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"WER DARF BEI MIR EINZIEHEN?"


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 26/2021 vom 17.12.2021

Sprachassistenten

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Die Stimme erheben, und schon passiert das Gewünschte – was früher Privileg der Könige war, ist heute für jeden möglich: Per Sprachassistent lässt sich Licht einschalten, die Lieblingsmusik starten oder die Heizung wärmer stellen. Dazu stehen Amazons Alexa, der Google Assistant und Apples Siri zur Wahl.

Doch welcher Assistent meistert welche Aufgaben am besten? Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Fähigkeiten, der Ihnen die Wahl zwischen Alexa, Google und Siri erleichtert.

Hier stecken die Helfer

Wie können Sie mit Alexa, Google Assistant und Siri sprechen? Sehr einfach klappt die Kontaktaufnahme über smarte Lautsprecherboxen, die Assistenten wohnen aber auch in anderen Produkten.

■ Smarte Lautsprecher mit und ohne Display: Für Alexa gibt’s die breiteste Palette an Gerätevarianten in vielen Größen – vom „Flex“-Lautsprecher im Steckdosenformat bis zum Wand-Display ...

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... Echo Show 15. Googles Nest-Produktreihe bietet die gleichen Gerätekategorien, darin aber weniger Varianten. Bessere Tonqualität liefern smarte Lautsprecher von Drittherstellern. Sonos, Bose und Marshall etwa bieten Modelle für beide Assistenten an. Apples einzige Option ist der HomePod mini. Der größere HomePod mit besserer Klangqualität ist nur noch als Restposten erhältlich, smarte Boxen mit Bildschirm gibt es bei Apple gar nicht. Die jeweils günstigsten aktuellen Smart Speaker der drei Anbieter finden Sie in der Testtabelle auf Seite 105.

■ Fernseher: Alexa ist auch in Fernsehern mit Fire-OS-Betriebssystem, zum Beispiel von Grundig, zu Hause. Außerdem steckt Alexa in den Fire-TV-Streaming-Sticks, die auch ältere Fernseher smart machen. Zu den meisten Fire-TV-Geräten von Amazon gehört eine Sprachfernbedienung für die Kommunikation mit Alexa. Der Google Assistant steckt in allen aktuellen TVs mit Android-Betriebssystem. Der ist über ein Mikrofon in der Fernbedienung erreichbar, bei neueren Geräten zum Teil auch freihändig dank im Fernseher eingebauter Mikrofone. Android-TVs gibt’s etwa von Philips, Sony, TCL und Xiaomi, seit Kurzem auch von Panasonic. Ebenfalls eine Sprachfernbedienung hat die neueste Generation des Google-Chromecast-Streaming- Sticks. Siri ist über Fernseher nicht direkt erreichbar, nur über die Streaming-Box Apple TV.

ÜBERALL HELFEN ASSISTENTEN

Im Auto

Alexa lässt sich mit Echo Auto nachrüsten, Siri und Google sind in Autos mit Apple CarPlay und Android Auto im Bordsystem verfügbar.

Im Fernseher

Alexa steckt nicht nur in Fernsehern mit Fire OS, sondern auch in Modellen von LG und Samsung. Mit Android-TVs lässt sich der Google Assistant nutzen.

Lautsprecher-Vielfalt

Amazon bietet eine riesige Vielfalt an Echo-Geräten, über die Alexa erreichbar ist, etwa den kleinen Echo Flex für die Steckdose zum Preis von nur 15 Euro.

■ Mobilgeräte und Computer: Mit Apple und Google sind Sie hier besser vernetzt. Siri residiert ab Werk in iPhones, iPads, Apple Watches und Macs, Google Assistant wiederum in Android-Geräten und Chromebooks. Alexa gibt’s von Haus nur auf Fire-Tablets. Zwar hört Amazons Sprachdienst auf Mobilgeräten mit Android und iOS im „Hands-free“-Modus ebenfalls auf Befehle, aber dafür muss der Nutzer das Smartphone oder das Tablet entsperren und die Sprachdienst-App öffnen.

■ Autos: In immer mehr neuen Modellen sind Google Assistant und Siri als Teil von Android Auto und Apple CarPlay ins Bordsystem integriert, vereinzelt auch Alexa. Die Amazon-Assistentin lässt sich zudem mit dem Adapter Echo Auto für 60 Euro einfach nachrüsten – dann klappt die Steuerung des Smarthomes auch vom Auto aus. Garagentor öffnen und schließen oder die Gebäudebeleuchtung ein-und ausschalten? Alles kein Problem.

