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Wiederholungs täter


Chrom & Flammen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 11.12.2019

Nach dem ersten 1958er Olds Eighty Eight, den Boris (“Bo”) und die Jungs der Gas Gorilla Garage aus Ungarn erworben und im Originalzustand restauriert hatten, durfte gleich ein zweiter 1958er Olds her. Originalität war bei diesem Super Eighty Eight jedoch weniger gefragt, elegantes Customizing umso mehr.


Ein weiterer Olds aus der Gas Gorilla Garage

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Bildquelle: Chrom & Flammen, Ausgabe 1/2020

Wo lässt man sich einen Custom bauen? Klare Sache: im Mutterland der Rods und Customs. Denn dort hatte ein Freund des Erkrathers in Kalifornien ein restaurationswürdiges Fahrzeug entdeckt, es kurzerhand erworben und zu seiner Firma OC Rods and Customs gebracht. ...

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... Kurze Wege und kompetente Tüftler sprachen für die Arbeit in So-Cal. Es kam, was kommen musste: Die Karosserie des Olds wurde vom Rahmen getrennt, komplett entlackt, geschweißt und anschließend in ein eigens angemischtes “Rubinrot metallic” gehüllt. Parallel bekamen sämtliche Scheiben eine Tönung sowie Rahmen und Anbauteile eine Pulverbeschichtung oder Neulackierung, während diverse Interieur- und Exterieurteile neu verchromt wurden. “Da der Super Eighty Eight ab Werk schon mit üppigerem Chrompaket geliefert wurde, ergaben sich während der Projektphase die einzelnen Umbauten unseres King of Chrome wie von selbst”, berichtet der im MAN-Vertrieb tätige US-Car-Fan. Die Vorstellungen eines Mild Customs umfassten aber noch deutlich mehr, sodass kein Weg um einen neuen Kabelbaum herumführte.

Style und Sound

Denn zeitgemäßer Audiogenuss stand ganz oben auf dem Wunschzettel. Zwar hatte der Erstbesitzer neben Servolenkung und -bremsen auch in Uhr und Radio investiert, doch war mit dem alten AM-Transistor kein Staat mehr zu machen. Ein modernes Kenwood-“KDC 848U”-CD-Radio residiert nun unterm Armaturenbrett. Im Kofferraum verstecken sich der Verstärker des Kicker- Q-Class-“QS 41QSS”-Sound-Systems und die beiden Zwölf-Zoll-Subwoofer mit je 800 Watt hinter neu gestalteten Verkleidungen, die Lautsprecher wanderten in den vorderen Fußraum. Das Pedal der Feststellbremse musste wegen deren Custom-Verkleidungen mit einem CNCgefrästen Adapter um fünf Zentimeter versetzt werden.

Da die Innenausstattung nach fast 60 Jahren ohnehin nicht mehr zu retten war, gab es rundum neue Tür- und sonstige Custom-Verkleidungen, die wie der Dachhimmel sowie die neu gepolsterten Sitze und die Sonnenblenden in beigefarbenem Leder bezogen wurden. Vorn reduziert eine selbstverständlich ebenfalls belederte Mittelkonsole mit Getränkehaltern die Kapazität faktisch von sechs auf fünf Insassen, doch angesichts der durch den Getriebetunnel beengten Raumverhältnisse lässt sich dieser Verlust verschmerzen. “Ein echtes Highlight ist das originale Lenkrad, dessen alterstypisch brüchiger Kranz drüben ebenso in helles Leder gekleidet wurde. Ein neueres, unpassendes Volant wollte ich definitiv nicht haben!”, erklärt Boris.

Der 371-ci-Rocket-V8 gehörte mit 305 PS seinerzeit zu den stärkeren Motoren.


American Beauty, deutsche Qualität: Die gesamte Mechanik überholten Boris und Sohn Phil.


“King of Chrome” hieß der 1958er Olds wegen des reichlichen blitzenden Zierrats völlig zu Recht.


Im Fond geht‘s nicht minder elegant zu. Der breite Chromstreifen am Dach war ab Werk dem darunter positionierten Dynamic 88 vorbehalten.


