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Wie Liebe gelingen kann


bewusster leben - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 01.09.2021

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Früher mag es genügt haben, wenn ein Paar zusammenblieb, bis das der Tod es schied. Die Konventionen waren streng, Scheidung oft keine Option und irgendwie arrangierte man sich eben miteinander. Heute dagegen stehen solche Zweckehen in einem schlechten Ruf. Traditionelle Bindungen haben sich gelockert, gleichzeitig steigen die Ansprüche an eine Partnerschaft.

Sagen die Zahlen nicht gerade, dass wir heute die Partnerliebe nicht mehr so ernst nehmen wie die Paare früherer Generationen? Nein, vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Die Menschen haben die Partnerliebe noch nie so ernst genommen wie heute und auch das Bedürfnis nach Stabilität war vielleicht noch nie so groß. Wir haben zwar ein elementares Bedürfnis nach Freiheit. Aber noch elementarer ist unser Bedürfnis nach Bindung und Verbundenheit.

Doch wie kann die Liebe in einer Paarbeziehung dauerhaft bleiben? „Es kommt immer mehr auf das Wissen und ...

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... die Fähigkeiten der Partner an, die Liebe lebendig zu halten“, sagt der Psychotherapeut und Bestsellerautor Hans Jellouschek. Dauerhaftigkeit kann heute nur verwirklicht werden, wenn es den Partnern gelingt, die Beziehung so befriedigend zu gestalten, dass beide − aus freien Stücken − in ihr bleiben wollen.

Wie das auch heute noch gelingen kann, dazu hat Hans Jellouschek zehn Tipps zusammengestellt, die wir uns immer wieder in Erinnerung rufen sollten.

1 Definieren Sie Ihre Beziehung: Auch wenn der aktuelle Beziehungsstatus auf vielen Social Media Plattformen für jedermann einsehbar ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass das jeweilige Paar die eigene Partnerschaft für sich definiert hat. Man ist irgendwann zusammengezogen, teilt Bett, Wohnung und Alltag, verharrt jedoch gern im Unverbindlichen, da immer noch etwas „Besseres“ auftauchen könnte. Doch Liebe braucht Verbindlichkeit. Dies ist kein Aufruf, sofort aufs Standesamt zu laufen und die lockere Beziehung mit einem offiziellen Schein aufzupeppen. Gemeint ist eine innere Bereitschaft, sich auf das Abenteuer einer langjährigen Partnerschaft einzulassen, ein gegenseitiges Versprechen, in guten und schlechten Tagen füreinander da zu sein. Damit wird dieser Schritt nicht eine Garantie, aber eine gute Grundlage für eine Liebe auf Dauer.

2 Lernen Sie einander gut kennen: Solange wir ver- iebt sind, fühlen wir uns einander innig verbunden. Ständig finden wir Eigenschaften und Charakterzüge am anderen, die uns begeistern. „In der Verliebtheit entdecken und erfassen wir, was vom anderen zu uns passt, das andere blenden wir aus“, so beschreibt der Paartherapeut diese erste Beziehungsphase. Schwierig wird es, sobald wir das Anderssein des anderen mit Befremden bemerken. Oft folgen dieser Entdeckung dann zwei klassische Handlungsmuster. Wir trennen uns oder ein Partner versucht, den anderen seinen Vorstellun gen entsprechend zurechtzubiegen. Doch nur wenn es gelingt, neugierig, interessiert und staunend, auch die weniger prickelnden Seiten unseres Gegenübers kennenzulernen, kann die Beziehung den Wandel von der rosaroten Brille zum Fensterglas überleben.

3 Versöhnen Sie sich mit der Vergangenheit: Was hat die eigene Herkunftsfamilie mit der aktuellen Par tnerschaft zu tun? Mehr als wir gemeinhin denken. Lehnen wir unsere Eltern ab, stecken wir als Erwachsene gar noch im Trotzalter fest, sind wir nicht frei für die Liebe. Wir wiederholen dann einfach die alten Beziehungsmuster und übertragen uralte Eltern-Kind-Konflikte auf die Partnerschaft. Für eine gelingende Liebesbeziehung ist es also von existenzieller Bedeutung, dass ich mich mit meiner Vergangenheit auseinandersetze, mich mit ihr aussöhne, denn nur so entziehe ich mich der Gefahr, sie in der Gegenwart mit meinem Partner und mit meinen Kindern zu wiederholen.

4 Betonen Sie das Positive: Die Fähigkeit, Gefahren zu erkennen, hat sich im Laufe der menschlichen Evolution als sehr nützlich herausgestellt. Schon immer war es wichtiger, den gefährlichen Säbelzahntiger rechtzeitig zu bemerken, als zu wissen, ob nun die roten oder gelben Beeren süßer schmecken. Deshalb registrieren wir im Alltag einer langjährigen Partnerschaft auch schneller ein unfreundliches Wort als eine liebevolle Geste. Es ist also wichtig, den Fokus immer wieder ganz bewusst auf das Positive im Anderen zu lenken. Und das Positive, das so wieder stärker in den Vordergrund tritt, muss dem anderen auch mitgeteilt werden.

Als Paar sollten wir unsere Aufmerksamkeit bewusst immer wieder auf das Positive lenken.

An gemeinsamen Krisen kann die Liebe wachsen.

