Lesezeit ca. 6 Min.
arrow_back

Wer wird hier kalt ERWISCHT?


Logo von Auto Zeitung
Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 2/2023 vom 04.01.2023

Vergleichstest · Kompakte Elektro-SUV

Artikelbild für den Artikel "Wer wird hier kalt ERWISCHT?" aus der Ausgabe 2/2023 von Auto Zeitung. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 2/2023

Citroën

Connectivity

Das Navigationssystem inklusive 3D-Ansicht und integrierter Europakarte kostet in den beiden unteren Ausstattungslinien „Feel” und „Feel Pack” 800 Euro Aufpreis. Ab der Ausstattungslinie „C-Series” ist es serienmäßig an Bord. Stets zum Serienumfang gehört dagegen die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay oder Android Auto. Um das zehn Zoll große Touchdisplay zu bedienen, muss sich der Fahrer länger strecken als im MG. Da ist die Sprachbedienung, etwa zum Nennen des Navigationsziels, durchaus hilfreich. Besonders flexibel ist die Spracherkennung jedoch nicht: Das Citroën-System befolgt nur vorgegebene Anweisungen.

Bessere Bedingungen, um Elektroautos mit überschaubaren Reichweiten zu testen, hätten wir uns gar nicht wünschen können. Die Temperatur pendelt sich an den Testtagen auf satte neun Grad unter Null ein, der Asphalt der ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Auto Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2023 von Jetzt geht es heiter weiter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Jetzt geht es heiter weiter
Titelbild der Ausgabe 2/2023 von Über 20 Millionen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Über 20 Millionen
Titelbild der Ausgabe 2/2023 von Nummer Sieben. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nummer Sieben
Titelbild der Ausgabe 2/2023 von Das Beste kommt ZUM SCHLUSS. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Das Beste kommt ZUM SCHLUSS
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Saubere Zukunft
Vorheriger Artikel
Saubere Zukunft
Neues Format
Nächster Artikel
Neues Format
Mehr Lesetipps

... Haus-Teststrecke in der Eifel versteckt sich unter einer Schicht aus Eis und Schnee. Und so kommen MG ZS EV und Citroën ë-C4 nicht darum herum, viele hundert Kilometer gen Nordosten zu reisen. Erst dort lassen sich auf einem trockenen und eisfreien Gelände verwertbare Messergebnisse ermitteln. Das Tolle daran: Solch weite Reisen liefern wichtige Erkenntnisse. Und die erhält man bereits beim Beladen.

Karosserie

Hier zeigt sich, dass der MG ZS EV ein bisschen mehr in seinen Kofferraum aufnehmen kann, zumindest wenn die Rückbank aufrecht stehen bleibt. Angesichts der gut 78 Zentimeter hohen Ladekante des MG muss der Messkoffer aber weit höher gehievt werden als beim Citroën ë-C4.

Bei seiner typischen SUV-Silhouette mag man vermuten, dass die Rückbank im MG ZS EV gemütlicher und geräumiger als die des ë-C4 ausfällt. Doch das stimmt nur zum Teil. Zwar sind die Platzverhältnisse tatsächlich etwas üppiger als im Citroën, weil der Fußraum im MG in der Mitte nur durch einen rudimentär vorhandenen Tunnel unterteilt ist. Doch Sitzriesen stoßen auf Grund des weit nach hinten gezogenen Panoramadaches mit dem Kopf noch schneller an den Himmel als im Citroën. Der besitzt in der Top-Ausstattungslinie Shine (3000 Euro Aufpreis zur Basis) zwar die Option auf ein Schiebedach (800 Euro). Doch der Ausschnitt der Luke beschränkt sich auf den vorderen Teil des Daches. Was den Passagieren im MG außerdem entgeht, ist der bessere Sitzkomfort. Nicht jedem dürften die wattig weichen Polster des Franzosen gefallen. Vollkommen unstrittig ist jedoch, dass sich die Sitze des ë-C4 besser an die Rü- cken der Passagiere anschmiegen als das ergonomisch etwas fragwürdige Gestühl des MG ZS. Das gilt für vorn und hinten gleichermaßen. Fahrer und Beifahrer genießen auf den Vordersitzen des Citroën zudem mehr Platz als im MG. Dort sitzt man stets etwas zu hoch, vor allem auf dem Beifahrersitz, der sich nicht in der Höhe verstellen lässt. Und manchem Fahrer missfällt das flach stehende und leicht versetzt eingebaute Lenkrad, das sich zudem nicht axial verstellen lässt.

