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WER IST HIER DIE GRÖSSTE NUMMER?


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 24.03.2022

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Stilfrage: Der Ioniq 5 wirkt spektakulärmodern, der Audi freundlichzurückhaltend und der Polestar sachlich-kühl

Hyundai Ioniq 5

217 PS Leistung

270 km Reichweite

18 Min. Ladezeit (10-80%)

Audi Q4 e-tron

204 PS Leistung

300 km Reichweite

29 Min. Ladezeit (5-80%)

Polestar 2

231 PS Leistung

270 km Reichweite

35 Min. Ladezeit (10-80%)

DAS KANN DOCH KEIN ZU- FALL SEIN: Alle drei – Polestar 2, Audi Q4 und Ioniq 5 – tragen eine Zahl im Namen. Grund genug, mal zu klären, welcher der drei Elektriker die Nummer eins ist. Alle sind diesmal nicht als Allradler dabei, sondern mit Vorderrad-(Polestar) oder Hinterradantrieb (Audi und Hyundai).

Q4 und Ioniq 5 sind ja typische Kompakt-SUV, der Polestar fährt eine etwas andere Linie: Eine leicht höhergesetzte Schrägheck-Limousine mit Crossover-Anklängen. Das sieht wirklich gut aus, schnörkellos, stämmig und robust, bringt aber im Vergleich den Nachteil etwas schlechterer Platzverhältnisse. Vorn ist der Polestar dabei noch annehmbar geräumig, in den Fond müssen sich ...

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... größere Leute aber erst mal einfädeln und dann auch noch den Kopf einziehen.

Eingerichtet ist der Polestar mit derselben Konsequenz und Strenge wie beim Außendesign, es gibt kaum noch Schalter oder Tasten. Die allermeisten Bedienfunktionen übernimmt ein 11,15 Zoll großer Touchscreen mit Android-Betriebssystem von Google, einschließlich Google Maps und Navi, Spotify und Online-Radio. Das funktioniert mit großen Kacheln ziemlich gut, allerdings war das System relativ häufig offline, dann stehen nur sehr beschränkte Funktionen zur Verfügung.

In den Polestar-Kofferraum passen eher bescheidene 405 bis 1095 Liter, dazu kommt noch ein kleines Fach vorn mit 35 Litern etwa fürs Ladekabel. Der Schwede darf 469 Kilo einpacken und immerhin 1,5 Tonnen an den Haken nehmen.

Beim Audi ist es nur eine Tonne, dafür liegt die Zuladung mit 522 Kilo deutlich höher, damit ist er Bester hier. Mit 4,59 Metern macht sich der Q4 praktisch genauso lang wie der Polestar (4,61 Meter), bietet aber eben als SUV mehr Platz, besonders im Fond. Es ist spürbar luftiger hier als im engen Polestar. Und auch in das 520 bis 1490 Liter große Gepäckabteil passt die eine oder andere Tasche mehr.

Audi hat bei Bedienung und Multimedia auf Experimente verzichtet und die großen Instrumente ganz klassisch arrangiert. Der 11,6 Zoll große Touchscreen reagiert schnell, das Multimedia kommt mit vielen Funktionen, aber gut strukturierten Menüs. Dazu gibt es eine separate Bedienung fürs Klima. Fein.

Klarer Gewinner der Karosseriewertung ist aber der Ioniq 5. Mit noch mal spürbar mehr Platz vorn und im weitläufigen Fond als im Audi. Und hinten mit verschiebbarer Rückbank samt verstellbarer Lehnenneigung serienmäßig. Der Kofferraum schluckt 527 bis 1587 Liter, vorn gibt es noch einen 57 Liter großen Stauraum. Allerdings liegt die Zuladung für den Ioniq in dieser Version bei bescheidenen 370 Kilo, an den Haken dürfen aber 1,6 Tonnen.

Der Hyundai ist extravagant eingerichtet, passend zum spektakulären Außendesign. Mit Zweispeichenlenkrad, zwei großen 12,25-Zoll-Displays, bildschönen, in drei Layouts darstellbaren Instrumenten, klarer Menüführung fürs Multimedia und nützlichen Kurzwahltasten.

Angetrieben wird der Ioniq von einem E-Motor im Heck mit 217 PS, der Akku ist 72,6 kWh groß. Er beschleunigt nachdrücklich und leise, schafft relativ mühelos eine Spitze von 185 km/h – Audi und Polestar kommen jeweils nur auf 160 km/h.

NAVIGATION

Das große Navi für den Audi kostet satte 3280 Euro Aufpreis, sehr viel. Es arbeitet dann aber auch schnell und präzise. Und dazu gehört noch ein Headup-Display mit Augmented Reality – das liefert sehr schöne Bilder.

