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Wie kindger echt sind Str eaming-Dienste?


Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 10.09.2021

YouTube, Netflix, Sky und Co. im Vergleich

Artikelbild für den Artikel "Wie kindger echt sind Str eaming-Dienste?" aus der Ausgabe 8/2021 von Digital Fernsehen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 8/2021

Für viele Kinder beginnt die Welt der bewegten Bilder auch heute noch mit dem „Sandmännchen“, doch angesichts der großen Bandbreite an Kinderinhalten bleibt es nicht lange dabei. Schon im Vorschulalter haben Kinder heute feste Lieblingsserien, die sie regelmäßig konsumieren. Für Eltern stellt sic daher irgendwann unweigerlich die Frage: Wie den Konsum am besten steuern und überwachen, ohne dabei ständig selbst mit auf der Couch sitzen zu müssen? Immerhin gilt es zu verhindern, dass der Sprössling Inhalte sieht, die noch nichts für seine Augen sind. Musste früher die Fernbedienung immer in Reichweite sein, um nach der Sendung schnell abschalten zu können, bieten heute Streaming- Dienste angenehme Alternativen. Denn über spezielle Kids-Angebote liefern sie Eltern passende Werkzeuge an die Hand. Doch was taugen YouTube, Disney, Netflix und Co. wirklich, wenn ...

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... es um kindgerechte Unterhaltung geht?

Youtube

YouTube ist zwar kein klassischer Streaming-Dienst, als Video-Plattform mit Unmengen an Content für Kinder ist das Angebot für Eltern aber dennoch eine wichtige Anlaufstelle. Der Weg zum Kids- Bereich ist allerdings gar nicht so einfach. Wer nicht weißt, dass YouTube mit YouTube Kids eine eigene App für Kinder anbietet, sucht in der normalen Applikation erstmal vergeblich. Zwar sind dort natürlich auch alle Inhalte für Kinder verfügbar, dass ein separates Kinderangebot mit höheren Sicherheitsmechanismen überhaupt existiert, erfährt man aber nicht. Es gibt keinerlei entsprechende Schaltfläche. Auch im Browser ist es eher Zufall, dass man den Weg dorthin findet. Denn auch hier gibt es keinen Menü-Punkt, den man anwählen kann. Erst nachdem man ein entsprechendes Video angeklickt hat, erscheint unter dem Videofenster und der Beschreibung (man muss also erst ein Stück nach unten scrollen) ein Hinweis, dass man auch in den Kids-Bereich gehen kann. An der Stelle verschenkt YouTube eine Menge Potenzial, denn mit einem gut sichtbaren Button auf der Startseite oder einem Feld in der Menü-Leiste ließen sich sicher mehr Eltern für das hauseigene An-gebot gewinnen. Denn bekanntlich kann man nur das nutzen, von dessen Existenz man auch weiß.

Kindersicherung

Weiß man dann erstmal von seiner Existenz, sind es nur wenige Klicks, bis man YouTube Kids nutzen kann. Voraussetzung dafür ist ein Nutzerkonto der Eltern. Hat man sich mit diesem angemeldet, kann man für jedes Kind ein eigenes Profil anlegen. Name, Alter und Geburtsmonat sind dabei alles, was YouTube wissen will, bevor es zur vielleicht wichtigsten Einstellung geht: Eltern können hier die Altersgruppe des jeweiligen Kindes wählen, nach der sich dann die verfügbaren Inhalte zusammenstellen. Dabei gibt es die Wahl zwischen Vorschulalter (0-4 Jahre), Jünger (5-8 Jahre) und Älter (9-12 Jahre).

Hat man diese ausgewählt, wird zuletzt abgefragt, ob man die Suche aktivieren möchte oder nicht. Ist diese deaktiviert, haben Kinder ausschließlich Zugriff auf Kanäle, die von YouTube auf ihre Kindertauglichkeit geprüft wurden. Ist die Suche aktiviert, werden auch andere Inhalte sichtbar, allerdings immer noch entsprechend der FSK-Einstellung. Eltern haben dennoch die Möglichkeit, für sie unangemessene Inhalte auszublenden. Zwar können solche Videos mit nur zwei Klicks problemlos blockiert werden, doch das garantiert nicht, dass nicht kurze Zeit später eine andere Folge der Serie auftaucht. Alternativ kann man auch einen kompletten Kanal sperren.

