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WILDE TIERE: DIE GEISTER PATAGONIENS


Terra Mater - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 14.02.2019
Artikelbild für den Artikel "WILDE TIERE: DIE GEISTER PATAGONIENS" aus der Ausgabe 2/2019 von Terra Mater. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Terra Mater, Ausgabe 2/2019

Sieben Monate lang trotzte der deutsche Fotograf Ingo Arndt in Südamerika unwirtlichen Bedingungen, um das Leben der Pumas zu dokumentieren. Jeder Tag war die Mühen wert: Seine Ausbeute sind Aufnahmen der scheuen Tiere in nie zuvor gesehenen Situationen.



Der Südpazifik ist nur 80 Kilometer entfernt, die Bergflanken reichen bis über 2.800 Meter in den Himmel. Für Menschen ist das Land der Pumas nur unter großen Anstrengungen zu erobern. Die Großkatzen haben sich an das Terrain freilich längst angepasst. Fauchend versucht das Männchen, diese Katze für sich zu gewinnen. Er wird Erfolg haben.


DAS WETTER WAR ...

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... WIEDER EINMAL VIEL ZU SCHLECHT FÜR GUTE FOTOS. Dicke Wolken versperren den Blick auf die Berge, und der Wind rüttelt an den Stativen, sodass jedes Bild verwackelt wäre

Katzenkinderspiel. Die beiden rund sechs Monate alten Geschwister üben ihre Fertigkeiten im Nahkampf. Nicht im Bild: ihre Mutter, die unentwegt die Umgebung überwacht.


Unter solchen Umständen machte es für Ingo Arndt keinen Sinn mehr, weiterhin auf den Anblick eines Guanakos zu warten. Diese Tiere sind die wilden Verwandten der Lamas, und um sie zu fotografieren war der renommierte Naturfotograf hierher in den Süden Chiles gekommen, in den Nationalpark Torres del Paine. Also packte Arndt seine Ausrüstung zusammen und machte sich im klapprigen Jeep auf die Fahrt zurück zum Zelt. „Als wir noch darüber witzelten, ob es unser Camp davongeweht hat, bemerkte ich im Gestrüpp links von der Schotterpiste eine Bewegung. Ich bremste leicht ab, und plötzlich liefen drei Schatten direkt vor uns über den Weg.“ Gleich darauf verschwanden die Erscheinungen wieder in der dichten Mata-Negra-Vegetation neben der Fahrbahn.

DAS HERBERE ENDE DER WELT

Im chilenischen Patagonien liegt der2.420 Quadratkilometer große NationalparkTorres del Paine . Wärmer als 16 Grad wird es hier nie, die Kälte des Winters wird vom Wind verschärft.

Arndt reichte der kurze Anblick der Schemen, um zu wissen: Das war ein Puma-Weibchen mit ihren Jungen. Er wusste auch, dass er soeben dem Zauber dieser Wesen erlegen war. „Ich beschloss noch im Auto, dass ich irgendwann wieder kommen würde, um den Pumas zu folgen, um ihr Leben umfassend zu dokumentieren.“

Was Arndt damals noch nicht ahnen konnte: Soeben hatte er ein Projekt begonnen, das ihn 17 Jahre lang verfolgen sollte – und dass er einem dieser Tiere einmal die spannendsten viereinhalb Sekunden seiner Karriere verdanken würde.

Jahrelang spukten die Pumas in Arndts Hinterkopf, doch die Hürden waren hoch. Es sei kaum möglich, die Tiere zu porträtieren, sagten ihm alle, denen er von seiner Ambition erzählte. Denn Pumas, so bekam er zu hören, seien in der Lage, sich in der Landschaft praktisch unsichtbar zu machen – wie Geister. Eine schwierige Materie also für einen Fotografen. Genau deshalb gab es lange Zeit nur Einzelbilder und kein umfassendes Porträt dieser Spezies.

Jagdglück. Die Puma-Dame namens Sarmiento hat einen großen Hasen erbeutet. Ihre Jungtiere werden zuerst mit dem Kadaver spielen – und ihn dann auffressen.


