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Wer hier wen erzieht? Meine Katze mich!


Gong - epaper ⋅ Ausgabe 28/2021 vom 09.07.2021

INTERVIEW

Artikelbild für den Artikel "Wer hier wen erzieht? Meine Katze mich!" aus der Ausgabe 28/2021 von Gong. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gong, Ausgabe 28/2021

Mein erster Kater hieß Peterle. Er hat mir nach dem frühen Tod meiner Mutter viel Kraft gegeben.“

Hape Kerkeling, Autor und Moderator

BUCHTIPP

Hape Kerkeling Pfoten vom Tisch! Meine Katzen, andere Katzen und ich Piper 304 S., 22 €

Es ist ein ganz besonderes Wiedersehen: Wir treffen Hape Kerkeling zum Interview im Kölner „Hyatt Hotel“, um mit dem beliebten Comedian über sein neues Buch zu sprechen: „Pfoten vom Tisch! Meine Katzen, andere Katzen und ich“ (siehe Buchtipp rechts). Ein Buch über Katzen? Ja, aber es ist viel mehr als das. Und sehr gelungen. Kerkeling erzählt darin aus seinem Leben – und Katzen haben ihn dabei immer intensiv begleitet (siehe Kasten unten). Bestens gelaunt steht der Fernsehstar da, in hellen Jeans und dunkelblauem Blazer. Schnell noch einen Espresso – dann geht das ...

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... Gespräch los.

Sie haben ernst gemacht und sich zurückgezogen. Machen Sie nur noch, was Ihnen gefällt? Das Leben in Italien genießen und schreiben?

HAPE KERKELING: Ich mache tatsächlich, was mir gefällt. Ich habe mich freigeschwommen. Schon zu Beginn meiner Karriere mit 17 Jahren habe ich mich hauptsächlich aufs Schreiben konzentriert. Ich saß an einem Tisch und habe meine Werke vorgelesen. Und da, wo ich angefangen habe, bin ich jetzt wieder. Ich sitze bei Lesungen an einem Tisch und lese vor. Es scheint die ureigenste Kunstform zu sein, für die ich ganz gut gemacht bin.

In Ihrem neuen Werk ist es berührend zu lesen, wie Ihr erster Kater Peterle in Ihr Leben kam, ein echter Partner nach dem frühen Tod Ihrer Mutter.

Wie wichtig war er in dieser Situation? Sehr wichtig! Das Brummen, das Schnurren der Katze hat eine heilsame Wirkung. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Diese Annäherung, dieses Sicheinlassen auf eine völlig neue Form der Beziehung, die mir bis dahin nicht bekannt war, hat mir Kraft gegeben. Der gesamte Fokus geht auf das Tier. Man ist abgelenkt von all dem anderen, was einen belasten oder beschäftigen könnte. Das war sehr hilfreich. Da hat man dieses weiche, liebe Katzenknäuel vor sich. Das war die richtige Entscheidung, vor allem meiner Großmutter.

Viele Jahre hatten Sie nach Peterle keine Katze. Erst in den 90er-Jahren, als Ihre Karriere auf Hochtouren lief, kamen Spock und Samson zu Ihnen.

Als Ruhepol in dieser hektischen Zeit? Ja, wenn man von einer stressigen Tournee oder einer Live-Fernsehshow nach Hause kommt, ist das Entspannen mit Katzen einfacher. Das Tier sitzt da, macht Murr. Ab dem Moment befindet man sich in der Welt der Katze, und die ist entspannt.

Wie haben Sie die Coronapandemie erlebt – waren Sie da auch in Italien?

Nein. Ich war 16 Monate an einen Ort gebunden. Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Deutschland so lange nicht verlassen habe. Selbst als Zweijähriger bin ich in Holland oder Belgien gewesen.

Gab es auch Gutes in dieser Zeit?

Grundsätzlich war das Ganze eine Katastrophe, in die wir hineingeschlittert sind und die uns traumatisiert hat. Was das längerfristig bedeutet, wird man noch sehen. Ich fand es ganz schlimm für ältere Menschen und für Kinder, richtig bedrohlich. Ich selber fand die Zeit beschwerlich. So eine Pandemie ist tatsächlich nichts für mich. Grauenvoll, von Menschen abgeschnitten zu sein und nicht die Möglichkeit zu haben, jemanden spontan zu treffen. Das war schon schlimm.

KATZEN IN Hapes Leben

Peterle Ein kleiner Seelsorger auf vier Pfoten: Nach dem Tod seiner Mutter bekommt Hape Kerkeling den Kater 1973 von seinen Großeltern geschenkt. Für den Achtjährigen ist er in dieser Zeit ein „sagenhaft geduldiger Zuhörer“.

Samson und Spock Nach fast 20 katzenlosen Jahren hält Kerkeling es nicht mehr aus: Samson und Spock ziehen 1997 bei ihm ein – und bleiben 13 Jahre. Als seine Karriere auf Hochtouren läuft, helfen sie ihm, nach Auftritten abzuschalten.

Anne, Kitty und Bolli Nach dem Tod von Samson und Spock steht plötzlich ein kleines hellgrau getigertes Kätzchen vor Hape Kerkelings Ferienhaus in Umbrien. Sein Mann Dirk tauft es Anne. Kitty und Bolli sind Junge aus Annes Würfen.

Haben Sie Ihr neues Buch im Lockdown geschrieben?

Ich habe vorher angefangen. Interessanterweise habe ich alles, was lustig ist in dem Buch, vor der Pandemie geschrieben. Sie erzählen darin, dass Katzen nie müde werden, uns zu erziehen. Was haben Sie von Ihren Tieren gelernt?

Anne hatte das besonders gut drauf. Wenn ich zu lange am Computer saß, signalisierte sie, dass sie Lust auf einen Spaziergang hat, und lief über die Tastatur. Dann musste ich mir meine müden, relativ dicken Beine vertreten. Darauf hat sie geachtet.

Ihr neues Werk ist mehr als ein Buch über Katzen. Es ist wieder sehr biografisch. Ich kann es mir sehr gut als Film vorstellen. Sie auch?

Durchaus denkbar, aber ich weiß es noch nicht. Es wäre sicher von allen Filmen der lustigste. Ganz ohne Zweifel.

Hätten Sie Lust, mal wieder vor der Kamera zu stehen?

Es wird eine Serie geben, eine Doku-Comedy für Vox, und eine Spielserie für RTL. Das kommt im nächsten Jahr, die Dreharbeiten beginnen bald.

Fehlt Ihnen das Publikum?

Ich freue mich wie Bolle auf die Lesungen, um endlich wieder vor Publikum aufzutreten. Ich glaube, das geht allen Künstlern so.