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WESTAUSTRALIEN:KIMBERLEY:Willkommen im Abenteuerland


REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 07.04.2020

Im Nordwesten von Down Under, über 4.000 Kilo meter von den Gebieten der verheerenden Waldbrände des Jahreswechsels entfernt, liegt die Kimberley-Region. Gerade mal 36.000 Menschen leben hier auf einer Fläche größer als Deutschland - die Hälfte davon Ureinwohner. Sie sind Hüter tiefer Schluchten, uralter Felsmalereien, versteinerter Korallenriffe und horizontaler Wasserfälle.


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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 2/2020

Gibb River Road: Durchquerung des Pentecost River. Im Hintergrund die Berge der Cockburn Ranges


Badestopp bei Halls Creek am Great Northern Highway (links). Kap Leveque: Alt und Jung bei der traditionellen Zubereitung einer ...

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... Mangrovenkrabbe (rechts)


Einsame Strände und Steilküsten aus rotem Sandstein am Kap Leveque


Eine pinkfarbene Schleife am Great Northern Highway würde mich auf die Abzweigung aufmerksam machen, hatte Neville mir am Telefon erklärt. Und tatsächlich flattert das Erkennungszeichen exakt 149 Kilometer hinter Broome an einem unauffälligen Straßenschild - ringsherum riesige Termitenhügel und ausladende Boababbäume. Ab hier ist Schluss mit Teer und Asphalt; die letzten 50 Kilometer zu Nevilles Camp führen über dunkelroten Sand und durch staubige Schlaglöcher, bis sich das meterhohe Gras lichtet und vor mir die verstreute Anlage des »Oongkalkada Wilderness Camps« auftaucht.

Neville hat die sechs Glampingzelte mit Holzboden und eigener Badekammer selbst auf sein Grundstück gebaut. Er möchte mit seinen Gästen seine Kultur und seine Geschichte teilen. Eine Geschichte, die weit über sein eigenes Leben hinausreicht, die sich über die Jahrtausende hinweg so tief wie die Wurzeln der Roten Eukalypten in diese raue Landschaft gegraben hat.

Neville ist ein Ureinwohner vom Stamm der Nykina aus der südwestlichen Kimberley- Region, ein ruhiger, freudestrahlender Mann, der mich jetzt herzlich begrüßt und schon gleich auf die erste Spritztour in seinem Geländewagen einlädt: »Komm, ich zeig Dir mein Land!«

Dreitausend Hektar misst Nevilles Hintergarten - ein jetzt im August trockenes Fleckchen Erde mit spitzem Stachelgras, idyllischen Flüssen, ausgetrockneten Becken und wilden Sträuchern. Neville scheint meinen Blick zu lesen. »Wenn Du aus dem Fenster siehst, dann siehst Du Gras und Bäume. Ich sehe einen Supermarkt und eine Apotheke. « Was er damit meint, wird spätestens klar, als er die Rinde eines dünnen Baums abschält, sie in Flusswasser tränkt und mir das Wasser auf meine geschwollenen Moskitostiche am Arm reibt. Der Juckreiz ist sofort weg, die Schwellung kurze Zeit darauf verschwunden. Oder wie er am Abend einen Barramundi mit der Angel aus dem Wasser zieht, den er wenig darauf mit köstlichen Gewürzen aus dem Buschland zum Abendessen serviert. Nur zwei Tage sind mir auf Nevilles Land vergönnt. An einem Ort fernab der restlichen Welt, der sich doch anfühlt wie das Zentrum des Lebens.

BROOME:Wo der Mond aus dem Ozean klettert

Es gibt sie tatsächlich: die Treppe zum Mond! Aber nur dann, wenn der Vollmond bei Ebbe aus dem Ozean klettert und sich seine Strahlen für eine Viertelstunde in den geriffelten Pfützen im Sand widerspiegeln. Am Town Beach an der Ostküste von Broome herrscht dann Jahrmarktstimmung: Aus Garküchen steigen verführerische Düfte, dazwischen werden bunte Sarongs und exotisches Kunstwerk feilgeboten. In der Bar des »Mangrove Hotels« genießen die Gäste einen Sundowner, magische Didgeridoo-Klänge und dazu einen super Blick auf das Spektakel (Daten auf www.kimberleytravel.com.au).

