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WIE MAN DEN QUARTALSZAHLEN DAS RISIKO NEHMEN KANN: Knockout-Strategie für Quartalszahlen


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 30.01.2020

Wen hat es noch nicht gereizt, die großen, oft im zweistelligen Prozentbereich liegenden Preisbewegungen von Aktien nach den Quartalszahlen zu handeln? Relativ unabhängig von der Stimmung am Markt zeigen Einzelwerte immer wieder starke Bewegungen nach Quartalszahlen. Diese Ereignisse lassen sich dank Knock-out-Zertifikaten sogar mit überschaubaren Risiko handeln.


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Bildquelle: Traders, Ausgabe 2/2020

Das Handeln von Quartalsergebnissen

Quartalsergebnisse verursachen oft starke, durch die meist nachbörsliche Veröffentlichung auch außerhalb der Marktöffnungszeiten stattfindende Schwankungen von Aktienkursen. Die daraus resultierende ...
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Quartalsergebnisse verursachen oft starke, durch die meist nachbörsliche Veröffentlichung auch außerhalb der Marktöffnungszeiten stattfindende Schwankungen von Aktienkursen. Die daraus resultierende Bewegungsrichtung ist schwer vorherzusagen, da schon die bloße Nichterfüllung von Erwartungen für große Sprünge sorgen kann. Zwar ist der Handel prinzipiell bei vielen US-amerikanischen Werten auch außerbörslich direkt um den Veröffentlichungszeitpunkt der Zahlen möglich, jedoch kann das aufgrund der meist schon geschlossenen Märkte und des somit fehlenden Volumens auch mit starken Schwankungen ohne eindeutige Richtung einhergehen. Häufig folgt der Veröffentlichung der Zahlen noch ein Conference Call, bei dem die Unternehmensführung weitere Erläuterungen gibt und schließlich den Analysten Frage und Antwort steht. Dadurch kann sich beispielsweise wegen weiterer Details und der präsentierten Zukunftsaussichten die Stimmung der Anleger ändern. Diese Situationen zu handeln erfordert starke Nerven.
Die Schwankungen finden gerade bei US-amerikanischen Werten zwischen den Öffnungszeiten der Märkte nachund vorbörslich statt. Während sich die Preise in dieser Phase zwar schnell, aber meist ohne große Sprünge bewegen, weisen die veröffentlichten Kurse am Folgetag zur Markteröffnung beziehungsweise schon vorbörslich meist einen deutlichen Sprung auf. Hier wäre es doch interessant, diese für uns Europäer nächtliche Phase aussitzen und etwas vom Gap zur Eröffnung des nächsten Tages als Gewinn nutzen zu können.

Der Chart zeigt den wenig volatilen Verlauf der Tesla-Aktie vor den Quartalszahlen. Basierend auf dem sich abschwächenden Anstieg vom 15. bis 16. Oktober bei sinkendem Volumen wurden gegen Ende des 16. Oktober K.o.-Schwellen darüber (rot) für den Short-K.o. und mit etwas größerem Abstand darunter (blau) für den Long-K.o. gewählt. Der Kauf erfolgte noch am 16. Oktober (siehe Pfeil).


Ziel der K.o.-Korridor-Strategie

Hier setzt der K.o.-Korridor an. Diese Strategie nutzt einige Gegebenheiten der beliebten Hebelprodukte aus, um unabhängig von der Bewertung des Quartalsergebnisses durch den Markt in beiden Richtungen einen Gewinn mitnehmen zu können. Dafür ist es wichtig, Aktien zu handeln, die in den letzten Quartalen eher zu größeren Sprüngen neigten. Das konnte zum Beispiel bei AMD oder Tesla beobachtet werden, da diese Werte oft einer großen Marktskepsis und auch großen Short-Positionen ausgesetzt waren oder noch ausgesetzt sind. Solch eine angespannte Situation führt häufig zu starken Reaktionen auf die Quartalsergebnisse. AMD legte beispielsweise nach der Bekanntmachung eines Lizenzabkommens mit China im Rahmen der Veröffentlichung der Quartalszahlen allein am 22. April 2016 um über 50 Prozent zu.
Die hier vorgestellte Strategie baut darauf auf, vor den zu erwartenden Kursschwankungen (aber mit vorab unbekannter Richtung) sowohl K.o.-Zertifikate long als auch short und jeweils mit Basispreis relativ nah am aktuellen Kurs zu kaufen. Somit werden also Hebelprodukte mit einem im Vergleich zu den potenziell viel größeren Preisänderungen des Basiswertes maximalen Verlustrisiko in Höhe des Zertifikatspreises genutzt. Das Ziel ist, durch eine zu erwartende starke Kursbewegung eines der Zertifikate in den Knock-out laufen zu lassen und mit der weiteren Kursentwicklung des nicht ausgestoppten Scheins insgesamt einen Gewinn zu erzielen.