Mangelnde Übersicht

Die Oberfläche von YouTube Kids ist sehr einfach und übersichtlich gestaltet. Die Angebote werden in den Rubriken Serien, Musik, Lernen und Entdecken einsortiert, wobei in jeder Rubrik eine feste Anzahl an Videos vorgeschlagen wird. In der App sind das 18, im Browser 36. Klickt man einen Beitrag an, erscheinen am Rand weitere Vorschläge, ganz wie im Erwachsenen-Modus. Zudem hat man im Browser nun die Möglichkeit, auf den jeweiligen Kanal zu klicken und zum Beispiel alle Angebote vom ZDF zu sehen. Die feste Anzahl an Vorschlägen ist allerdings Segen und Fluch zugleich: Kinder werden durch die begrenzte Auswahl nicht so schnell überfordert. Doch da YouTube es versäumt hat, irgendwo eine Übersicht über alle verfügbaren Kanäle zu integrieren, kann man sich eigentlich nur auf gut Glück durch die Videos klicken und abwarten, was einem so vorgeschlagen wird. Auf schnellem Wege alle Inhalte von „Die Sendung mit der Maus“ finden? Ohne die Suchfunktion reine Glückssache, denn nur wenn einem zeitnah ein passendes Video angeboten wird, kann man über den Channel zu einer Übersicht kommen. Geschlafen hat die Video-Plattform zudem noch an einer anderen wichtigen Stelle: In YouTube Kids gibt es keine Möglichkeit, eine Favoritenliste anzulegen – was bei mangelnder Übersicht über die verfügbaren Inhalte alles noch komplizierter macht. Hat man also „Die Sendung mit der Maus“ endlich gefunden, kann man sie nicht einmal irgendwo speichern, um sie beim nächsten Mal schneller wiederzufinden.

Watchlist ersetzt keine Favoriten

Zumindest ein wenig Aufschluss kann hier der Profilbutton für den jeweiligen Nutzer geben, denn dahinter verbirgt sich die Watchlist, die Eltern zeigen soll, was ihr Nachwuchs sich alles angesehen hat. Zumindest für eine gewisse Zeit kann man hier auch gern gesehene Videos wiederfinden, doch da an dieser Stelle jedes angespielte Video auftaucht, kann die Liste auch schnell unübersichtlich werden. Ein gutes Kontrollinstrument ist sie aber auf jeden Fall, denn sie lässt sich nicht einfach löschen. Unerlaubte Inhalte anschauen und dann schnell die Liste leeren bevor die Eltern es mitbekommen, funktioniert nicht. Neben der Watchlist befindet sich ein Kasten, der einer Favoriten-Liste – im weitesten Sinne – am nächsten kommt. Denn hier werden die Kanäle aufgeführt, von denen man etwas abgespielt hat. Allerdings gibt es nur fünf Positionen, die auch schnell belegt sind. Kommt dann ein sechster Channel dazu, fliegt ein anderer raus. Welcher das ist, können Nutzer nicht beeinflussen, doch scheint YouTube anhand des Nutzerverhaltens zumindest zu gewichten, welche Kanäle häufig angesteuert werden, sodass diese nicht so schnell verschwinden. Fixieren kann man aber nichts.

Auf der gegenüberliegenden Seite findet sich der Zugang zum Elternbereich, der, das muss hier lobend erwähnt werden, einfach aber effizient gesichert ist. Entweder vergeben Eltern klassisch eine selbstfestgelegte Pin oder trainieren ihre Rechenkünste. Denn als Schutzmechanismus hat YouTube hier eine kleine Rechenaufgabe eingestellt, die bei jedem Gang in den Elternbereich wechselt und zumindest den Umgang mit Zahlen bis 100 voraussetzt. Im Elternbereich selbst lassen sich dann die Kinderprofile bearbeiten und beispielsweise die Altersstufe wechseln oder aber gesperrte Videos wieder freigeben. Zudem können Eltern hier die Watchlist löschen oder bearbei-ten und auch die Suchfunktion kann hier aktiviert oder eben deaktiviert werden.