Die charmante Kleinstadt Broome, früher ein Zentrum der Perlenfischerei, liegt auf einer Landzunge. An Geschäften, Cafés und guten Restaurants herrscht kein Mangel. Craft- Biere (auch Mango- und Litschibier, Glas ab € 6,30), dazu Fisch, Rinderfilet und frische Salate (Hauptgerichte € 19-24) serviert man in »Matso’s Brewery« (60 Hamersley St., www.matsos. com.au). Nett sitzt es sich im schattigen Garten des »Zookeepers« (2 Challenor Drive, www.zks. com.au), die Gerichte werden mit lokalen Zutaten frisch zubereitet (warmes Frühstück € 12,50, pochierter Lachs € 22).

Highlight des Ortes ist der 20 Kilometer lange, befahrbare Cable Beach an der Westküste, wo man auf einem Kamel in den Sonnenuntergang reiten kann (Kamelritt je nach Tageszeit € 28-56, www.broomecamelsafaris.com.au). Weiter im Süden liegt der Gantheaume Point, zwischen dessen roten Klippen bei Ebbe Dinosaurierfußspuren erkennbar werden.

Im Geländewagen durch die Kimberley

Für eine Reise durch die Kimberley ist ein Allradwagen nötig. Unterkünfte und meist gut gepflegte Campingplätze liegen überall an der Route.

Nach der Ankunft gönnt man sich am besten ein paar relaxte Tage in Broome. Von dort bieten sich verschiedene Abstecher an: 1. Wer ein paar Tage extra Zeit hat, fährt die Dampier Peninsula hoch zum Cape Leveque und lässt sich von den Ureinwohnern bei Kooljaman das einzigartige Land zeigen. 2. Eine Tagestour im Wasserflugzeug zu den Horizontal Waterfalls (ab Broome, Derby oder Cape Leveque) ist einmalig, wenn auch teuer. 3. Nevilles »Oongkalkada Wilderness Camp« bei Udialla südöstlich von Broome bietet tiefe Einblicke in das Land und die Kultur seiner indigenen Bewohner (2 Tage und 2 Nächte inkl. Übernachtung im Safarizelt, Mahlzeiten und individuellen Touren € 1.006 für 2 Personen, 0061- 400878898, nev@uptuyu.com.au).

Von Broome geht es dann mit dem Auto auf dem Great Northern Highway zu den Mimbi Caves (»Zu Gast bei den Aborigines«, s. S. 68) und zum Purnululu N. P., in dem man mindestens zwei Übernachtungen einplanen sollte. Nach einer Übernachtung in Kununurra geht’s auf die Gibb River Road: zu Emma Gorge, El Questro, Windjana Gorge und Tunnel Creek; wer es wagt, fährt auch hoch zu den Mitchell Falls. Kurz vor Derby legt man noch einen kurzen Stopp am Boab Prison Tree ein, einem gewaltigen Affenbrotbaum, bevor es zurück nach Broome geht. Für die komplette Strecke sollte man mindestens 14 Tage einplanen.

Zu Gast bei den Aborigines

UNSERE AUTORIN EMPFIEHLT

Reisen im australischen Outback hatte und hat für die indigene Bevölkerung oft verheerende Folgen. Allzu oft wurden die Ureinwohner ihrer heiligsten Stätte enteignet, wurde ihre jahrtausendealte Kunst verschandelt, wurden ihre ungeschriebenen Gesetze ignoriert. Vielerorts setzt derzeit ein Umdenken ein: Nach vielen Jahrzehnten in europäischen und amerikanischen Museen befinden sich derzeit zahlreiche kulturell bedeutsame Objekte auf der Heimreise nach Australien, darunter auch Kunst der Bardi Jawi vom Cape Leveque.