Ingo Arndt aber wollte wissen: Wie sieht es aus, wenn Pumas jagen? Was passiert, wenn die einzelgängerischen Tiere bei Revierkämpfen aufeinandertreffen? Wie werben sie umeinander, wie paaren sie sich? Wie ziehen sie ihre Jungen groß?

Vor vier Jahren dann endlich der Startschuss, Arndt brach wieder auf zum National park, mietete einen baufälligen Verschlag als Basis lager und engagierte zwei routinierte Fährten leser aus der Gegend. Täglich brachen die Männer noch vor Sonnenaufgang auf, zogen über Hügel und Berge, durchkämmten das dichte Gebüsch, patrouillierten an Seeufern, inspizierten die Geröllhänge und Bergflanken.


Pumas pirschen sich an ihre Beute an und schlagen aus nächster Nähe zu.Deshalb müssen sie in der Lage sein, sich nahezu unsichtbar in der Landschaft zu bewegen. Für Tierfotografen sind die Katzen damit denkbar unberechenbare Motive.


Überraschende Nähe. Diese Puma-Dame fraß gerade Schnee, als Foto graf Ingo Arndt über eine Bergkuppe kam und ihr unvermittelt gegenüberstand. „Vermutlich hatte sie zuvor Beute gemacht und stillte jetzt ihren Durst“, so Arndt.


Pumas, das wissen die Männer, sind zwar die viertgrößten Katzen der Welt, sind aber mit unseren Hauskatzen eng verwandt. Entsprechend verbringen sie auch ihre Tage: dösend – und gut versteckt. Hatte das Team also trotz dieser Erschwernis ein Tier entdeckt, galt es, auf die Dämmerung zu warten, denn erst dann brechen die Tiere auf zur Jagd.

EISKALTER JÄGER

Manchmal musste das Team stundenlang ausharren, bei bis zu minus 15 Grad. „Ich weiß heute nicht mehr, wie viele Stunden ich frierend hinter Felsen gehockt bin“, so Arndt. Wenn es ganz schlimm wurde, zog er sich zum Aufwärmen in ein auf der nächstgelegenen Schotterpiste geparktes Fahrzeug zurück. Der Jeep, den Arndt in diesen ersten Wochen nutze, hatte immerhin eine Sitzheizung. „Um mich zu wärmen, hätte ich aber den Motor anlassen müssen“, so Arndt. „Doch der Lärm hätte die Pumas vertrieben.“ Also harrte er aus, mit kaltem Hintern.

Selbst solche Opfer brachten nicht immer den erhofften Erfolg. Dann nämlich, wenn ein ausgeschlafener Puma unvermittelt aufstand, sich nach Katzenart reckte und streckte – und sich dann so zügig davonmachte, dass Arndt mit seiner 15 Kilogramm schweren Fotoausrüstung schlicht nicht folgen konnte.

Rückschläge wie diese erwiesen sich dennoch als Segen für das Team, zumindest in der Rückschau. „Diese erste Winterreise schweißte uns zusammen“, erinnert sich Arndt. Und als er nach vier Wochen abreiste, hatte er immerhin so viele Bilder geschossen, um Partner für weitere Expeditionen gewinnen zu können und Sponsoren, etwa den Sportartikelhersteller Puma. In den folgenden Jahren kehrte Arndt siebenmal nach Patagonien zurück, jedes Mal blieb er einen Monat für die Pirsch auf den Puma.

Einmal erzählten ihm die Fährtenleser von einer Katze, die sie schon mehrfach am Ufer des Sarmiento-Sees beobachtet hatten. Das war ungewöhnlich; üblicherweise sind Pumas in ihren Revieren auf un vorhersehbaren Routen unterwegs, Lieblingsplätze scheinen sie nicht zu kennen. Was also war mit diesem Weibchen los? Arndt und seine Helfer pirschten sich an, immer gegen den Wind, damit das Tier sie nicht wittern würde.


