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Whisk(e)y weltweit


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first class - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 08.12.2022
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Bildquelle: first class, Ausgabe 12/2022

Whisk(e)y ist „in“. Das ist nichts Neues. Niemand kann sich heute mehr dem Mythos Whisky entziehen. Die Vielfalt ist so groß, dass es einfacher erscheint eine Karte mit den Ländern zu markieren, welche keinen Whisky oder Whiskey produzieren. Eines der wichtigsten Länder für die Entwicklung des Whisk(e)y ist derzeit sicher Irland. Hier soll die Herstellung ihren Anfang haben (auch wenn die Schotten dies immer wieder anzweifeln), doch war Irland lange Zeit fast von der Landkarte des Whisk(e)y verdrängt. Nur wenige Abfüllungen repräsentierten die hohe Kunst des irischen Whiskeys. Das hat sich in den vergangenen Jahren zum Besseren geändert und heute gibt es wieder mehr Vertreter der irischen Whiskey Philosophie (mittlerweile nähern wir uns der Zahl 100 an neuen und alten Destillerien) und deren Produkten.

Wichtig war dabei sicher, dass die Iren nun wieder verstärkt nicht nur dreifach, sondern auch ...

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Wichtig war dabei sicher, dass die Iren nun wieder verstärkt nicht nur dreifach, sondern auch zweifach destillieren und zusätzlich eine Kategorie der Single Pot Still Whiskey für den Verbraucher wieder zugänglich gemacht haben. Heute modern definiert als ein Whiskeytyp, einzigartig in der Welt, der als Basismaterial nicht ausschließlich gemälzte Gerste, sondern gemälzte und ungemälzte Gerste miteinander verbindet. Dreifache Destillation der aus diesem Gemisch erhaltenen fermentierten Maische und anschließende Reifung in unterschiedlichen Fässern ergeben körperreiche und interessante Whiskey, die überraschend reich und vollmundig sind. Gute Beispiele sind die mittlerweile bekannten Redbreast, Powers John’s Lane oder Red, Green und Yellow Spot. Wichtig ist darüber hinaus, dass auch viele neue Destillerien in Irland entstehen (Boann, Teeling, Royal Oak, Dingle, etc.), welche diesen Stil wieder neu beleben.

Doch schon zeigt sich das neue Selbstverständnis der irischen Whiskeyhersteller: Blackwater Distillers unter Peter Mulryan stellt die berechtigte Frage, warum es nur gemälzte und ungemälzte „Gerste“ sein muss, die diesen Stil ausmacht? Sie verwenden auch andere Getreidesorten und kommen damit wahrscheinlich dem Ursprung des irischen Whiskeys noch ein ganzes Stück näher. Teeling ist in den letzten Jahren, auch dank eines hervorragenden Marketings und der dazugehörigen PR, zu einem festen Bestandteil der irischen Whiskeykultur geworden. Schon heute pilgern unzählige Besucher zur Destillerie am Newmarket in Dublin, um sich dort die Herstellung des Whiskeys zeigen und vom Geschmack überzeugen zu lassen. Mit ihren ersten Abfüllungen, welche damals noch aus der alten Cooley Distillery ihres Vaters stammten, haben die Brüder Teeling sich nachhaltig in Erinnerung gebracht. Heute glänzen sie mit eigenen Destillaten, wozu auch neuerdings der torfige Whiskey („Blackpitts“), auch in Fassstärke, gehört.

Mit dem Wiederaufbau der Tullamore Distillery, unter Führung der schottischen Firma William Grant & Sons, hat auch die Marke Tullamore Dew ein neues Image und eine größere Vielfalt bekommen. Neue Finishes (z. B. Calvados Cask) und eine Bandbreite von Blends zu Single Malts sind heute für die Marke wichtig.