Eine Aborigine-Frau mit Besuchern vor Felszeichnungen bei den Mimbi Caves


Eine 2016 von der Aborigine-Community gestartete Initiative will nun eine längst überfällige Brücke zwischen unseren Kulturen schlagen: An mehreren Orten in Western Australia kann man bei Ureinwohnern auf gut gepflegten Zeltplätzen übernachten. Am Abend sitzt man am Lagerfeuer beisammen und lauscht ihren Gesängen oder Erzählungen. In der Kimberley- Region wird das sogenannte Camping with Custodians u. a. bei den Mimbi Caves am Great Northern Highway geboten (Camping € 11/Pers.). In bis heute nur wenig erforschten Höhlen liegen hier die Überreste des 350 Millionen Jahre alten Devonian Reefs verborgen. Tourguides vom Stamm der Gooiyandi bieten Führungen an (2 Std. € 56, www.mimbi caves.com.au).

DAMPIER PENINSULA & BUCCANEER-ARCHIPEL

1.000 kleine Inseln am Ende der Welt

An der Küste der Dampier-Halbinsel finden Reisende einsame Standplätze fürs Offroad-Camping


Die Dampier-Halbinsel nördlich von Broome bleibt ein Geheimtipp für Abenteuerlustige, die die Anfahrt im Geländewagen über die roten Sandpisten wagen. Auf der dreistündigen Fahrt von Broome bis Cape Leveque lohnen Abstecher zu abgelegenen, wildschönen Strandbuchten wie Whale Song und Pender Bay. Oben am Kap liefern die feuerroten Sandsteinfelsen einen eindrucksvollen Kontrast zum Türkis des Ozeans. Kooljaman heißt das Kap in der Sprache der Bardi-Jawi-Stämme, denen das Land gehört. Sie bieten im »Camp Kooljaman « Übernachtung (s. S. 71) und eindrucksvolle Touren (Angeln, Walbeobachtung, Küsten- und Kulturtouren). Das exzellente »Raugi’s Restaurant « serviert Hauptgerichte ab € 15,50.

Ein Ausflug mit dem Wasserflugzeug führt von Broome (oder Derby) in den Buccaneer-Archipel: tausend kleine Inseln am Ende der Welt. Das gewaltige Ausmaß des Archipels erkennt man am besten aus der Luft. Highlight und Endstation sind die Horizontal Falls in der Talbot Bay - ein Naturphänomen, das weltweit seinesgleichen sucht. Der Tidenhub von bis zu zehn Metern sorgt hier für eine so starke Strömung, dass das Wasser zwischen den Felsen wuchtvoll hindurchgeschossen wird.
Nicht billig, aber eine Super-Tour: Horizontal Falls Seaplane Adventures bietet eine erlebnisreiche Kombi aus Buccaneer-Archipel und Dampier Peninsula als Tagestour an (ab Broome ab € 575, www.horizontalfallsadventures.com. au).

GIBB RIVER ROAD

Outback-Abenteuer mit Krokodilen und Badevergnügen

Die Hauptschlagader der Kimberley bildet die 660 Kilometer lange Gibb River Road zwischen Derby und Kununurra. Die legendäre Outbackpiste wird zwar ständig verbessert und ausgeweitet, dennoch empfiehlt sich ein Geländewagen. In der Regel ist »The Gibb« von April bis September gut befahrbar. Erstes Highlight sind die Schluchten im Westen: Bis zu hundert Meter hoch ragt der Kalkstein an der Windjana Gorge über den Überbleibseln eines urzeitlichen Korallenriffs empor. Am Ufer des Lennard River schlummern Süßwasserkrokodile in der Tropensonne, vom aufgeregten Trubel der vorbeischlendernden Besucher sichtlich unbeeindruckt. Etwas weiter südlich liegt Tunnel Creek, eine etwa 700 Meter lange Höhle, die man komplett durchlaufen kann, dabei aber mehrere Pools durchquert. Taschenlampe und Riffschuhe (oder wasserfeste Sandalen) sollte man unbedingt dabeihaben. Am hinteren Ende des Tunnels verzieren prächtige, uralte Felsmalereien den Kalkstein.

