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Werkstatt-WISSEN!


Bike Bild - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 17.04.2019

WENN DIE BREMSEN QUIETSCHEN, SCHLEIFEN ODER GAR VERSAGEN, MÜSSEN SIE GEWARTET WERDEN. VIELE PROBLEME KÖNNEN SELBST BEHOBEN WERDEN. WIR ZEIGEN, WIE SIEHYDRAULISCHE SCHEIBENBREMSEN UND AUCH DIE OFT VERBAUTENMECHANISCHEN FELGENBREMSEN WIEDER FIT BEKOMMEN


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V-Brakes sind oftmals an Cityrädern verbaut. Sehen die Brems beläge aus wie hier, müssen sie dringend gewechselt werden


FOTOS: J. KUBICA (7), HERSTELLER, SVEN VALENTINER=BRANDT

Bremsen sind vielfältig. Wir erklären, wie Sie mit zwei der gängigsten Systeme zurechtkommen. Wir beginnen mit hydraulischen Scheibenbremsen. Unter ...

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Bremsen sind vielfältig. Wir erklären, wie Sie mit zwei der gängigsten Systeme zurechtkommen. Wir beginnen mit hydraulischen Scheibenbremsen. Unterwww.bike-bild.de/mechanische-scheibenbremsenwechseln ist die Reparatur mechanischer Scheibenbremsen, erkennbar an einem Draht am Bremssattel, erläutert. Beläge hydraulischer Scheibenbremsen lassen sich relativ einfach wechseln. Sollte jedoch Luft in die mit Flüssigkeit gefüllten Bremsleitungen gelangt sein – macht sich am schwammigen Bremsgefühl und schlechten Druckpunkt bemerkbar –, ist die Reparatur aufwendig. Dieses Problem tritt bei sachgemäßer Anwendung aber nur sehr selten auf.

Als Zweites thematisieren wir mechanische Felgenbremsen, sogenannte V-Brakes. Diese gut einzustellen erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Quietschen sie, ist das Bremsgummi meist nicht optimal zur Felge ausgerichtet.

Untersuchen Sie Bremsbeläge regelmäßig. Sollten sie bereits abgefahren sein, verringert sich nicht nur die Bremsleistung, es können auch andere Fahrradteile beschädigt werden, etwa die Felge. Scheibenbremsbeläge mit mehr als einem Millimeter Stärke brauchen noch nicht gewechselt zu werden. Bei Felgenbremsklötzen sollten die Rillen im Gummi noch sichtbar sein. Beläge verhärten mit der Zeit. Dies führt zu einer schlechteren Bremsleistung. Deshalb sollten Bremsbeläge auch bei alten, selten gefahrenen Bikes gründlich geprüft werden.

Verliert die Scheibenbremse plötzlich an Bremskraft oder quietscht sie trotz ausreichend dicken Belags, ist es möglich, dass dieser verglast ist. Ursache dafür kann unzureichendes Einbremsen oder das Bremsverhalten sein (siehe Infokasten Seite 87). Wechseln Sie den Belag, oder schleifen Sie ihn vorsichtig mit feinem Schleifpapier ab.

Nicht funktionierende Bremsen stellen eine große Gefahr dar. Testen Sie die Funktion nicht sofort im Straßenverkehr. Wenden Sie sich im Zweifel an eine Fahrradwerkstatt.

HYDRAULISCHE SCHEIBENBREMSEN

Schleifende Bremsen oder abgefahrene Beläge – wir zeigen hier, wie Sie diese Probleme in den Griff bekommen. Achtung: Sobald das Laufrad demontiert ist, bitte nicht mehr die Bremse betätigen!

1 LAUFRAD AUSBAUEN

Sollteein Schnellspanner verbaut sein: Hebel umlegen und herausschrauben. Gleiches bei Steckachsen. Manchmal wird hierauch ein llmensechskantschlüs-sel benötigt. Vergessen Sie nicht, beim Hinterrad einer Nabenschaltung zuerst in den ersten Gang zu schalten und den Schaltzug von Hand herauszunehmen. Anschließend kann das Rad mithilfe eines Maul- oder Ringschlüssels gelöst werden.

