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Wie viel Fleisch braucht ein Hund?


Ein Herz für Tiere - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 24.07.2020

Um den idealen Fleischanteil in der Hundenahrung gibt es viele Diskussionen. Bei den Hundehaltern herrscht Unsicherheit vor. Hier lesen Sie die Fakten und können sich dann selbst ein Urteil bilden

Artikelbild für den Artikel "Wie viel Fleisch braucht ein Hund?" aus der Ausgabe 8/2020 von Ein Herz für Tiere. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Ein Herz für Tiere, Ausgabe 8/2020

Keine Frage: Fleisch schmeckt allen Hunden. Aber wie viel brauchen sie wirklich?


Viele Jahre lang galt der Wolf als Maß aller Fütterungsweisen. Den Hund so zu füttern, wie sein wilder Vorfahre sich ernährt, das war gefühlt artgerecht. Wölfe verspeisen tatsächlich ihre Beute mit Haut und Haaren, den Innereien und Knochen. Aber sie nehmen auch pflanzliche Kost zu sich: Pilze, Früchte, Gräser, hauptsächlich als ...

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... Verdauungshilfe. Gefressen wird, was vor die Schnauze kommt, und selbstverständlich roh.

Ist Wolfsnahrung tatsächlich ein gutes Vorbild?

Der Wolf labt sich an Aas und an Beutetieren, die, wenn er im Rudel jagt, wesentlich größer sind als er. Wölfe, darüber gibt es keine Diskussionen, sind Fleischfresser. Doch der Hund, der seit mindestens 30.000 Jahren in menschlicher Gesellschaft lebt, hat sich im Lauf der Domestikation genetisch vom Wolf entfernt. Und sich, nicht zuletzt ernährungstechnisch, dem Menschen angenähert, so erstaunlich das auch klingt. Wir erleben diese genetische Veränderung gerade bei Füchsen, die sich in so hohem Maße von Resten menschlicher Speisen ernähren, dass ihr Gebiss und Verdauungssystem sich angepasst haben. Bei unseren Hunden ist es der Verdauungstrakt, der stark von dem des Wolfes abweicht. Hunde können pflanzliche Nahrung viel besser verwerten und haben keine Probleme mit gekochter Kost.

Der hund von heute kann gemüse und früchte besser verwerten als der Wolf


Fotos: Adobe Stock, istockphoto.com, Shutterstock (4)

reine fleischfütterung ohne „Beilage“ ist für den hund nicht gesund


Braucht ein Hund wirklich so viele Proteine?

Proteine in der Nahrung sind für den Hund überlebenswichtig, denn nur die Eiweiße liefern ihm die Aminosäuren, die sein Körper nicht selbst herstellen kann. Proteine sorgen auch für die Produktion von Antikörpern, unterstützen den Stoffwechsel und die Verwertung anderer wichtiger Nährstoffe. Tierisches Protein kann der Hund am einfachsten und schnellsten verwerten und dieses ist am meisten in Fleisch enthalten. Eine gute Versorgung mit Fleisch ist also sinnvoll zur Gesunderhaltung. Allerdings nur, wenn es eine gewisse Menge Fett enthält, denn Fett, das zeigen alle Studien, ist der wichtigste Energielieferant für den Hund.

Welches Fleisch ist am gesündesten für Hunde?

Hochwertiges und gut verdauliches Protein liefert Muskelfleisch (wozu auch Herz gehört). Doch muss es nicht immer Rind- oder Hühnerfleisch sein. Auch Insekten schenken dem Hund Proteine und liefern die für die Verdauung wichtigen Ballaststoffe. Wer auf bewährtes Fleisch zurückgreifen will, sollte nicht die Magerversionen wählen, sondern fettes Muskelfleisch füttern. Auch Fisch ist ein guter Proteinlieferant und Fischöle sind wertvolle Nährstoffe. Innereien wie Pansen, Lunge, Leber oder Niere sind für den Hund wertvoll; sie enthalten Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

frisches fleisch ist proteinreich und leicht verdaulich


Kann man auch zu viel Fleisch füttern?

Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich, es kommt auf das Alter, die Bewegungsfreude und Größe bzw. Gewicht an. Mit Fertigfutter, das als Alleinfutter auf dem Etikett ausgewiesen ist, ist der Nährstoff- und Energiebedarf in der Regel gedeckt. Übrigens: Viele Hersteller von Fertignahrung bewerben ihre Produkte mit dem hohen Fleischanteil von 70, 80 bis 100 Prozent. Der Haken: Reines Fleisch kostet bei der Verwertung viel Energie und es fallen Abfallprodukte an, die über Leber und Niere entsorgt werden müssen. Ob das zu Langzeitschäden führt, ist noch unerforscht, weil keine langjährigen Untersuchungen möglich waren. Wer selbst zusammenstellen will, kann als Pauschalregel 50 % Fleisch (mit Fett), 20 % Innereien und 30 % Kohlenhydrate anbieten. Besser ist es, bei Rohfütterung oder Selbstgekochtem sich die Rationen einmalig bei einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt zusammenstellen zu lassen. Eine Ausgabe, die sich bezahlt macht, denn dann bekommt der Hund individuell genau das, was er braucht.

Vegetarisch oder vegan?

Hunde lassen sich tatsächlich auch vegetarisch und sogar vegan ernähren, wenn man das aus Überzeugung unbedingt will. Denn auch Soja liefert Proteine, die den tierischen ähnlich sind. Ausschließlich auf vegetarische oder vegane Kost umzustellen, ist aber nicht empfehlenswert, denn Fressen gehört zu den elementaren Bedürfnissen des Hundes und sollte auch den Geschmackssinn befriedigen. Außerdem bedingt der Verzicht auf tierische Lebensmittel und solche tierischer Herkunft eine Ergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen, von denen eine zu geringe wie auch zu hohe Dosierung Folgen für die Gesundheit hat.