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Wieviel Geld sind eine Online-Beratung und ein Web-Training wert?


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 37/2021 vom 06.09.2021

Das Online-Beraten und -Lernen hat durch die Coronapandemie einen enormen Push erfahren:

→ Unternehmen, die dem Online-Beraten zuvor reserviert gegenüberstanden, forcierten ihre digitalen Beratungsangebote für ihre Kunden.

→ Personalabteilungen, die beim Thema Online- Trainieren und -Coachen eher zögerlich waren, entdeckten plötzlich die Möglichkeiten, die ihnen die moderne Kommunikationsund Informationstechnik für das Gestalten der Mitarbeiterqualifizierung bietet. Und

→ Dienstleister wie Berater, Trainer und Coaches, die sich bisher ausschließlich mit Präsenz-Veranstaltungen beschäftigten, boten quasi über Nacht auch Online-Formate an, um auf die veränderte Nachfrage zu reagieren.

Klassische Preismodelle passen nicht mehr

Das heißt, sowohl viele Anbieter als auch Arbeitgeber, also Nachfrager vor allem aus den Abteilungen Personal- und Organisationsentwicklung, agieren aktuell auf einem für sie noch ...

Artikelbild für den Artikel "Wieviel Geld sind eine Online-Beratung und ein Web-Training wert?" aus der Ausgabe 37/2021 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Spätestens seit der Pandemie sind Unternehmen noch stärker verunsichert, was sie für Online- Trainings bezahlen sollen ? erst recht, weil die Angebote so stark divergieren und es auch preislich zum Teil gewaltige Unterschiede gibt.
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... weitgehend unbekanntem Terrain. Entsprechend groß ist die Unsicherheit nicht nur in konzeptioneller Hinsicht, sondern auch bezüglich der Preisgestaltung beim Online-Beraten, -Trainieren und -Coachen.

Für die neuen digitalen Beratungs- und Mitarbeiterqualifizierungsformate passen diese Preisgestaltungsmodelle meist nicht, denn hier stellen sich den Anbietern, also Beratern, Trainern und Coaches, Fragen wie:

→ Wie kalkuliere ich eine 30-minütige Online- Beratung, in der ich komprimiert mein Expertenwissen weitergebe, oder ein 90-minütiges Online-Seminar?

→ Wie viel ist ein Lern- oder Erklärvideo wert?

→ Mit welchem Betrag kann ich meine Online- Beratung und -Unterstützung im Rahmen von Change- oder Qualifizierungsprozessen in Foren ansetzen?

→ Soll ich bei Online-Vorträgen oder Webinaren eine teilnehmerzahl-abhängige Preisstaffelung anwenden, weil bei ihnen 10, 100 oder 1.000 Personen online präsent sein können?

→ Lasse ich eine Aufnahme und Weiternutzung meiner Online-Beratungen und -Seminare zu und wenn ja, zu welchen Konditionen?

Spricht man mit Marktteilnehmern über das Thema Preisgestaltung, stellt man immer wieder fest: Beim Beantworten der vorgenannten

Fragen besteht große Unsicherheit – sowohl bei Anbietern als auch bei Einkäufern in den Unternehmen. So betonen zum Beispiel Unternehmen, die solche Online-Beratungs- und Trainingsdienstleistungen in Anspruch nehmen wollen, immer wieder:

→ Die Honorarforderungen der Berater und Trainer für die verschiedenen Online-Formate klaffen extrem weit auseinander. Auch ihre Verrechnungsmodelle divergieren.

→ Uns fällt es schwer zu beurteilen, welche Preisvorstellungen noch seriös sind und welche nicht. Und:

→ Wir wünschen uns diesbezüglich eine Orientierung.

Preise müssen sich noch einpendeln

In solchen Aussagen artikuliert sich ein Mangel an Erfahrung beim Einkauf von Online-Beratung und digitalen Trainings-Formaten. Die hieraus resultierende Unsicherheit hat ihre Wurzeln auch darin, dass sich im Markt noch keine Preisniveaus für die verschiedenen Leistungen eingependelt haben.

Deshalb findet man, wenn man sich aktuell über die Online-Angebote von Beratern informiert, nicht selten Preise, bei denen man als Marktkenner denkt: „Mit solchen Dumping- Preisen wird es diesem Selbstständigen nie gelingen, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.“ Ebenso findet man aber auch Angebote, bei denen man denkt: „Dieser Anbieter hofft offensichtlich auf unerfahrene Einkäufer zu treffen, die solche Fantasie- beziehungsweise Mondpreise bezahlen.“

Deshalb haben die Vereinigung der Businesstrainer Österreichs (VBT) und der deutsche Berufsverband für Training, Beratung und Coaching (BDVT) bereits im Juli 2020 gemeinsam eine Honorarrichtlinie für die Vergütung von Online-Formaten für die Mitarbeiterqualifizierung erarbeitet. In ihr wird zwischen Live-Online-Trainings, Webtalks beziehungsweise Webinaren und E-Learnings unterschieden.

Live-Online-Training

Bei dieser Seminar-Form ist die Teilnehmerzahl auf etwa zehn Personen begrenzt, damit interaktive und kreative Lehr- und Lernmethoden genutzt werden können. Die Dauer variiert von 90 Minuten bis zu vier Stunden.

Bei diesem Format empfehlen VBT und BDVT ein Drittel des gewohnten Präsenzseminar-

Tagessatzes für eine 90-Minuten-Session zu berechnen. Vorbereitungsarbeiten wie das Sichvertrautmachen mit der firmeninternen Technik zur Durchführung des Online-Seminars oder -Trainings werden zusätzlich berechnet; ebenso eventuelle Co-Trainer (etwa zur Unterstützung bei der technischen Umsetzung).

