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Westfracht Spezialverkehre und TRGT erschließe neue Märkte: Heavy Metal am Kai


Schiffahrt Hafen Bahn und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 25.11.2019

Kontraktlogistik, Lagerei und Umschlag von schweren Gütern, das ist das Metier der Westfracht Spezialverkehre GmbH aus Essen. Ihr Trumpf ist die trimodale Erreichbarkeit für große und schwere Güter und die hohe Flexibilität durch das Netzwerk TRGT, das alle nötigen Dienstleistungen rund um die Transporte erbringt. Neu im Portfolio ist die Ausweitung der Anarbeitung von Blechen mit dem Produkt „Fahrbahnbleche, die in großen Mengen per Binnenschiff angeliefert werden.


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Bildquelle: Schiffahrt Hafen Bahn und Technik, Ausgabe 8/2019

Ein Fahrbahnblech wird für den Transport zum Kunden umgeschlagen


Aluminium, Stahl, Anodenkohlen und Projektladungen gehören an den beiden ...

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Aluminium, Stahl, Anodenkohlen und Projektladungen gehören an den beiden Kais der Essener Westfracht zum Tagesgeschäft. Ein wichtiger Geschäftsbereich ist die Kontraktlogistik. „Wir machen u.a. Lagergeschäfte für ArcelorMittal Stahlhandel in Essen. Wir schlagen die Bleche um, lagern sie ein und kommissionieren sie”, sagt Langhans. Der Kundenstamm ist breit aufgestellt. „Für Open Grid, ehemals Ruhrgas übernehmen wir die Logistik für Wartung und Instandhaltung der Netze. Dazu gehört neben der Krangestellung über den Partner Schares auch die Versorgung mit Ersatzteilen. Für Atlas Copco Deutschland sind wir im Bereich Aftersales tätig.” Das bedeutet Ladung von Kleinteilen bis hin zur großen Maschine mit 50 t. „Wir haben 50.000 qm Fläche im Angebot für unsere Kunden”, so Ulrich Langhans. Das Einzugsgebiet geht bis in das Münsterland.
Das Tagesgeschäft bewegt sich im Bereich von 10 bis 30 t. „Wir haben ein breites Basisgeschäft mit einer breit aufgestellten Kundschaft mit den Projekten als Bonus”, freut sich Langhans. „Die Ladungen aus zumeist Stahl, Anoden, Aluminium oder Maschinenteilen sind sehr branchenbreit. Hier sieht man auch die Entwicklung des Hafens Essen vom Montanhafen zum multifunktionellen Umschlagsplatz.” Die Halle von Westfracht hat viele verschiedene Waren und Ausstattungen gehabt. Erst Bodenblocklagerung, dann Hochregal, dann wieder Hürden-Bodenblocklagerungen. „Wir schlagen z.B. viel mit Magnettechnik um. Insbesondere lange Spezialbleche, die wir mit eigens entwickelten Traversen sicher und schnell umschlagen können. Das ist eine Spezialität. Wir machen den Umschlag inklusive Warenkontrolle und Nachlauf”, erklärt er.

Schweres wird leicht

Schwergut-Umschläge und die Montage am Kai sind die Spezialität des trimodal erreichbaren Umschlagbetriebs. „Wir können hier zwei 850-t-Krane im Tandembetrieb einsetzen. Die Schienenanbindung reicht bis an die Kaikante. Das ist wichtig, denn 50 m Distanz können bei komplizierten Umschlägen auch gut mehrere 1000 Euro kosten”, so Langhans. Die Zuganbindung ist fähig, Überbreiten, Überlängen und hohe Gewichte aufzunehmen. Und auch weitere Dienstleistungen sind möglich: „Wir bieten Herstellern von Großkollis die Möglichkeit, ihre Produkte direkt am Kai zu montieren. Damit können auch Größen realisiert werden, die nicht über die Straßen transportiert werden können. Eine wettergeschützte Lagerung der Komponenten, die wir auch seemäßig verpacken, in den Westfracht-Hallen ist gerne möglich”, erklärt er. Ein Kunde, der den Service des Aufbaus am Kai bereits genutzt hat, ist Teichmann Krane.
Der Westfracht-Kai ermöglicht durch seine Konstruktion und einfache Zufahrt besonders wirtschaftliche Umschläge, erläutert er.

Vorne die Anarbeitung der Fahrbahnbleche, hinten das Lager der Westfracht am Stahlkai