Mit Assistenten im Gespräch

Alle drei Dienste sind schnell per App oder mit den Systemoptionen von iOS und Android eingerichtet. Damit sie auch anschließend im Alltag nützlich sind, lassen sich Amazon Alexa, Google Assistant und Apples Siri an individuelle Bedürfnisse anpassen.

■ Flexible Anrede und Antwort: Alexa lässt sich am besten personalisieren. Statt mit „Alexa“ erwacht sie auf die alternativen Aktivierungswörter „Amazon“, „Echo“ und „Computer“. Seit Kurzem ist auch eine männliche Stimme verfügbar, die auf den Zuruf „Ziggy“ erwacht. Dagegen lässt der Google Assistant nur die Wahl zwischen „Hey, Google“ und „Okay, Google“. Apple besteht auf „Hey, Siri“.

■ Vielstimmige Haushalte: Google und Alexa können die einzelnen Mitglieder eines Haushalts anhand ihrer Stimme unterscheiden. Dann nennen sie zum Beispiel persönliche Kalendertermine. Bei Siri geht das bislang nur auf Englisch.

Mehrsprachige Haushalte sind bei Google am besten aufgehoben. Dort lässt sich eine zweite Sprache hinzufügen, sodass der Assistant zusätzlich zum Beispiel auch auf Dänisch oder Niederländisch ansprechbar ist.

■ Natürliche Gespräche: Alexa und Siri klingen durchaus menschlich, der Google Assistant etwas hölzern. Dafür hat Google, gefolgt von Siri, das bessere Sprachverständnis. Beide akzeptieren eher Synonyme und erkennen den Kontext von Folgefragen leichter, was die Smarthome-Steuerung erleichtert. So verstehen sie problemlos, dass mit „Büro“ auch „Arbeitszimmer“ gemeint sein kann.

Und sie können beispielsweise nach „Wie heißt das aktuelle Album von Ed Sheeran?“ die Folgefragen „Wann ist es erschienen?“ und „Hat der Musiker Geschwister?“ beantworten, ohne dass der Musik-Fan die Bezugswörter der Fragen wiederholen muss.

Außerdem verstehen Siri und Google zwei Befehle auch, wenn der zweite unvollständig ist, etwa: „Schalte das Licht im Wohnzimmer und [schalte das Licht] im Esszimmer ein.“ Alexa versteht nur einen Befehl nach dem anderen, sie will ihn komplett hören und verliert bei Nachfragen schneller den Faden.

■ Barrierefreiheit: Im Normalfall mag Alexa zwar genau wie die anderen Dienste keine Sprechpausen. Doch im aktivierbaren Auf-merksamkeitsmodus können sich Nutzer mehr Zeit lassen, nach dem Aktivierungswort die gesamte Anfrage loszuwerden. Zudem antwortet sie auf Wunsch in Flüsterlautstärke und unterschiedlichem Sprechtempo. Der Assistant und Siri können nichts davon. Befehle einzutippen statt einzusprechen klappt auf Amazons Display- Lautsprechern, aber nicht in der mobilen App. Bei Google und Siri ist es umgekehrt; die akzeptieren Eingaben auf den Mobilgeräten.

SO STEHT ES UM DIE PRIVATSPHÄRE

Nutzer müssen dem Assistenten ihrer Wahl Vertrauen entgegenbringen. Schließlich erfolgt die Auswertung der Spracheingaben immer auf den Servern der Anbieter. Google will für den Assistant-Einsatz mehr über Nutzer wissen als nötig und verlangt viele Klicks im Benutzer-Konto, um überflüssigen Datenverkehr zu unterbinden.

Shopping-Gigant Amazon ist ebenfalls neugierig auf die Vorlieben seiner Kunden, macht es aber etwas leichter, den Verlauf aller Spracheingaben regelmäßig zu bereinigen. Dafür reicht das Kommando: „Alexa, lösche alles, was ich gerade / heute / jemals gesagt habe.“ Der Einsatz von Apples Siri ist am datensparsamsten. Persönliche Daten und Sprachbefehle landen nur derart verschlüsselt oder anonymisiert auf Apples Servern, dass der Hersteller keine personenbezogenen Rückschlüsse ziehen kann.

