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Werkzeugkoffer: Abgedreht


ÖKO-TEST Ratgeber Bauen und Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2015 vom 08.05.2015

Kleinere Reparaturen lassen sich mit Hammer, Zange und Schraubendreher schnell selbst erledigen. Für die Erstausstattung bietet sich ein Universalwerkzeugkoffer an. Unser Test zeigt: Von vermeintlichen Schnäppchen sollte man besser die Finger lassen – ihnen mangelt es an Qualität.


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Foto: kurhan/Shutterstock

Der Trend zum Selbermachen, neudeutsch Do-it-yourself, ist ungebrochen. In einer Welt, die alles konsumbereit zur Verfügung stellt, ist es eine willkommene Herausforderung, selbst Hand anzulegen – und dabei auch noch kräftig Geld zu sparen.


Nicht jeder Chrom-Vanadium-Stahl hat eine hohe Qualität

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„Heimwerken ist immer stärker im Kommen“, stellt auch Michael Pommer fest. Der 57-Jährige ist Trainer an der früheren Deutschen Heimwerker-Akademie, die mittler weile DIY (Do it yourself) Academy heißt und Standorte in Deutschland und im europäischen Ausland hat. In Kursen, die nahe zu alle Bereiche des Renovierens abdecken, vermitteln Michael Pommer und seine Kollegen Anfängern die Grundlagen des handwerk lichen Arbeitens, führen Fortgeschrittene in neue Heimwerkerhöhen oder weisen Baumarktmitarbeiter ein. Wie etwas gemacht wird, ist hier die eine Frage. Die andere: mit welchem Werkzeug?

„Die Auswahl an Werkzeug ist immer individuell und hängt davon ab, wie regelmäßig man handwerkliche Arbeiten verrichtet“, erklärt Michael Pommer. Anfängern, die eher selten werkeln, rät er, einen kompletten Werkzeugsatz zu kaufen, zum Beispiel in Form eines bestückten Werkzeugkoffers. Versierteren Heimwerkern empfiehlt er, einen leeren Koffer mit einzelnen, qualitativ hochwertigen Werkzeugen zu bestücken, abgestimmt auf sich und den jeweiligen Anwendungsbereich. Anfängern wie Fortgeschrittenen tut sich allerdings dieselbe Schwierigkeit auf: Woran ist gutes Werkzeug zu erkennen?

„Die Qualität des Werkstoffs ist für den Verbraucher letztlich von außen nicht erkennbar“, sagt Professor Uwe Reinert. Er forscht an der Hochschule Bremen zu Werkstoffen. Beispiel Chrom-Vanadium-Stahl: Er gilt als besonders hart und zäh; viele Schraubenschlüssel und andere Werkzeuge tragen diese Bezeichnung. Doch längst nicht alle haben tatsächlich eine hohe Qualität. Die hängt nämlich nicht nur maßgeblich vom richtigen Verhältnis zwischen Kohlenstoff, Chrom und Vanadium ab, sondern auch von der optimalen Wärmebehandlung. „Manche Hersteller sparen hier oder haben nicht das nötige Know-how“, erklärt Reinert. Ihr Produkt dürfen sie trotzdem als Chrom-Vanadium-Stahl verkaufen – die Bezeichnung ist nicht geschützt.

Eine grobe Orientierung bietet die Faustregel „gute Qualität hat ihren Preis“. Von namhaften Herstellern wie Knipex, Hazet, Gedore und Stahlwille sei höhere Qualität zu erwarten als von billigen No-Name-Produkten, so Uwe Reinert. Auch Hinweise auf genormten Stahl und andere DIN-Kennzeichnungen deuten darauf hin, dass eine Firma sorgfältig produziert. Und manche Baumärkte haben Bewertungssysteme aufgestellt, an denen man sich orientieren kann. Damit Amateuren die Freude am Heimwerken nicht von minderwertigen Werkzeugkoffern verdorben wird, haben wir zwölf davon eingekauft und gründlich testen lassen.

