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WER KNIPST DIE BESTEN FOTOS?


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 06.01.2022

FOTOQUALITÄT TOP-PHONES

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Smartphones sind zu Kameras im Hosentaschenformat avanciert. Sony hat das mit dem neuen Xperia Pro-I sogar wörtlich genommen und den Bildsensor einer Kompaktknipse in ein Phone gepflanzt. Die Kamera ist eines der Ausstattungsmerkmale, auf das die Hersteller bei der Weiterentwicklung besonders viel Energie verwenden. Vielleicht auch deshalb, weil Nutzer Verbesserungen sofort visuell wahrnehmen können.

Hardwareseitig bieten die meisten Topgeräte in der Oberklasse mittlerweile mindestens drei Brennweiten. Mit diesen lässt sich von superweitwinkligen Landschaftsaufnahmen bis hin zu Fotos von weit entfernten Details so gut wie alles ablichten. Die Spreu vom Weizen trennt sich meist bei ebendiesen Extremen: der Ultraweitwinkel- und der Teleoptik. Beides auf engstem Raum mit einer sehr guten Fotoqualität umzusetzen, ist hohe Ingenieurskunst. Vor allem die Teleoptiken aktueller ...

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... Topphones sind Meisterwerke der Technik und bieten für die Zukunft noch viel Entwicklungspotenzial. Der Umstand, dass lange Zoombrennweiten eigentlich viel Platz benötigen, den neun Millimeter dünne Smartphones nicht haben, lässt die Hersteller kreativ werden. Die Linsen werden deswegen quer ins Gehäuse eingesetzt und das Licht über Spiegel auf den Sensor geleitet. Ein optisches Zehnfachzoom ist so derzeit realisierbar. Sony hat ins Xperia 1 III erstmals ein Tele mit zwei Brennweiten eingebaut. An der nächsten Entwicklungsstufe arbeitet Oppo bereits: an einem ausfahrbaren und stufenlosen Zoom mit einem Brennweitenbereich von 85-200 Millimetern.

Software ist der Schlüsselfaktor

Doch Hardware ist längst nicht mehr alles. Eine gute Softwareabstimmung macht heutzutage den Unterschied zwischen einem qualitativ guten und einem sehr guten Foto aus. So fügen Hersteller unterschiedlich belichtete Bilder zu einem zusammen (HDR) oder verrechnen mehrere Pixel zu einem größeren (Pixel-Binning), um detailliertere und homogener belichtete Fotos zu erstellen. Google setzt sogar auf einen für die Bildverarbeitung zugeschnittenen Chipsatz, da hierfür viel Rechenleistung notwendig ist. Auch Oppo wird im nächsten Jahr einen extra für die Signalverarbeitung der Kamera designten Chip einbauen. Er soll noch höhere Dynamikumfänge, mehr Farbtiefe und weniger Rauschen bei wenig Licht ermöglichen.

Aber das ist Zukunftsmusik. Wo stehen wir heute? Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick über die Kamerasysteme aktueller Topsmartphones und zeigen, wo welches Gerät punktet oder Schwächen hat. Am Ende geben wir zudem Tipps für bessere Bilder.

Andreas Seeger, Lennart Holtkemper

Bei der 2021er Pro-Serie rücken die drei Optiken noch stärker in den Vordergrund, zum einen, weil der Durchmesser der Objektive gewachsen ist, zum anderen, weil sie noch einen Millimeter weiter he rausstehen. Die mächtige Kameraeinheit verspricht viel, kann die hohen Erwartungen, die damit geweckt werden, aber nicht ganz erfüllen. Dafür ist auch die Auflösung verantwortlich, die seit Jahren bei 12 Megapixeln stagniert, während alle anderen Hersteller (bis auf Sony) die Vorteile von mehr Pixeln erkannt haben. Vor allem beim Ultraweitwinkelmodul ist der Abstand zur Konkurrenz groß, während die Weitwinkelkamera eine gute Bildqualität abliefert. Positiv sticht zudem das Dreifachzoom hervor, das bei viel Licht eine gute Leistung zeigt, die bei wenig Licht jedoch auch deutlich nachlässt. Die Ultraweitwinkeleinheit baut ebenfalls überproportional ab, wenn es dunkler wird. Für die Hauptkamera gilt das nicht, die zeigt im Dunkeln sogar leichte Vorteile gegenüber der hochauflösenden Konkurrenz.