Viele verschiedene Inhalte

Hat YouTube Kids hinsichtlich seiner Funktionen noch einige Schwächen, kann man das über die inhaltliche Bandbreite nicht behaupten. Denn die Video-Plattform hat das mit Abstand abwechslungsreichste Angebot in unserem Test. So finden Kinder nicht nur verschiedene Serien, sondern auch Lieder und Musik, Bastel- und Malanleitungen, Sport oder auch Videos mit Lerninhalten und Alltagswissen. Medienkonsum muss sich mit YouTube Kids also nicht nur darauf beschränken, sich berieseln zu lassen, hier können Kinder auch viel lernen. Ob eine Zuckertüte selber basteln, das ABC lernen, verstehen, wie ein Luftballon entsteht oder auch das richtige Verhalten bei Starkregen – all das lässt sich in dem Angebot finden. Auch Auftritte von Sportlern, eine Anleitung zum Corona-Selbsttest oder Gaming-Videos, in denen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Spiele ausprobieren, werden angeboten. Die Bandbreite an Themen ist sehr groß.

Typisch YouTube?

Wichtig zu erwähnen ist zudem, dass sich YouTube Kids als kostenloses Angebot auch über Werbung finanziert. Diese lässt sich über ein Premium-Abo umgehen. Bei unserem Test sind wir jeweils nur auf kurze Clips mit kindgerechten Inhalten gestoßen. Monster-Werbe-Blöcke von mehr als elf Minuten, wir sie uns im normalen YouTube manchmal unterkommen (auch bei Kinder-Videos!), sind hier generell blockiert. Im Test sind sie uns zumindest nicht begegnet. Dafür haben wir mit einem anderen YouTube-Phänomen auch im Kids-Bereich Bekanntschaft gemacht: YouTube bietet zum Teil nur kurze Clips oder zusammengewürfelte Videos mit lauter Einzelsequenzen von Serien an, eine Garantie für ganze Folgen gibt es nicht.

Dafür funktioniert die Wiedergabe nach den mittlerweile gängigen Mustern: Ist ein Video zu Ende, wird automatisch das nächste abgespielt. Eine Liste am Bildrand informiert dabei, was als nächstes kommt. Über eine Timer-Funktion können Eltern dabei steuern, dass Kinder nicht zu lange vorm Bildschirm sitzen. Wird das Video unterbrochen, setzen zumindest längere Clips an der passenden Stelle wieder ein. Kürzere Beiträge von etwa drei Minuten Länge wurden in unserem Test jedes Mal von vorn abgespielt. Auch das wäre noch eine kleine Stellschraube, an der die Video-Plattform drehen könnte, um den Komfort für die Nutzer zu steigern.

Amazon Prime Video

Im Gegensatz zu YouTube hat Amazon Prime seinem Kinder-Bereich einen eigenen Button spendiert, der Eltern direkt den Weg weist. Zugangsvoraussetzung ist aber auch hier ein registriertes Nutzerkonto. Wählt man sich dann ein und klickt auf den Reiter „Kinder“, landet man zunächst in einem allgemeinen Kinder-Account, in dem alle Inhalte bis FSK 12 angezeigt werden. Dabei ist der Aufbau ganz Amazon-like: Neben den prominent platzierten Eigenproduktionen werden die neuesten Filme, Zeichentrickserien, Tierformate, beliebte Serien oder auch Filme für bestimmte Altersstufen vorgeschlagen. Dabei setzt Amazon auch darauf, die Videos nicht nur ihrer Zugehörigkeit zu einer Serie zusammenzustellen, sondern auch nach Themen: So werden etwa nicht nur alle Inhalte mit Tie-ren gebündelt, sondern auch solche zu Musik, Abenteuern oder zu Fahrzeugen. Über die oben platzierten Reiter „Originals“, „Serien“ und „Filme“ lässt sich das Angebot noch einmal einschränken, doch eine umfassende Liste aller verfügbaren Inhalte hat auch Amazon nicht. Dabei ist das Konzept des Streaming-Dienstes ja deutlich enger gefasst als das der Video-Plattform YouTube, auf die jeder etwas hochladen kann. Amazon bestimmt dagegen selbst. Es wäre also eigentlich ein leichtes für den Dienst, eine A-Z-Liste zu erstellen und Eltern zur Übersicht anzubieten, doch Amazon verzichtet darauf. Stattdessen muss man sich auch bei Prime durch die angebotenen Beiträge scrollen oder eben die Suchfunktion nutzen. Das heißt: Entweder man weiß, was man will, oder man muss sich von den Vorschlägen überraschen lassen. Ein gezieltes Scannen des Angebots ist nicht möglich.