■ Fehlbedienungen: Alle drei Assistenten aktivieren sich in der Praxis immer mal wieder, wenn sie einen Gesprächsfetzen mit ihrem Aktivierungswort verwechseln. Zum Glück ist das bei allen anhand von Signaltönen erkennbar. Einzig beim Assistant können Nutzer zusätzlich die Reaktionsfähigkeit mit einer App-Einstellung verringern. Außerdem bieten Lautsprecher für Google Assistant und Alexa Ausschalter für die Mikrofone, wenn etwa Gäste um ihre Privatsphäre fürchten. Apples Lautsprecher leistet das nicht – ein dicker Minuspunkt.

„Alexa kann am meisten. Bei Befehlsfolgen ist sie aber begriffsstutziger.“

Berti Kolbow-Lehradt Autor

■ Neues beibringen: Kann ein Sprachdienst von Haus aus etwas nicht beantworten oder steuern? Alexa kann die meisten neuen Tricks lernen. Amazons Skill-Katalog enthält die größte Auswahl an Zusatzfunktionen und Geräteverknüpfungen. Googles Gegenstück heißt Actions und bietet viel weniger Auswahl als Amazon. In beiden Fällen genügt ein Klick, und der Assistent versteht das benötigte Bündel an Sprachbefehlen für neue Smarthome-Geräte, Musikdienste oder Web-Auskünfte. Siri mit der Kurzbefehl-App schlauer zu machen, ist viel aufwendiger und bringt weniger. Diese Nachhilfe-Funktion ist ein Notbehelf, um nicht von Apple unterstütztes Zubehör zumindest ein- und ausschalten zu können. Die Sprachbefehle dafür müssen Nutzer sich selbst ausdenken.

Alexa kann also insgesamt am meisten – aber nur, wenn sie es beigebracht bekommt. Google und Siri passen besser zu Nutzern, die freier drauflosplappern wollen und nicht jede erdenkliche Alltagssituation per Sprachbefehl erledigen wollen.

Wie sich die drei Assistenten zum Abspielen von Musik und Filmen, zum Steuern von Licht, Heizung und anderen Smarthome- Produkten sowie für Alltagsaufgaben – vom Einkaufen bis zum Kochen – schlagen, erfahren Sie auf der folgenden Doppelseite.

[bkl]

MUSIK UND VIDEOS STREAMEN

Musik, Radiosender und Podcasts mit der Stimme zu steuern, ist eine der beliebtesten Funktionen der Assistenten. Auch Videos lassen sich aufrufen. Bei welchem Sprachdienst gibt es die größte Auswahl?

■ Musik abspielen: Alexa und Google Assistant ermöglichen auf smarten Lautsprechern die größte Auswahl, nämlich Spotify, Deezer, Apple Music. Zusätzlich gibt’s jeweils den hauseigenen Dienst:

Amazon Music oder YouTube. Siri ist da weniger flexibel und akzeptiert als Standardquelle auf dem HomePod mini Apple Music und Deezer. Übrigens: Kunden bekommen rabattierte Abos, wenn sie Amazon Music nur auf Echo-Lautsprechern und Apple Music nur per Siri bedienen.

■ Radios, Podcasts und Hörbücher: Beim Internetradio nehmen sich die drei Alternativen nichts und dudeln auf Kommando den gewünschten Sender über TuneIn.

Alexa ist die beste Alternative für Podcasts und Hörbücher – mit Apple Podcasts, ARD Audiothek und Audible hat sie insgesamt die Dienste mit der größten Auswahl am Start. Google spielt nur Podcasts und Hörbücher aus den hauseigenen Apps. Schräg: Auf dem HomePod kann Siri keine Hörbücher abrufen.

■ Wiedergabe steuern: Der Start der Wunschmusik gelingt mit allen drei Assistenten schneller als per App. Unterschiede gibt’s im Detail: Siri kommt im Praxistest mit englischen Begriffen aus deutschem Munde am besten klar und punktet bei der Multiroom-Steuerung – eine tolle Funktion, wenn die gleiche Musik in verschiedenen oder allen Zimmern spielen soll. Alexa und Siri können Nutzer ohne Vorarbeit befehlen: „Überall Musik spielen.“ Siri bezieht dabei nicht nur HomePods ein, sondern alle Lautsprecher im Heimnetzwerk mit AirPlay 2. Für Google Assistant müssen Nutzer erst eine Lautsprecher-Gruppe erstellen, um Musik in mehreren Räumen zu hören.

