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Wenn Schlafen zum Problem wird


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Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 90/2022 vom 12.08.2022

SCHLAFSTÖRUNGEN

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Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 90/2022

Das Schlafverhalten des Pferdes unterscheidet sich von dem des Menschen. Doch auch unsere Vierbeiner brauchen ausreichend Schlaf. Sonst wird es (lebens-)gefährlich

Das Schlafverhalten des Pferdes unterscheidet sich von dem anderer Säugetiere. Dabei spielt vor allem die Länge der Schlaf- beziehungsweise Wachphasen eine Rolle. Man spricht von einem „polyphasischen Ablauf “.

Das heißt, es gehen mehrere Schlaf- und Wachphasen ineinander über. Täglich verbringen unsere Vierbeiner zwischen fünf bis neun Stunden mit Ruhen, Dösen und Schlafen. Allerdings beträgt die reine Schlafzeit bei erwachsenen Pferden nur etwa drei bis vier Stunden pro Nacht. Lediglich rund zwei Stunden davon befinden sie sich wirklich im Tiefschlaf. Dafür eine Stunde im Leichtschlaf und nur etwa 30 bis 60 Minuten in der sogenannten Rapid-Eye-Movement-Schlafphase (REM), auf die wir später noch genauer eingehen werden. Das erscheint wenig für so große, leistungsstarke Tiere, vor allem, da die Schlafphase am Stück auch nur zwischen 35 bis 90 Minuten beträgt. Im Idealfall werden in ...

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... dieser Zeit alle Schlafphasen durchlaufen.

Vom Beobachten zum Schlafprofil

Kann so überhaupt Erholung stattfinden?

Ja, denn für das Beute- und Fluchttier Pferd ist eben genau diese Einteilung der gesamten Schlafzeit in mehrere Abschnitte wichtig. So wird in der freien Wildbahn das Risiko für einen unbemerkten Angriff verringert und die Wachsamkeit erhöht.

In unseren Vierbeinern steckt eben immer noch ein großer Anteil ihrer Vorfahren.

Dass die Ruhezeiten dabei saisonal verschieden sind, zeigt die Beobachtung von Wildpferden: So ruhen oder schlafen sie im Sommer häufig in der Mittagshitze.

Zwischen fünf bis neuen Stunden pro Tag beträgt die Gesamtschlafzeit eines Pferdes. Dabei ruht, döst und schläft es.

Auch Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Gesundheitszustand beeinflussen die Länge der Ruhephasen. Bereits vor über 100 Jahren begann die Forschung zum Schlafverhalten des Pferdes, als das Schlafmuster von Militärpferden untersucht wurde. Dann wurde lange Zeit eher weniger geforscht, obwohl der Schlaf essenziell für die physische und psychische Gesundheit des Pferdes ist. Das lag unter anderem daran, dass als Forschungsmethode vor allem die Beobachtung zur Analyse des Schlafverhaltens zur Verfügung stand. Das alleinige Beobachten macht allerdings eine sichere Abgrenzung von tatsächlichem Schla- fen und Ruhen aus wissenschaftlicher Sicht nicht möglich. Heutzutage sieht das anders aus, denn unter anderem kann das Schlafverhalten gesunder, erwachsener Pferden mit einem tragbaren Polysomnographen untersucht werden. Neben einer synchronen Videoüberwachung werden hierbei auch die Hirnströme (EEG), die Augenbewegungen (EOG) sowie die Muskelakti- vität (EMG) aufgezeichnet. So können die einzelnen Schlafphasen unterschieden und ein komplettes Schlafprofil erstellt werden. Ähnlich wie bei einem Menschen, der in ein Schlaflabor geht. Die Daten der gesunden Pferde geben Aufschluss über das normale Schlafverhalten und bieten somit eine Orientierung. Dadurch können Probleme eher erkannt und eingeordnet werden.

Stress und Schlafverhalten

Ohne Schlaf haben wir keine Energie. Wir fühlen uns kraftlos, können uns schlecht konzentrieren und sind schneller gereizt.

Unser Körper braucht Schlaf zum Wachstum ebenso wie zur Erholung. Auch bei Pferden ist Schlaf lebenswichtig. Das betrifft nicht nur die Energie und die körperliche Regene-

Gründe für Schlafmangel

Schlafstörungen können diverse Ursachen haben. Hier einige mögliche Auslöser:

• Stress, zum Beispiel in der Herde, durch einen Stallwechsel oder durch eine unruhige Umgebung.

• Eine zu kleine oder zu harte beziehungsweise nicht richtig eingestreute Liegefläche im Offenstall, aber auch in der Box. Pferde legen sich dann nicht hin.