Webtalks und Webinare

Dieses Format erinnert oft an einen klassischen Vortrag, der jedoch online gehalten wird, und an den sich eine Frage-Antwort-Runde anschließt.

Charakteristisch für einen Webtalk beziehungsweise ein Webinar ist: Die Teilnehmerzahl ist theoretisch unbegrenzt. Seine Dauer beträgt meist 30 bis 90 Minuten.

Hierfür empfehlen die beiden Verbände einen von der Teilnehmerzahl abhängig gestaffelten Preis pro etwa 90-minütiger Einheit (zum Beispiel eine Stunde Vortrag plus eine halbe Stunde Fragen beantworten) zu verrechnen, und zwar bis 20 Teilnehmer mindestens 800 Euro und ab 21 Teilnehmer (mit einem Moderator für den Chat) mindestens 1.740 Euro.

Speziell dieses Format wird von Auftraggebern oft aufgezeichnet und zur Wiederbe ziehungsweise Weiterverwendung in die „E-Learning-Bibliothek“ des Unternehmens eingestellt. Dasselbe ist in manchen Unternehmen aber auch bei Live-Online-Trainings „gängige Praxis“. Deshalb empfehlen die Verbände den Anbietern, ihre AGBs und Angebote stets mit folgendem Hinweis zu versehen. „Audio- und Video-Mitschnitte sind nur mit schriftlicher Erlaubnis des Anbieters gestattet.“ Danach kann der Hinweis folgen: „Gern erteilen wir auf Anfrage eine entsprechende Freigabe.“

Viele weitere nützliche Informationen zu den Themen Training und Coaching finden Sie online auf der Website der COMPUTERWOCHE unter:

Weiterbildungstrends: Online-Training boomt – auch künftig? www.cowo.de/3550980

Informelles Lernen – So kommt der Flurfunk ins Home-Office www.cowo.de/3549847

Serious Games und Chatbots: Weiterbildungstrend Gamification www.cowo.de/3551574

Erteilen Berater die Erlaubnis zur Aufnahme eines Webtalks, empfehlen der BDVT und VBT die genannten Honorare beispielsweise mit dem Faktor zehn zu multiplizieren, denn: Wenn der Kunde über einen Mitschnitt verfügt, kann er diesen all seinen Mitarbeitern – im Extremfall weltweit – auf seiner Lernplattform zeitlich unbegrenzt zur Verfügung stellen.

Das heißt für den Trainer oder Berater: Einen entsprechenden Folgeauftrag erhält er bei dem Kunden nicht mehr. Zudem besteht die Gefahr, dass der Mitschnitt „weiterwandert“. Dies gilt es insbesondere bei Webtalks zu vermeiden, in denen der Berater sein Expertenwissen weitergibt oder Themen behandelt werden, bei denen davon auszugehen ist, dass der Auftraggeber die Mitschnitte längerfristig in einem größeren Umfang nutzt.

E-Learnings

WBTs sowie Lern- und Erklär-Videos werden üblicherweise pro Minute abgerechnet. Hier variieren die Preise sehr stark nach

a) Art des Videos (animiert oder nicht),

b) Qualität des Videos (Studio versus Smartphone),

c) Postproduktion (Sprecher, Schnitt, Musik, etc.) und

d) Nutzungsrechten.

Für 20-minütige, professionell erstellte E-Learnings empfehlen die beiden Verbände zwischen 15.000 und 25.000 Euro zu berechnen. Diesem

Betrag liegt ein Richtwert von circa 1.000 Euro/ Minute zugrunde.

Dieser Wert gilt nicht für Videos, die ein Berater „en passant“ mit dem Smartphone erstellt. Er gilt nur für Videos, die unter methodischdidaktischen Gesichtspunkten gezielt aufgebaut und gestaltet sind und zum Beispiel in einem Studio professionell bearbeitet wurden – also nur für Videos, deren Erstellung eine entsprechende Investition an Zeit und/oder Geld erforderte.

Einheitspreise wird es nicht geben

Die in ihrer Richtlinie genannten Preise verstehen der BDVT und der VBT als eine Empfehlung, die der Orientierung der Anbieter und Nachfrager im Bildungs- und Beratungsmarkt dienen soll. In der Praxis werden sich, wie bei den klassischen Präsenztrainings und -beratungen, nicht nur verschiedene Verrechnungsmodelle, sondern auch Preisniveaus im Markt etablieren, die abhängig sind:

→ vom Thema beziehungsweise dem zu lösenden „Problem“,

→ vom Klientensystem (etwa Profit- oder Non-Profit-Organisation) oder

→ von der Vorerfahrung des (Online-)Beraters oder Trainers sowie seiner Reputation im Markt.

Zudem wird der Preis auch davon abhängen, inwieweit die Kunden dem Anbieter überhaupt die Digitalkompetenz zuschreiben, Beratungsund Qualifizierungsprozesse online professionell umzusetzen.

Deshalb haben diese Richtlinien und -werte der beiden Verbände zunächst in erster Linie eine vorübergehende Orientierungsfunktion. Sie wird an Bedeutung verlieren, wenn die Marktteilnehmer mehr Erfahrung mit dem Online-Beraten und -Trainieren beziehungsweise dem Ein- und Verkauf der hierfür erforderlichen Leistungen gesammelt haben.

(hk)