„Mit dem Schwerlast-Zug kann man bei uns bis an die Kaikante fahren. Unser Trumpf ist, dass Bahn-und Wasseranschluss dicht nebeneinander liegen und so ein direkter Umschlag ohne Zwischenhub möglich ist, und zwar zwischen allen drei Verkehrsträgern. Wir bieten Bahn und Binnenschiff aktiv an”, so Langhans. „Der Schienenbereich ist voll asphaltiert. Ladungen können von Waggons auf den Lkw umgeschlagen werden, ohne auf den teuren Kran zurückgreifen zu müssen. Die direkte Überfahrbarkeit bei hoher Traglast ist ein wichtiger Bonuspunkt.”
Unterstützung bekommt er von den Stadtwerken Essen. „Ich muss die vorausschauende Investitionsstrategie der Stadtwerke Essen und hier besonders Ralf Fink loben. Hier im Hafen haben Straßen und Schienen große Radien, was den Umschlag hier erst konkurrenzfähig macht.”
Autokrane Schares hat regelmäßig Krane auf dem in direkter Nachbarschaft zum Schwerlastkai befindlichen Gelände stehen, weshalb spontane Umschläge in den meisten Fällen möglich sind. „Wir bieten Schares damit eine willkommene Zusatz-Auslastung”, so Langhans. „Mit pbi, die Großkrane bauen, hat sich ein Großverlader und somit potenzieller Auftraggeber angesiedelt. Das Unternehmen hat seinen Sitz im Hafen Essen, in fast direkter Nachbarschaft zum Schwerlastkai.” Weitere Kunden aus dem Segment Projektladung sind z.B. Open Grid Europe, Atlas Copco , Trimet, die Chemieparks in der Umgebung und natürlich die gesamte Schwerindustrie in unmittelbarer Nachbarschaft.

Bauindustrie als neues Geschäftsfeld

Für die Erweiterung des Glasfasernetzes warten die entsprechenden Kabel auf ihren Umschlag


Bilder: Nutsch

Ein weiteres wichtiges Segment ist die Bauindustrie, denn die Teile für die Baustellen für Brücken und Großbauwerke im Ruhrgebiet müssen umgeschlagen werden, und da biete sich der verkehrsgünstig gelegene Hafen Essen an.
Ein neues Geschäft der Westfracht sind Fahrbahn-Bleche für Baustellen, die Westfracht mit einem eigenen Brennbetrieb fertigt und mit den Kennzeichnungen der Besitzer versieht. Derzeit haben wir 12.000 t am Kai. „Für die Anarbeitung haben wir in leistungsfähige Plasmatechnik investiert. Die Bleche werden bei der Befestigung von Straßen für Baustellen und beim Aufstellen von Baukranen genutzt. Sie werden mit Sand unterfüttert und bieten so schnell eine ebene, sichere Fläche”, erklärt er. „Viele großen Player der Branche setzen auf die Bleche aus Essen, darunter Mobile Baustraßen Ruyter. In dem Segment sind wir damit auch indirekt für diverse Netzbetreiber tätig, die für den Ausbau ihrer Netze längs der Trassen Fahrbahnbleche benötigen, um z.B. die eingesetzten Mobilkrane sicher nutzen zu können.” Die Anlieferung der Rohbleche erfolgt per Schiff, rund 2.000 t bringen diese im Schnitt.
Das Problem in der Schwergutlogistik ist, dass der Zustand der Straßen eine Katastrophe ist, konstatiert Ulrich Langhans. „Mit Schiff und Schiene sind wir hier in Essen gut angebunden.” Die Durchfahrtshöhe auf dem Rhein-Herne-Kanal ist allerdings ein Problem. „Aufgrund der Regeln am Rhein-Herne-Kanal, der ja eine Bundeswasserstraße ist, müssen wir – als direkter Anlieger – bestimmte Dinge beachten, wenn wir an der Kaikante auf oder vom Schiff verladen”, sagt er. „Die genehmigungstechnischen Voraussetzungen und die Verkehrssicherung muss selbstverständlich sichergestellt sein. Ich wünsche mir insgesamt von der Verkehrspolitik eine stärkere Lenkung der Schwerlastverkehre, auch in Anbetracht der maroden Infrastrukturen. Die Hafen-Verkehre müssen politisch gewollt sein.”M i c h ael Nutsch

Teamwork – Reaching Goals Together

Unter dem Namen „Teamwork – Reaching Goals Together” (TRGT) haben sich am 19. November 2012 unter der Federführung der Westfracht acht Unternehmen zu einem Verbund zusammengeschlossen, der ein Komplettpaket entlang der Logistikkette liefert. 2016 wurde der Verbund um den Kurierdienst AKP erweitert. Timmerhaus Transporte-und Containerdienst GmbH aus Oberhausen ist der „Transport-Spezialist”, Globe Cargo GmbH aus Bremen kümmert sich um die Seefracht, Autokrane Schares GmbH stellt die Umschlagsgeräte, die Stadtwerke Essen bieten den Hafen mit seiner trimodalen Infrastruktur sowie Umschlags-und Lagermöglichkeiten, die IPL GmbH ermöglicht internationale Projektlogistik, IVG Industrieverpackung GmbH und VP Verpackungs-und Paletten GmbH sorgen für die Transportverpackung. Koordiniert wird die Kooperation durch die Westfracht Spezialverkehre GmbH.
Die Unternehmen ergänzen sich, sind aber keine Konkurrenten; darauf haben die Partner bei der Gründung Wert gelegt. „Jeder Partner ist auf seinen Bereich spezialisiert und erfolgreich. Diese Argumente haben sogar unseren Partner Schares überzeugt, mit einer Niederlassung in den Standort Essen zu investieren”, berichtet Ulrich Langhans. Zusammen erwirtschaftet TRGT einen Umsatz von 105 Mio. Euro, bietet 100 Lkw, 35 Mobilkrane, 35.000 qm Verpackungs-Hallenlagerfläche und 1,6 Mio. qm Freilagerfläche an sechs Standorten.N u