• (Nächtliche) Unruhe im Offenstall, sodass Pferde nicht mehr zu den Liegeplätzen kommen oder immer wieder vertrieben werden

• Gesundheitliche Aspekte wie zum Beispiel Schmerzen durch Gelenkerkrankungen oder Verletzungen.

• Wenn das Pferd nur noch unter Schmerzen oder mit großem Kraftaufwand aufstehen kann.

ration. Das Schlafverhalten beeinflusst auch die Thermoregulation, die Gedächtnisbildung sowie Lernprozesse. Wenn Pferde, die eigentlich gut im Training sind, nicht mehr richtig mitarbeiten wollen und sich neben der Motivation auch das Verhalten ändert, kann es sinnvoll sein, die Haltungsbedingungen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Denn genau diese können einen massiven Einfluss auf das Schlafverhalten haben. So führt zum Beispiel Stress nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren zu Schlafstörungen. Nur sind es eben nicht der Job oder die Familie, die zum Stressauslöser werden, sondern zum Beispiel ein unruhiges Umfeld, ein nicht ausreichend großer, zu wenig eingestreuter beziehungsweise zu harter Untergrund zum Schlafen oder Unruhe in der Herde, die dafür sorgen können, dass ein Pferd einfach nicht zur Ruhe kommt.

So wie bei Smartie. Der 16-jährige Wallach stand immer schon in einer Paddockbox mit täglichem Weidegang. Vor einigen Monaten wechselt seine Boxennachbarin den Stall.

Ein neuer Wallach zieht ein, und Smartie fühlt sich nicht mehr wohl. Er trauert um seine Artgenossin, und gleichzeitig versucht der Neuling ständig, ihn zu attackieren. Er beißt in die Gitterstäbe oder zeigt seinen Unmut deutlich am Paddockzaun. Smarties Besitzerin bemerkt, dass ihr Pferd immer unruhiger wird und beim Reiten regelrecht kraftlos wirkt. Das Verhalten des Boxennachbarn ist ihr aufgefallen, doch hätte sie nicht gedacht, dass sich die Situation auf Smarties Schlafverhalten auswirken könnte.

Liegen ist lebenswichtig

Die reine Schlafzeit eines erwachsenen Pferdes beträgt drei bis vier Stunden pro Nacht. Davon eine Stunde Leichtschlaf, zwei Stunden Tiefschlaf und etwa 30 bis 60 Minuten in der REM-Schlafphase.

Nachdem ein Tierarzt keine Ursache für Smarties Kraftlosigkeit und Verhaltensänderung feststellen konnte, bringt er die Besitzerin des Wallachs auf die Idee, eine Kamera in der Box aufzuhängen, um Smartie in der Nacht zu beobachten. Gesagt, getan. Die Aufzeichnungen schockieren die junge Frau, denn ihr Pferd geht in der Nacht ständig in der Box auf und ab. Dabei hat er immer ein Auge auf die Box neben ihm gerichtet. Wenn er sich mal hinlegt, dann nur ganz kurz und in eine Ecke gedrängt. Bei jedem kleinen Geräusch wirkt er ängstlich und springt wieder auf. Dadurch findet keine REM-Phase statt, die zwar kurz, aber essenziell für die Gesundheit und Leistungsbereitschaft des Pferdes ist. Normalerweise sind die Augenbewegungen in der REM-Phase schnell und gegenläufig (Rapid Eye Movement), und der Muskeltonus sinkt.

Daher können unsere Vierbeiner diese Phase nicht im Stehen, sondern nur in Seitenlage oder in Bauchlage mit abgelegtem Kopf durchlaufen. Andere Schlafstadien mit höherem Muskeltonus können allerdings im Stehen durchlaufen werden. Häufig wechseln Pferde nach Mitternacht in eine Liegephase. Wiederum können sich die Liegepositionen von Pferd zu Pferd unterscheiden.

Es scheint auch bei unseren Vierbeinern verschiedene Schlaftypen mit individuellen Bedürfnissen zu geben – ähnlich, wie manche Menschen mit weniger Schlaf auskommen als andere oder es Frühaufsteher und Morgenmuffel gibt. Die beiden extremen Schlaf-Wach-Varianten bei Menschen haben Wissenschaftler nach Vorbildern aus der Vogelwelt benannt: Die Lerchen, die früher müde werden, aber auch früher aufstehen, und die Eulen, die abends lange leistungsfähig, aber morgens müde sind. Eine solche Einteilung gibt es bei Pferden nicht.

Aber bestimmt haben Sie auch schon beobachtet, dass einige Vierbeiner öfter dösen oder schlafen als andere.