Auffällig ist, wie gut Apple die Signalverarbeitung im Griff hat. Die Bildoptimierungen sind gut dosiert, selbst bei Dunkelheit werden Strukturen in den Bildern nicht kaputtgerechnet. Wie virtuos Cupertino auf der Software-Klaviatur spielt, zeigt auch der Portraitmodus, der Vorderund Hintergrund sauber voneinander trennt und ein sehr ansehnliches Bokeh produziert. Die Fotos lassen sich auf vielfältige Art und Weise nachbearbeiten – eine weitere Stärke von Apple. Das gilt auch für Videos, die sowohl mit der Qualität als auch den Bearbeitungsmöglichkeiten herausragen: So kann man etwa nachträglich den Fokus verschieben und den Grad der Hintergrund unschärfe verändern. Die Pro-Modelle sind eine gute Wahl für Nutzer mit dem Schwerpunkt auf Videos und für Fotografen, die auf zuverlässige Ergebnisse und eine natürliche Bildabstimmung Wert legen.

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Google hat bei seinen Pixel- Smartphones schon immer mit einer herausragenden Fotoqualität überzeugt. Dabei hat der Suchmaschinenriese vor allem mit cleverer Softwareabstimmung oft mehr erreicht als andere Hersteller mit schieren Megapixelzahlen und damit eindeutig bewiesen, dass Software mittlerweile fast noch wichtiger ist als die Hardwarekomponenten. Das aktuelle Topmodell Pixel 6 Pro liefert nun wieder eine ausgezeichnete Kameraqualität: Seine Weitwinkel- und Teleoptiken gehören zu den besten auf dem Markt. Und dass, obwohl Google zum ersten Mal ein Tele mit optischem Vierfachzoom einbaut.

Premiere in einem Google-Phone feiern auch die hochauflösenden Sensoren mit 50 und 48 Megapixeln, wobei die hohe Auflösung für den Nutzer nicht zugängig ist – das macht aber nichts. In dem Kameratrio kann nur die Ultraweitwinkeleinheit nicht ganz mit der Konkurrenz wie dem Samsung S21 Ultra oder dem Oneplus 9 Pro mithalten.

Beeindruckend am Pixel 6 Pro ist, dass Haupt- und Teleoptik selbst unter schlechten Lichtbedingungen kaum Qualitätseinbußen aufweisen und in den von uns getesteten Lichtsituationen bis 5 Lux sehr konstant bleiben. Ein Smartphone mit besseren Nachtsichtfähigkeiten gibt es momentan nicht. Ebenfalls nicht unwichtig für den Bildeindruck ist die natürliche Farbwiedergabe. Google überzeichnet nicht wie Samsung und Xiaomi, sondern hält sich sehr nah an der Realität – gerade bei Hauttönen.

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Abgerundet wird die Kameraausstattung durch eine einfach zu bedienende App mit interessanten Features. So gibt es einen Modus für Langzeitbelichtungen und andere Unschärfeeffekte. Stark ist auch der „Magische Radierer“, mit dem man störende Objekte aus seinen Fotos entfernt. Dazu macht das Phone dank KI sogar selbstständig Vorschläge, was entfernt werden könnte.

Es steht momentan auf Platz 1 der connect-Bestenliste: das Oneplus 9 Pro. Das sehr hochwertig verarbeitete Phone mit massig Leistung und hervorragender Ausstattung stattet Oneplus auch mit einem Top-Kamerapaket aus, das aus drei Optiken besteht. Besonders stark ist das Ultraweitwinkelmodul, dessen Qualität zusammen mit dem des Oppo Find X3 Pro das beste ist, was der Markt zu bieten hat. Fotos schießt es entweder mit der vollen Auflösung des 50-MP-Sensors oder mit 12. Wenn die Sonne hoch am Himmel steht und man das Maximum an Qualität herausholen will, sind die 50 Megapixel eine gute Wahl. In allen anderen Situationen genügen 12 Megapixel völlig und liefern bei weniger Licht zudem bessere Ergebnisse.

In der Hauptkamera kommt ein Sensor mit 48 Megapixeln zum Einsatz. Auch damit knipst man bei viel Licht mit voller Auflösung die besseren Fotos, da feine Strukturen detaillierter dargestellt werden. Bei wenig Licht erreicht das 9 Pro nicht ganz die Qualität eines Pixel 6 Pro, übertrumpft aber sowohl das iPhone 13 Pro als auch das S21 Ultra von Samsung.

