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WILLKOMMEN AUF DER KIAA


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 30/2021 vom 29.07.2021

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 30/2021

Niederknien auf Nasenhöhe: Peter Schreyer mit seiner 2007er IAA-Studie, dem Kee. Das Sportcoupé ist eine Ikone wie sein Audi TT

WAS H ABEN SIE GEFEIXT und gelacht. 2006, da arbeitete Peter Schreyer 26 Jahre im VW-Konzern, hatte das neue Audi-Gesicht erfunden, die ewige Design-Ikone TT, den Golf IV und den New Beetle, 2006 also, da kündigte er. Und alle lachten, weil er, der große Meister des Autodesigns, zu Kia wechselte. ZUM KOREANER!

Heute lacht keiner mehr.

Wir haben eine Audienz beim Meister. Kia-Europazentrale in 60486 Frankfurt am Main, Theodor-Heuss-Allee 11, ein riesiger Glaskasten direkt neben der Mes- se, hier konnten sie alle zwei Jahre durch die Hintertür zur Internationalen Automobilausstellung huschen. Jetzt nicht mehr, jetzt ist die Show in München. Na, und?

Machen wir halt ’ne „KIA-A“!

Im riesigen Showroom des Design-Centers sind die Rollos unten, machen sie immer so, wenn die Autos noch keiner sehen soll. Unsere 13 Modelle haben sie verhüllt, was eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre, denn sie ...

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... sind bekannt, grob gesagt Leistungsnachweise von Peter Schreyer und Gregory Guillaume. Die beiden Künstler kennen sich aus ihrer gemeinsamen VW-Zeit. Jetzt machen sie Kia schöner.

2007: Die erste Ansage von Kia

Mit dem 4,30- Meter-Sportcoupé sorgte Kia für Aufsehen auf der IAA 2007. Erster Kia mit Tigernase.

Schreyer, schwarze Hose, schwarzer Rolli, schwarzes Jacket und schwarze Brille, will eigentlich nicht über sich und früher reden, lieber über Autos. Dann sagt er: „Als ich hier anfing, hab ich auf der Straße alle zwei Stunden mal einen Kia ge- sehen, heute alle zwei Minuten.“ Und dass es ihn gereizt habe, das Gesicht einer Marke ganz neu zu definieren: „Ich habe mit einem weißen Blatt Papier angefangen.“

Ein Jahr später, am 11. September 2007, zeigte Schreyer zum ersten Mal, wohin die Reise geht. Auf der IAA stellte er ein kleines, gelbes Sportcoupé vor, 4,30 Meter kurz und damit Audi-TT-Maße, rundes, schwebendes Dach und Stummel- Heck. Die Concept-Studie „Kee“ war der erste Kia mit der neuen „Tigernase“ als Grill. Zehn Jahre später zeigte Kia die Studie noch einmal in der Münchener Pinakothek der Moderne im Rahmen einer Korea-Ausstellung, die Macher hätten den Wagen am liebsten dabehalten, erzählt man.

Jetzt steht der gelbe Wegbereiter des neuen Kia- Designs im sechsten Stock der Europa-Zentrale und wir fragen uns, warum wir den nie beim Händler gesehen haben. Vielleicht, weil damals die Zeit dafür genauso wenig reif war wie drei Jahre später für ein Ei namens „Pop“. Im September 2010 präsentierte Kia auf dem Pariser Autosalon die Studie eines dreisitzigen Elektro-Kleinstwagens, keine dreiMeter kurz, Flügeltüren, lila Innenraum und auch sonst sehr emanzipiert. Das Auto kam zu einer Zeit, in der alle nach fetten SUV lechzten und in der kleine Elektrowagen so weit weg waren wie die Grünen vom Kanzleramt. „Wir wollten Charakter zeigen“, sagt Schreyer heute, und dass es von vornherein klar war, dass es dieses Autochen niemals in die Serie schaffen würde. Aber sie haben auch bei dieser Studie an die Tigernase gedacht, mit Folie auf die Frontschürze geklebt. Schreyer wollte ja unbedingt Wort halten. Damals, 2006, als er anfing, sagte er: „Wartet mal fünf Jahre, dann sehen wir, was man aus dieser Marke machen kann.“

2017: Kia wie ein Porsche

Shooting Brake mit fünf Türen, Kombi-Coupé mit klitzekleinen Fensterflächen. Daraus wurde 2018 der echte ProCeed GT.