Der Wanderweg zur Emma Gorge in der östlichen Kimberley-Region ist steinig, aber die Mühe unbedingt wert. Im ersten Pool, den man nach etwa 45 Minuten erreicht, kann man sich abkühlen. Am hinteren Pool, etwa 15 Minuten weiter, bietet das von den Schluchtwänden tropfende Wasser eine warme Dusche.
Rund um El Questro Gorge - eines der meistbesuchten Ausflugsziele an der Gibb River Road - liegen weitere schöne Schluchten, darunter die warmen Quellen der Zeebedee Springs, die der Öffentlichkeit allerdings nur vormittags (7-13 Uhr) zugänglich sind.
Die beeindruckenden Mitchell Falls im Norden liegen an der vermutlich längsten Sackgasse der Welt, die durch mehrere tiefe Wassergräben führt und für die man einfach drei bis vier Stunden einplanen sollte.
Eine Tour auf der Gibb River Road sollte gut vorbereitet sein. Gute Karten haben die Informationszentren in Broome und Kununurra, Hilfe zur Planung liefert www.kimberleyaustralia.com, aktuelle Infos zum Straßenzustand findet man auf www.travelmap.mainroads.wa.gov.au.

Der Mitchell River ergießt sich bei den Mitchell Falls in mehrere aufeinanderfolgende Pools


Cathedral Gorge im Purnululu N.P.


Auf der Lauer: Krokodil im Mitchell River N.P.


Ein Baobab-Baum am Great Northern Highway


Der Buccaneer-Archipel besteht aus etwa tausend zumeist unbewohnten Inseln und Inselchen


PURNULULU NATIONAL PARK

Bungle Bungle - gigantische »Bienenstöcke« als Weltnaturerbe

Die bienenkorbförmigen Sandsteinkegel der Bungle Bungle aus der Luft gesehen


Das UNESCO-Weltnaturerbe wirkt wie die Spielwiese eines überirdischen Imkers: Bis zu 200 Meter hoch erheben sich die grau-rotgestreiften bienenstockförmigen Bungle Bungle aus dem rauen Outback. Am imposantesten ist ihr Anblick aus dem Helikopter (Flüge mit Heli- Spirit ab Warmun Roadhouse, Purnululu, Kununurra oder Lake Argyle; 18 Min. ab Purnululu € 186, www.helispirit.com.au).

Vom Great Northern Highway führt eine 55 Kilometer lange Piste zu den einzigartigen Sandsteinen. Der Weg ist nur während der Trockenzeit und mit Geländewagen befahrbar (für die Anfahrt 90 Min. einplanen). Auch mit dem PKW zu erreichen ist der »Bungle Bungle Caravan Park« (siehe Seite 83), der Tagestouren in den Park für € 196 anbietet.
Vom Piccaninny Car Park im Süden schlendert man in wenigen Schritten zur kleinen Schlucht The Dome. Spektakulärer ist die riesige Cathedral Gorge sowie der Ausblick über die Beehives von den Aussichtspunkten The Window und Piccaninny Creek Lookout, beide auf leichten Fußwegen zu erreichen. Im Norden des Nationalparks läuft man durch eine tiefe, finstere Schlucht bis zum Echidna Chasm: Zwischen den schmalen Felsspalten fühlt man sich wie ein Zwerg im Land der Riesen.

INFO Westaustralien/Kimberley

EINREISE

Deutsche, Schweizer und Österreicher können online ein kostenloses eVisitor-Visum (»Subclass 651«) beantragen, das drei Monate gültig ist (https://immi.home affairs.gov.au).

GELD

Währung ist der Australische Dollar (A$). € 1 = A$ 1,65 (Stand: 3/20). Kartenzahlung ist üblich.

GESUNDHEIT

Keine Impfungen vorgeschrieben. Es empfiehlt sich Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie und Hepatitis.

REISEZEIT

Die meisten Ziele in den Kimberleys sind nur in der Trockenzeit von Mitte April bis Anfang Oktober erreichbar.

