sind die Ursachen für diese Entwicklung?

Wir Eltern. Wir nehmen unseren Kindern schlicht zu viel ab und machen uns zu viele Sorgen. Und das Schlimmste daran: Wir vernachlässigen sie dadurch sogar!

Wie kann denn aus Überbehütung Vernachlässigung werden?

Eltern scheuen immer mehr die direkte Konfrontation mit ihren Kindern oder muten ihnen einfach nichts Negatives zu. Des Weiteren binden viele bereits Kleinkinder sehr stark in die Mitsprache bei Entscheidungen mit ein. Das ist enorm anstrengend für viele Kinder, und es überfordert sie. Das Kind erfährt auf diese Weise keinen kindgerechten Umgang, auch wenn wir es noch so gut meinen. So wird aus Überbehütung schlicht Vernachlässigung.

In welchen Fähigkeiten werden unsere Kinder denn besser sein als ihre Vorgänger-Generationen?

Unsere Kinder nehmen die digitale Welt völlig intuitiv wahr. Für sie wird es normal sein, sich zuerst im Digitalen zu orientieren. Zudem wachsen heutige Kinder wesentlich liberaler und auch toleranter auf, vielleicht können wir sogar davon ausgehen, dass es die liberalste Generation wird, die wir je hatten.

Rüdiger Maas erforscht und analysiert seit 2012 generationsbedingtes Verhalten. Der Psychologe und Fachbuchautor gründete hierzu das Institut für Generationenforschung. Mehr Infos: generation-thinking.de

Technik und Kommunikation

„Sprachassistenten werden Maus und Tastatur ablösen“

Welche Technik wird unsere Kinder in 30 Jahren im Alltag begleiten? Kommunikationsexperte Rolf Kosakowski wirft einen Blick in die Zukunft

Leben & erziehen: Herr Kosakowski, Smartphones sind heute für uns normal. Was wird eines Tages gang und gäbe sein für unsere Kinder?

Rolf Kosakowski: Es wächst gerade eine Generation auf, für die es vollkommen natürlich ist, mit künstlichen Intelligenzen zu sprechen. Das, was für uns Maus und Tastatur sind, ist für unsere Kinder schon heute die Spracheingabe – keine Besonderheit, sondern Alltag. Technische Geräte durch Sprache zu steuern, ist für Kinder so selbstverständlich wie das Internet an sich. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Sie werden nie wieder damit aufhören, mit künstlichen Intelligenzen Gespräche zu führen.

Wenn unsere Kinder einfach alles ihre Sprachassistenten fragen, verlernen sie dann nicht das eigenständige Denken?

Diese Sorge teile ich nicht. Alexa, Siri und ihre Kolleginnen sind flüchtige Medien. Sie hinterlassen ihren Nutzern nichts. Wenn ich frage „Wie hoch ist der Eiffelturm?“, kommt die Antwort zwar sofort – aber ich muss sie mir selbst merken. Oder eben lernen, sie richtig zu dokumentieren. Mit Blick auf das eigenständige Lernen kann dieses Training sehr hilfreich sein.

Welche Entwicklung, die heute noch in den Kinderschuhen steckt, wird in drei Jahrzehnten den Markt erobert haben?

Das Metaverse wird omnipräsent sein: digitale Parallelwelten, innerhalb derer wir uns mithilfe von Augmented oder Virtual Reality an virtuelle Orte begeben. Für Kinder ist das übrigens heute schon Realität: Sie bewegen sich in den Welten von „Roblox“ oder „Fortnite“ ganz selbstverständlich in ihren digitalen Hüllen. Und es wird normal sein, dass das Leben unserer Kinder künftig noch viel mehr als Avatar in den digitalen Medien stattfindet – sie werden hier spielen, lernen, kommunizieren und Freunde treffen.