Ausgewachsene Pumas wiegen bis zu 75 Kilogramm und springen aus dem Stand fünf Meter hoch. Dem Menschen werden sie nur selten gefährlich. Doch ausgerechnet die Pumas in Patagonien genießen in diesem Punkt einen zweifelhaften Ruf.


DER ERSTE ANBLICK

Als sie die Katze fanden, lag diese friedlich auf einem sonnenbeschienenen Felsen am Seeufer, umspielt von zwei Jungtieren. „Die hatte sie vermutlich zuvor in einer der Höhlen ringsum zur Welt gebracht“, so Arndt. Weil der Nachwuchs noch nicht richtig mobil war, fanden die Fährtenleser das Muttertier so häufig am Ufer.

Ingo Arndt auf der Lauer Eisige Temperaturen erschwerten die Arbeit des renommierten Tierfotografen. Zuvor hatte er seine Robustheit bei Reportagen in Afrika, Asien und der Arktis bewiesen. Im Terra Mater Magazin veröffentlichte er be reits sein Porträt der Küstenbären (Heft 6/17).


Von da an konnte Arndt die Katze, von den Fährtenlesern Sarmiento genannt, öfter be obachten. Er konnte verfolgen, wie die Jungen kräftiger, beweglicher und mutiger wurden. Einmal, als sie schon fast ausgewachsen waren, lief eines der beiden Tiere auf Arndt zu und legte sich nur wenige Meter von ihm entfernt ins Gras. „Offenbar war ich zuvor behutsam genug vorgegangen, um die Katzen nicht zu irritieren“, so Arndt. Rund dreißig magische Minuten schenkte der Jung-Puma seinem Betrachter, dann trollte er sich wieder.

Ausgewachsene Pumas sind bis zu zweieinhalb Meter lang, Männchen wiegen bis zu 75 Kilogramm. Angeblich können sie aus dem Stand fünf Meter hoch in eine Baumkrone springen.

Was also dachte sich Arndt, als der Puma auf ihn zusteuerte? Nun ja, die Körpersprache der Katze hatte nicht Angriffslust, sondern entspannte Neugierde signalisiert. Und eigentlich ist von den Pumas bekannt, dass sie Menschen nicht angreifen. Trotzdem sei er prinzipiell schon vorsichtig gewesen, erzählt der Naturfotograf, er habe immer einen Sicherheitsabstand ein gehalten. Wirklich immer? Ganz gewiss kann sich Arndt da nicht sein. „Bei einer Tour sind wir einem stattlichen Puma gefolgt. Da lief das Tier in eine buschbestandene Senke – und verschwand vor unseren Augen“, so der Fotograf. „Da musste ich daran denken, dass ich zuvor schon oft arglos durch solche Senken marschiert war. Gut möglich, dass ich dabei einer Raubkatze näher ge kommen bin, als ich wollte.“ Was gefährlich gewesen wäre. Denn die Pumas in Patagonien verhalten sich ein wenig anders als die Pumas im Rest der Welt.

DAS DRAMA IN VIER BILDERN

1. Angriff. Aus dem Hinterhalt springt das Puma-Weibchen dem Guanako an den Hals.
2. Der Reflex. Sofort dreht sich das Huftier um die eigene Achse und versucht zu fliehen.
3. Der Biss. Der Puma erwischt den Nacken, kann sich aber nicht richtig festbeißen.
4. Absprung. Das Guanako hat sich auf den Puma plumpsen lassen und kann entkommen.



Überall jagen Farmer die Pumas, um ihre Schafe und Rinder vor den Raubkatzen zu schützen. In Nord amerika gibt es daher nur noch wenige Landstriche, in denen Pumas umherstreifen. Im Nationalpark in Südpatagonien jedoch sind die Raubkatzen sicher. Hier steigt ihre Anzahl seit einigen Jahren.


EROBERER AUF SAMTPFOTEN

Nach Amerika gelangen die Vorfahren dieser Katzenart vor rund acht Millionen Jahren, über die damals bestehende Landbrücke zwischen dem nordöstlichsten Zipfel Asiens und dem nordwestlichsten Zipfel Amerikas, dem heutigen Alaska. Rasch erobern die Tiere ganz Nordamerika. Und als dann vor rund 2,8 Millionen Jahren eine Landbrücke nach Südamerika entsteht, breiten sich die Pumas aus bis ganz in den Süden.