Verletzungen vorprogrammiert

Es kann sein, dass in manchen Nächten kein REM-Schlaf stattfindet, jedoch wirkt sich das dauerhafte Ausbleiben negativ auf den gesamten Organismus aus. Generell führt ein kurzzeitiger Schlafmangel zu einer Verlängerung der Gesamtschlafzeit in der Erholungsphase. Wenn Schlafen zum Problem wird und Pferde völlig übermüdet sind, fallen sie stehend in die REM-Phase. Infolgedessen lässt die Muskelspannung nach, und das Pferd bricht regelrecht zusammen. Erst sinkt der Kopf immer tiefer, und dann beginnt der Vierbeiner zu schwanken. Meist knicken zuerst die Vorderbeine und danach die Hinterbeine ein.

Symptome für Schlafmangel und Narkolepsie

Narkolepsie ist häufig nicht sofort erkennbar. Sie kann sich langsam entwickeln. Wenn Ihr Pferd häufiger unter Schlafmangel leidet, zeigen sich meist die ersten Symptome. Achten Sie auf die folgenden Warnsignale.

• Ihr Pferd senkt beziehungsweise hält den Kopf kurz über dem Boden und scheint zu dösen.

• Ihr Pferd knickt hin und wieder mit den Vorderbeinen ein.

• Es kann zu Einknicken oder Stürzen kommen.

• Ihr Pferd hat öfter Verletzungen an Fessel-, Karpal- und Sprunggelenken oder am Kopf.

• Ihr Pferd kann nur noch unter Schmerzen oder mit großem Kraftaufwand aufstehen.

Das kann zu Verletzungen an den Gliedmaßen, aber auch am Kopf führen.

Ein REM-Schlafmangel kann zu einer Narkolepsie führen, weil bestimmte Botenstoffe nicht mehr produziert werden, die das Pferd zur Steuerung des Schlafes benötigt.

Bei Menschen ist die Narkolepsie als chronische neurologische Schlaf-Wach-Störung bekannt. Es kommt zu anfallsartigen Verlusten des Muskeltonus. Bei Pferden scheinen diese Anfälle stets in Ruhesituationen aufzutreten. Betroffene Vierbeiner stürzen oft unkontrolliert auf die Fesselköpfe oder die Karpalgelenke, oder sie fallen mit dem gesamten Körper zu Boden. Wenn Sie solche Symptome beobachten, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt. Setzen Sie sich mit den möglichen Ursachen für einen REM-Schlafmangel beziehungsweise eine Narkolepsie auseinander und passen Sie die Haltung entsprechend an. Auch wenn sich Haltungsbedingungen nicht immer von heute auf morgen ändern lassen, sollten Sie das Ganze auf keinen Fall aufschieben, sondern Ihrem Pferd zuliebe schnell handeln, um weitere Folgeschäden zu vermeiden.

Smartie hat mittlerweile eine neue Boxennachbarin und kann jetzt endlich wieder beruhigt und zufrieden schlafen.

Plötzlicher Zusammenbruch

Hannoveranerstute Roxy entwickelt eine Schlafstörung mit Folgen

„Meine heute zwölfjährige Hannoveranerstute Roxy stand von ihrem siebten bis zum zehnten Lebensjahr im Offenstall. Die Herde war ruhig und bestand aus 15 Pferden unterschiedlichen Alters und Geschlechts, es gab keine häufigen Pferdewechsel“, erzählt Ursula. Überall standen Fluchtwege zur Verfügung, und die Pferde hatten die Möglichkeit, sich unterzustellen. Dennoch entwickelte Roxy eine Schlafstörung. „Zunächst bemerkte ich regelmäßig wiederkehrend dieselben Verletzungen an der vorderen Seite des Fesselgelenks. Ich zog ihr Stallgamaschen an, weil ich annahm, dass sie sich ungeschickt auf den härteren Böden ablegen würde“, erinnert sich ihre Besitzerin. Eine Stallkollegin erzählt Ursula, dass sie hin und wieder beobachtet habe, wie Roxy beim Dösen in sich zusammensacke, sich aber noch so gerade wieder fangen könne.

„Das bereitete mir weitere Sorgen, aber in Offenstallhaltung erfahrene Pferdebesitzerinnen konnten mich mit der Erklärung beruhigen, dass Pferde sich an diese Art des Zusammenlebens gewöhnen müssten, und dies könne durchaus längere Zeit in Anspruch nehmen“, berichtet Ursula.

Dann zeigt Roxy auch im täglichen Umgang Auffälligkeiten. Sie wirkt unausgeglichen und ist beim Reiten eher unmotiviert. Einen Zusammenhang zu einem Schlafmangel kann ihre Besitzerin zu diesem Zeitpunkt nicht herstellen, da ihr einfach nicht bekannt ist, dass Pferde einen Tiefschlaf dringend benötigen und dieser nur im Liegen möglich ist.