Klopft man die Innenräume der beiden Testkandidaten ab, trifft man sowohl im ë-C4 als auch im ZS EV auf reichlich Hartplastik, billig anmutende Verkleidungsteile und Stoffe, die sich nicht immer so schön anfassen, wie sie aussehen. Den etwas wertigeren Eindruck vermittelt der ë-C4, des- sen Schalter und Tasten zudem durchdachter arrangiert sind und sich besser bedienen lassen.

Bei den Bremswegen schenken sich die zwei E-Autos nichts

Fahrkomfort

Beim Fahren wirkt der Citroën insgesamt besser gegen Geräusche von außen abgekapselt. Die Messwerte bestätigen den subjektiven Eindruck, zudem treten deutlich weniger Fahrwerksgeräusche auf rauen Pisten auf. Beim MG ZS EV führen bereits unspektakuläre Asphaltaufbrüche zu einem leichten Dröhnen der ganzen Karosserie. Mit seiner „Advanced Comfort Federung“ meister der ë-C4 holprige Landstraßen zudem eindrucksvoll entspannt. Gekonnt schwebt der Franzose über Buckel und Bodenwellen, ohne dass seine Karosserie in allzu großes Schwanken gerät – ein sehr gemütlicher Typ, dieser ë-C4. Nur die Hinterachse (wie beim MG ZS EV in Verbundlenker-Bauart) kopiert Querfugen etwas deutlicher durch. Wenn die Kollegen zusteigen und so die maximale Zuladung von überschaubaren 336 Kilogramm erreicht wird, fällt der Federungskomfort auf einmal nur noch durchschnittlich aus, weil die Reserve der besonders weichen Lagerung aufgebraucht scheint. Auch der MG ZS EV ist grundsätzlich von der komfortablen Sorte, was die Fahrwerksabstimmung betrifft. Er hat nur das Pech, hier gegen den besonders geschmeidigen ë-C4 anzutreten. Das stärkere Schaukeln und Nicken beim Überfahren von Senken sowie das sprödere Ansprechen auf Schlaglöcher bleibt den Passagieren nach dem Umstieg aus dem flauschigen Franzosen nicht verborgen. Im beladenen Zustand lässt der Federungskomfort des MG dafür aber weit weniger nach. Mit den knapp 400 Kilogramm maximaler Zuladung geraten die Federwege des MG ZS EV auch nicht so schnell ans Limit wie die seines Konkurrenten. Die Karosseriebewegungen nehmen bei schneller Fahrt allerdings zu.

MG

Connectivity

Ein Navigationssystem ist beim MG ZS stets dabei. Wer sich anstelle der Basisausstattung „Comfort” für die 2000 Euro teurere Variante „Luxury“ entscheidet, erhält zudem eine Echtzeit-Navigation inklusive Ladepunktinformationen, 3D-Sound mit sechs statt vier Lautsprechern, eine induktive Ladeschale und Sprachbedienung. Die erheitert mit zum Teil schief übersetzten Ansagen, ist aber recht verständig und reagiert auch auf frei eingesprochene Befehle. Wie beim ë-C4 ist die Anbindung per Apple CarPlay und Android Auto Serie. Zudem gibt es eine App, um beispielsweise den Innenraum vorzuheizen oder den nächsten Ladevorgang zu planen.

Motor / Getriebe

Rund 25 kWh mehr Nettokapazität besitzt der Akku des MG (45 zu 69,9 kWh). Und die machen sich auf langen Fahrten positiv bemerkbar. Der Reiserechner des ë-C4 verspricht noch bei Fahrtantritt, was er am Ende doch nicht halten kann: Eine Reichweite von rund 300 Kilometern. Aber die schrumpft bei Tempo 120 und eingeschalteter Heizung deutlich schneller, als wir unserem Ziel näher kommen – das hinterlässt bei lückenhafter Ladeinfrastruktur ein leicht mulmiges Gefühl. Was bei beiden E-SUV auffällt: Der Eco-Modus verringert die Heiz-