Katzentatzen Während des Laufens ziehen Pumas ihre Krallen ein – daher hinterlassen diese auch keine Spuren im Schnee. Hunde hingegen hinterlassen Spuren mit Krallen abdrücken.


Jetzt ein großer Zeitsprung: Vor 11.000 Jahren endet die letzte Eiszeit, und die ersten Menschen erreichen Nordamerika. Sie und die rasante Klimaerwärmung verursachen einen dramatischen Artenschwund: Große Tiere wie das Prärie mammut, das Amerikanische Mastodon und die Säbelzahnkatze sterben aus. Auch die Pumas verschwinden – zumindest aus Nord amerika. In Südamerika aber überdauern sie. Und als sich die Lage wieder stabilisiert, erobern sie Nordamerika ein zweites Mal, diesmal vom Süden her.

Wo immer diese Tiere hinkommen, passten sie sich im Laufe der Jahrtausende der Landschaft an, ebenso dem Wetter und dem Angebot an Beutetieren. Und in jedem Lebensraum finden Menschen für diese großen Katzen einen anderen Namen. Insgesamt soll es 40 „Puma“-Synonyme geben, mehr als für jedes andere Lebe wesen. Das Wort „Puma“ selbst stammt vermutlich aus einer Quechua-Sprache in Peru: Es bedeutet „mächtig“, „stark“

Heute tragen Pumas je nach Region helleres oder dunkleres Fell, manche sind größer, manche sind kleiner. Bis in die 1980er-Jahre unterschieden Großkatzenexperten großzügig 32 Puma-Subspezies. Dann zeigten Erbgutanalysen, dass es tatsächlich nur zwei Subarten gibt. Beide sind eng verwandt mit jener Population, die das Ende der Eiszeit in Südamerika überdauert hatte.

Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit sind Pumas heute wieder aus dem größten Teil Nordamerikas verschwunden. Schaf- und Rinderzüchter haben sie ausgerottet, nicht aus Angst ums eigene Leben, sondern aus Sorge um ihre Herden.

Aber sind die Raubtiere für den Menschen wirklich so ungefährlich? Das glauben und glaubten viele. Auch ein gewisser Theodore Roosevelt ging davon aus. Der ehemalige US-Präsident und Naturliebhaber schrieb über die Tiere, sie wären dem Menschen gegenüber „feige“, und ihre Scheu sei in vielen Regionen sprichwörtlich. Doch während seiner Expedition durch Südamerika in den Jahren 1913 und 1914 begegnete er dem argentinischen Geografen Francisco Moreno. Der trug eine markante Narbe im Gesicht, die von einem Puma stammte. Offenbar, so Roosevelt, gebe es auch unter Pumas versprengte Exemplare, die dem Menschen gefährlich werden könnten. Schauplatz des historisch verbürgten Puma-Angriffs: Patagonien. Genauer: das Ufer des Lago Viedma, vom Lago Sarmiento gerade einmal 160 Kilometer entfernt.

Erfolg im zweiten Anlauf. Mehrmals kehrte der Puma zu seiner Beute zurück, um sich satt zu fressen.


Paarung. Alle zwei bis drei Jahre kann ein Weibchen Junge zur Welt bringen.



Der Nationalpark Torres del Paine, die Heimat der patagonischen Pumas, ist ein Traum aus Licht und Schatten, aus Wasser und Ödland, aus Schnee und ewigem Gletschereis. Namensgeber sind die Granitnadeln der Gebirge, die Türme des blauen Himmels, die scharf bis in die Wolken ragen.


Wo ist die Beute? Überleben in dieser kargen Landschaft erfordert einen hohen Aufwand: Das Jagdrevier eines Pumas ist bis zu 1.000 Quadratkilometer groß.