Dieser Chart zeigt die Wertentwicklung der zum Ende des 16. Oktober gekauften Long- und Short-K.o.- Zertifikate. Der Verlauf vor und nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse zeigt den deutlichen Sprung nach den Quartalszahlen am 24. Oktober im Long-K.o. sowie den wertlosen Verfall des Short-K.o. bereits zur Eröffnung des Folgetages


Strategiesetup und wichtige Aspekte bei der Auswahl der Knock-out-Zertifikate

Dabei gibt es noch einige Punkte bei der Auswahl der K.o.- Zertifikate zu beachten. Deren Preise setzen sich aus dem Preisanteil des Basiswertes über beziehungsweise unter der K.o.-Schwelle und dem Finanzierungslevel zusammen. Hinzu kommt, dass bei dieser Strategie der Spread der Hebelprodukte zweimal gezahlt wird. Somit sollte genau auf die nicht vom Basispreis abhängigen Komponenten geachtet werden. Es werden K.o.-Zertifikate mit einem sehr kleinen absoluten Spread bevorzugt. Gerade bei Knockouts mit einem Bezugsverhältnis von 0,1 oder 0,01 kann ein scheinbar kleiner Spread im K.o.-Preis teuer sein. Das Aufgeld ist noch wichtiger, da es darauf hinweisen kann, ob ein Emittent sich beispielsweise über Optionen absichert, was wieder deutlich teurer sein kann, da man im Knockout-Fall diesen Anteil komplett verliert.
Um das Aufgeld zu berechnen, können Sie für die vorwiegend US-amerikanischen Werte folgende Formel verwenden:

Diese Formel lässt sich auf den Geldund Briefkurs anwenden. So kann errechnet werden, ab welchem K.o.- Geldkurs der Knock-out eintreten würde, damit man diese Schwelle durch eine etwas darüber gesetzte Stopp-Loss-Order absichern kann. Dabei hat der Autor bisher keine schlechten Erfahrungen bezüglich der dem Emittenten bekannten Stopp-Loss-Orders machen müssen, selbst bei fünfstelligen Volumina nicht. Im Falle des Briefkurses kann so ermittelt werden, wie hoch das absolute Aufgeld ist. Da diese Strategie taktisch den Knock-out eines der genutzten Zertifikate erwartet, fällt zumindest für dieses Produkt der Verlust des Aufgeldes an.
Einige Emittenten schlagen zusätzliche Kosten dafür auf den Briefkurs auf. Diese Produkte sind schnell an der großen Spanne - teilweise sogar vor dem Komma - zwischen Geld- und Briefkurs zu erkennen. Dafür ist es ratsam, die entsprechenden Emittenten und deren Produkte zu beobachten. Diese Aufschläge treten beispielsweise nur einige Tage vor den Quartalszahlen auf.
Durch die vor den Zahlen noch möglichen Preisbewegungen sollte der Kaufzeitpunkt jedoch nicht zu weit vorgezogen werden. Falls es sich nicht vermeiden lässt, ist auch der Kauf gestaffelter Produkte möglich. Dazu werden sowohl mindestens je zwei Short- und Long-K.o.s gekauft, deren K.o.-Schwellen etwa vier und sechs Prozent vom aktuellen Preis des Basiswertes entfernt sind. Findet daraufhin eine Preisbewegung im Basiswert von etwa zwei Prozent statt, werden die Positionen noch vor den Zahlen entsprechend aufgelöst, sodass die K.o.-Schwellen der verbleibenden Produkte wieder etwa vier Prozent über und unter dem Basiswert liegen. Ist eine wahrscheinliche Tendenz der Schwankungen bekannt, wäre es hier auch möglich, die K.o.-Schwellen entsprechend zu verschieben, um beispielsweise einen wahrscheinlicheren Absturz durch einen näher liegenden Long-K.o. schneller in den Knockout laufen zu lassen. Somit könnten die Abstände der K.o.-Schwellen drei Prozent über dem aktuellen Kurs beim Short-K.o. und zwei Prozent unter dem Kurs beim Long K.o. gewählt werden.
Sobald die Zertifikate gekauft und keine Positionen mehr anzupassen sind, kann auf den Tag nach den Quartalszahlen gewartet werden. Hier können beim Ausbleiben des erwarteten Kurssprungs die Positionen geschlossen oder nach eigenem Ermessen weiter gehandelt werden. Da sie sich gegenseitig aufheben, könnte zumindest ein K.o. mit den als geringer eingeschätzten Gewinnaussichten wieder verkauft werden.