Profile anlegen

Über den Button „Mein Bereich“ fragt Prime ab, wer gerade vor dem Bildschirm sitzt. Neben dem angemeldeten Nutzer wird hier auch mit einem gelben Sternchen illustriert das allgemeine Kinder- Profil aufgelistet sowie die Möglichkeit, weitere Profile anzulegen. Dabei gilt es lediglich einen Namen zu vergeben und auszuwählen, ob es sich um ein Kinder-Profil handelt oder nicht. Ist dem so, werden nur noch Inhalte mit einer Altersfreigabe von maximal zwölf Jahren angezeigt. Detailliertere Altersbeschränkungen kann man an dieser Stelle nicht machen, denn nach der Frage nach dem Kinderprofil ist die Einrichtung bereits abgeschlossen.

Amazon hat mitgedacht

Hier kann man aber über die Einstellungen nachsteuern, denn dort kann man eine Kindersicherung einrichten, bei der sich auch das Alter des Nutzer staffeln lässt. Zur Wahl stehen dabei Inhalte ab 0, 6, 12, 16 oder 18 Jahren. Wählt man etwa aus, dass man nur Inhalte bis FSK 6 sehen will, werden solche ab zwölf Jahren zwar noch immer angezeigt, abgespielt werden sie aber nur dann, wenn man die vorher dafür festgelegte Pin eingibt. An dieser Stelle sehr clever von Amazon: Da Prime gerade in Familien auf verschiedenen Endgeräten genutzt wird, kann man In den Einstellungen auch auswählen, auf welchen genutzten Endgeräten die Altersbeschränkung gelten soll. Haben die Kinder also ein Tablet, auf dem sie ihre Serien gucken, kann man dort das Angebot beschränken, während auf dem elterlichen Handy nach wie vor der volle Umfang verfügbar ist. Generell gilt, dass Amazon bei allen Einstellungen zur Kindersicherung mehrfach das Passwort des Nutzeraccounts abfragt, um möglichst zu verhindern, dass der Nachwuchs die gesetzten Grenzen allein aufhebt.

Ein teurer Spaß?

Bei Prime können sich Nutzer zwar sicher sein, dass sie ganze Folgen einer Serie oder den ganzen Film angeboten bekommen und nicht nur Schnipsel wie manchmal bei YouTube, das heißt aber nicht, dass von einer Serie auch immer alle Staffeln verfügbar sein. So ist zum Beispiel „Bob der Baumeister“ nur mit Staffel 19 vertreten, alle anderen Seasons sind nicht abrufbar und müssten erst gekauft werden. Und das ist für Eltern, die ihre Kinder Prime nutzen lassen, eine elementare Frage: Können die Kleinen einfach zusätzliche Inhalte einkaufen, sodass Eltern am Ende eine dicke Rechnung von Amazon bekommen? Die Antwort lautet nein. Im Kinderprofil werden keine Inhalte angezeigt, die gekauft werden müssen. Der entsprechende Reiter, der bei Erwachsenen Nutzern mit kostenpflichtigen Angeboten gefüllt ist, ist bei Kinderprofilen leer. Amazon kennzeichnet solche Inhalte auch sehr deutlich: Auf dem Vorschaubild zu dem jeweiligen Video ist in der linken oberen Ecke ein blaues Zeichen eingeblendet, dass zeigt, dass dieses zum Angebot von Prime gehört. Kauf-Inhalte wären mit einem goldgelben Symbol mit einem €-Zeichen gekennzeichnet. Eltern haben zudem auch über die Einstellungen die Möglichkeit eine Pin zu aktivieren, die bei Käufen abgefragt wird.