Was die Teleoptik betrifft, zieht Oneplus den Kürzeren. Motive zoomt man optisch maximal auf das 3,3-Fache. Qualitativ genügen die 8 Megapixel für Portraits und Detailfotos, solange die Sonne lacht. Eine aggressive Signalverarbeitung lässt feine Strukturen etwas matschig erscheinen. Ist wenig Licht vorhanden, verstärkt sich dieser Effekt.

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Eine Besonderheit ist die Kooperation mit dem Premiumkamerahersteller Hasselblad. Dieser hat beim 9 Pro die Farbkalibrierung vorgenommen, was besonders natürliche Farben gewährleisten soll. Und tatsächlich: Im Vergleich der Fotos von Oneplus, Samsung und Xiaomi wirken Erstere weniger grell und gesättigt. Was einem besser gefällt, ist selbstverständlich Geschmackssache, wir mögen den natürlichen Look.

Oppos Topmodell Find X3 Pro kann mit einer richtigen Innovation aufwarten: einer Mikroskopkamera. Viele Smartphones in der gehobenen Mittel- bis Oberklasse können seit Längerem Makroaufnahmen machen, um spannende Details ganz groß einzufangen. Das X3 Pro legt mit seiner 50-fachen Vergrößerung noch eine Schippe drauf. Um winzige Strukturen zu fotografieren, muss man das Makromotiv mit der Smartphonekamera fast berühren. Ein Ringlicht sorgt für die ausreichende Beleuchtung. So gelingen zwar nicht die schärfsten Aufnahmen, aber dennoch sehr interessante Einblicke, die man so noch nie festgehalten hat.

Für normale Fotos nutzt man eine Ultra- und Weitwinkelkamera, die jeweils mit 50 Megapixeln auflösen. Erstere ist eine der besten auf dem Markt. Für die maximale Qualität sollte man auch hier bei guter Ausleuchtung die volle Auflösung aktivieren, während bei nachlassendem Licht die 12-MP-Bilder besser sind. Gleiches gilt für die Hauptkamera, die ebenfalls sehr gute Fotos liefert. Sie reichen in allen Bereichen jedoch nicht ganz an die Bildqualität des Weitwinkelmoduls aus dem Mi 11 Ultra heran und halten bei viel Licht nicht mit dem S21 Ultra mit. Riesig sind die Unterschiede aber keinesfalls. Ein Schwerpunkt von Oppo ist – wie bei der Schwestermarke Oneplus – das Farbmanagement. So nimmt das X3 Pro Bilder mit 10 Bit Farbtiefe auf – Standard sind 8 Bit. Zumindest bei feinen Farbverläufen (Sonnenuntergang) ist das hilfreich.

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In Sachen Zoomkapazität bieten alle anderen Topsmartphones mehr als das X3 Pro angeht. Oppo verbaut lediglich ein optisches Zweifachzoom. Es liefert trotz allem eine gute Qualität und gehört mit dem Digitalzoom des Mi 11 Ultra zu den besten des vergangenen Jahres. Stark ist das X3 Pro auch im Videobereich, wo man sogar flache Bildmodi für bessere Nachbearbeitung wählen kann.

Trotz einer für unseren Geschmack etwas zu aggressiven Signalverarbeitung (die kommt bei Samsung häufiger vor) ist das Flaggschiff der S21-Serie eine der besten Adressen für ambitionierte Smartphone-Fotografen. Wenn es um Brennweite geht, macht Samsung niemand etwas vor: Die Koreaner bauen zwei Zoomobjektive ein, ein Standardzoom mit dreifacher Vergrößerung und ein längs im Gehäuse positioniertes Zehnfachzoom. Das gibt sich konstruktionsbedingt etwas lichtschwach, in einer hellen Umgebung gelingen aber damit die besten Zoomaufnahmen im Testfeld, vor allem bei starker Vergrößerung wie fünffach oder zehnfach. Und auch das Dreifachzoom lässt nichts anbrennen, es liefert eine Bildqualität, die einzig von Googles Pixel 6 Pro übertroffen wird. Das Standardobjektiv überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie, zum einen mit einer Top-Bildqualität, zum anderen mit der variablen Auflösung: In der Normaleneinstellung fotografiert man mit 12 Megapixeln, bei guten Lichtverhältnissen lohnt es sich aufgrund der feineren Detailzeichnung, die volle Auflösung des Sensors von 108 Megapixel auszureizen.