Neue Destillerien in allen Landesteilen, z. B. Glendalough (Wicklow Mountains), Dublin (u.a. Roe & Co.), Waterford, Wexford, Dingle, Belfast (Nordirland; Great Northern Distillery) oder anderen Teilen des Landes haben heute teilweise schon dreijährige, oder sogar ältere Produkte aus eigener Produktion. Doch oftmals sind es bei den neuen, jungen Produzenten noch die Produkte anderer Destillerien (z. B. Bushmills, Cooley oder auch Midleton) die für die Abfüllungen verwendet werden. Teilweise geblendet und nachgereift zeigen sie aber schon heute das Potenzial der irischen Whiskeyindustrie. Ein Land, welches in der Zukunft noch sehr viel Aufmerksamkeit erhalten wird.

Asien

Interessante Neuentdeckungen und Entwicklungen lassen sich in vielen Teilen der Welt entdecken. Japan hat mit seiner Whiskykultur sicher nicht so früh angefangen wie die Schotten oder die Iren, doch die Reputation der Destillate ist in den vergangenen 20-30 Jahren stetig gestiegen und heute sprechen Kenner der Materie oftmals lobend über diese Destillate. Dabei sind es die Destillate von Suntory (Yamazaki, Hakushu oder der Hibiki Blend) oder Nikka (z.B. die Serie der Pure Malt) unbedingt Wert, gekostet zu werden. Mit ihren an die traditionelle schottische Verfahrensweise anknüpfenden Herstellungsmethoden haben sie begonnen und wenden nun auch die asiatischen Einflüsse, z. B. durch die Auswahl japanischer Wassereichen (Mizunara) zur Reifung der Whisky, an. Geschmacklich sind dies interessante Destillate.

Da die Zahl der Destillerien auch in Japan wächst, werden wir in Zukunft noch sehr viel mehr Abfüllungen aus dem „Land der aufgehenden Sonne“ auf den europäischen Märkten sehen. Schon heute sind einige Destillerien wieder zu finden, so z. B. Akashi, Shinshu Mars oder Karuziawa. Neue Destillerien werden dazu kommen, denn viele der derzeit ca. 1.000 Sake Produzenten plant oder hat schon Destillationsequipment gekauft und wird in das Whisky-Geschäft einsteigen.

Allerdings sollte man sich hier auch bewusst sein, dass in Japan die Kunst des Blending sehr hochgeschätzt wird und dafür oftmals nicht japanische Whisky, sondern andere Destillate aus Übersee Verwendung finden. Um dies zu unterscheiden, wurde eine neue Regelung eingeführt: Whisky, welche komplett aus japanischen Zutaten und in Japan produziert werden, erhalten den Namen „Japanese Whisky“, andere, mit ausländischen Destillaten hergestellte Whisky werden als „Whisky from Japan“ bezeichnet.

Auch die Destillate aus Taiwan werden in Europa weiterhin für Furore sorgen. Ein Land, dem man im ersten Anschein keine Whisky Produktion zugetraut hat, führt uns mit den Whiskys der King Car Kavalan Distillery vor, wie es gehen kann. Kavalan und dessen unterschiedliche Sorten genießen die Hochachtung vieler Whiskyfreunde und zeigen, dass auch durch Ausnutzung des tropischen Klimas im Norden von Taiwan Whisky reifen können. Diese schnellere Reifung (man spricht von einer dreifachen Beschleunigung der Reifezeit durch höhere Temperaturen und Luftfeuchtigkeit) liefert dennoch ausgewogene und interessante Destillate, wenngleich diese oft noch jung im Vergleich zu den europäischen Vettern sind.

Beim Genuss sollte man also alle Vorurteile nicht-schottischer Herkunft zur Seite schieben und sich auf ein unvergessliches Geschmackserlebnis freuen. Neben Kavalan ist auch die zentraltaiwanesische Nantou Destillerie mit den Omar Produkten mittlerweile auf dem europäischen Markt erhältlich.