Komfor table Nutzung

Das Abspielen der einzelnen Videos erfolgt auch im Kinderbereich nach den bekannten Mustern: Schon über die Kurzinfo ist für Eltern ersichtlich, wie viele Staffeln eine Serie hat, welche FSK vergeben wurde oder wie lang der Film eigentlich geht. Wird die Wiedergabe zwischendrin unterbrochen, setzt Prime an der gleichen Stelle fort. Ist eine Folge zu Ende, spielt automatisch die nächste an. Beide Funktionen können aber über die Einstellungen abgestellt werden. Unerwünschte Inhalte können Eltern einfach ausblenden und bei Bedarf über die Einstellungen wieder freigeben. Ganz wichtig: Prime bietet natürlich die Möglichkeit, eine individuelle Favoritenliste anzulegen, die dann über „Mein Bereich“ abgerufen werden kann. Klicken Eltern auf das Profil ihrer Kinder, bekommen sie zudem eine Watchlist angezeigt, die nicht nur verrät, was als Favorit gespeichert wurde, sondern auch, was sonst noch so angeschaut wurde.

Zudem gibt es die Möglichkeit, Inhalte herunterzuladen und dann im Offline- Modus zu kucken. Eltern können auch hier vorgeben, ob Inhalte automatisch heruntergeladen werden sollen, wie viele Folgen einer Serie so vorbereitet werden sollen und ob diese nach dem Ansehen wieder gelöscht werden.

NETFLIX

Netflix ist im Grunde sehr ähnlich zu Prime aufgebaut. Auch hier erfolgt der Konsum nach den bekannten Mustern mit Informationen, nahtloser Wiedergabe und automatisch anlaufenden Videos. Auch Netflix bietet eine Favoritenliste an, über die die Lieblingsserien und Filme schnell abgerufen werden können. Die Unterschiede liegen eher im Detail, die aber gerade in Bezug auf Kinder wichtig sein können.

Nach dem Login fordert der Streaming- Dienst seine Nutzer direkt dazu auf, ein Profil anzulegen. Netflix fragt dabei sofort ab, welche Alterseinschränkungen getroffen werden soll. Zudem kann man auswählen, ob es sich um ein Kinderin profil handelt oder nicht. Klickt man den Button an, werden Nutzern über dieses Profil nur noch kindgerechte Inhalte entsprechend der FSK-Einstellung angezeigt. Zudem können Eltern schon an dieser Stelle angeben, welche Inhalte für ihre Kinder gesperrt werden sollen. So sind diese für die kleinen Nutzer nie sichtbar und Eltern umgehen im Zweifel das kindliche Theater, wenn der Nachwuchs bereits gesehen hat, was es alles gibt und Eltern diese dann erst sperren.

Nach der Profileinstellung gelangt man auf die gewohnte Netflix-Oberfläche, wobei ein roter Button nun auf Höhe des Menüs zeigt, dass man sich im Kinderbereich aufhält. Angezeigt werden nun nur Kinderformate, ähnlich wie bei Amazon sortiert nach Eigenproduktionen, beliebten Figuren oder Rubriken. Eine Gesamtübersicht über alle Inhalte sucht man aber wie bei der Konkurrenz auch hier vergeblich.

Kindgerechte Suche

Eine Besonderheit bei Netflix findet sich in der Suche: Diese ist nicht nur über die normale Texteingabe möglich, sondern für die kleinen Nutzer auch bildlich. So bietet Netflix eine Suche nach Figuren an, bei der über große bunte Bilder die Helden der verschiedenen Formate abgebildet sind. Schwärmt der Nachwuchs also von der Serie mit dem Hund, hilft das Eltern nur bedingt, denn davon gibt es einige – und man muss wissen, was man sucht. Bei Netflix können Eltern ihren Kindern aber auch einfach die Bilder zeigen und im besten Fall erkennt der kleine Zuschauer seinen Liebling wieder. Auf diesem Wege können sich etwas größere Kinder auch allein im Netflix-Menü orientieren, da man weder Lesen noch Schreiben können muss, um so Inhalte zu finden.