Das Testergebnis

Damit lässt sich arbeiten: Fünf mit „gut“ bewertete Werkzeugkoffer können wir Hobbyheimwerkern empfehlen. Sie bieten für relativ wenig Geld gute Qualität. Den besten Gesamteindruck machte der Meister Werkzeugkoffer 95-teilig. Er verbindet eine breite Ausstattung mit solider Verarbeitung. Das hochwertigste Werkzeug liefert der Proxxon Industrial PKW- und Universalkoffer. Er ist allerdings wenig universal und vor allem zu empfehlen, wenn viel am Auto geschraubt wird.
… und damit nicht: Zu Niedrigstpreisen ist keine Qualität zu erwarten – das zeigt unser Test ganz deutlich. Die Werkzeuge der Billigkoffer P&K Pink Lady, Hanse Tools, 179-tlg. und Basic Werkzeugkoffer 77-tlg. schnitten klar schlechter als die der Konkurrenz ab. Die Hämmer der beiden „ungenügenden“ Koffer hielten im Zugtest nicht einmal der Mindestkraft stand. Damit besteht ein erhöhtes Risiko, dass der Hammerkopf dem Heimwerker eines Tages um die Ohren fliegt. Auch rechnen die beiden Schlusslichter in die Zahl der angegebenen Teile zahlreiche Kleinteile wie Reißnägel oder Minidübel mit ein – da ist die Enttäuschung beim Käufer vorprogrammiert.
Kein Koffer ohne Schadstoffe: Besser als mit „befriedigend“ schneidet in puncto Inhaltsstoffe kein Testprodukt ab. In ausnahmslos allen untersuchten Werkzeuggriffen fand das Labor polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) – eine Gruppe von Stoffen, von denen einige krebserregend sind. Die Werkzeuge von Ping-Handel und Hellweg enthielten darüber hinaus umweltschädliche chlorierte Verbindungen sowie Phthalate, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken.

So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und online haben wir zwölf bestückte Werkzeugkoffer eingekauft. Die Koffer sollten zum Heimwerken geeignet und möglichst universal einsetzbar sein und mindestens Hammer, Zange und Schraubendreher sowie Knarre oder Schraubenschlüssel beziehungsweise Inbus enthalten. Auf solche mit reiner Elektriker- oder anderer berufsbezogener Ausstattung haben wir verzichtet. Für den günstigsten Koffer zahlten wir 27,99 Euro, die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für den teuersten beträgt 165 Euro.

Die Praxisprüfung
Im Labor fühlten Fachleute den Werkzeugkoffern auf den Zahn. Sie beurteilten die Ausstattung der Koffer – und natürlich die Qualität des Inhalts. Mit den Hämmern schlugen sie auf Flachstahl und prüften mit einer speziellen Maschine, wie viel Kraft nötig ist, um die Hammerköpfe abzuziehen. Sie brachten mit den Knarren eine definierte Kraft gegen einen Drehmomentschlüssel auf und erprobten die Zangen an Kupfer-, Zink- und Stahldraht. Kraftübertragung und Ergonomie der Schraubendreher wurden fachmännisch beurteilt, auch ließen wir die Materialhärte jeweils mehrerer Werkzeuge pro Koffer nach einem normierten Verfahren testen. Unsere Experten überprüften ebenso kritisch, ob das Werkzeug im Koffer sicher verstaut ist und sich mühelos entnehmen und zurücklegen lässt. Robusten Koffern und Werkzeugen macht es nichts aus, sollten sie einmal runterfallen. Auch das haben wir getestet.

Die Inhaltsstoffe
Je ein Werkzeug pro Koffer schickten wir ins Labor, um dort den Kunststoffgriff überprüfen zu lassen: Werden als Weichmacher Phthalate eingesetzt, die im Verdacht stehen, wie ein Hormon zu wirken? Stecken poly zyklische aroma tische Kohlenwasserstoffe darin, von denen einige krebserregend sind? Auch nach umweltschädlichen chlorierten Verbindungen ließen wir die Experten fahnden.

Zugprüfung: Wie viel Kraft ist nötig, um den Hammerkopf abzuziehen?


