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Wildromantisches Frankreich


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 31/2022 vom 29.07.2022

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 31/2022

EINDRUCKSVOLL Für ihre 300 Millionen Jahre alten Granitfelsen ist die Côte de Granit Rose berühmt. Einige erreichen 20 Meter Höhe

Zartrosa leuchten die Felsblöcke in der Abendsonne. Spiegelungen im Wasser sorgen für magische Lichtspiele. Hier an der Côte de Granit Rose im Norden der Bretagne haben Meer und Wind skurrile Steinskulpturen geschaffen, ihre Formen regen die Fantasie an. Einige haben sogar Namen erhalten wie „Napoleons Hut“, „Hexe“ oder „Pilz“. Dieser außergewöhnliche Küstenabschnitt betört jeden Romantiker.

Früher galt die Bretagne als geheimnisvolles, unzähmbares Land am riesigen Ozean. Das zeigt sich auch im Namen des Departements, das den westlichen Bereich der Region umfasst: Er heißt Finistère, abgewandelt aus dem lateinischen Finis terrae für „Ende der Welt“. Bis heute fasziniert Frankreichs größte Halbinsel durch ihren rauen Charme und eine uralte Kultur, zu der auch eine eigene Sprache gehört – Relikt aus der Keltenzeit. Der französische Humorist Coluche (1944 – 1986) bezeichnete die entlegene Region ...

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... ironisch als „sehr schön und gar nicht so weit von Frankreich entfernt“.

Reihen mit Tausenden von Hinkelsteinen

Zu den Highlights der Bretagne gehört die Küste mit steilen Klippen und herrlichen Sandstränden. Malerisch sind auch die vielfältigen Buchten, etwa der Golf von Morbihan, bretonisch für „das kleine Meer“. Das verzweigte Binnengewässer am Südgestade ist nur über einen 1000 Meter breiten Zugang mit dem Atlantik verbunden und ragt tief ins Landesinnere hinein. 40 Inseln sind hier zu erkunden. Dazwischen schlängeln sich schmale Wasserstraßen, überall gibt es Brücken und kleine Häfen für Segelschiffe. Am besten lernt man dieses Naturparadies durch eine Tour mit einem der Ausflugsschiffe kennen.

Ein Muss auf dem Festland dieses Gebietes ist der Besuch der Stadt Carnac mit den prähistorischen HinkelsteinFeldern. Die Reihen aus rund 3000 aufrecht stehenden Felsblöcken, in der Bretagne Menhire genannt, sind deutlich älter als die berühmte Kultstätte Stonehenge in England.

Auch spektakulär: die nördliche Uferlandschaft rund um das Cap Fréhel. Dank des Golfstroms ist das Klima außerordentlich mild. Stechpalmen, Ginster und der aromatische Rosmarin gedeihen prächtig: eine ideale Kulisse für Wanderungen, etwa entlang des legendären „Zöllnerpfads“. Er wurde Ende des 18. Jahrhunderts auf den Klippen angelegt: Damals patrouillierten hier Zollbeamte, um Schmuggler auf frischer Tat zu ertappen. Heute bringt der geschlängelte Pfad mit grandiosem Atlantikblick Naturfreunde ins Schwärmen: Auf circa 2000 Kilometern führt der gut markierte Fernwanderweg GR 34 rund um die Bretagne immer an der Küste entlang – der wohl schönste Abschnitt ist die Côte de Granit Rose mit den farbigen Felsbrocken.

Doch nicht nur die Uferregionen begeistern, auch die kleinen und größeren Städte im Hinterland sind reizvoll, darunter viele mit großer Geschichte. Manche sind so pittoresk und gut erhalten, als wären sie Teil eines Freilichtmuseums: Vitré zum Beispiel, das Tor zur Bretagne im Osten. Die Stadt, erbaut im 11. Jahrhundert, ist geprägt von urigen Straßen mit Kopfsteinpf laster und schmucken alten Fachwerkhäusern, die sich wie im Märchenbuch um ein imposantes Schloss gruppieren.

Burgromantik und Prachtvillen

Mehr historische Romantik finden Reisende beispielsweise 30 Kilometer weiter nördlich in Fougères, früher Zentrum des Tuchhandels. Markant und eine der größten Burganlagen des Mittelalters: die Festung mit 13 Wehrtürmen, die durch 30 Meter hohe und 320 Meter lange Ringmauern miteinander verbunden sind. Eine Freude ist es auch, durch die Gassen von Quimper zu f lanieren. Die hübsche Stadt liegt ganz im Westen der Bretagne, etwa 15 Kilometer von der Küste entfernt. Hier fließen Steïr und Odet zusammen. Absolut sehenswert: die gotische Kathedrale Saint-Corentin, deren Errichtung drei Jahrhunderte dauerte.

Auch in Rennes, Hauptstadt der Bretagne, folgt man gern geschichtsträchtigen Spuren. Gleichzeitig herrscht in der Universitätsstadt eine mitreißende Lebendigkeit. Die spürt man etwa im Marché des Lices, Frankreichs größtem Lebensmittelmarkt außerhalb von Paris. Auch entzückend: der Thabor-Park mit prächtigem Rosengarten.

Zum Ende hin zieht es den Gast oft wieder ans Meer. Etwa in die stimmungsvollen Hafenstädte Lorient und Brest. Eine Perle ist auch Dinard an der Nordküste, ehemals Badeort der High Society. Oberhalb der Klippen kann man sie noch sehen, die stattlichen Villen der Belle Époque mit Ausblick auf den Strand Plage de l’Écluse und die Mündung der Rance. Sie wird auf der gegenüberliegenden Seite von Saint-Malo flankiert. Die ummauerte Altstadt hatte es im Zweiten Weltkrieg zwar schwer getroffen, doch sie wurde weitgehend originalgetreu wiederaufgebaut: Es macht Spaß, durch die verwinkelten Gassen zu bummeln, auch viele Cafés und kleine Läden gibt es hier. Tipp: Im Restaurant unbedingt Austern probieren. Die in der Umgebung gezüchteten Exemplare gelten unter Kennern als die besten der Welt.

ALEXANDER WEIS

Die Bretagne entdecken

ANREISE Mit dem Auto sind es je nach Startpunkt von Deutschland aus rund 1000 Kilometer. Per Zug geht es via Paris in die Bretagne. Flugzeuge erreichen meist mit Zwischenstopp in Paris etwa Brest oder Rennes. Direktflüge gibt es wenige, etwa von Frankfurt/Main nach Rennes ab 150 Euro, lufthansa.com

ÜBERNACHTUNG Etwa im Hotel „Mercure Vannes Le Port“ in Vannes am Golf von Morbihan, DZ ab 75 Euro, booking.com

BUCHTIPP Manfred Görgens: „Bretagne“. Dumont Reise-Taschenbuch inkl. Reisekarte, 304 Seiten, 18,95 Euro

INFOS Praktische Tipps etwa zu Reiserouten: france.fr/de Aktuelle Infos zur Einreise und zur Coronasituation unter auswaertiges-amt.de