■ Videos abspielen: Auch glotzen lässt sich mit den Quasselstrippen. Ähnlich wie bei Musikdiensten können Nutzer gezielt nach Filmen, Serien und anderen Sendungen in bekannten Video-Apps fahnden und sie starten. Die meisten Apps durchforsten Nutzer per Sprachbefehl auf der Streaming-Box Apple TV – entweder mit der Siri-Fernbedienung oder seit tvOS 15 auch per HomePod. Apple nennt 16 in Deutschland damit verfügbare Dienste, darunter Netflix, Amazon Prime Video, Disney+ und natürlich Apple TV+. Per Google Assistant durchsuchen Nutzer auf Android-Fernsehern und dem aktuellen Chromecast-Stick etwa Netflix, Disney+ und YouTube. Alexa beschränkt sich bei der Sprachsuche auf Echo Shows sowie auf Streaming-Sticks und Fernsehern mit dem Betriebssystem Fire OS im Wesentlichen auf Prime Video und Netflix.

"Alexa ist bei Audio-Inhalten am stärksten, Siri dagegen richtig schlapp. Bei der Sprachsuche nach Video-Inhalten auf dem Fernseher verhält es sich umgekehrt. Google liegt irgendwo in der Mitte."

LICHT, HEIZUNG UND CO. EINFACH STEUERN

Auf Kommando mit Licht, Heizung und anderer Technik ein gemütliches Zuhause zu zaubern, ist eine Stärke der Sprachdienste. Womit geht am meisten?

■ Geräteauswahl: Alle drei Assistenten decken gängige Produktkategorien wie Licht, Heizung, Steckdosen, Fensterverdunklung, Schalter und Sicherheitskameras ab. Auf Sprachbefehle von Alexa und Google Assistant hören zum Beispiel auch Mäh- und Saugroboter – hier klafft bei Apple eine Lücke. Mit Amazon haben Smarthome-Fans die besten Chancen, ihr Zuhause lückenlos per Sprache zu bedienen – Alexas deutschsprachiger Skill-Katalog listet rund 1000 passende Anbieter. Das Action-Verzeichnis von Google Assistant enthält mehrere Hundert Hersteller, viele davon sind aber nicht auf dem deutschen Markt aktiv. Schlusslicht ist Siri mit gerade mal rund 800 Geräten, die mit Apples HomeKit-Plattform und so mit Siri arbeiten. Auch davon ist nur ein Teil in Deutschland verfügbar.

■ Technik schlauer steuern: Ein- und ausschalten, Lampen dimmen und färben, die Heizungstemperatur aufs Grad genau erhöhen und senken, den Luftfeuchtigkeitswert im Raum erfragen – solche Standardbefehle für einzelne Geräte, Gruppen oder Räume klappen mit den Sprachdiensten nahezu gleich gut. Weil sie Synonyme und verkürzte Doppelbefehle besser verstehen, macht das mit Google Assistant oder Siri am meisten Spaß. Befehlsketten, die nach nur einem Kommando den Fernseher, die Lichtstimmung, die Heizung und die Rollläden für den perfekten Heimkinoabend in einem Rutsch aktivieren, lassen sich dagegen mit Regeln in der Alexa-App am bequemsten einrichten. Dazu muss sich der Film-Fan keinen bestimmten Befehl merken, er kann auch eigene Startkommandos wählen und dann Befehle wie „… mein Filmabend“ oder „… mein Videoabend“ verwenden. Wer Hue-Leuchtmittel nutzt, freut sich, dass Amazons App die in der Hue-App erstellten Farbszenen automatisch übernimmt.

Für Befehlsketten von Google Assistant lassen sich zwar auch alternative Startkommandos erstellen und Hue-Szenen übernehmen, der restliche Regelbau ist aber unfassbar kompliziert. Wer etwa einzelnen Lichtquellen eine Farbe und Helligkeit zuweisen will, muss in ein Textfeld der Google-App den entsprechenden Befehl eingeben, den er sonst dafür aussprechen würde. Bei Alexa gibt’s dafür Schaltflächen – bei Siri auch, aber nicht die anderen Komfortfunktionen.

"Google und Siri sind die clevereren Zuhörer, aber am Ende zählt, was Nutzer mit Sprachdiensten anstellen können. Da bietet Alexa die besten Gestaltungsmöglichkeiten für die Geräte- und Szenen-Zusammenstellung."

INFOS, EINKAUF UND MEHR

Wer im Alltag viel um die Ohren hat, freut sich über jede Hilfe, die smarte Assistenten geben können. Alle drei Sprachassistenten suchen Infos aus dem Web, erstellen Wecker und Timer oder informieren über Kalendertermine. In den folgenden Aufgabenbereichen ist das Trio sehr nützlich – wenn auch in unterschiedlichem Umfang.