1 Sitzhöhe vorn

2 Beinraum vorn

3 Sitztiefe vorn

4 Lehnenhöhe vorn

5 Innenhöhe vorn

6 Beinhöhe hinten

7 Beinraum hinten

8 Sitztiefe hinten

9 Innenhöhe hinten

10 Lehnenhöhe hinten

> Alle Abmessungen in Millimetern

Die Leistung lässt sich fein dosieren, die Rekuperation ist verstellbar. Besonders gut funktioniert der i-Pedal-Modus, damit lässt sich der Ioniq mühelos nur mit dem Fahrpedal bewegen – bis zum Stillstand, sehr angenehm. Er fährt sich ausgeruht und handlich, die Lenkung spricht direkt, wenn auch etwas gefühllos an.

Der Polestar kommt als Long Range Single Motor mit 231 PS an der Vorderachse und 75-kWh-Akku. Auch er zieht wuchtig und leise an, ist praktisch so schnell wie der Hyundai – bis auf die Spitze. Der E-Antrieb reagiert sensibel aufs Gas, auch der Polestar lässt sich sehr gut nur mit dem Gaspedal fahren und bis zum Stillstand verzögern. Die Rekuperation ist auch hier verstellbar und bei Bedarf sehr kräftig. Der Polestar ist, so im direkten Vergleich, am agilsten ausgelegt, fährt sich zackiger als die beiden anderen. Allerdings arbeitet die Lenkung betont gefühllos und teigig, die Federung ruppig bis stößig.

Der Audi steht auf dem MEB, dem Modularen Elektroantriebsbaukasten, besitzt also die gleiche Technik wie die Konzernbrüder VW ID.4 und Skoda Enyaq, in diesem Fall mit 204-PS-E-Motor im Heck und 76,6-kWh-Akku.

Im Vergleich mit den beiden anderen wirkt der Antrieb eine Spur zäher, der Q4 fährt bei den Fahrleistungen ganz leicht hinterher. Die Rekuperation lässt sich mit den Schaltpaddles am Lenkrad verstellen (300 Euro extra), das funktioniert ganz gut. Allerdings verzögert der Audi eben nicht bis zum Stillstand, sondern rollt mit 5 km/h weiter – und das ist gewöhnungsbedürftig.

Abgestimmt hat Audi den Q4 ausgewogen und komfortabel, zumal mit den adaptiven Dämpfern des Testwagens (im Paket 1380 Euro) federt er sanfter als der etwas hölzerne Ioniq und der steifbeinige Polestar. Auch mit seiner leichtgängigen und präzisen Lenkung liegt er klar vorn.

Bei den Reichweiten klafft mal wieder eine große Differenz zwischen den Werksangaben und den im Test erzielten Messwerten. Audi verspricht 493, Hyundai 451 und Polestar 518 Kilometer (WLTP). Im Test schaffte der Audi dann 300 Kilometer, Polestar und Hyundai kamen auf jeweils 270 Kilometer. Nun ja.

Geladen werden kann der Ioniq mit maximal 220 kW, der Polestar mit 155 kW und der Audi mit maximal 135 kW. Bedeutet: Für die Schnellladung von 10 auf 80 Prozent Batterieladezustand braucht der Hyundai 18 Minuten, der Polestar 35 Minuten und der Audi 29 Minuten (5–80 %).

Überraschung dann bei den Preisen: Der Hyundai ist mit 59 300 Euro (Testwagen-Ausstattung) der Teuerste, der Polestar mit 54 000 Euro der Günstigste, dazwischen liegt der Audi mit 56 620 Euro. Doch den Sieg des Ioniq 5 kann so etwas auch nicht mehr gefährden – der ist hier die größte Nummer.

FAZIT

DIRK BRANKE, BEREND SANDERS

Der Ioniq 5 gewinnt nach Siegen gegen VW ID.4 und Mercedes EQB auch seinen dritten Vergleich. Diesmal gegen Audi Q4 und Polestar 2. Alle drei sind dabei vernünftige E-Autos mit sinnvoller Größe und guten Fahreigenschaften. Und die nicht so tolle Reichweite ist wohl derzeit der Stand der Technik …

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

1. Hyundai Ioniq 5 Platz eins für viel Raum und Ausstattung, souveräne Fahrleistungen und aufwendige E-Technik. 573 Punkte

2. Audi Q4 e-tron Hoher Komfort, gute Fahrleistungen, ordentlich Platz und feines Multimedia bringen Platz zwei. 565 Punkte

3. Polestar 2 Fährt stramm und agil, sauber abgestimmter E-Antrieb. Bietet eben etwas weniger Platz. 553 Punkte