Womit wir wieder in Ingo Arndts Revier wären. In den Wochen und Monaten seines Aufenthalts waren ihm schon einige nie zuvor gesehene Bilder gelungen: Pumas beim Fressen. Pumas beim Anbändeln. Pumas bei der Paarung. Pumas mit Jungtieren. Doch ein Motiv fehlte Arndt noch: die Jagd auf ein Guanako.

GLÜCK UND PECH BEI DER JAGD

Pumas pirschen sich möglichst nahe an ihre Beute heran, immer um perfekte Tarnung bemüht – das macht es so schwierig, sie zu beobachten. Als die Fährtenleser einmal die Puma-Dame Sarmiento alleine vorfinden, wissen sie, dass sie den Nachwuchs zurückgelassen hat, um ungestört auf Jagd gehen zu können. Die Männer folgen ihr den ganzen Tag. Und sie sehen, dass sie sich einer Gua nako-Herde nähert.

Auch ein Guanako-Hengst bemerkt die Kat ze und stößt seinen Warnruf aus. Die Herde nimmt Reißaus, nur der Warner selbst bleibt zurück. Sarmiento rührt sich nicht, sie wartet ab. Arndt und seine Helfer verteilen sich im Gelände, um die Tiere nicht aus den Augen zu verlieren, und bleiben über ihre Funkgeräte in Kontakt.

Der Guanako-Hengst grast, scheint den Puma zu vergessen. Wo ist Sarmiento? Sie schleicht näher. Funkspruch an Arndt: „Noch zehn Meter“. Der Fotograf hebt sein großes Teleobjektiv, fokussiert auf den Hals des Guanakos. Da stürmt Sarmiento wie aus dem Nichts heran, Arndt drückt den Auslöser, lässt nicht mehr los. Alles geht rasend schnell vor sich – dann stürmt das Guanako davon, Sarmiento bleibt verdattert zurück.

Arndt prüft seine Bilder und sieht, dass er in den vorangegangen viereinhalb Sekunden das vollendet hat, wovon er seit jener Begegnung 17 Jahre zuvor geträumt hatte: Pumas zu porträtieren, in allen Lebenslagen – auch bei der Jagd.

Die genauere Analyse der Aufnahmen am Abend zeigt den Ablauf des kurzen Kampfes: Das Guanako hatte sich beim Angriff blitzschnell um die eigene Achse gedreht, und Sarmiento konnte ihren tödlichen Biss nicht anbringen. „Pumas jagen ihrer Beute nicht hinterher, für langes Laufen fehlt ihnen die Ausdauer“, erklärt Arndt. „Jeder Angriff kostet sie enorm viel Kraft.“

NOCH MEHR KATZEN

Ingo Arndt präsentiert noch mehr Puma-Bilder in seinem neuesten Bildband„PumaLand – Im wilden Pata gonien“ , 190 Seiten, erschienen im Verlag Knesebeck.


Jagdszenen mit Pumas mitzuerleben ist ein rares Erfolgserlebnis. Die viereinhalb Sekunden in Patagonien verdichten sich für Ingo Arndt deshalb zum perfekten Moment, von dem nur wenige Tierfotografen am Ende ihres Lebens erzählen können.


Deshalb ist er auch skeptisch, wenn er von hingemetzelten Schafherden in der Region hört. Solche Legenden sind die größte Gefahr für die Pumas, sie begründen den Hass der Viehzüchter, die unverhohlen mit ihren Jagderfolgen auf die Pumas prahlen. Ist es nicht verständlich, wenn dieRancheros ihre Herden beschützen wollen? Prinzipiell schon, sagt Arndt, aber: „Die Pumas waren vor ihnen da.“

Nur im Nationalpark können sich die Großkatzen ungestört vermehren. Hier stehen sie unter strengem Schutz – und Guanakos gibt es auch. Schon bieten regionale Veranstalter Reisen zu den Pumas. Die Zahl der Puma-Fotos wird in den kommenden Jahren also steigen. Aber Bilder wie die von Ingo Arndt werden nicht darunter sein.


FOTOS: INGO ARNDT

zusatzfotos: mauritius images, getty images