Zu kompliziert

Negativ fällt bei Netflix dagegen auf, dass im Kinder-Profil keine Inhalte gesperrt werden können. Einfach auf das betreffende Video klicken, „Blockieren“ auswählen und fertig – das ist bei Netflix nicht möglich. Das geht ausschließlich per Hand über die Profileinstellungen. Eltern müssen sich also entweder jedesmal zum Profil durchklicken und da dann den Titel des Films oder der Serie eintragen oder aber eine Liste erstellen und diese dann im ganzen eintippen, damit diese Inhalte nicht mehr auftauchen. Das ist unnötig kompliziert. Eine Schaltflache am Video wäre nicht nur wünschenswert, sondern auch zeitgemäß. Rückgängig machen kann man die Blocks auch nur über die Profileinstellungen.

NETFLIX

Auch der deutsche Pay-TV-Anbieter Sky hat einen Kinderbereich für seine kleinen Nutzer eingerichtet, der direkt über das Menü angesteuert werden kann. Die Oberfläche präsentiert sich dabei mit ei-ner übersichtlichen Struktur, die zunächst Empfehlungen zu Filmen und Serien, teils direkt nach Altersstufen oder auch in Rubriken sortiert anbietet. Im Gegensatz zu den anderen Video-Diensten kann Sky hier auch die Verknüpfung zu seinem TV-Angebot nutzen, denn in den Empfehlungen finden sich auch Informationen darüber, was gerade auf den einzelnen Kindersendern läuft. Klickt man darauf, landet man direkt auf dem Sender. Über die Zurück-Taste gelangt man dann wieder in den Kinderbereich. Zur Verfügung stehen hier allerdings nur die zum Sky-Angebot gehörigen Pay-TV-Kanäle. Die freiempfangbaren Kinder-Sender stehen nur über das neue „Sky Q über das Internet“ ebenfalls zur Verfügung.

Auf einen Blick

Neben den Empfehlungen kann man sich über die entsprechenden Menüpunkte auch nur Filme und Serien anzeigen lassen. Dabei fällt auf, das Sky als einziger Anbieter in unserem Test eine Gesamtübersicht über alle verfügbaren Inhalte hat. Wählt man diese an, erscheinen alle Formate in alphabetischer Reihenfolge sortiert. Der Vorteil: Man kann Dinge finden, die man eigentlich gar nicht gesucht hat. So fanden wir bei unserem Test überraschend „Hallo Spencer“ wieder, eine Sendung, die wir zu Kinderzeiten gern gesehen haben, aber die wir vermutlich so nie gesucht hätten. Zudem können sich Eltern so ganz einfach einen Überblick verschaffen und sind nicht auf den Zufall der Empfehlungen angewiesen. Eine Such-Funktion gibt nicht.

Vermisst wird dagegen eine Favoriten-Liste. Auch bei Sky hat man keine Chance, die Lieblingsserien gebündelt abzulegen, um diese schneller wieder abzurufen. Für Nutzer mit mehreren Kindern hat das Sky-Angebot zudem noch einen weiteren Haken: Bei Sky Kids ist es nicht vorgesehen, dass man verschiedene Profile anlegt. Das heißt, man hat dadurch auch keine Chance, verschiedene Jugendschutzeinstellungen dem jeweiligen Alter entsprechend vorzunehmen. So müssen sich zum Beispiel ein Vierjähriger und ein Zwölfjähriger einen Zugang teilen, obwohl sie vermutlich kaum inhaltliche Schnittmengen haben. Für uns ist das ein klarer Minuspunkt. Zwar ist das Kinder-Angebot von Sky auch nicht unendlich groß, die Möglichkeit hier jedem Kind einen individuell konfigurierten Nutzungsbereich zu schaffen, wäre aber wünschenswert.

Kids Mode

Die Jugendschutzeinstellungen werden generell über „Mein Sky Q“ vorgenommen. Hier kann man nicht nur die Altersbeschränkung festlegen, sondern auch die Pin-Abfrage regulieren. Soll diese immer oder nie erfolgen? Nur für bestimmte Altersfreigaben oder nur zu bestimmten Uhrzeiten? Gerade die Einstellungsmöglichkeiten für die Pin-Abfrage sind für Eltern ein gutes Werkzeug, doch auch das hat Vor- und Nachteile: Durch die Pin-Abfrage kann reguliert werden, dass der Vierjährige keine Inhalte mit höherer Altersfreigabe schaut. Allerdings muss der Zwölfjährige die Jugendschutz-Pin dann wiederum kennen, um seine Inhalte sehen zu können. Dabei sollte gerade diese Nummer ja bekanntlich nicht unbedingt in die Hände der kleinen Zuschauer gelangen. Immerhin soll sie auch im regulären TV verhindern, dass Kinder Inhalte sehen, für die sie noch nicht Alt genug sind. Verschiedene Nutzerprofile wären hier eine einfache Lösung.

