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Wie gerne würde ich meine Schwester wieder in die Arme nehmen …


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 50/2018 vom 05.12.2018

Daniela Katzenberger und ihre Schwester Jenny haben seit zwei Jahren keinen Kontakt. Auch unsere Leserinnen kennen diese Situation – und den Schmerz, den sie verursacht


Artikelbild für den Artikel "Wie gerne würde ich meine Schwester wieder in die Arme nehmen …" aus der Ausgabe 50/2018 von Lisa. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lisa, Ausgabe 50/2018

Inge hofft, dass sie das Weihnachtsfest bald wieder mit ihrer Schwester Marie feiern kann


Die Mutter beschenkte Marie (l.) und Inge als Kinder immer reich


Mir wird immer wieder das Herz so sehr schwer“, beschreibt Inge* (50) diese Momente, an denen sie an ihre Schwester Marie (46) denkt. Die beiden haben sich schon vor 20 Jahren voneinander entfernt. Doch seit dem Tod der Mutter vor acht Jahren ist der Kontakt komplett abgerissen: „Auf der ...

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... Beerdigung unserer Mama habe ich sie zum allerletzten Mal gesehen…“

Inge, die selbst einen Mann und drei Kinder hat, fühlt sich in der Adventszeit und an den Feiertagen besonders melancholisch. „Die Weihnachtswünsche meiner Kinder, der geschmückte Baum, einfach die ganze besinnliche Stimmung – das alles erinnert mich an früher, als Marie und ich selbst noch Kinder waren. Unserer Mama war Weihnachten immer sehr wichtig. Sie hat es regelrecht zelebriert. Und ich habe das übernommen. Nur Marie fehlt. Ich hätte sie gerne dabei. Und frage mich immer, wie sie wohl das Fest verbringt …“

Streitbare Schwestern Vom heutigen Alltag ihrer Schwester weiß Inge kaum etwas. Bei der letzten Begegnung war Marie verheiratet. Ob sie Kinder hat, kann Inge nicht sagen: „Ich stelle mir immer vor, Marie sitzt ganz alleine unter dem Weihnachtsbaum. Das wäre doch wirklich furchtbar!“ Aber wie konnte es überhaupt so weit kommen?

„Marie und ich waren schon immer sehr verschieden. Sie war ein freier Geist, liebte es, Abenteuer zu erleben. Ich hingegen war – ja, also – ich war schon als Kind ein bisschen langweilig.“ Inge muss lachen. „Ich habe immer viel gelernt, mich auch als Teenager nur selten mit Freunden getroffen. Meinen jetzigen Mann habe ich schon sehr früh kennengelernt. Mein Leben lief einfach immer wie am Schnürchen. Marie startete ein Studium, gab es gleich wieder auf. Dann ging sie auf Weltreise, obwohl es unserer Mutter damals gesundheitlich schon nicht mehr so gut ging. Es kamen einfach so viele Dinge zusammen.“

Kleine und große Krisen Für eine lange Zeit pflegte Inge neben Beruf und Familie ihre Mutter. Sie tat dies gerne, hätte sich aber über Unterstützung von ihrer Schwester gefreut. „Wenn wir miteinander sprachen, war ich oft wütend. Sie berichtete von ihrer letzten Reise, von Plänen, im Ausland zu leben – und ich?! Dabei wollte ich gar nicht mit ihr streiten. Also rief ich immer seltener an und sie tat es auch nicht …“ Man merkt Inge den Zwiespalt deutlich an, in dem sie sich selbst gefangen fühlte.

Zur Beerdigung der Mutter tauchte Marie mit einem Mann an ihrer Seite auf. „Sie stellte ihn mir als ihren Ehemann vor. Er war ein sehr sympathischer Kerl. Und ich hatte die leise Hoffnung, dass Marie nun endlich sesshaft werden und wieder mehr in unserem Leben sein würde“, erinnert sich Inge an den traurigen Tag. Doch ihre Hoffnung wurde jäh zerstört, als Marie und ihr Mann die Trauerfeier noch vor allen anderen Gästen verließen. „Der Flieger würde ja nicht auf sie warten. Das war vor acht Jahren der letzte Satz, den ich von meiner kleinen Schwester gehört habe.“ Inge kann ihre Empörung kaum verbergen.