2 SICHERUNGSSPLINT ENTFERNEN

Damit die Beläge nicht Damit die Beläge nicht herausfallen können, herausfallen können, sind sie mit einem Splint sind sie mit einem Splint gesichert. Dieses Teil gesichert. Dieses Teil unterscheidet sich je nach Modell der Bremse. Beim auf dem Foto gezeigten muss das Ende mit einer Zange gerade gebogen werden. Anschließend wird der Splint von der anderen Seite herausgezogen. Bei vielen Modellen ist der Splint jedoch eine Inbus- oder Schlitzschraube, welche mit einem Sicherungsring gesichert ist.

3 BREMSBELÄGE HERAUSNEHMEN

Nun können die Beläge entnommen werden – hier von unten, oft aber auch von oben. Anschließend auf keinen Fall die Bremse betätigen.

4 BREMSBELÄGE UNTERSUCHEN

So weit wie auf dem Foto sollten Sie es nie kommen lassen, denn das hat anderweitige Materialschäden zur Folge. Wenn der Belag dünner als ein Millimeter ist, sollte er gewechselt werden.

5 KOLBEN ZURÜCKDRÜCKEN

Der Kolben (dunkler Punkt im Der Kolben (dunkler Punkt im Bremskörper) sorgt dafür, dass die Bremskörper) sorgt dafür, dass die Beläge stets nah genug an der Beläge stets nah genug an der Scheibe sind. Werden neue, dickere Scheibe sind. Werden neue, dickere Beläge verbaut, muss der Kolben zurückgedrückt werden. Machen zurückgedrückt werden. Machen Sie dies mit einem ebenen Gegen Sie dies mit einem ebenen Gegen -stand, bestenfalls aus Plastik, stand, bestenfalls aus Plastik, beispielsweise flachen Reifen beispielsweise flachen Reifen -hebern.

6 NEUE BELÄGE MIT HALTEKLAMMER MONTIEREN

Setzen Sie die Klammer zwischen die Beläge. Beachten Sie die L- und R-Beschriftung (links und rechts), und schieben Sie den Belag richtig herum hinein.

7 SICHERUNGSSPLINT MONTIEREN

Sichern Sie die Beläge mit dem Splint. Bei Modellen ohne Gewinde muss das Ende mit einer Zange umgebogen werden. Bei denen mit Gewinde: Vergessen Sie nicht den Sicherungsring.

8 BREMSE JUSTIEREN

Wenn die Bremse schleift, muss sie justiert werden. Lösen Sie dazu die zwei Schrauben am Bremssattel so weit, dass sich der Bremskörper verschieben lässt. Betätigen Sie nun den Bremshebel. Der Bremssattel wird sich daraufhin bewegen. Schrauben Sie ihn anschließend wieder fest, ohne seine Position zu verändern. Die Bremse schleift noch immer? Wiederholen Sie die Prozedu r, oder versuchen Sie, den Bremskörper von Hand so zu verschieben, dass sich die Bremsscheibe mittig zwischen den Belägen befindet. Eine Taschenlampe kann dabei hilfreich sein, den Abstand zwischen Scheibe und Belag zu erkennen

BREMSE EINFAHREN

Beläge von Scheibenbremsen müssen meist eingebremst werden. Nehmen Sie dafür mit dem Bike Tempo auf, und bremsen Sie scharf. Wiederholen Sie das etwa 30-mal. Fertig!

FELGENBREMSE (V-BRAKE)

Bei matschigem Schietwetter sind die Bremsgummis oft schnell abgeschliffen. Damit Sie in diesem Fall nicht jedes Mal in die Werkstatt müssen, zeigen wir hier, wie Sie Beläge wechseln und richtig einstellen.