Nach drei Jahren kommt der Tag, an dem Roxy vor Ursula auf der Stallgasse zusammenbricht. Obwohl sie tägliche mehrere Stunden im Stall war, hatte Ursula das Zusammenbrechen vorher nie selbst gesehen.

Sofort ist ihr bewusst, dass sie handeln muss.

Sie entscheidet sich für einen kurzfristigen Stallwechsel und Boxenhaltung mit genügend Auslauf. „Schon in der ersten Nacht legte Roxy sich zum Schlafen hin. Erst dann fand ich heraus, dass Pferde einen REM-Schlaf brauchen und ohne diesen ernste gesundheitliche Gefahren drohen“, sagt Ursula. Die Verletzungen am Fesselgelenk blieben seitdem aus. Obwohl Ursula ihrer Stute lieber eine andere Haltungsform wünschen würde, ist sie froh, dass Roxy heute ihren lebenswichtigen Schlaf findet.

REM-Schlafmangel

Die Abkürzung steht für Rapid Eye Movement, denn der Traumschlaf des Pferdes ist geprägt von schnellen Augenbewegungen.

Da die Muskelspannung in der REM-Phase sehr niedrig ist, muss das Pferd sich hinlegen. Ein REM-Schlafmangel kann schwere Folgen haben und Verletzungen nach sich ziehen. Pferde, die so übermüdet sind, dass sie im Stehen in den REM-Schlaf fallen, können regelrecht zusammenbrechen.

Das liegt einfach an der nachlassenden Muskelspannung. Einen kurzen Schlafmangel kann der Organismus meist noch kompensieren. Halten die Schlafstörungen allerdings an, können sie auch beim Pferd chronisch werden. Selbst wenn die eigentlichen Ursachen beseitigt sind, legen sich manche Vierbeiner dann nicht mehr hin.

Unter anderem können Stress, Rangordnungsprobleme oder Schmerzen zu einem REM-Schlafmangel führen.

Narkolepsie

Bei dieser unheilbaren Krankheit ist der normale Schlaf-Wach-Rhythmus des Pferdes gestört. Bestimmte Botenstoffe, die das Pferd zur Steuerung des Schlafes benötigt, werden nicht mehr produziert. Der Verlauf der Krankheit ist nicht immer gleich. Bei manchen Pferden ist Narkolepsie angeboren und bereits wenige Stunden nach der Geburt erkennbar, andere entwickeln sie erst noch.

Häufig sind ein Schwanken, Stolpern und Taumeln sowie eine andauernde Schläfrigkeit zu erkennen. Plötzlich verlieren betroffene Vierbeiner die Muskelspannung, senken den Kopf immer weiter und brechen irgendwann sogar zusammen. Ein Therapieansatz ist das Antidepressivum Imipramin.

Im Falle eines narkoleptischen Anfalls soll es den Verlust der Muskelgrundspannung kontrollieren und insgesamt die Müdigkeit am Tag verbessern. Doch ab einer bestimmten Dosierung besteht die Gefahr von schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Störungen des Schlafrhythmus:

Normalerweise macht die REM-Schlafphase etwa ein Viertel der reinen Schlafzeit aus. Eine wiederkehrende starke Verkürzung dieser Phase kann zu einer Narkolepsie führen.

Schlafzwang: Unabhängig von der Haltungsform und dem Training ist das Pferd tagsüber müde, und es kann zu jeder Zeit einschlafen. Das kann ein Sekundenschlaf sein, allerdings kann der Schlaf auch einige Minuten anhalten. Das Pferd kann das Einschlafen selbst nicht kontrollieren.

Vier Kategorien der Narkolepsie:

Kataplexie: Aufgrund eines Schlafmangels schläft das Pferd plötzlich ein, was zu einem Einknicken der Vorderbeine sowie zu einem seitlichen Umstürzen und schweren Verletzungen führen kann. Trotz geschlossener Augen sind die Pferde bei vollem Bewusstsein.

Schlaflähmung: Wenn das Pferd in der Einschlafphase einknickt und umfällt, kommt es zu einer Erhöhung des Natriumspiegels im Blut. Das hat zur Folge, dass verschiedene Muskelpartien in eine Art Lähmung versetzt werden. Die Muskeln sind also regelrecht unkontrolliert entspannt.

Durch das Freisetzen von Stresshormonen kann sich der Natriumspiegel wieder normalisieren. Das lässt sich unter anderem durch ein leichtes Klopfen auf die Halspartie erreichen.