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Wie das Smart Home vor Einbrechern schützt


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 20.02.2020

Vernetzte Haustechnik immer mehr im Trend

Artikelbild für den Artikel "Wie das Smart Home vor Einbrechern schützt" aus der Ausgabe 9/2020 von Bildwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 9/2020

Familie Kramer hatte über das Wochenende Freunde besucht. Als das Ehepaar mit seinen Kindern Sonntagabend nach Hause kam, war der Schreck riesig. In das Haus war eingebrochen worden. Die Diebe hatten ein Fenster im Erdgeschoss aufgehebelt und waren durch die Terrassentür wieder verschwunden.

Die Schwachstellen am Zuhause kennen und nachrüsten

■ Die Polizei riet Herrn Kramer dringend, sein Eigentum besser zu schützen. Denn alle drei Minuten wird in Deutschland ein Haus oder eine Wohnung geknackt. Ein geübter Einbrecher braucht nur wenige Sekunden, um ein Fenster mit ...

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... einem Schraubendreher zu öffnen. Der Familienvater entschied sich sofort für mechanische Vorkehrungen in Form von abschließbaren Fenstergriffen und Pilzkopfverriegelungen. Ergänzend will er sein Eigentum mit Smarthome-Technik sichern.

■ Das vernetzte Zuhause wird immer interessanter, die Systeme werden stetig preiswerter. Einstiegssysteme gibt es schon ab rund 250 Euro. Dazu gehören meist ein Steuerungselement, mit dem alle zugeschalteten Geräte kommunizieren können, und einige Bewegungs- sowie Tür- und Fenstersensoren. Es macht durchaus Sinn, erst eine Grundausstattung zu wählen, die bei Bedarf erweitert werden kann.

■ Achten Sie darauf, dass es sich um ein „offenes System“ handelt. Damit können Produkte von verschiedenen Herstellern miteinander kombiniert werden. Beispiele hierfür sind neben WLAN Bluetooth LE, EnOcean, Z-Wave, ZigBee und KNX. „Geschlossene Systeme“ hingegen sind nicht kompatibel mit den Geräten anderer Anbieter. Einmal eingerichtet, lassen sich mit dem System beliebig viele smarte Geräte verknüpfen, die anschließend über eine App via Smartphone, Tablet oder mit einem Computer gesteuert werden.

Immer wissen, was in den eigenen vier Wänden vor sich geht

■ Die Kombination verschiedener Geräte, die mit intelligenter Technologie ausgestatteter sind, ist zum Einbruchschutz ideal (s. Grafik oben). Ein erster Schritt und gar nicht teuer ist die automatische Steuerung von Rollläden und Beleuchtung, um zu simulieren, dass die Bewohner zu Hause sind. Interessant sind auch intelligent vernetzte Bewegungsmelder (45 bis 60 Euro pro Stück). Registrieren sie eine Bewegung im Haus, können sie etwa eine Pushnachricht an das eigene Smartphone schicken.

■ Bei Häusern und Erdgeschosswohnungen ist es in jedem Fall ratsam, Fenstersensoren anzubringen. Sie registrieren, wenn ein Fenster nicht geschlossen ist und senden eine Nachricht an den Benutzer. Teilweise lassen sich Fenster auch schon per App öffnen oder schließen. Wird die Terrassentür bei einem Einbruch aufgehebelt, erkennt der Fensterkontakt dies sofort und schickt einen Alarm aufs Handy.

■ Einige Fenstersicherungen verfügen auch über integrierte Näherungs- und Bewegungssensoren. Sie informieren nicht nur, wenn das Fenster geöffnet wird, son- dern bereits, wenn sich jemand dem Fenster nähert und versucht, es zu öffnen. In diesen Fällen können Smart-Home-Bewohner sofort die Polizei verständigen.

SMARTE ZENTRALE An die Wand montiert, hat man alle Komponenten im Blick – vom Fenstersensor bis hin zum Bewegungsmelder


■ Die dritte Art von Sensoren für den Einbruchschutz bei Fenstern sind sogenannte Glasbruchmelder. Dank eines integrierten Mikrofons erkennen diese Sensoren das Geräusch von brechendem Glas.

Wer umfassend nachrüstet, kann Fördergelder und Rabatte nutzen

■ In Mietwohnungen ist eine Sicherheitstechnik sinnvoll, die man bei einem Auszug mitnehmen kann. Aufgestemmte Wände für neue Kabel kommen hier natürlich nicht infrage.