Built, not bought

Dann die ganze Chose auf Speichenräder mit Cadillac-Crest im Stile des 1954er Cadillac Eldorado gestellt – natürlich besohlt mit Weißwandreifen – und endlich rüber in die alte Welt! Nach amerikanischer war nun deutsche Wertarbeit gefragt, und die leistete Boris mithilfe seines Sohnes Phil höchstselbst: “Am 371-ci-V8 haben wir in unserer Gas Gorilla Garage wirklich alles überholt oder erneuert, die Bremsanlage komplett revidiert, das Getriebe und die Hinterachse auf Vordermann gebracht. Meine technischen Erfahrungen als gelernter Schrauber und die unkonventionellen Ideen meines Sohnes ergänzten sich hier hervorragend. Besonders Phils Liebe zum Car Detailing lässt mir noch genügend Zeit, mich um technische Herausforderungen an den Fahrzeugen zu kümmern.” Darüber hinaus verlangte das vernachlässigte Fahrwerk nach Aufmerksamkeit. Eine Luftfederung, obgleich Oldsmobile eine solche 1958 erstmalig anbot, reizte die beiden nicht; den Zuschlag bekam ein für Fifties-Customs recht unübliches Keilfahrwerk. Dank “Counter Dive”, wie die Produktbroschüre dozierte, verringerte sich der Eintauchweg beim Bremsen um 60 Prozent, sodass die 3“-Tieferlegung vermittels spezieller Federn Stoßstange und Karosserie nicht in Mitleidenschaft zieht.

“Ich denke, dass der Olds den Geschmack der meisten Betrachter getroffen hat. Er ist halt in der heutigen Zeit aufgrund des außergewöhnlichen Designs ein Headturner”, so der Chef der Gas Gorilla Garage. Diverse Pokale und Auszeichnungen auf überregionalen Car-Shows der letzten Jahre zeugen auch vom Zuspruch der Juroren. “Aktuell bauen wir einen 1964er C10 als Pro-ET-Drag Racer auf. Phil, der sichgerade einen tiefen 1964er Riviera herrichtet, drängelte seit Jahren als jüngster Gorilla unserer Truppe, mal auf dem Drag-Strip richtig Gas geben zu dürfen.” Angesichts der gewohnten Gorilla-Qualität sollte auch dieses Vorhaben zum vollen Erfolg werden, da sind wir uns sicher!

Die Rückfahrlichter in der Stoßstange waren dem Ninety Eight und dem Super Eighty Eight vorbehalten.


Scheibenwischer haben in Kalifornien einen schweren Stand. Nicht selten nehmen geschossförmige Chromkappen ihren Platz ein.


Statt des Kreuzes prangte hier einst Oldsmobiles Rocket-Emblem.


Chrom statt Farbe: Bei Boris glitzert‘s innen noch sehr viel stärker als im Serienzustand.


Das helle Custom-Interieur präsentiert sich sehr einladend: ein Traum in Chrom und Leder.


Hier nicht, Freundchen! Der Tankstutzen versteckt sich vor dem “Triebwerk” des linken Rücklichts.


1958er Oldsmobile Super Eighty Eight

Motor: OHV-V8, 371 ci, 6.075 ccm, 305 PS bei 5.400 U/min, 556 Nm bei 2.800 U/min; Bohrung x Hub in mm 101,1 × 93,7; Verdichtung 10:1; Alu-Ventildeckel, Vierfachvergaser Rochester “Quadrajet” 600 cfm; zweiflutige 2,5"-Eigenbau-Edelstahlabgasanlage, Flowmaster-Schalldämpfer

Kraftübertragung: dreistufige “Jetaway Hydramatic”, Hinterradantrieb

Vorderachse: Einzelradaufhängung mit doppelten Dreieckslenkern, Stabilisator, 75-mm-Tieferlegungsfedern (Schraubenfedern), Monroe- Gasdruck-Stoßdämpfer

Hinterachse: Starrachse an Längsblattfedern

Bremsen: Trommelbremsen vorn und hinten

R1der: Speichenräder Wheelsmith USA “48 Series Chrome” in 6 × 15"

Reifen: Coker-“Classic”-Weißwandreifen in 235/70 R15

Karosserie: Lackierung in “Custom-Rubinrot metallic”, Scheibenwischer entfernt, Scheiben getönt, Frame-off-Resto

Innenraum: kompletter Custom-Umbau durch Steve Brigandi OC Rods & Customs mit Sitzbänken, Lenkrad, Teppich und Himmel in Leder; diverse Verkleidungen verchromt statt lackiert, neuer Kabelbaum, Verstärker und Subwoofer im Kofferraum, Lautsprecher im vorderen Fußraum, Hupknopf im Armaturenbereich

HiFi: Kenwood-“KDC 848U”-CD-Radio, Kicker-Q-Class-“QSHier nicht, Freundchen! Der Tankstutzen versteckt sich vor 41QSS”-Sound-System, zwei 12"-Subwoofer mit je 800 Watt


Fotos: Matt Maroso