Übersee

American Whiskey, insbesondere der Bourbon Whiskey, erlebt in Europa gerade eine Welle der Neuentdeckung und wird endlich nach langer Zeit der verächtlichen Ignoranz und ausschließlichen Fokussierung auf den Whisky aus Schottland oder Whiskey aus Irland nun auch stärker wahrgenommen. Ein Blick in die Vereinigten Staaten zeigt, dass dort der Fokus auf Bourbon Whiskey, aber auch die Rye Whiskey, in den vergangenen Jahren immer stärker wächst. Viele neue Brennereien (man spricht von ca. 5.000 Destillerien) zeigen mit ihren Kreationen, dass diese Kategorie ein wirkliches Kleinod ist und doch gleichzeitig noch Raum für Interpretationen und Neuentwicklungen, auch außerhalb der klassischen Kategorien Bourbon und Rye, hat. Generell ist „American Whiskey“ heute ein Sammelbegriff für alle Whiskeys der USA. Amerikanischer Whiskey wird heute traditionell aus Mais (Corn), Roggen (Rye), Roggenmalz (Rye Malt), Gerste (Barley) oder seltener Weizen (Wheat) und Hirse (Oat) hergestellt. Einzelne Kategorien der insgesamt 33 Kategorien (plus demnächst auch noch American Single Malt Whiskey) unterscheiden sich durch den maßgeblichen Getreideanteil und die weitere Zusammensetzung der Getreidemischungen; zudem unterscheidet sich die Zusammenstellung der Getreidesorten oftmals regional, ebenso wie die Vorschriften zur Reifung.

Neue Abfüllungen werden uns in Zukunft auch aus Australien und Neuseeland erwarten. Mit der Marke Spirit Thief kommen exponiert in Weinfässern gelagerte Tasmanische Whisky zu uns und auch Neuseeland bringt mit P keno eine neue Reihe von Single Malts zu uns. Die Single Malts der P keno-Reihe zeichnen sich dabei durch den reinen Charakter von Aotearoa-Neuseeland aus.

Europa & Co.

Auch in Europa wächst die Zahl der Destillerien immer stärker. Neben den bekannten Ländern sind auch die Niederlande, Belgien oder Frankreich mit einigen Herstellern auf dem Vormarsch.

Heute bei über 300 „Whisky-Herstellern“ angelangt ist Deutschland, je über 100 finden sich in unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz. Große Whisky Marken wie St. Kilian, Slyrs oder Finch haben sich auf dem deutschen Markt längst einen Namen gemacht und sind nicht mehr „Aliens“ im Whiskysegment. Gleiches gilt für bekannte Marken wie Säntis oder Rugenbräu aus der Schweiz oder J. Haider aus Österreich. Auch innovative Destillat- und Reifungsmethoden in der Kategorie Whisky kommen mittlerweile dazu, so der aus der Schweiz stammende Whisky von Seven Seals mit seinem Fast Forward Maturation Prozess. Ein weiteres, besonderes neues Land auf der Weltkarte des Whiskys stellt Israel dar. Mit der 2012 gegründeten M&H Distillery in Tel Aviv hat sich ein erster Vertreter auch in unseren Breitengraden etabliert. Man sollte dabei das junge Alter der Whisky nicht unterschätzen, denn das tropische Klima Israels lässt ein Destillat dort um den Faktor 3-4 schneller reifen. Der Geschmack, gepaart mit einzigartigen Fassreifungen (Bier- oder Granatapfelfweinfässer oder auch Reifungen am Toten Meer) unterstreichen dies nur zu gut.

Vereinigtes Königreich

Zurück zum britischen Mutterland müssen wir dort nicht nur den Blick nach Schottland werfen, sondern dürfen auch die englischen und walisischen Destillate keinesfalls vergessen.

Ein Beispiel ist die englische Marke Cotswolds, deren Gerste für einen Single Malt von lokalen Bauern stammt, das Wasser kommt direkt aus dem Ort und eine Banderole auf der Flasche macht transparent, welche Farm die Gerste für den Single Malt beigesteuert hat. Schon weitaus bekannter, weil bereits seit Anfang der 2000er am Markt, ist die walisische Marke Penderyn. Diese Marke weitet nun die Produktion sogar bereits auf den zweiten Produktionsstandort aus, welcher nun im Norden von Wales angesiedelt ist.