Das Ultraweitwinkelmodul kann da nicht mithalten. Die Fotoqualität ist immer noch gut, aber eben nicht auf dem hohen Niveau der anderen Brennweiten. Andere Smartphones in diesem Vergleich haben hier mehr zu bieten. Für die Software gilt das nicht, hier gehört Samsung zu den Herstellern, die besonders viele Einstellungen zulassen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der Single-Take- Modus, mit dem Fotos und Videos parallel mit mehreren Brennweiten aufgenommen werden, wenn man einmal auf den Auslöser drückt – so kann man sich die beste Perspektive heraussuchen. In der Beta-Phase befindet sich zudem gerade die App „Expert RAW“ für RAW-Fotos, mit der sich die beiden Teles manuell ansteuern und justieren lassen.

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Sony setzt bei seinem Topmodell wie Apple auf eine Dreierkombination aus 12-Megapixel-Sensoren, was dieselben Limitierungen für die Detailzeichnung zur Folge hat. Damit enden aber die Gemeinsamkeiten, denn die Japaner können viele Akzente setzen und dabei aus dem reichen Fundus des eigenen Konzerns schöpfen. Von der Kamerasparte übernimmt man den Sensor der erfolgreichen Digitalkamera RX100VII. Der ist mit 1 Zoll zu groß, um bei einer Bautiefe von 9 Millimetern vollständig ausgelesen zu werden, entsprechend nutzt das Pro-I nur den mittleren Sensorbereich. Die damit erzielte Bildqualität bewegt sich auf einem guten Niveau über alle Lichtsituationen hinweg – auch im Dunklen bricht die Leistung nicht ein, was ein großer Vorteil ist. Eine weitere Besonderheit ist die variable Blende, die einen leichten optischen Tiefenschärfe-Effekt ermöglicht, sodass Bokeh nicht künstlich hineingerechnet werden muss.

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Sony mag qualitativ nicht ganz an Samsung & Co. heranreichen, punktet aber mit der Konstanz der Ergebnisse. Über alle Brennweiten und Lichtsituationen hinweg wird eine gute bis sehr gute Bildqualität erreicht. Hinzu kommt die hohe Auslesegeschwindigkeit des Hauptsensors, die zum einen für einen besonders schnellen Autofokus sorgt, zum anderen für ein beeindruckendes Tempo bei Serienbildaufnahmen. Kein anderes Smartphone kann bewegte Motive so sicher im Fokus halten. Dabei hilft auch die dezidierte Auslösetaste, die zum Fokussieren halb durchgedrückt wird. Für das Pro-I spricht auch, dass Sony immer mehr Knowhow aus der Kamera- und Videosparte in seine Smartphones integriert: Der von der Alpha-Serie bekannte Augen-Autofokus hält Gesichter automatisch scharf, und die Apps für Foto- und Videoaufnahmen entpuppen sich als Profi-Tools mit einer einzigartigen Einstellungstiefe.

Das Mi 11 Ultra ist Xiaomis bislang bestes Smartphone. Sowohl, was die Ausstattung und Messwerte des Geräts betrifft als auch die Fotoqualität über alle Kameras hinweg: Mit einem Foto-Score von insgesamt 83 Punkten räumt das integrierte Kameratrio ganz schön ab und ist damit das beste Kamera-Phone 2021.

Mit der Hauptkamera gelingen in voller Auflösung (50 MP) Fotos mit der höchsten Qualität, und das selbst bei wenig Licht, was nicht selbstverständlich ist. Die zu 12 Megapixeln verrechneten Bilder sind eine platzsparende Option, mit der man nur wenig Qualität einbüßt. Wer sein Objekt etwas näher heranholen will, dem steht mit dem Zweifachzoom des Mi 11 Ultra eine der besten digitalen Lösungen auf diesem Gebiet zur Verfügung. Als langes Tele verbauen die Chinesen ein Fünffachzoom, das von einem 48-MP-Sensor profitiert. Damit erreicht Xiaomi in hellen Situationen die Telequalität des S21 Ultra, aber nicht ganz die des Pixel 6 Pro. Schwindet das Licht, baut das Mi 11 Ultra schneller ab als die beiden Kontrahenten.

Die Ultraweitwinkelkamera macht gute Aufnahmen, die hohe Auflösung bringt aber keinen großen Mehr wert. Anders als besser platzierte Geräte wie Oneplus 9 Pro oder S21 Ultra strauchelt das Mi 11 hier bei schwindendem Licht und kann die Schärfe in den Randbereichen nicht so gut aufrechterhalten.