VERKEHRSMITTEL

Inlandflug: Mit Qantas nonstop nach Broome von Perth (ab € 140), selten auch von Melbourne (ab € 353) und Sydney (ab € 370), mit Virgin Australia von Perth (ab € 111). Alle Preise oneway Mietwagen: Für eine Reise durch die Kimberley ist ein Wagen mit Allradantrieb (AWD = All Wheel Drive) nötig, noch besser ist ein Geländewagen (4WD = Four Wheel Drive = 4x4). Man übernimmt das Fahrzeug am Airport Broome. Für zwei Wochen sind ab € 680 (Aurum Cars, AWD) bzw. ab € 730 (Auto Europe, 4WD) zu kalkulieren (Metapreisvergleich www.REISEPREISE. de/mietwagen). Bei Budget Australia kosten 14 Tage rund € 750 (AWD) bzw. € 1.250 (4WD), wer den Wagen in Kununurra abgeben möchte, zahlt zusätzlich eine Einweggebühr von A$ 1.000, das sind € 621 (www.budget.com.au). Inklusive sind 100 km/Tag, Zusatzkilometer kosten ca. € 0,20/km. Voll ausgestattete 4WD-Camper mit Dachzelt sind ab/bis Broome für 14 Tage ab € 1.645 zu haben (Apollo, Metapreisvergleich und Buchung: www.bestcamper.de).

UNTERKUNFT

In den Nationalparks, an der Gibb River Road und auf der Dampier Peninsula gibt es überall Campingplätze, die von der Nationalparkbehörde verwaltet werden (€ 8-10,50 pro Person, www.parks.dpaw. wa.gov.au/campgrounds-status). Die neuen, schönen Campingplätze bei Aborigines kosten nur wenig mehr (siehe Spalte auf Seite 80). Die Caravanparks bieten Stromanschluss für Camper und zudem Cabins (€ 95-155) oder Safarizelte, teilweise mit Bad. Dazu kommen viele sehr schöne Resorts mit Pool und Restaurant (in der Saison ab etwa € 125).

ESSEN & TRINKEN

Die Kimberley verfügt über eine exzellente Gastronomie, besonders in Broome, aber auch an abgelegenen Orten wie Kooljaman, Emma Gorge oder El Questro. Wie wäre es mit einem Barramundi-Filet (z. B. nach traditioneller Art in Baumrinde gegart, € 22), einem Teller frischer Fish & Chips (€ 15,50) oder einem Känguru-Filet in Honig-Pastinakensoße (€ 16). Softdrinks gibt’s für € 2,20-2,50, Bier für € 3-5 und eine Flasche Wein ab € 15,50.

REISEFÜHRER

Von R&P-Autorin Corinna Melville: »Australien«, Stefan Loose Travel Handbuch, DuMont Reiseverlag 2018, € 26,99.

PAUSCHALANBIETER

Boomerang Reisen (0651- 966800, www.boomerangreisen. de); Explorer Fernreisen (0211- 994901, www.explorer. de); Pacific Travel House (089- 5432180, www-pacific-travelhouse. com).

FLÜGE BUCHEN

Flüge nach Perth mit kurzer Flugdauer gibt es ab € 950 (Qatar Airways/Scoot). Kaum teurer sind British Airways/Qantas. Wer lieber bei einer Airline bleibt: Bei Singapore Airlines zahlt man ab € 1.150, bei Emirates ab € 1.005. Von Zürich fliegen Swiss/Singapore Airlines (ab € 1.020). Ein Gabelflug Perth//Broome kostet rund € 1.300 (Lufthansa/Thai Airways/ Singapore Airlines).

FLUG ab€ 950

Preise ermittelt über World-of-Flights.de

PREISNIVEAU

Mindestausgaben bei einfachen bis mittleren Ansprüchen inkl. ½ Doppelzimmer.

DAS KLIMA IN WESTAUSTRALIEN (Broome)

Fürs Smartphone: QR-App downloaden, Code abfotografieren und Info-PDF aufs Handy herunterladen.

Elephant Rock genannter Bergrücken am Ord River unweit von Kununurra


KUNUNURRA & LAKE ARGYLE

Melonen, Mangos und ein riesiger Stausee

Im verschlafenen Städtchen Kununurra am östlichen Tor zur Kimberley Region machen viele Wwoofer (Ökobauern-Helfer) und Backpacker mit Working-Holiday-Visum Station, denn die riesigen umliegenden Farmen (Melonen, Mangos, Baumwolle, Sandelholz) brauchen zur Erntezeit tüchtige Helfer.