Fotos (2): Labor

Die Bewertung
Mit einem Werkzeugkoffer sollte man vielseitig, reibungslos und sicher arbeiten können, deshalb liegt der Schwerpunkt des Gesamturteils mit 70 Prozent auf der Praxisprüfung. Ist ein Produkt hier „ungenügend“, kann das Gesamturteil nicht besser sein. Innerhalb des Praxistests geht für uns Qualität vor Quantität: In erster Linie zählt die gute Verarbeitung des Werkzeugs, die mit 70 Prozent einfließt. Ist ein Produkt hier „ungenügend“, fällt es durch den gesamten Praxistest. Ausstattung und Handhabung des Koffers machen 30 Prozent der Praxisprüfung aus.

Mit Kleinteilen treiben einige Anbieter die Teilezahl ihrer Koffer in die Höhe.


B1 Werkzeugkoff er 95-teilig

Preis: 59,99 Euro
Toom legt mit dem B1 Werkzeugkoffer 95-teilig ein relativ günstiges und gut ausgestattetes Produkt vor. Unter anderem enthält es Kombi- und Telefonzange sowie einen Seitenschneider. Das Werkzeug sitzt sicher und lässt sich gut herausnehmen und zurücklegen. Zu bemängeln gibt es einzelne Schwächen wie Grate am Schraubendreher und die Knarre ohne Arretierung.

Gesamturteil „gut“

Meister Werkzeugkoff er 95-tlg.

Preis: 82,06 Euro
Der relativ kleine Koffer ist der Favorit der Laborexperten. Er ist kunststoffbeschichtet und verfügt über Alurahmen und Eckenverstärkungen; seine 95 Teile decken einen Gutteil dessen ab, was man für alltägliche Heimwerkerarbeiten braucht. Die Qualität des Werkzeugs ist gut, Abzüge gibt es bei den Schraubendrehern und der Materialhärte. Dank Gummibändern und Klettverschlüssen sitzt alles sicher und wohlgeordnet im Koffer.

Gesamturteil „gut“

Trend Line Alu-Werkzeugkoff er

Preis: 99,99 Euro
Werkzeug und Koffer des Globus-Produkts präsentieren sich für den Hausgebrauch gut gerüstet, auch wenn Schraubendreher und Zangen besser verarbeitet sein könnten. Der 100-Euro-Koffer beinhaltet neben denStandards auch Säge, Maßband, Bohrersatz und Cutter. Alles sitzt sicher im Koffer und lässt sich leicht herausnehmen und verstauen.

Gesamturteil „gut“

Wisent WHL 81-tlg.

Preis: 69 Euro
Seine gute Ausstattung, die insgesamt solide Verarbeitung des Werkzeugs und das einfache Herausnehmen und Zurücklegen machen den Bauhaus-Koffer empfehlenswert. Trotz des gratigen Schraubendrehers ist die Qualität des Werkzeugs für den Hobbyeinsatz insgesamt gut geeignet. Praktisch sind neben dem brauchbaren Satz an Zangen (Kombi-, Wasserpumpen- und Telefonzange sowie Seitenschneider) auch die Metallsäge und der Cutter.

Gesamturteil „gut“

Proxxon Industrial PKW- und Universalwerkzeugkoff er

Preis: 165 Euro
Der teuerste Koffer im Test enthält das hochwertigste Werkzeug. Es ist sauber verarbeitet und sitzt zudem sicher in den Halterungen. Ein Manko des Koffers für Einsteiger: Wirklich universal ist er nicht, trotz seines Namens. Für Pkw-Reparaturen sehr gut geeignet, fehlt ihm für den Hausgebrauch Sinnvolles wie Bits, Maßband oder Cutter. Wer damit leben kann, wird am Proxxon lange seine Freude haben.

Gesamturteil „gut“

Industrial Werkzeugkoff er, 74-teilig

Preis: 79 Euro
Der Koffer von Hornbach beinhaltet einerseits hochwertige Werkzeuge wie eine 1/2-Zoll-Knarre samt 24-Millimeter-Steckschlüssel-Einsatz, ande-rerseits könnten die Schraubendreher besser verarbeitet sein. Seine Handhabung ist einfach, das Werkzeug sitzt, wo es soll. Beim Sturztest allerdings verformte sich der Kunststoffkoffer. Auch aufgrund stark erhöhter polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) vergeben wir das

Gesamturteil „befriedigend“

Mannesmann Werkzeugsatz im Alukoff er, 108-tlg.