leistung derart, dass die Innenräume nicht auf angenehme Temperaturen kommen. Der Bordrechner des MG gibt sich im Vergleich zu dem des ë-C4 pessimistischer, nennt bei Fahrtantritt eine Reichweite, die dann teilweise deutlich übertroffen wird. Das ist auf Fernreisen nervenschonender. Dennoch steht auch beim MG bei winterlichen Temperaturen meist nach 200 Kilometern Autobahn ein Ladestopp an – beeindruckend ist das nicht. Am Schnelllader zeigen beide Autos eine ähnliche Ladekurve sowie reale Ladeleistungen um 90 kW. Die längere Ladedauer des MG lässt sich somit allein auf seinen größeren Akku zurückführen. Sowohl beim MG ZS EV als auch beim Citroën ë-C4 vermissen wir konsequentes One-Pedal-Driving. Immerhin bietet der MG drei verschiedene Rekuperationsstufen an, während es der ë-C4 bei zweien bewenden lässt. Auffällig: Der Franzose reagiert auf Lupfer des Fahrpedals etwas verzögert. Die Stärke des Citroën ist eben seine Gelassenheit.

Fahrdynamik

Die untermauert der ë-C4 auch durch seine besonders leichtgängige Lenkung. Der MG erfordert spürbar höhere Lenkkräfte. Das geht in Ordnung, doch leider wird der Geradeauslauf seinem Namen beim ZS EV kaum gerecht. Auch da wirkt der ë-C4 viel entspannter. Dafür schlägt sich die Mehrleistung des MG bei den Fahrleistungen nieder: Jenseits von 80 km/h fällt der ë-C4 deutlich ab.

Schon längsdynamisch vermittelt der ZS EV so einen agileren Eindruck. Und auch beim Handling wirkt der MG munterer, lässt bei Lastwechseln leicht das Heck eindrehen, verkneift sich aber tückische Reaktionen. Der ë-C4 gerät selbst dann nicht aus der Ruhe, wenn man ihn mit viel Tempo in die Kurven wirft. Sein Set-up verhindert höhere Kurvengeschwindigkeiten. Ernsthafte Kapriolen unterbindet bei beiden das ESP, aber das sehr früh. Neben dem hohen Leistungsgewicht ist das mit ein Grund dafür, dass die gefahrenen Handling-Zeiten unterhalb der Wertungsspanne liegen. Null Punkte also.

Gleichstand beim Gewicht. Besonders leicht ist keiner

Umwelt / Kosten

Beachtlich beim Preis ist, dass der MG selbst mit dem großem Akku und der Ausstattungslinie „Luxury“ unter dem Basispreis des ë-C4 bleibt. Als „Comfort“ und mit 50-kWh-Akku startet der Chinese bei 30.420 Euro. Weil es bei den Werkstattkosten für den MG noch keine Prognosen gibt, ignorierten wir diesen Punkt. Und volle Punktzahl bei den Emissionen gab es naturgemäß bei beiden nicht. Der Saft aus den Ladesäulen dieser Republik entsteht eben nicht emissionsfrei.

Fast überall liegt der MG vorn, das Kostenkapitel lässt er sich mit seiner langen Garantie ohnehin nicht nehmen. Allein beim Komfort konnte sich der Citroën durchsetzten. Am Ende hat ihn der MG ZS EV kalt erwischt.

FAZIT

Stefan Novitski

Der wichtige Vorteil des MG ZS EV: Sein deutlich größerer Akku verschafft ihm entschieden mehr Reichweite. Das macht sich nicht nur bei winterlichen Temperaturen positiv bemerkbar. Trotzdem ist der MG beim Kauf viel günstiger als sein französischer Konkurrent. Angesichts dessen sind Schwächen bei der Verarbeitung und ein paar kleine sympathische Schrullen durchaus akzeptabel. Der etwas stärkere Antrieb des MG liefert zudem die besseren Fahrleistungen und lässt das Elektro-SUV etwas agiler wirken. Der Citroën ë-C4 verführt dagegen mit seinem besonders komfortablen Charakter. Die sogenannte „Advanced Comfort Federung” hält, was sie verspricht: Speziell im leicht beladenen Zustand federt der ë-C4 in dieser Klasse herausragend. Längere Strecken möchte man dennoch lieber im MG bestreiten. Denn da ist die Einsatzfähigkeit des Citroën aufgrund seines kleineren Akkus deutlich eingeschränkter.