Etwas Hoffnung Nach diesem traurigen Erlebnis stellte Inge den Kontakt konsequent ein. Sie versuchte nicht noch einmal, ihre Schwester anzurufen oder ihr einen Brief zu schreiben. Heute, nach acht langen Jahren, sagt sie: „Eine Zeit lang ging es mir gut mit dieser Entscheidung. Ich kümmerte mich um meine eigene Familie. Und als die Kinder älter wurden, auch wieder mehr um mich selbst.“

Doch ganz vergessen kann und will sie ihre Schwester Marie natürlich nicht. Immer an Weihnachten, wenn ihr Ehemann, die Kinder und deren Partner an der großen Festtagstafel zusammenkommen, füllt sich Inges Herz mit einer großen Sehnsucht: „Wie gerne würde ich meine Schwester wieder in die Arme nehmen.“ Und ein Platz am Tisch wäre natürlich auch noch frei. „Oder auch zwei oder drei, je nachdem, ob Marie inzwischen eine eigene Familie hat …“ In diesem Jahr hat Inge doch mal wieder einen Versuch gewagt. „Unter der Telefonnummer, die ich immer hatte, habe ich niemanden erreicht. Aber ich habe Marie einen langen Brief geschrieben – der zum Glück nicht zurückgeschickt wurde, weil der Empfänger z. B. verzogen ist. Ich hoffe so sehr, dass Marie sich bei mir meldet. Und dann genießen wir das Fest endlich wieder als Familie!“


„Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe meine Schwester angerufen“ Melanie (34), Köln


Heute können Sabrina (l.) und Melanie über ihren Zwist lachen


Darf ich zu dir kommen?‘ Das war das Schönste, was ich nach fast einem Jahr von meiner Schwester Sabrina (36) gehört habe“, erzählt uns Melanie*. Kurz vor Weihnachten 2017 hatten sich die beiden zerstritten. Es ging um die Geschenke für die Kinder, die zu teuer seien. „Eigentlich kann ich mich gar nicht mehr genau erinnern“, lacht Melanie heute.

Nie wieder! Doch der Streit war so heftig, dass sie das gemeinsame Weihnachtsfest ausfallen ließen – und fast ein Jahr Schweigen herrschte. „Jetzt im November habe ich es nicht mehr ausgehalten. Ich liebe Sabrina und wollte wieder Kontakt. Also bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe meine Schwester angerufen.“ Am anderen Ende war eine überglückliche Sabrina, die direkt einen Besuch vorschlug. Weihnachten ohneeinander, das0. soll es nie mehr geben!

Infos und Fakten

Promi-Schwestern im Clinch

Aus besseren Tagen: Jenny Frankhauser (l.) und Daniela Katzenberger


Wie alles begann Richtig vertraut und glücklich erschienen die beiden Halbschwestern dem TV-Publikum noch nie. Während Daniela seit 2009 („Auf und davon – mein Auslandstagebuch“, Vox) mit aller Macht auf der Karriereleiter nach oben kletterte, blieben für Jenny meist nur Statistenrollen neben der Kultblondine. Erst im Februar 2018 rückte sie selbst deutlicher in den Mittelpunkt – als Dschungelkönigin der TV-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ (RTL).

Öffentlicher Streit „Das letzte Mal habe ich sie vor zwei Jahren gesehen – an Weihnachten für eine Sendung“, sagte Jenny kürzlich über das Verhältnis zu ihrer Halbschwester. Auch der Kontakt zu ihrer Nichte liege auf Eis: „Ich warte einfach, bis die Sophia (3) alt genug ist und dann allein zu ihrer Tante kommen kann.“ Auch wenn es bei beiden schon länger kriselt, gab es einen Grund für das scheinbar endgültige Zerwürfnis: Im Mai 2017 verstarb der Vater von Jenny Frankhauser. Während sie versuchte, den Verlust abseits der Medien zu verarbeiten, ging Daniela Katzenberger direkt an die Öffentlichkeit und postete ein Statement via Facebook. Außerdem blieb die Katze, wie sie von ihren Fans genannt wird, der Beerdigung fern. Für Jenny war das unfassbar – und sie ließ verlauten: „Ich habe keine Schwester mehr!“ Nun ist bald wieder Weihnachten. Und man kann nur hoffen, dass die beiden Schwestern sich endlich zusammen raufen. Die Familie würde sich bestimmt freuen …


* Namen von der Redaktion geändert; Fotos: ddp, fotolia, iStock, Maisons du Monde, Shutterstock