Preis: 97 Euro
Mit 8,3 Kilogramm stellt der Mannesmann das Schwergewicht unter den getesteten Koffern, er ist auch der voluminöseste. Klettverschlüsse bieten den Werkzeugen sicheren Halt – und den brauchen sie auch: Beim Umklappen des Innenteils kippt der Koffer. Ein Plus ist die vielfältige Einsetzbarkeit der Werkzeuge, darunter eine Metallsäge, eine Feile und ein Fünf-Meter-Maßband. Die Standardwerkzeuge sind größtenteils solide gefertigt, Abzüge gibt es unter anderem für geringe Härtewerte.

Gesamturteil „befriedigend“

Connex Cox 566041

Preis: 117,78 Euro
Den Belastungstest bestanden die Connex-Werkzeuge mühelos, insbesondere die Schraubendreher sind sehr gut verarbeitet. Der Koffer selbst kann da nicht mithalten. Beim Falltest öffnete und verformte er sich, ein Plastikverschluss ging kaputt. Die Ausstattung ist zwar für Kfz-Reparaturen geeignet, doch für den universellen Hausgebrauch zu dürftig. Auch wegen geringer Härte werte und stark erhöhter Schadstoffe reicht es deshalb nur zum

Gesamturteil „ausreichend“

Lux Tools Classic WZK-54 A

Preis: 44,99 Euro
Das vergleichsweise günstige Obi-Produkt fällt in der Qualität der Werkzeuge ab. So sind die Schraubendreher unsauber verarbeitet und zudem relativ dünn und nicht gummiert, das mindert die Kraftübertragung. Die Knarre kommt ohne Arretierung daher. Einzelne Teile sind etwas schwieriger einzurasten, dafür bietet der Koffer den Werkzeugen sicheren Halt. Allerdings öffnete er sich beim Sturz aus einem Meter Höhe.

Gesamturteil „ausreichend“

Basic Werkzeugkoff er 77-tlg.

Preis: 29,99 Euro
Beim Basic von Hellweg fällt als Erstes der niedrige Preis auf. Als Zweites, woran gespart wurde: An der Knarre ohne Arretierung maß das Labor einen inakzeptablen Härtewert von 208 HV (Vickershärte), die Gummierung am Griff ließ sich leicht abziehen – die gratigen, schmalen Schraubendrehergriffe haben erst gar keine; ihre Kraftübertragung lässt zu wünschen übrig. Dasselbe gilt für die Ausstattung.

Gesamturteil „mangelhaft“

Hanse Tools, 179-tlg.

Preis: 29,95 Euro
179 Teile für 30 Euro? Da stutzen nicht nur erfahrene Heimwerker. Tatsächlich läppert sich die hohe Zahl vor allem aus kleinen Teilen wie Nägelchen und Schrauben. Was übrig bleibt, hat mit Qualität nicht viel zu tun: Der Hammerkopf löst sich zu leicht vom Stiel, zudem wurde hier an der Materialhärte gespart. Auch die Handhabung des Koffers lässt zu wünschen übrig – und nach dem Transport liegen die Steckschlüsseleinsätze lose im Koffer. Der stinkt auch noch massiv nach Kunststoff.

Gesamturteil „ungenügend“

P&K Pink Lady

Preis: 27,99 Euro
Zu kleinen, rosafarbenen Werkzeugkoffern mag es zwei Meinungen geben – zur Qualität der Pink Lady nicht. Die Ausstattung ist dürftig und die Ausführung stellt ein erhöhtes Risiko für die Gesundheit dar: Der Hammerkopf löst sich zu leicht, der gratige Schraubendreher sitzt unangenehm in der Hand, die Verriegelung des Cuttermessers ist zu leicht zu lösen und die Wasserwaage nicht im Lot. So taugt das Köfferchen nicht mal als augenzwinkerndes Geschenk. Ladys verdienen besseres Werkzeug!

