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WIE GUT IST GÜNSTIG?


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 8/2022 vom 08.04.2022

Smartphones bis 150 Euro

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 8/2022

„Smartphones unter 150 Euro sind ein Kompromiss – mehr nicht.“

Janina Carlsen Redakteurin Telekommunikation & Internet

Die Preise für Smartphones schießen seit Jahren durch die Decke. Für aktuelle Topmodelle sind schnell mehr als 1000 Euro weg. Nicht immer aber sitzt das Geld so locker. Das haben auch die Hersteller erkannt und bestücken deswegen fleißig eine weitere Preiskategorie – bis 150 Euro gibt es eine Fülle unterschiedlichster Modelle. Doch wie gut sind die Schnäppchen-Smartphones? Ob sich der Kauf eines günstigen Geräts lohnt und wo Nutzer Abstriche machen müssen, verrät der COMPUTER-BILD-Vergleichstest sechs aktueller Modelle unter 150 Euro. Gilt am Ende mal wieder: Wer billig kauft, kauft zweimal?

Ein Meer aus Plastik

Beim Design unterscheiden sich die Geräte auf den ersten Blick nur in Details: Alle Hersteller setzen auf eine zumeist graue oder schwarze ...

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... Plastikrückseite. Etwas Farbe ins Spiel bringen hier nur das Realme C21 in Hellblau und das Nokia G10 in Blau oder Violett. Die Platzierung der Kamerablöcke auf der Rückseite ähnelt sich ebenfalls: Zwischen drei und vier Linsen platzieren die Hersteller dort in Rechtecken oder Quadraten. Nur Nokia setzt auf eine runde Anordnung. Das Samsung Galaxy A03s ist das einzige Modell, bei dem alle Linsen vollstän-dig in das Gehäuse eingelassen sind. Der Vorteil: So wackelt das Gerät nicht, wenn es auf dem Tisch liegt. Eine Klinkenbuchse für kabelgebundene Kopfhörer finden Käufer an allen Modellen – allerdings an unterschiedlichen Stellen: Das Motorola Moto e40, Nokia G10 und Xiaomi Redmi 9c haben den Anschluss auf der Oberseite, während er beim Realme C21, Samsung Galaxy A12 und Galaxy A03s auf der Unterseite sitzt. Wasserdicht ist keines der Geräte – eine IP-Zertifizierung für Wasserdichtigkeit gibt es erst in höheren Preissegmenten.

Dunkel, dunkler, Display

Auf der Vorderseite setzen alle Hersteller auf LCD-Technik. Solche Displays sind billiger als die kontraststarke OLED-Technik, die ab der Mittelklasse zum Einsatz kommt. Der mangelnde Kontrast ist nicht das einzige Problem der Bildschirme im Test: Sie sind auch zu dunkel, um sie an einem sonnigen Tag problemlos abzulesen. Das liegt an der Bauweise und lässt sich deswegen nur bedingt beeinflussen. Ein paar Unterschiede in der Strahlkraft gibt es aber: Am dunkelsten ist das Display des Galaxy A03s mit 380 Candela. Dagegen wirkt das Moto E40 mit 534 Candela noch recht hell. Zum Vergleich: Das Realme GT Master Edition ist nur etwas teurer (Preis: 239 Euro). Dessen Helligkeit liegt aber dank OLED bei 770 Candela – da ist auch viel Sonne kein Problem. Noch besser sind Top-Smartphones: Samsungs Galaxy S22 Ultra etwa schafft über 1500 Candela.

Ein weiterer Schwachpunkt: Mit der Farbtreue nehmen es die günstigen Smartphones nicht so genau. Beim Test zur Abdeckung des Farbraums erreichte kein Gerät eine sehr gute Note. Ganz am Ende des Testfelds findet sich bei der Display-Note das Samsung Galaxy A03s wieder.