Beispiel für den Einsatz des K.o.-Korridors

An einem Beispiel mit Tesla als Basiswert soll die Reaktion auf das Quartalsergebnis am 23. Oktober 2019 betrachtet werden, um die Strategie näher zu beleuchten. Im Bild 1 ist der Chart der Tesla-Aktie im entsprechenden Zeitraum zu sehen.
Dort eingezeichnet sind zwei K.o.-Schwellen. Die obere Schwelle (rot) für einen Short-K.o. mit einer Barriere von 270 US-Dollar liegt etwas über dem letzten Hoch und lässt Raum für kleinere Tagesschwankungen. Dabei ist zu beachten, dass der Kauf wenige Tage vor dem Ereignis erfolgt. Die untere Schwelle (blau) für den Long-K.o. mit einer Barriere von 240 US-Dollar liegt in den beiden Tagen vor dem Veröffentlichungstag in ähnlicher Entfernung. Damit läuft die Kursbewegung relativ mittig. Davon ist aber nicht immer auszugehen. Der aufmerksame Leser wird auch schon festgestellt haben, dass die blaue Linie am 8. Oktober durchbrochen wurde. Somit wird ein Long-K.o.-Zertifikat benötigt, das rechtzeitig vor dem Ereignis emittiert wurde.
Aufgrund des Kursanstieges bis zum 17. Oktober kann die Wahl auch auf eine höhere Short-Schwelle fallen. Viele der betrachteten K.o.-Zertifikate weisen bis dahin auch noch keine deutlich erhöhten Aufgelder auf; manche davon sogar noch bis einen Tag vor dem Ereignis.
Auf Basis dieser K.o.-Barrieren wurden zwei passende Produkte ausgewählt. Diese stammen von verschiedenen Emittenten, was bei größeren Volumina helfen kann, die Strategie etwas zu verschleiern (vorausgesetzt, man kauft über Direkthandel). Es handelt sich um den Long-K.o. mit der WKN VE2QK1 und einer K.o.-Barriere bei 240 US-Dollar sowie den Endlos-Turbo-Short mit der WKN UY295V und K.o.-Barriere von 270 US-Dollar. Letzterer steht repräsentativ für ein ähnliches Produkt mit der WKN VE1PLS, das ebenfalls genutzt wurde (dieser Kurs ist in Tradesignal nicht mehr abrufbar, dem Autor liegen aber die Intraday-Kurse des Scheins vor).
Die Wertverläufe beider Zertifikate sind in Bild 2 dargestellt. Beide haben ein Bezugsverhältnis von 0,1. Am 16. Oktober gab es noch keine signifikanten Aufgelder. Deshalb erfolgte der Kauf zu den Schlusskursen 1,26 Euro für den Short-K.o. und 1,99 Euro für den Long-K.o. an jenem Tag.

Am 24. Oktober ist der Short-K.o. durch den außerbörslichen Anstieg der Tesla-Aktie über die Marke von 270 US-Dollar verfallen. Der Long-K.o. dagegen hat den Sprung des Basiswertes abgebildet und steht am Morgen des Folgetages bereits bei 5,61 Euro. Der Trade steht damit insgesamt bereits 2,36 Euro im Plus. Zum Schluss des 25. Oktober steht die Position schon bei 4,88 Euro pro Schein in der Gewinnzone. Direkt nach der ersten starken Marktbewegung kann der verbliebene K.o. mit individuellen Methoden wie Sofortglattstellung, Trailing-Stopp, Scaling Out oder Ähnlichem gehandelt werden.

Fazit

Die hier vorgestellte Knockout-Korridor-Strategie nutzt Eigenschaften der K.o.-Zertifikate aus, um das Risiko aus großen Marktbewegungen nach Quartalszahlen zu nehmen. Durch die Begrenzung des maximalen Verlustes dank der Knock-out-Barriere und genaue Kontrolle der Zertifikatskosten ist es möglich, profitable und weniger riskante Trades in diesen Situationen umzusetzen.


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Quelle: www.tradesignalonline.com

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