Rolf Kosakowski ist Pionier für erfolgreiche Kommunikation mit Familien und deren Kindern sowie Inhaber und Geschäftsführer von Deutschlands führender Familienmarketing-Agentur. Mehr Infos: kbundb.de

Eigene Erwartungen

„Jedes zweite Kind vertraut darauf, dass sein Leben super wird“

Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg, Klimawandel: Unsere Kinder wachsen in einer Zeit mit existenziellen Bedrohungen auf. Macht ihnen das Angst vor der Zukunft? Für die Vertrauensstudie der Bepanthen-Kinderförderung fand der Sozialpädagoge Prof. Dr. Holger Ziegler heraus, dass auch Kinder bereits Zweifel an der Welt kennen:

Nur 32,4 Prozent der Kinder vertrauen uneingeschränkt darauf, dass es den Menschen in Zukunft besser geht.

Nur 33,3 Prozent glauben, dass es weniger Kriege geben wird.

26,4 Prozent der Kinder glauben ganz fest daran, dass die Welt eine bessere sein wird, wenn sie erwachsen sind, weitere 57,8 Prozent sind einigermaßen zuversichtlich. Nur 15,8 Prozent glauben nicht daran.

65,1 Prozent der Kinder machen sich Sorgen über Armut.

70,2 Prozent haben Angst vor gefährlichen Krankheiten.

Der Aussage „Wenn ich erwachsen bin, wird mein Leben super“ stimmten 53,0 Prozent der befragten Kinder voll zu. Nur 2,3 Prozent sehen das gar nicht so.

* Die „Vertrauensstudie 2022“ wurde im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung von der Universität Bielefeld durchgeführt.

Klima und Natur

„Wir werden in extremen Wetterverhältnissen leben“

Was bedeutet der Klimawandel konkret für unsere Kinder? Diese Frage treibt „Omas for Future“-Gründerin Cordula Weimann schon lange um

Leben & erziehen: 2050 sind Ihr Enkelkind und unsere Kinder rund 30 Jahre alt. Was für ein Klima herrscht dann in Deutschland?

Cordula Weimann: Wenn sich nichts ändert, leben wir 2050 in extremen Wetterverhältnissen. Das heißt: ein Sommer, in dem es wochenlang 30 bis 40 Grad heiß ist. Dürre, Extremregen, Stürme.

Wie werden unsere Kinder und Enkel lernen, damit zu leben?

Wir Menschen können natürlich einfach die Klimaanlage oder die Heizung andrehen und den Wasserhahn auf. Unsere

Natur kann das nicht. Die Bäume und Tiere sind solche Extreme nicht gewohnt und schaffen die Anpassung nicht schnell genug.

Also leidet vor allem die Natur?

Und mit ihr leidet der Mensch. Denn wir brauchen die Natur, wir brauchen ihr Grün. Fällt es weg, dann fehlt uns etwas, das uns glücklich macht. Fragen Sie einmal in einem Raum voller Menschen jeden einzelnen, was seine schönste, seine glücklichste Erinnerung ist. Ich garantiere Ihnen: Die haben alle etwas mit Menschen oder mit der Natur zu tun. Es gibt aktuell ja viele „natürliche“ Trends Richtung Nachhaltigkeit. Ein Umdenken hat gestartet, das ist richtig, aber es läuft zu langsam. Gerade in Kindergärten und Schulen steht das Thema Natur nicht ausreichend im Mittelpunkt.

Was können wir heute für ein besseres Jahr 2050 tun?

Wir brauchen einen Bewusstseinswandel, und für den haben wir keine 30 Jahre mehr Zeit. Es geht um mehr Wertschätzung gegenüber dem, was uns die Natur Tag für Tag schenkt, um gesunde Ernährung, um mehr Bewegung. Denn in jeder Krise steckt auch eine Chance.

Cordula Weimann ist Gründerin der „Omas for Future“, von denen es bundesweit mehr als 80 aktive Gruppen gibt. Sie treffen sich mindestens monatlich, viele sogar wöchentlich. Mehr Infos: omasforfuture.de

Wie geht es weiter?