■ Abruf von Web-Wissen: Keine der Quasselstrippen gibt sich eine Blöße bei einfachen Fragen zu Wettervorhersagen, Wechsel-und Börsenkursen, Sportergebnissen oder dem Kinoprogramm in der Nähe. Alexa überzeugt mit den kürzesten und verständlichsten Antworten zu Lexikonwissen – erfordert dafür aber viele Extra-Skills und akzeptiert nur ganz konkret gestellte Fragen. Google Assistant ist für praktische Lebensfragen besser geeignet und punktet bei Bahnverbindungen, Wegbeschreibungen und Öffnungszeiten.

Bei Allgemeinwissen patzt Google dagegen und liest häufig lange Passagen von Webseiten vor – ohne brauchbares Resultat. Siri ist trotz gutem Sprachverständnis eine unzuverlässige Gesprächspartnerin und schickt aus Verlegenheit häufig nur Links aufs iPhone statt mündliche Antworten zu liefern.

■ Zusammenfassen von Nachrichten: Wer nicht aufs Nachrichtenprogramm der Radiosender seiner Wahl warten muss, kann im Alltag viel Zeit sparen. Mit den Sprachdiensten stellen sich Nutzer jederzeit ein persönliches Programm aus ihren Lieblingsthemen zusammen und hören sie am Stück. Alexa bietet mit 1700 News-Quellen die größte Auswahl. Diese lassen sich nach Belieben kombinieren und mit der Bitte um die „Tägliche Zusammenfassung“ einfach starten. Alternativ gibt’s seit Kurzem mit dem Befehl „Spiele die Nachrichten“ Zugriff auf längere Nachrichtensendungen wie die Tagesschau. Google Assistant bietet derzeit 65, Siri gerade mal vier News-Quellen.

■ Shopping und Bestellen von Essen: Als Eigengewächs eines Shopping-Giganten ist Alexa hier die erste Wahl. Nur mit Amazons Assistentin lassen sich über Befehle wie „Ich brauche …“ oder „Kaufe …“ Produktvorschläge erfragen und die gewünschten Artikel in den Amazon-Warenkorb legen. Dieser Zwischenschritt ist eine beabsichtigte Hürde, damit niemand das Falsche oder zu viel bestellt. Kunden schließen den Kauf per App oder Web ab und behalten so alles im Griff.

Google und Siri bieten keine Shopping-Hilfe per Sprachdienst. Auch bei Essenslieferdiens ten ist Alexa führend, da stehen Lieferando, Call a Pizza und Domino’s zur Wahl. Bei Google gibt’s zumindest die ersten beiden, Siri bestellt kein Essen.

■ Kochen und Backen: Wer lieber selbst was in der Küche brutzelt, bekommt mit Alexa und Google prima Küchenhilfen. Auf Wunsch suchen beide Assistenten Rezepte etwa vom Chefkoch-Portal heraus und leiten Hobby-Köche Schritt für Schritt an – auf Lautsprechern mit Display sogar auch mit Bildern. Siri hilft auf dem HomePod zwar beim Umrechnen von Mengenangaben und zählt für einen Timer herunter, verweigert aber eine mündliche Rezeptauskunft. Stattdessen schickt sie wie so oft nur Links aufs iPhone.

■ Durchsagen und Telefonieren: Die Rasselbande zu Hause bändigen, mit den Großeltern oder Freunden in der Ferne in Kontakt bleiben? Amazons Alexa-Lautsprecher sind die vielseitigsten Kommunikationszentralen. Per Sprachbefehl starten Nutzer eine Durchsage und lassen über mehrere Alexa-Lautsprecher im Haus etwa wissen: „Das Essen ist fertig.“ Bei betagten oder pflegebedürftigen Angehörigen sehen Nutzer per Sprachoder Videoanruf jederzeit nach dem Rechten, ohne dass die Angerufenen abheben müssen („Drop-in“). Videoanrufe mit Google Assistant gelingen nur auf Geräten von Drittherstellern, weil Googles hierzulande erhältlicher Nest Hub keine Kamera hat. Eine Dropin-Funktion gibt es nicht, „normale“ Anrufe und Durchsagen über andere Google-Lautsprecher aber schon. Mit Siri geht am wenigsten. Damit lassen sich nur Sprachdurchsagen an HomePods verschicken oder die Lautsprecher als Telefonlautsprecher für das per WLAN verbundene iPhone verwenden.

"Alexa ist mit ihrem großen Funktionsumfang und der riesigen Skill-Auswahl in den meisten Lebenslagen die vielseitigste Hilfe."