■ Viele Hausratversicherungen gewähren Rabatte auf Starter Sets oder sie geben Preisnachlässe an Kunden wieder, weil durch den umfangreichen Schutz das Risiko von Einbrüchen verringert wird. Wer mehr als 500 Euro in smarten Einbruchschutz investiert, kann unter bestimmten Voraussetzungen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Förderung beantragen. Wichtig ist dabei aber, dass sich ein Fachbetrieb um den Einbau kümmert.

Intelligentes Zuhause: alles gut vernetzt

VIDEOÜBERWACHUNG

Die Anschaffung von IP-Kameras (IP steht für Internetprotokoll) ist in jedem Fall lohnenswert, da diese auch ohne Kabel, Monitor oder Recorder eine Überwachung ermöglichen. Die Bilder der Kamera werden für das Internet aufbereitet und können von überall durch zugelassene Nutzer eingesehen werden. Also nicht nur auf dem heimischen PC, sondern auch von unterwegs.

SMARTE BEWEGUNGSMELDER

Ungebetene Gäste im Anmarsch? Ein Bewegungsmelder schaltet das Licht automatisch ein, sobald jemand den Erfassungsbereich betritt – und nach einer definierten Zeit wieder aus, wenn die Infrarotsensoren keine Bewegung mehr erkennen.

INTELLIGENETE TÜRSCHLÖSSER

Um einem Einbruch vorzubeugen, sollten Türen immer abgeschlossen sein. Was aber, wenn man das in der Eile mal vergessen hat? Für diese Fälle gibt es intelligente Türschlösser, die sich per Smartphone-App überprüfen, nachträglich verriegeln lassen und bei Bedarf sogar selbstständig verriegeln.

ROLLADENSTEUERUNG & BELEUCHTUNG

Sind die Bewohner des Smart Homes verreist, lässt das System beispielsweise die Rollläden zu vorher festgelegten Zeiten am Abend herunter und schaltet das Licht oder sogar den Fernseher ein. Später in der Nacht wird das Licht gelöscht und am nächsten Morgen werden die Rollläden wieder hochgefahren – ganz dem Rhythmus der Bewohner angepasst. Dazu ist häufig kein komplexes Smart-Home-System für viel Geld notwendig. Zeitschaltuhren und Funk-Steckdosen genügen, um künftige Einbrüche zu verhindern.

Wenn’s doch passiert ist: So verhalten Sie sich richtig

DER E XPERTE RÄT:

Dirk Bienert, Geschäftsführer des Sicherheitsdienstleisters Blockalarm GmbH


ERSTE MASSNAHMEN

Nach einem Einbruch sollten Sie sofort die Polizei kontaktieren. So entsteht ein offizieller Nachweis, den Versicherer im späteren Verlauf häufig verlangen. Falls möglich, sollten Sie die Wohnung nicht betreten, sondern auf die Beamten warten. „Schließlich könnte sich der Einbrecher immer noch in der Wohnung aufhalten“, warnt Dirk Bienert von Blockalarm (blockalarm.de). Bevor Polizisten und Spurensicherung eintreffen, nichts im Haus anfassen oder ändern.

VERSICHERUNG INFORMIEREN

Polizei und Versicherung benötigen eine Dokumentation sämtlicher Schäden. Dazu gehören Fotos vom Zustand der Wohnung, der Einbruchsspuren und sonstiger Beschädigungen. Um einen genauen Überblick über die gestohlenen Dinge zu bekommen, hilft eine sogenannte Stehlgut-Liste. „Auf dieser sammeln Geschädigte alle entwendeten Gegenstände mit genauer Bezeichnung, Beschreibung, Alter, Anschaffungspreis und besonderen Merkmalen, wie etwa einer Seriennummer. Im Idealfall ergänzen Fotos und Rechnungen die Auflistung“, so der Sicherheits-Experte. Wer besonders wertvolle Güter besitzt, sollte eine solche Liste ohnehin führen und stets aktuell halten. Gestohlene Kredit-, Bank- oder Handykarten sofort unter der Notrufnummer 116 116 sperren lassen. Gleiches gilt für den neuen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion.

FINANZIELLE ENTSCHÄDIGUNG

Schäden, die aufgrund eines Einbruchs entstehen, bezahlt im Regelfall die Hausratversicherung. Ob ein zusätzlicher Gutachter zum Einsatz kommt, entscheidet sich im Einzelfall. Sollte die Versicherung weitere Belege verlangen, die beweisen, dass die Objekte tatsächlich existierten, helfen Rechnungen, Fotos oder eidesstattliche Erklärungen von Familienmitgliedern.


Fotos: Blockalarm, iStock (3)