1 BELAG KONTROLLIEREN

Sind keine durchgehenden Rillen mehr im Belag zu sehen, muss er gewechselt werden. Bei manchen Modellen kann das Bremsgummi einfach herausgeschoben und ersetzt werden, nachdem ein Sicherungssplint oder eine kleine Schraube entfernt wurde. Achten Sie auf die vermerkte Einbaurichtung. Anschließend können Schritt zwei und drei übersprungen werden. Bei anderen Modellen muss der gesamte Block gewechselt werden. Weiter geht es mit Schritt zwei.

Lösen Sie mithilfe eines Innensechskantschlüssels den Bremsblock.


2 BREMSBLOCK ABSCHRAUBEN

Merken Sie sich bei der Demontage die Reihenfolge der Unterlegscheiben, und achten Sie darauf, welche sich vor und welche sich hinter dem Bremskörper befunden haben. Bei Unsicherheit ist ein zuvor aufgenommenes Foto hilfreich.

3 BREMSBLOCK MON TIEREN

Schrauben Sie den Bremsblock wieder fest. Achten Sie auf die richtige Reihenfolge der Unterlegscheiben. Der Belag muss beim Betätigen der Bremse mittig auf der Felge aufliegen. Hinten sollte er ein wenig abstehen. Hilfreich kann es sein, etwas Dünnes wie eine Centmünze drunterzulegen.

4 ABSTAND EINSTELLEN

Der Abstand zwischen Bremsblock und Felge wird voraussichtlich zu groß oder zu klein sein. Drehen Sie die Schraube am Bremshebel ganz hinein (links) und die Schraube, die den Bremszug hält, los (unten). Ziehen Sie am Draht, und schrauben Sie ihn so fest, dass der Abstand zwischen

Felge und Belag nur sehr klein ist. Können Sie den Bremshebel bis zum Lenker durchdrücken, dann ist der Draht noch deutlich zu lose. Ist der Abstand nur ein wenig zu groß, kann die Schraube am Lenker etwas herausgedreht werden, um die Bremsblöcke näher an die Felge zu bekommen.

5 BELÄGE ZENTRIEREN

Der linke Belag ist dichter an der Felge als der rechte oder andersherum? Dann muss an den Federspannungsschrauben unten am Bremskörper gedreht werden. Werden diese reingedreht, vergrößert sich auf dieser Seite der Abstand zur Felge. Wenn nichts mehr schleift, der Bremszug kräftig festgeschraubt ist und der Bremshebel einen guten Druckpunkt hat, machen Sie eine Testbremsung. Fertig.

Worauf Sie achten müssen!

Bremsen, und zwar richtig: Bremsen Sie kurz und kräftig (stotternd), sodass sich die Bremse durch die Luft abkühlen kann. Wird schleifend gebremst, kann der Belag überhitzen. Dies führt nicht nur zu einemhöheren Verschleiß , sondern kann bei Scheibenbremsen zum Verglasen der Beläge und bei Felgenbremsen bei langen Abfahrten zur Überhitzung der Felge führen. Im schlimmsten Fall platzt durch die Hitze der Schlauch.Scheibenbremsbeläge unterscheiden sich. Sie müssen zur Typenbezeichnung des Bremssattels passen. Außerdem wird zwischen organischen (Resin-) und metallischen (Sinter-)Belägen unterschieden. Für schwere Fahrer, die hart mit den Bremsen umgehen, sind Sinter-Beläge empfehlenswerter. BeimKauf von V-Brake-Belägen muss auf die richtige Länge der Beläge geachtet werden. Um welches Bremsenmodell es sich handelt, ist hierbei normalerweise unwichtig.

NÄCHSTE AUSGABE:

In der nächsten Folge unserer Werkstatt-Serie zeigen wir Ihnen, wie Sie eine Naben- und Kettenschaltung richtig einstellen. Es ist einfacher als gedacht. Springende oder unerreichbare Gänge gehören so bald der Vergangenheit an.

FOTOS: J. KUBICA (11), HERSTELLER