5 Lernen Sie einander zu verzeihen: Groll ist, wenn ich Gift schlucke und erwarte, dass der andere daran stirbt. Haben sich in einer Partnerschaft zu viele Verletzungen angesammelt, kann auch die Zeit diese Wunden nicht mehr heilen. Wir alle machen Fehler in unseren Beziehungen, ob absichtlich oder aus Unachtsamkeit, aus Angst, Wut oder Verzweiflung. Entscheidend ist, wie wir in der Partnerschaft damit umgehen. Kehren wir sie unter den Teppich oder sinnen auf

Rache, wird die Liebe vergiftet. Jellouschek zählt fünf Schritte auf, die ein Paar gehen kann, um Verletzungen gemeinsam zu überwinden: Ansprechen, Verstehen, Anerkennen, Verzeihen und Wiedergutmachen helfen bei der Wiederannäherung.

6 Schaffen Sie Räume für Intimität: Frischverliebte würden sich schlapp lachen, schlüge man ihnen vor, sich Räume für Intimität freizuhalten. Kein Wunder, in diesem Beziehungsstadium ist das Bedürfnis nach Nähe so groß, dass berufliche und private Verpflichtungen wie von selbst auf der Prioritätenliste nach unten rutschen. In den Niederungen des Ehealltags zwischen Kindern, Job und ständiger Erreichbarkeit erscheint oft schon ein zweisam verbrachtes Wochenende so illusionär wie ein Kurztrip in den Orbit. Dann gilt: Wir müssen uns die Räume für die Pflege der Intimität selber schaffen, denn die eröffnen sich nicht von selbst.

Eine Beziehung ist niemals statisch, sondern immer im Fluss – mal gibt die eine, mal der andere den Ton an.

7 Stellen Sie Balance in der Beziehung her: Eine Beziehung ist niemals statisch, sondern immer im Fluss – mal gibt die eine, mal der andere den Ton an. Auch das Gleichgewicht zwischen persönlicher Autonomie und gemeinsamer Bindung ist selten komplett ausgeglichen. Jellouschek empfiehlt Paaren, von Zeit zu Zeit gemeinsam eine „Fairnessbilanz“ zu ziehen. Kommt einer von beiden schlechter weg? Ist es in bestimmten Bereichen zu Schieflagen gekommen? Wer „gewinnt“ die offenen und verdeckten Machtkämpfe? Dabei geht es nicht um kleinliche Aufrechnungen, wer, was, wann oder warum für den anderen getan oder dem anderen angetan hat. Geht es insgesamt fair zu, werden Pflichten und Freiheiten gerecht verteilt. Wenn einer auf Dauer schlechter wegkommt als der andere, dann kann daran auch die größte Liebe zerbrechen.

8 Machen Sie Ihre Probleme zu gemeinsamen Problemen: Jellouschek weist auch darauf hin, dass ein großer Unterschied besteht, „einander zu lieben und miteinander zu leben“. Im konkreten Alltag ist es wichtig, ein gutes Team zu bilden. Wenn wir nicht begreifen, dass das Problem der Partnerin auch unser Problem ist, landen wir in der Schuldfrage und verhindern kreative Lösungen. Dagegen sorgt gemeinsame Problembewältigung für gemeinsame Erfolgserlebnisse. Und die stärken wiederum das Selbstbewusstsein des Paares.

9 Sehen Sie Krisen als Entwicklungschancen: Jede Beziehung erlebt Krisen, das ist unausweichlich. Übergänge zwischen Erstarrung und Veränderung werden oft als Krisen erlebt. Rollen wechseln im Laufe einer Partnerschaft, bisher ungelebte Lebensmöglichkeiten wollen plötzlich gelebt werden, unvorhersehbare Ereignisse führen zu ungeahnten Reaktionen. Fragen wie „Warum gerade wir?“ oder „Warum gerade jetzt“ helfen hier nicht weiter. Gelingt es dem Paar allerdings gemeinsam konstruktive Fragen zu stellen, kann die Liebe daran wachsen. Die Leitfrage in schwierigen Zeiten sollte deshalb heißen: „Wozu fordert uns diese Krise heraus – zu welchem Schritt, zu welcher Entscheidung, zu welcher Erfahrung?“ Anders als die rückwärtsgewandte Schuldfrage öffnet diese Frage gemeinsame Entwicklungschancen.

10 Erfüllen Sie Ihr Zusammenleben mit Sinn: Sind wir über beide Ohren verliebt, ist das gemeinsame Interesse offensichtlich. Auf die Dauer braucht es in einer Partnerschaft allerdings etwas, „Drittes, das die beiden erfüllt, bereichert, im besten Fall begeistert und sie so auch wieder zu lebendiger Zweisamkeit miteinander inspiriert,“ so der Paartherapeut. Es ist gut, schon früh in der Beziehung anzufangen, verschiedene Formen dieses „Dritten“ miteinander zu entwickeln. Kinder sind für den Paartherapeuten eine, jedoch nicht die einzig mögliche Sinnund Wertquelle.

Veronika Schantz

Hans Jellouschek ist Trans-aktionsanalytiker (DGTA), Eheberater, Lehrtherapeut Transaktionsanalyse, systemisch-integrative Paartherapie und Bestsellerautor. In seinen vielen in Millionenauflage erschienenen Büchern geht es meist darum, wie eine lebenslange Liebesbeziehung funktionieren kann.