Die App hält für ambitionierte Nutzer ein Pro-Modus bereit, der mit RAW-Fotos und einer Feinjustierung von Sättigung, Kontrast und Schärfe überzeugt. Man kann ihn übrigens auch für Videoaufnahmen nutzen und wie beim Find X3 Pro mit einem Log-Bildprofil drehen. Aufnahmen sind bis maximal 8K- Auflösung möglich, fressen dann aber sehr viel Speicher. Für schwierige Lichtsituationen wie Sonnenuntergänge und Gegenlicht gibt es auch für Bewegtbilder einen HDRsowie einen Nachtmodus.

Fazit

Smartphones mit hochauflösenden Sensoren machen die besseren Bilder, weil das Zusammenschalten der Pixel (Pixel Binning) es möglich macht, flexibel auf verschiedene Lichtsituationen zu reagieren: in heller Umgebung die volle Auflösung und damit mehr Details, im Dunkeln die reduzierte Auflösung und damit mehr Licht pro Pixel. Apple und Sony sind hier im Nachteil. Aber beide Hersteller machen dieses Defizit auf unterschiedliche Art wett: Apple mit einer Top-Fotobearbeitung und beeindruckenden Videofunktionen, Sony mit einem schnellen Autofokus und Profi-Apps für Foto- und Videoaufnahmen. Generell lässt sich festhalten, dass kein Kandidat enttäuscht, dass das Niveau vor allem bei der Hauptkamera sehr hoch ist. Diese Qualität hat aber ihren Preis, denn alle betrachteten Kamera-Smartphones kratzen mindestens an der 1000-Euro-Marke. Das ist wenig überraschend, denn für eine gute Fotoqualität sind mehrere gute Optiken und Bildsensoren und ein performantes SoC erforderlich – allesamt Komponenten, die zu den teureren in einem Smartphone gehören. Unterschiede werden in den Grenzbereichen sichtbar: bei den besonders kurzen und langen Brennweiten und in herausfordernden Lichtsituationen. Dabei wird deutlich, dass es selbst unter den High-Endern nicht die eierlegende Wollmilchsau gibt. Jeder Hersteller setzt einen etwas anderen Schwer punkt: Während Oneplus und Oppo großen Wert auf Ultraweitwinkelaufnahmen und neutrales Farbmanagement legen, bauen Google, Samsung und Xiaomi Teleoptiken mit langen Brennweiten ein. Wenn Sie sich vor dem Kauf gut überlegen, worauf Sie beim Fotografieren besonderen Wert legen, kann praktisch nichts schiefgehen.

Tipps für bessere Bilder

Volle Auflösung nutzen

Vor allem, wenn die Sonne lacht und man bereits weiß, dass sich das Motiv im Sucher gut in einem Fotoband machen würde, sollte man mit der vollen Sensorauflösung fotografieren. Das gilt zwar nicht uneingeschränkt für jede Smartphonekamera, aber meist werden die Bilder so detailreicher und eignen sich dazu, Teilausschnitte eines Motivs ohne viel Qualitätsverlust zu verwenden.

Portraits und Landschaften mit dem Tele knipsen Vordergrund miteinbezie hen

Wählen Sie die Teleoptik Ihres Smartphones oder, falls keine vorhanden, das digitale Zweifachzoom, um Personen oder Landschaften zu fotografieren. Die längere Brennweite bewirkt, dass sich Motive besser vom Hintergrund abheben und ebendieser in leichter Unschärfe verschwimmt. Außerdem wird der Hintergrund etwas komprimiert und scheint somit näher zu rücken.

Ungewöhnliche Perspektiven einnehmen

Der große Vorteil von Smartphones: Man kommt damit fast überall hin! Nutzen Sie den Formfaktor zu Ihren Gunsten, um besondere Bilder zu machen. Fotografieren Sie zum Beispiel durch Sträucher oder Gitter hindurch, gehen Sie ganz nah an den Boden, eine Mauer oder gar ans Wasser (oben), indem Sie das Gerät umdrehen. So beziehen Sie auch die Umgebung besser ein (Tipp unten).

Vordergrund miteinbeziehen

Ein gutes Foto braucht etwas Tiefe, um nicht langweilig zu wirken. Setzen Sie Ihr Motiv also in Relation zur Umgebung, und integrieren Sie ein interessantes Detail im Vordergrund in Ihre Aufnahme. Das können Gewächse wie Schilf oder ein Baum sein, Bauwerke wie Brücken oder Tore oder natürlich Personen. Als Erinnerung an diese Regel dient der Spruch: „Vordergrund macht Bild gesund.“