Nachhaltig? Keine Angabe

Wenn schon nicht beim Display, können die Günstig-Handys dann vielleicht mit Nachhaltigkeit punkten? Leider sieht es hier ähnlich aus wie bei Klamotten: Nachhaltigkeit geht mit höheren Preisen einher. Entsprechend suchen Käufer bei allen Modellen vergeblich nach austauschbaren Komponenten. Die bieten aber generell nur wenige Modelle – etwa von Fairphone und Co. (siehe Test in Ausgabe 5/2022). Wie sieht es stattdessen mit einem Komponenten-Tausch durch den Hersteller aus? Auch nicht besser. Die Folge: Das Smartphone wandert schon beim kleinsten Defekt auf den Schrott. Für die Hersteller lohnt sich eine Reparatur aufgrund des geringen Verkaufspreises nicht. Bleibt also zu hoffen, dass Akku und Display lange halten. Dann müssen aber regelmäßig System-Updates her, sonst könnte es Probleme bei der Nutzung oder gar Sicherheitslücken geben. Bei der Belieferung mit Updates sieht es bei den günstigen Smartphones aber ebenfalls düster aus: Mit Ausnahme von Samsung und Nokia verspricht kein Hersteller für die Testkandidaten überhaupt ein Update auf eine neue Android-Version. Damit bleiben den Nut- zerinnen und Nutzern neue Funktionen verwehrt. Immerhin: Sicherheitsupdates sind auch in der 150-Euro-Klasse drin. Samsung liefert für das Galaxy A12 und A03s quartalsweise Patches – das gilt auch für Xiaomi und das Redmi 9c. Beim Moto E40 verspricht Motorola Sicherheitsupdates bis September 2023.

Noch besser: Nokia bietet beim G10 monatliche Aktualisierungen – bis Juli 2024. Damit dürften zumindest einige Jahre nach Kauf große Sicherheitslücken nur kurz im System klaffen. Nur bei Realme können sich Käuferinnen und Käufer da nicht so sicher sein. Beim Thema Sicherheitsupdates für das C21 hält sich der Hersteller bedeckt.

Die nominell beste Kamera-Ausstattung im Test hatten das Galaxy A12 und das Motorola Moto E40: Sie bieten jeweils eine Hauptkamera mit 48 Megapixel (MP) auf der Rückseite. Und die Vorteile auf dem Papier münzten E40 und A12 auch in die beste Fotoqualität um. Bei Tageslicht machten sie richtig gute Fotos, das Motorola schlug sich als einziges Modell im Test auch bei wenig Licht ordentlich. Dafür bietet das Galaxy A12 als einziges Modell sogar eine Ultraweitwinkellinse (5 MP). Die übrigen Modelle im Test haben eine ähnliche Kamera-Ausstattung: eine Hauptkamera mit 13 MP, begleitet von einer Makroka- mera (2 MP) und einem Tiefensensor (2 MP). Im Kameratest zeigten sie durchschnittliche Leistungen – mit Unterschieden im Detail (siehe Kasten auf Seite 67). Bei Zoomaufnahmen versagten sämtliche Handykameras im Test. Auf der Vorderseite bieten das Galaxy A12, Moto E40 und Nokia G10 jeweils eine Frontkamera mit 8 MP. Die Selfieknipsen des Realme C21, Redmi 9c und Galaxy A03s haben nur 5 MP. Gemeinsam haben alle, dass sie nur durchschnittliche Aufnahmen liefern.

