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Wie kalkuliert der GaLaBau den Obstbaumschnitt bei Privatkunden?


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 20/2018 vom 19.05.2018

Die TASPO hat nachgefragt, was die Betriebe in der Praxis veranschlagen. VonAchim Feil


Artikelbild für den Artikel "Wie kalkuliert der GaLaBau den Obstbaumschnitt bei Privatkunden?" aus der Ausgabe 20/2018 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Schnittmaßnahmen an einer alten Mostbirne.


Fotos: Pfefferer Baumkultur/Privat (2)

Der Autor

Achim Feil,
Bachelor of Science Gartenbauliche Phytotechnologie


In vielen Privatgärten sind sie zu sehen: Obstbäume. In unterschiedlichsten Formen, Größen und vor allem Zuständen. Dass regelmäßige und vor allem richtig durchgeführte Schnittmaßnahmen die Vitalität des Baumes aufrechterhalten, scheint jedoch manchmal noch nicht ganz bis zu den Besitzern durchgedrungen zu sein. Viel zu oft werden Baumschnitte nach ungefährem ...

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... Bauchgefühl ausgeführt, was fatale Auswirkungen auf die Baumgesundheit und damit auf das gewünschte Erscheinungsbild hat. Diese sogenannten „Hausmeisterschnitte“ sind berüchtigt und in allen Regionen zu finden.

Viele GaLaBau-Betriebe bieten deswegen professionelle Schnittarbeiten an Obstbäumen an. Diese haben natürlich ihren Preis. Doch wie kommen die Preise zustande? Und welche Faktoren sind ausschlaggebend, um kalkulieren zu können? Die TASPO hat sich bei einigen GaLaBau-Betrieben umgehört und Einblicke in ihre Vorgehensweisen bekommen.

Größter Kostenfaktor ist das Personal

Von allen befragten Betrieben wurden ähnliche allgemeingültige Parameter genannt, die entscheidenden Einfluss auf die Kalkulation haben. Der größte Kostenfaktor hierbei ist das Personal. Den benötigten Werkzeugen wurde nur eine geringfügige Rolle zuteil. In Abhängig davon, ob der Kunde den entstehenden Grünschnitt selbst entsorgen will oder nicht, können zusätzliche Kosten für Häcksler und Abfuhr entstehen.


„Bei umfangreicheren Arbeiten findet zuerst eine Sichtung der Bäume statt. Danach wird dem Kunden ein objektbezogenes Angebot gemacht.“
Martin Schmidt, Baumrausch (Bremen)


Bezüglich der Umgebung des Baumes wurden folgende Faktoren als besonders wichtig hervorgehoben: Zugänglichkeit (etwa für Fahrzeuge) sowie Entfernung von der Straße zum Objekt (Einfluss auf nötige Absicherung des Arbeitsbereiches).

Der Aufwand der Arbeiten wird maßgeblich von den Baumeigenschaften bestimmt. Vor allem Baumhöhe und -alter, Kronenvolumen, Ast- und Stammumfang sowie die Anzahl der früher am Baum durchgeführten Schnittmaßnahmen haben einen entscheidenden Einfluss.

Um den Arbeitsaufwand für die Kalkulation zu minimieren, bietet zum Beispiel Dataflor (www.dataflor.de , Göttingen) Software für den GaLaBau an, die auf der Grundlage der genannten Parameter zeitliche und kostenspezifische Vorausplanung ermöglicht.

Die befragten Betriebe gaben Einblicke, wie sie professionelle Schnittmaßnahmen an Obstbäumen berechnen:

Joachim Herold, Geschäftsführer der Herold Ingenieurgesellschaft für Garten- und Landschaftsbau (www.herold galabau.de, Berlin): Bei einem Baum mit einer Höhe von etwa 3,5 bis vier Metern und jährlichem Schnitt muss man rund 30 Minuten Arbeitszeit einplanen. Ganz anders sieht es bei einer Höhe von rund fünf Metern und noch nie durchgeführten Schnittmaßnahmen aus. Hier steigt der zeitliche Umfang der Arbeiten auf 120 Minuten. Für die Abfuhr von Astwerk werden rund 20 bis 25 Euro je Kubikmeter berechnet.

Martin Schmidt, Geschäftsführer von Baumrausch (www.baumrausch.de, Bremen): Für Schnittmaßnahmen an kleineren Bäumen wird ein Stundenpreis von 46 Euro (netto) veranschlagt. Hinzu komme eine Anfahrtspauschale von 40 Euro (netto). Für etwaige Entsorgungskosten kommen zusätzlich 20 Euro je Kubikmeter Grünschnitt hinzu. Bei umfangreicheren Arbeiten findet zuerst eine Sichtung der Bäume statt. Danach wird dem Kunden ein objektbezogenes Angebot gemacht. Grundlage für die Kalkulation sind die schon genannten Preise. Sind bei großen Bäumen Kletterarbeiten notwendig, wird ein Stundenpreis von 55 Euro veranschlagt.

Meist wird der Grünschnitt vor Ort gehäckselt. Hierfür werden nochmals 65 Euro je Stunde Maschinenlaufzeit und Bedienung berechnet. Man könnte sagen, dass ein Baumschnitt pro Baum mindestens 100 Euro und bei großen Bäumen bis zu 400 Euro kostet.

Oliver Tiedemann, Geschäftsführung des Baumpflegebetriebes Grüner Zweig (www.gruener-zweig.de, Tecklenburg): Wir kalkulieren vor allem mithilfe des Baumalters und seiner Größe. Zwei Beispiele: Bei einem 60 Jahre alten Baum wird mit ungefähr zwei Stunden Arbeitszeit gerechnet. Wurde der Baum regelmäßig geschnitten und ist nicht älter als 30 Jahre, wird mit 0,5 Stunden Arbeitszeit gerechnet.

Haltern und Kaufmann (www.haltern undkaufmann.de, Braunschweig): Eine Kalkulation für Obstbaumschnitt nehmen wir nicht vor, da die meisten Obstbäume in Privatgärten keinem Standard entsprechen. Der Schwerpunkt wird hier auf die Vorstellungen des Kunden gelegt, der am besten weiß, welchen Zweck der Baum erfüllen soll. Im Gespräch ergibt sich, ob der Fokus beispielsweise auf Form oder Ertrag liegen soll.


„Wurde der Baum regelmäßig geschnitten und ist nicht älter als 30 Jahre, wird mit 0,5 Stunden Arbeitszeit gerechnet.“
Oliver Tiedemann, Grüner Zweig (Tecklenburg)


Harald Jetter, Geschäftsführer von Pfefferer Baumkultur (www.baumkultur.de, Müllheim in Baden-Württemberg) Bei kleinen Obstbäumen fällt ein Preis von 48 Euro je Stunde an. Sind bei großen Bäumen Kletterer nötig, steigt der Preis auf 55 Euro je Stunde. Erfahrungsgemäß nimmt die Beratung einen großen Teil der Arbeitszeit ein.

Bei der Kalkulation sind Werkzeuge wie Handsäge, Baumsäge und Köcher zu vernachlässigen. Lediglich bei der Abfuhr des Schnittgutes fallen zusätzlich 40 Euro pro Stunde Betriebszeit des Häckslers an. Da man unter freiem Himmel arbeitet, besteht jedoch immer das Risiko, dass widrige Wetterverhältnisse die gesamte Kalkulation über den Haufen werfen.