„Wir werden eine Zukunft haben – und die wird gut sein“

2050 – und dann? Das SOS-Kinderdorf Hamburg wirft bereits einen Blick auf das Jahr 2070. Torsten Rebbe spricht über mögliche Zukunftsszenarien

Leben & erziehen: Herr Rebbe, das SOS-Kinderdorf Hamburg will einen langfristigen Ausblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern werfen. Welchen Weg haben Sie dafür gewählt?

Torsten Rebbe: Wir haben aktuelle Trends beobachtet und daraus provokative Zukunftsszenarien für das Jahr 2070 entworfen. Sie sollen dazu anregen, gegenwärtige Entwicklungen aus neuen Perspektiven zu betrachten, zu hinterfragen und zu diskutieren.

Sechs solcher Szenarien haben Sie entwickelt. Wie sieht eines davon aus?

Da ist zum Beispiel der Edu-Bot. Ein Lernroboter, der von klein auf bei der Persönlichkeitsentwicklung unterstützt. Er begleitet mithilfe künstlicher Intelligenz die Kinder und übernimmt Aufgaben, die sonst stark bei den Eltern oder Lehrenden angedockt waren – Nachhilfe zum Beispiel.

Das klingt nach einer großen Chance.

Das ist es auch. Vor allem für Kinder, die in schulischen Lernprozessen abgehängt werden und deren Eltern ihnen nicht beim Aufholen helfen können. Ein Lernrobo-

ter könnte die Lücke schließen, die die Schule derzeit noch hinterlässt – und eine Chancengleichheit für Kinder herstellen. Gleichzeitig bleibt den Eltern mehr Zeit, sich auf Dinge zu fokussieren, die ihnen wichtig sind. Weniger Hausaufgabenstress, das macht ja der Edu-Bot! Dafür mehr Zeit für gemeinsames Spielen, Lesen oder Ausflüge mit den Kindern.

Gibt es da keinen Haken?

Natürlich gibt es den. Beziehung läuft immer über Reibung. Wenn ich mich aber aus bestimmten Themen komplett rausnehme und sie anderen überlasse – in diesem Fall dem Roboter –, dann werde ich einen Teil der Beziehung zu meinem Kind verlieren. Das ist die Gefahr, und die muss ich im Blick haben.

Wie groß wird in 30 oder 50 Jahren die Bereitschaft der Menschen sein, eine Technologie wie den Edu-Bot ins Leben zu lassen?

Die Motivation, Neues zu probieren, steigt beim Menschen immer mit dem Nutzen. Und: Wenn viele andere es tun, dann steigt die gesellschaftliche Akzeptanz. Noch vor fünf Jahren waren Smartphones für Grundschulkinder undenkbar. Nun haben die ersten Achtjährigen Handys, und es wird nicht lange dauern, bis wir auch das als „normal“ empfinden. Erst wird es verteufelt, aber dann wird es genutzt. Die technologische Entwicklung wird sowieso kommen. Und wir Eltern müssen lernen, damit umzugehen.

Der Edu-Bot ist das Ergebnis eines Gedankenspiels. Für wie realistisch halten Sie dieses Szenario?

In irgendeiner Form ist dieses Szenario total realistisch. Und wir sollten konstruktiv und positiv bleiben. Es ist nicht der Untergang, dass wir uns technologisch weiterentwickeln. Wir Menschen neigen sehr dazu, alles in der Zukunft pessimistisch zu sehen. Ich glaube das nicht. Wir werden weiterleben, wir werden uns anpassen, und wir brauchen Technologien, um die Zukunft gut meistern zu können. Denn wir werden eine Zukunft haben – und die wird gut sein.

SILKE SCHRÖCKERT

Torsten Rebbe ist Leiter von SOS-Kinderdorf Hamburg, das dieses Jahr 50-jähriges Jubiläum feiert. Mehr Infos zu den „Zukunftswelten 2070“ gibt es unter