Auch die Schotten haben noch einmal nachgelegt und im Jahr 2021 ihre Regularien angepasst: war bisher nur die Verwendung von Whisk(e)y-, Wein und aufgespriteten Weinfässern (u.a. Sherry-, Port- oder Madeirafässern) zur Reifung erlaubt, sind nun auch andere Spirituosenkategorien als Fässer zugelassen. So erwarten uns nun schottische Whisky, welche z. B. in Cognac-, Armagnac-, Calvados-, Tequila- oder Mezcalfässern gereift worden sind. Einzige Bedingung: beim Geschmack muss nach wie vor Scotch im Vordergrund sein. Geschmacklich hat sich damit die Welt der Whisky und Whiskey deutlich entwickelt. Überraschungen gibt es immer wieder und diese gilt es zu entdecken. Freuen Sie sich darauf!

Jürgen Deibel, Deibel Consultants GmbH

Schliersee-Destillat

Für den Single Malt Whisky Lakeside Edition 2022 haben sich die Slyrs Bavarian Whisky Distillery und das Strandbad Schliersee zusammengetan. Das Destillat aus dem Jahr 2017 lagerte in Pedro Ximénez Fässern im Strandbad am Ufer des Schliersees, war Alpenluft und Seebrise ausgesetzt. Der Whisky schimmert in einem dunklen Honiggelb und hat eine rauchige Note von Vanille und Karamell. Der Geschmack ist leicht torfig, herb-süß mit Malz- und Kräuteraromen. Der Abgang ist lang und ölig mit würzigem Geschmack. Die Edition 2022 ist auf 413 Flaschen streng limitiert und seit Anfang August erhältlich. Zu jeder Flasche gibt es ein Drybag gratis.

Rare Edition

Die Serie Fading Hill der Birkenhof-Brennerei besteht aus drei Whisky-Linien: Dabei sind ein klassischer Single Malt, ein urwüchsiger Single Rye, der im Sherryfass gereift ist, und ein Single Malt Peated. Dazu kommen Warehouse-Editions in kleinen Auflagen. Manche davon sind nur in Fassstärke verfügbar und schnell vergriffen. Derzeit reifen im Birkenhof-Warehouse in 700 Fässern verschiedene Jahrgänge heran. Destilliert wird eine nach den Vorgaben der Brennerei gebraute Würze, aber auch Malz- und Roggenschrot.

Single Malt Caramel

Für seine Liköre auf Basis von Whisky, Gin, Rum und Obstbränden aus der eigenen Destillerie wurde Piekfeine Brände vielfach ausgezeichnet. Nach dem Erfolg des Karamell-Whisky-Likörs im vergangenen Herbst stellt das Unternehmen nun eine neue Kreation vor: Der Karamell-Whisky-Likör in der Sea Salted Edition sorgt für ein cremiges Mundgefühl mit geschmacklicher Tiefe. Die alkoholische Grundlage bietet der hauseigene Single Malt Whisky „Van Loon“. Die Kombination aus süßer Creme und einer Prise Salz erinnert an eine Praline.

Secondary Finishing

Der Angel’s Envy Kentucky Straight Bourbon Whiskey Finished in Port Wine Barrels, handgefertigt in Louisville/Kentucky, mit 43,3 Vol.-% wird bis zu sechs Jahre lang in kleinen Chargen von jeweils acht bis zwölf Fässern gelagert, bis er in handverlesenen, portugiesischen 60-Gallonen-Portweinfässern aus französischer Eiche, veredelt wird. Dieses Secondary Finishing ist eine Besonderheit beim Bourbon und dauert je nach Geschmack zwischen drei und sechs Monate und gibt dem Whiskey die charakteristischen Noten von Madeira, reifen Früchten und Ahornsirup.