Für Eltern ebenfalls interessant ist der Kids Mode: Ist dieser aktiviert, können Kinder den Kinder-Bereich nicht einfach verlassen. Neben den Abruf-Inhalten sind lediglich die bei Sky verfügbaren Pay-TV- Kindersender ansteuerbar. Ist der Kids Mode nicht aktiviert, können Kinder dagegen über die Fernbedienung auch auf alle anderen Sky-Angebote zugreifen, die nicht separat gesichert sind. Um den Kids Mode wieder zu verlassen, fragt Sky den Jugendschutz-Pin ab.

Was ebenfalls positiv bei Sky auffällt: Neben Serien und Filmen gibt es zudem einen Menüpunkt mit der Aufschrift „Aufnahmen“. In diesem können Eltern selbstgemachte Aufnahmen aus dem Sky-TV-Programm ablegen, sodass ihre Kinder mehr Inhalte zur Verfügung haben als nur die von Sky vorgegebenen. Generell funktioniert der Abruf der gewünschten Inhalte nach dem bekannten Muster mit nahtloser Wiedergabe nach einer Pause und automatisch abspielenden Folgen.

Disney Plus

Disney+ unterscheidet sich in einem Punkt deutlich von unserer Test-Konkurrenz: Bei Amazon, Sky und Co. handelt es sich um Angebote für Erwachsene, die jeweils über einen separaten Kinderbereich verfügen. Disney dagegen richtet sich an Familien, wobei Kinder explizit als Nutzergruppe angesprochen werden. Das weckt unweigerlich höhere Erwartungen. Doch wird der Mäusekonzern diesen auch gerecht?

Nach dem Login gelangt man direkt zur Profileinstellung. Neben dem Namen und der Alterseinstufung kann hier auch direkt die Frage nach einem Kinderprofil beantwortet werden. Ist dem so, werden fortan – wie auch bei allen anderen Diensten – nur noch ausgewählte Funktionen und Inhalte angezeigt, die von Disney verifiziert sind.

Aber Achtung: Die Altersbeschränkung kann hier nicht manuell eingestellt werden. In unserem Test fanden wir einzelne Inhalte bis zu einer FSK-Grenze von zwölf Jahren. Der größte Teil hat eine Freigabe von null oder sechs Jahren. Um andere Altersgrenzen festzulegen, darf die Schaltfläche „Kinderprofil“ nicht aktiviert werden. Auch interessant an dieser Stelle: Aktiviert man das Kinderprofil, wechselt die Hintergrundfarbe der Benutzeroberfläche von dunklem grau zu blau. Es wird sofort ersichtlich, dass sich etwas verändert hat.

Funktioniert der Filter?

Nach den Einstellungen gelangt man auf die gewohnte Oberfläche von Disney+: Es finden sich die üblichen Rubriken mit Micky Maus, Prinzessinnen, Superhelden und Co., Empfehlungen, Inhalte vom Disney Channel, Magisches oder Videos zum Mitsingen. Dass die eingestellten Altersbeschränkungen bei Disney gut funktionieren, zeigt sich in den Rubriken „Superhelden“ und „Star Wars“, denn neben den Zeichentrick- und Animationsformaten sind Marvel und die Sternenkrieg-Saga die beiden großen Schwergewichte des Mäusekonzerns – und beide sind nicht unbedingt für Kinder geeignet. So sind die üblichen Buttons auf der Startseite im Kindermodus gar nicht erst zu sehen, in der Kategorie „Superhelden“ springt uns zwar Spiderman direkt an, doch klickt man darauf, ist der Spinnenmann ausschließlich als gezeichnete Version seiner selbst abrufbar. Ganz entsprechend der FSK. Gleiches gilt für „Star Wars“: Es sind vor allem die Lego- Videos, die hier zu finden sind, oder eben Zeichentrickformate. Die klassischen Filme tauchen nicht auf, obwohl „Episode I“ und „Episode IV“ mit einer Altersfreigabe von sechs Jahren passen würden.