Touristisches Highlight ist eine Fahrt auf dem Lake Argyle, dem größten Stausee der Südhalbkugel, an dessen Ufern Süßwasserkrokodile dösen und waghalsige Felskängurus senkrechte Klippen hinaufklettern. In den Minen rund um den Lake Argyle wurden 80 Prozent aller pinkfarbenen Diamanten gefunden. Zum Souvenirkauf im Kimberley Fine Diamonds (93 Konkerberry Drive) bringt man besser die Kreditkarte mit: Einen einigermaßen sichtbaren Stein gibt’s ab € 10.000. Nebenan findet man in der Artlandish Aboriginal Art Gallery (10 Papuana Street) authentische Wandgemälde und bezahlbare Souvenirs von den Ureinwohnern. Weltweit einzigartig ist der Zebra Rock, der in den weiter östlich gelegenen Minen gefördert wird. Verkauft wird der perfekt gestreifte Stein im urigen Rockalong Stonework (Bandicoot Drive).

Unterkünfte entlang der Route

Außerhalb der Städte ist die Auswahl an Unterkünften begrenzt, dort sollte man besser nicht zu hohe Erwartungen haben.

Broome: Stellplätze mit und ohne Stromanschluss (für 2 Pers. € 35/27) direkt an der Küste findet man im »Discovery Park Broome« (91 Walcott St., 0061-8-91921366, www.dis coveryholidayparks.com.au).

Gemütliche Zimmer und Apartments, Pools und Restaurant hat das »Oaks Broome« (99 Robinson St., 0061-8-91929500, www.oakshotels.com; EZ/DZ ab € 130).

Dampier Peninsula: - Übernachtungsgelegenheiten bietet das »Camp Kooljaman« (Camping ab € 31, einfache Safarizelte mit Bett € 56, Cabin ab € 124, Glampingzelte € 217, 0061-8-91924970, www.kooljaman.com.au).

Gibb River Road: Öffentliche Campingplätze mit Buschtoiletten und -duschen haben viele Ausflugsziele an der Gibb River Road, u. a. Windjana Gorge, Bell Gorge, Manning Gorge und Mitchell River. Preis: € 8-10,50/Person.

Feste Safarizelte mit Bad in ruhiger Buschidylle bietet das »El Questro Emma Gorge« (www.elquestro.com.au, Zelt € 217). Online Zelt ab € 190, agoda. Mit Pool und sehr gutem Restaurant (Hauptgerichte € 20-25).

Bungle Bungle: Die Campingplätze »Walardi « und »Kurrajong« nahe der Bungle Bungle haben Duschen und Buschtoiletten. Die Plätze sind schnell belegt, daher am besten weit im Voraus buchen! (€ 10,50/Pers., www.parks.dpaw.wa.gov.au/park-stay).

Besser ausgestattet und auch mit dem PKW zu erreichen ist der »Bungle Bungle Caravan Park« (0061-8-91687220, www.bungle bunglecaravanpark.com.au), nur einen Kilometer hinter dem Abzweig vom Highway. Der Zeltplatz (€ 9,50/Pers.) verfügt auch über eine Campküche. Zudem gibt’s gemütliche Glampingzelte (€ 93, mit Bad € 124) und moderne Bush Cabins (€ 186). Im Bush-Lokal gibt’s abends Lagerfeuer, an der Theke wird Frühstück und Abendessen serviert (Hauptgerichte € 12,50-22).

Kununurra: Zentral liegt der »Kimberleyland Waterfront Holiday Park« (1519 Victoria Highway, 0061-8-91681280, www.kimberley land.com.au) mit Campingplätzen am Wasser (€ 20, mit Strom € 29) sowie verschiedenen Cabins (ab € 104).

Große, moderne Studios und Apartments und einen Pool hat das »Freshwater East Kimberley« (19 Victoria Highway, 0061-8-91692010, www.freshwater apartments.net.au; Apt. ab € 148).


Fotos: Tourism Western Australia/Dan Paris, Andrew McInnes/Hilke Maunder/Alamy Stock Photo

Fotos: Tourism Western Australia/Girkey Camoer/P.L. Schubert, david cowles/Alex Cimabal/Shutterstock, David Wall/robertharding/Alamy Stock Photo

Fotos: Primsa by Dukas Presseagentur GmbH/Andrew McInnes/Alamy Stock Photo