Gesamturteil „ungenügend“

Fett gedruckt sind Mängel.
Abkürzungen: PAK = polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoff e.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 242.
Anmerkungen: 1) Laut Anbieter Heimbuch wird der Werkzeugkoff er bis auf Weiteres nicht mehr vertrieben.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Testergebnis Praxisprüfung: Das Testergebnis Praxisprüfung setzt sich zu 30 Prozent aus dem Teilergebnis Ausstattung und Handhabung und zu 70 Prozent aus dem Teilergebnis Verarbeitung zusammen. Es kann nicht besser sein als „ungenügend“, wenn das Teilergebnis Verarbeitung „ungenügend“ ist. Es wird kaufmännisch gerundet. Teilergebnis Ausstattung und Handhabung: Das Teilergebnis Ausstattung und Handhabung setzt sich aus folgenden Ergebnissen zusammen:
1. Werkzeugausstattung für den universellen Einsatz in Haus/Haushalt: 10 oder mehr Werkzeuggruppen und sehr gute Ausstattung innerhalb der Werkzeuggruppen = sehr gut, 0 Minuspunkte. 10 oder mehr Werkzeuggruppen und zufriedenstellende Ausstattung innerhalb der Werkzeuggruppen = gut, 4 Minuspunkte. 8 oder weniger Werkzeuggruppen oder 10 Werkzeuggruppen mit schlechter Ausstattung = mäßig bzw. mäßig, Schwerpunkt auf Kfz, 8 Minuspunkte. Berücksichtigte Werkzeuggruppen: Sägen, Feilen, Schraubendreher, Messer/ Scheren/Cutter, Inbus, Gabel-/Ringschlüssel, Zangen, Umschaltknarre, Bits, Hammer, Maßband, Uhrmacherschraubendreher, Wasserwaage, Feinwerker-Bitsatz, Bohrersatz, Kleinteile. 2. Öff nen und Schließen: Zufriedenstellend zu öff nen und zu schließen = einfach, 0 Minuspunkte. Koff er kippt beim Umklappen des Innenteils um oder der Schließmechanismus ist schwer oder umständlich zu betätigen = befriedigend, 2 Minuspunkte.
3. Sitz des Werkzeugs: Sicherer Halt = 0 Minuspunkte. Einzelnes Werkzeug sitzt nicht sicher = 2 Minuspunkte. Steckschlüsseleinsätze lose im Koff er nach Transport = 5 Minuspunkte. 4. Entnehmen und Zurücklegen: Werkzeug ist zufriedenstellend zu entnehmen und zurückzulegen = einfach, 0 Minuspunkte. Einzelne Teile etwas schwieriger = 2 Minuspunkte. Insgesamt etwas schwieriger = 3 Minuspunkte. Klettverschlüsse werden nicht abgewertet. Die einzelnen Minuspunkte werden addiert. Das Teilergebnis Ausstattung und Handhabung ergibt sich aus der Summe der Minuspunkte: 0 bis 2 Minuspunkte = sehr gut; 3 bis 5 Minuspunkte = gut; 6 bis 8 Minuspunkte = befriedigend; 9 bis 11 Minuspunkte = ausreichend; 12 bis 14 Minuspunkte = mangelhaft; mehr als 14 Minuspunkte = ungenügend.
Teilergebnis Verarbeitung: Das Teilergebnis Verarbeitung setzt sich zu gleichen Teilen aus folgenden Ergebnissen zusammen: 1. Einzelprüfungen der Werkzeuge: Hammer: Belastungstest und Zugprüfung bestanden = in Ordnung, 1 Minuspunkt. Verformung beim Belastungstest = 6 Minuspunkte. Sollwert in Zugprüfung nicht erfüllt = 7 Minuspunkte. Knarre: Belastungstest bestanden, mit Arretierung und gummiertem Griff bzw. mit Einsparung für Finger = in Ordnung, 1 Minuspunkt. Ohne Arretierung oder Griff blank und/oder Gummierung lässt sich leicht abziehen = jeweils 3 Minuspunkte. Zangen: Belastungstest bestanden = in Ordnung, 1 Minuspunkt. Signifikant erhöhter Kraftaufwand zum Schneiden der Drähte = befriedigend, 5 Minuspunkte. Schrau-bendreher: Kraftübertragung sehr gut, Verarbeitung in Ordnung = 1 Minuspunkt. Kraftübertragung noch gut = 3 Minuspunkte. Kraftübertragung befriedigend = 5 Minuspunkte. Leicht gratig (leichter Grat am Griff) = 5 Minuspunkte. Gratig (deutlicher Grat am Griff) = 7 Minuspunkte. Die Punktzahlen der Einzelprüfungen der Werkzeuge werden addiert und durch die Zahl der geprüften Werkzeuge geteilt. Der Durchschnittswert geht in das Teilergebnis Verarbeitung ein.