Außerhalb des Kinderprofils tauchen die Buttons auf der Startseite wieder auf, doch auch hier finden sich nur Inhalte der manuell gewählten Altersgrenze entsprechend. Hier wird „Episode I“ wieder angezeigt, wenn die Grenze auf sechs Jahre oder höher gesetzt wurde. Erhöht man die Altersfreigabe, tauchen Schritt für Schritt mehr Inhalte auf, bis dann schließlich auch alle Realfilme verfügbar werden. Der Filter funktioniert also.

Die Auswahl der Inhalte erfolgt abgesehen von der Startseite über die Reiter „Originals“, „Serien“ und „Filme“, wobei auch hier erstmal nur eine begrenzte Auswahl an Empfehlungen angezeigt werden. Über ein Drop-Down-Menü kann man zudem nach verschiedenen Genres filtern lassen. Ist das gewünschte Video gefunden, lässt sich dieses mit einem Klick auf die Favoritenliste packen. Eine Schaltfläche, um Inhalte zu blockieren, sucht man dagegen vergeblich. Die Wiedergabe nahtlos fortsetzen oder die nächste Folge automatisch abspielen, sind dagegen problemlos möglich.

Kindersicherung

Ähnlich wie Sky bietet auch Disney seinen Nutzern eine Kindersicherung an, die ausschließen soll, dass Kinder selbstständig den Account wechseln. Denn bei Disney können immerhin ganze sieben Profile angelegt werden und wenn man als Kind dann doch mal einen Blick auf den jüngsten „Avenger“-Film werfen will, müsste man ja eigentlich nur zum Profil eines Erwachsenen wechseln. Die Kindersicherung soll das verhindern, denn sie fragt beim Verlassen des Kinderprofils einen wechselnden Zahlencode ab. Dieser ist nicht selbst wählbar wie eine Pin und wird dem Nutzer in Worten angezeigt, sodass Lesen eine zwingende Voraussetzung ist. Der Nachteil: Die Funktion gibt es nur im Kindermodus. Möchte man zum Beispiel nur Inhalte ab null Jahren anzeigen lassen, kann man die Kindersicherung nicht nutzen, denn das Kinderprofil zeigt mindestens Inhalte bis sechs Jahre, vereinzelt auch bis zwölf Jahre. Da ist es dann an den Eltern, die Prioritäten individuell zu setzen.

Fazit

Welcher Streaming-Dienst ist nun am besten geeignet für Kinder? Diese Frage müssen am Ende alle Eltern individuell beantworten, denn es kommt ganz darauf an, wo sie ihre Prioritäten setzen. Punktet YouTube vor allem mit der großen Bandbreite an Themen, lässt die Nutzerfreundlichkeit doch an manchen Stellen noch zu Wünschen übrig. Während Amazon mit der flexiblen Einstellung auf einzelnen Geräten überzeugen kann, hat Netflix die kindgerechtere Suchfunktion. Eine Gesamtübersicht aller Inhalte hat dagegen einzig Sky, wobei die fehlenden Profile hier ein klarer Minuspunkt sind. Disney hat einen guten Kinderbereich mit Kindersicherung kreiert, doch das man innerhalb dieses Modus keine individuellen Altersgrenzen setzen kann, ist wirklich bedauerlich.

Letztlich fanden wir aber bei keinem Dienst Gründe, wegen derer man von einer Nutzung abraten müsste. Letztlich entscheiden ohnehin die Inhalte, zu welchem Dienst man greift. Filme und Serien gibt es überall zu sehen. Sollen Kinder dagegen Alltägliches oder auch Kreatives lernen, ist YouTube das Ziel. Netflix und Co. haben zwar ebenfalls ein paar Tierund Naturdokus im Portfolio, diese sind aber nicht speziell für Kinder gemacht. und haben eben die passende FSK.

FRANCES SCHLESIER