Eine Geduldsprobe

Neben dem Blick auf die Fotos darf natürlich auch der aufs Innenleben nicht fehlen. Hier zeigt sich sofort: Für Spiele ist kein Testkandidat gebaut.Aktuelle Kracher laufen – wenn überhaupt – nur mit Rucklern und in niedrigsten Grafikeinstellungen. Prozessoren wie dem MediaTek Helio P35, Helio G35, Helio G25 oder dem Unisoc T700 fehlt einfach die nötige Kraft. Auch der Arbeitsspeicher fällt mit 3 Gigabyte (Galaxy A03s, Nokia G10, Redmi 9c) beziehungsweise 4 Gigabyte (Galaxy A12, Moto E40, Realme C21) zu knapp aus. Am gemächlichsten arbeiten das Redmi 9c und das Nokia G10. Bezieht man das Bedientempo in der Praxis mit ein, liefert am Ende aber das Realme C21 die schwächste Leistung. Geduld ist allerdings bei allen getesteten Schnäppchen-Smartphones angesagt: Apps starten langsam, und Menüs reagieren oft träge. Achtung beim Speicher: Die gebotenen 32 oder 64 Gigabyte sind schnell voll. Zwar lässt sich der interne Speicher per Speicherkarte erweitern, viele Apps verschmähen die allerdings.

Laden? Am besten über Nacht

Durch Schnellladen versuchen die Hersteller bei Top-Smartphones den Tankstopp an der Steckdose möglichst kurz zu halten. Die günstigen Modelle müssen auf solche Funktionen verzichten, genau wie auf kabelloses Laden. So überrascht es nicht, dass die Geräte keine Rekordzeiten beim Befüllen des Akkus hinlegen. Am längsten müssen Besitzer des Galaxy A03s warten. Knapp vier Stunden hing es im Test am Netzteil, bis es wieder voll war. Dagegen wirkte das Realme C21 wie Speedy Gonzales – es brauchte nur etwas mehr als zwei Stunden.

Wenig Power, wenig Verbrauch

Dafür ist die Laufzeit der Günstig-Smartphones überzeugend. Alle Geräte schafften mindestens elf Stunden im Dauertest des Labors. Absoluter Spitzenreiter mit mehr als 14 Stunden ist das Nokia G10. Das liegt wohl vor allem an dem schwachen und damit sparsamen Prozessor des Smartphones. Überraschend: Nicht alle Hersteller setzten bei ihren Geräten auf eine USB-C-Buchse. Bei Realme und Xiaomi gibt es im günstigen Preissegment noch einen Micro-USB-Anschluss. Einen Netzstecker brauchen Käufer jedoch nicht extra zu besorgen: Er liegt bei allen Testkandidaten direkt mit in der Box.

[jc]

FAZIT

Dunkle und kontrastarme Displays, träges Arbeitstempo, schwache Kameras – die Billig-Smartphones schwächeln abgesehen von der Akkulaufzeit in praktisch allen Punkten. Die beste Leistung zeigt das Moto E40, dank gerade noch erträglichem Arbeitstempo und ordentlicher Kamera. Wer aber ein gutes Smartphone haben will, sollte lieber noch etwas drauflegen: Das Realme GT Master Edition (Note 1,7) für 239 Euro etwa bietet in allen Punkten bessere Technik – dazu Extras wie 5G und Schnellladen. Der Preis-Leistungs-Sieg hätte eigentlich dem Realme C21 für gerade mal 100 Euro gebührt, doch aufgrund des mangelhaften Arbeitstempos spricht COMPUTER BILD hier keine Empfehlung aus.

GEBRAUCHTE GERÄTE

Gebraucht gibt es für rund 150 Euro ältere Mittelklasseoder Topmodelle. Eine Übersicht von Ebay-Preisen finden Sie auf cobi.de/12809. Diese Fragen sollten Sie sich vor dem Kauf stellen:

■ Gibt es für das Gerät noch die neueste Software? Das Galaxy S9 Plus etwa kostet bei Ebay nur rund 145 Euro das letzte Update aber erfolgte auf Android 10.

■ Wie ist der Akkuzustand? Beim iPhone lässt der sich unter Einstellungen / Batterie prüfen, bei Android hilft nur Vertrauen auf Verkäufer.

Empfehlenswerte Modelle:

■ Apple iPhone 8: rund 145 Euro bei Ebay, iOS 15.4.

■ Samsung Galaxy A51: rund 160 Euro, erhält Android 12.