2. Materialhärte: Einzelmessung der Materialhärte von Hammer, Kreuzschraubendreher, Knarre, Zange und Schraubenschlüssel. 500 HV (Vickershärte) oder mehr = jeweils 1 Minuspunkt. Materialhärte eines Werkzeugs weniger als 500 HV, aber mindestens 400 HV = 5 Minuspunkte. Materialhärte weniger als 400 HV = 10 Minuspunkte. Die Punktzahlen der einzelnen Werkzeuge werden addiert und durch die Zahl der geprüften Werkzeuge geteilt.
Hieraus ergibt sich das Zwischen ergebnis Materialhärte: 1,0 bis 2,9 Minuspunkte = in Ordnung; 3,0 bis 4,9 Minuspunkte = ausreichend; 5,0 oder mehr Minuspunkte = mangelhaft. 3. Falltest Koff er und Werkzeug: Koff er bleibt geschlossen, Koff er und Werkzeuge sind höchstens geringfügig beschädigt = in Ordnung, 0 Minuspunkte. Koff er öff net und verformt sich, ein Verschluss verliert Funktion = 3 Minuspunkte. Koff er öff net sich oder verformt sich = 2 Minuspunkte. Kunststoff griff von Knarre abgeplatzt = 1 Minuspunkt.
4. Sonstige Auff älligkeiten: Keine = 0 Minuspunkte. Cuttermesser mit leicht zu lösender Verriegelung und/oder Wasserwaage nicht im Lot = jeweils 5 Minuspunkte. Starker Geruch = 3 Minuspunkte. Bitbeschriftung schwer lesbar = 2 Minuspunkte.
Die einzelnen Punktzahlen werden addiert. Das Teilergebnis Verarbeitung ergibt sich aus der Summe der Minuspunkte: 2,0 bis 4,9 Minuspunkte = sehr gut; 5,0 bis 7,9 Minuspunkte = gut; 8,0 bis 10,9 Minuspunkte = befriedigend; 11,0 bis 13,9 Minuspunkte = ausreichend; 14,0 bis 16,9 Minuspunkte = mangelhaft; 17,0 Minuspunkte oder mehr = ungenügend.
Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um vier Noten: ein stark erhöhter Gehalt von in der Summe mehr als 1.000 μg/kg mehrerer Einzelverbindungen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff en (PAK), wobei jede Einzelverbindung einen Gehalt von mehr als 100 μg/kg aufweist. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein erhöhter Gehalt von mehr als 100 μg/kg einer oder mehrerer PAK-Einzelverbindungen, sofern sie in der Summe 1.000 μg/kg nicht übersteigen; b) mehr als 1.000 mg/kg Phthalate. Zur Abwertung um eine Note führen: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen. Das Gesamturteil setzt sich zu 70 Prozent aus dem Testergebnis Praxisprüfung und zu 30 Prozent aus dem Testergebnis Inhaltsstoffe zusammen. Es kann nicht besser sein als ungenügend, wenn das Testergebnis Praxisprüfung ungenügend ist. Es wird kaufmännisch gerundet.

Testmethoden undAnbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → „N1505“ eingeben
Bereits veröffentlicht undStand der Ergebnisse: ÖKO-TEST-Magazin 3/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.
Einkauf der Testprodukte: November und Dezember 2014.

ÖKO-TEST rät

■ Bestückte Werkzeugkoffer lohnen sich vor allem als Grundausstattung für Einsteiger. Mit fortschreitender Erfahrung lässt sich die Werkzeugsammlung individuell ergänzen.
■ Mit den fünf als „gut“ getesteten Produkten haben Sie hinsichtlich Ausstattung und Preis verschiedene Alter nativen. Für welchen der Koffer Sie sich entscheiden, sollten Sie vom voraussichtlichen Einsatzbereich abhängig machen – und davon, welches Werkzeug im Haushalt bereits vorhanden ist.