Es dauerte genau fünf Jahre. Am 14. September 2011 rollten sie auf der Frankfurter IAA einen Wagen auf die Bühne, von dem Schreyer und Guillaume noch heute sagen: „Das ist unser Meisterstück!“ Die Studie Kia GT mit Heckantrieb war untypisch für eine Marke, in deren Showroom damals die aufgedunsene Hollywoodschaukel für Sieben namens Carnival parkte. „Wir haben von Anfang an von so einem Gran Turismo geträumt“, sagt Schreyer. Die Konzernlenker in Seoul wohl eher nicht. Erst sechs Jahre nach der Studie, am 21. Oktober 2017, rollte der Stinger zu den Händlern. Die Designer haben einfach nicht lockergelassen, stellten bei jeder Präsentation ihr viertüriges Sportcoupé mit dazu, aus dem anfänglichen weißen wurde später roter Lack, und irgendwann, so die Legende, fragte einer der Chefs nach dem „Red Car“.

2013: Kompakt mal anders

Die erste Fingerübung hatte Flügeltüren und war viel kleiner als der aktuelle Niro mit 4,36 m, der 2016 kam.

2017, da stand die Markteinführung kurz bevor, bat AUTO BILD schon mal um Audienz beim Meister, und als er im sechsten Stock des Kia-Hauses den Stinger neben einem Audi RS5 Sportback sah, den wir mitgebracht und per Aufzug hochgefahren hatten, da konnte Schreyer erstmal für eine Minute gar nichts sagen, dann nickte er und lächelte. Am Stinger lässt sich übrigens auch erkennen, wie sie bei Kia die Tigernase lieben. Und wie sie das Thema weiterentwickeln: Weil Schreyer irgendwann mal etwas erhöht auf einen Parkplatz blickte und seine Autos nicht gleich von oben erkennen konnte, da beschloss er, die Tigernase oben in der Frontscheibe anzudeuten. Jetzt kann er wegen der Auswölbung seine Autos auch aus dem sechsten Stock erkennen.

Hyundai und Kia sind regelmäßig in den Top 10 der größten Autobauer der Welt, das Design muss weltweit funktionieren. Manchmal auch nicht, dann ist es nur für Europa, so wie hier. Am 12. September 2017 enthüllte Kia in Halle 9 der IAA einen verlängerten „Hot Hatch“, entworfen im Design-Zen trum Frankfurt, metallicroter Lack in 17 Farbschichten. AUTO BILD war so begeistert, dass wir die Studie am 25. September, einen Tag nach Ende der Show, auf den Vorplatz der Messe gefahren haben, um sie bei Tageslicht zu sehen. „Verliebt in einen Kia“ lautete die Überschrift. Jetzt streicht der Erfinder noch einmal über den Lack, der Wagen glänzt wie damals, stand trocken und unter Tuch.

„So ein Showcar kostet zwischen einer und 1,2 Millionen Euro“, sagt Guillaume, alles Handarbeit, am Proceed haben sie ein Jahr gearbeitet. Der echte Proceed GT sieht der Studie ziemlich ähnlich, nur die Räder sind kleiner, viel kleiner, statt 21 Zoll nur 18.

2015: Angriff auf den Passat

Aus dem Sportspace wurde der Optima Sportswagon, ein 4,86-Meter- Kombi mit VW-Tugenden.

Wie es weitergeht? Sehen Sie unten. „Imagine“ – so stellen sich die Koreaner ihren künftigen Elektro-Crossover vor. Das mit den gestapelten Handys im Cockpit lassen sie, ansonsten wird der EV6 wie die Studie eine Mischung aus SUV und Crossover. Und lädt dank 800-Volt-Bordnetz doppelt so fix wie ein ID von VW.

Was die Feixer und Lacher von damals wohl heute machen?

2019: Vorbote des EV6

SUV oder Crossover? Die Elektrostudie „Imagine by Kia“ passt in keine Schublade. Wie der EV6.