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Willkommen im Sommer


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florieren! - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 03.06.2022

VIELFALT IM SORTIMENT UND DER GESTALTUNG

CHRISTINA HANNEWALD

Artikelbild für den Artikel "Willkommen im Sommer" aus der Ausgabe 6/2022 von florieren!. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: florieren!, Ausgabe 6/2022

Christina Hannewald zeigt in unserer Serie „Blume & Handwerk“ zum zweiten Mal Floristik. Sie war Bayerische Meisterin der Floristen und Vierte bei der Deutschen Meisterschaft 2012, sie sammelte Erfahrungen in verschiedenen Geschäften, als Schiffsfloristin und freiberuflich sowie als Berufsschullehrerin. Im Herbst 2018 übernahm sie das ehemalige „Blumenhaus am Stadtpark“ in Regensburg und erfüllte sich mit der „Blumerie“ den Traum vom eigenen Geschäft. Wir wollten wissen, was sich seither verändert hat, ob sie ihr Konzept realisieren konnte und wie das Blumengeschäft die Coronakrise überwunden hat. Ihre Begeisterung für Floristik hat sie in all den Jahren kein bisschen verloren.

Den Blume-&-Handwerk-Beitrag in „florieren!“ Nr. 9/2018 können Sie auf www.florieren-online.de mit dem Webcode flo4484 nachlesen, den Bericht über die ...

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... Geschäftseröffnung in „florieren!“ Nr. 2/2019 mit dem Webcode flo6265. Kontakt: Tel. 0941/297830, www. christina-hannewald.de

Die Serie „Blume & Handwerk“ wird von FleuraMetz gesponsert (www.fleurametz.com). Auf alle Folgen seit 2011 haben Abonnenten in unserem Archiv auf www. florieren-online.de Zugriff.

Das Team

Christina Hannewald wird von acht Mitarbeiter(inne)n unterstützt, darunter drei Vollzeit-Florist(inn)en, eine Auszubildende und drei Kolleginnen auf 450-€-Basis. Beim Fotoshooting waren an Bord (v.l.n.r.): Verena Geudner, Kathrin Keifert, Christina Hannewald und Ulrich Stelzer.

Spargel als Steckhilfe

Kathrin Keifert entschied sich für ein Gesteck mit Spargel als Steckhilfe, denn sie kommt aus der Spargelgegend rund um Abensberg. „Wenn man Wasser dazugibt, quellen die Stangen noch etwas und das Gesteck wird noch stabiler“, erklärt die Floristin. Die Blüten sind zwischen die Stange geklemmt.

Als Christina Hannewald das ehemalige „Blumenhaus am Stadtpark“ in Regensburg vor vier Jahren übernahm, hatte sie eine klare Vorstellung davon, wie sie ihre „Blumerie“ positionieren wollte: als Anlaufstelle für Schnittblumen, Pflanzen und Gefäße. Daran hat sich nichts geändert, wobei Pflanzen eine kleinere Rolle spielen. Aber saisonale Pflanzen locken vor dem Geschäft und im Verkaufsraum bereichern große Pflanzen in schönen Gefäßen das Ambiente. „Man muss sich beschränken“, sagt Christina Hannewald. „Wir sehen uns vor allem als Ansprechpartner für Schnittblumen und Dekorationen, andere Kollegen haben andere Schwerpunkte.“

Dass die Floristik der wichtigste Bereich ist, kommt durch ein breites Sortiment an frischen Blumen sowie große Loops mit Trockenblumen zum Ausdruck, die bei der Bindetheke von der Decke hängen. Beeindruckend ist auch die Auswahl an Mobach-Keramik sowie weiteren Gefäßen in zeitlosem Design. Um im Laden eine neue Optik zu schaffen, verabschiedete sich Christina Hannewald im Frühling vom Rosaton, den sie für ihre Möbel und die Wände gewählt hatte. Jetzt sind die Wände schwarz, die Warenträger beige.

Hochzeitsfloristik als wichtiges Standbein

Über das Tagesgeschäft und wöchentliche Aufträge hinaus ist die Hochzeitsfloristik ein wichtiges Standbein. Das liegt auch daran, dass sich Christina Hannewald vor der Geschäftsübernahme auf Hochzeitsfloristik spezialisiert hatte. „Für 2022 sind wir ausgebucht, für 2023 sind auch schon einige Termine belegt“, berichtet die Floristmeisterin. Durchschnittlich werden 80 bis 100 Gäste zu den Hochzeiten eingeladen, das Maximum lag bisher bei 300 Gästen. „Wer groß feiert, bestellt auch eine komplette Hochzeitsdekoration“, stellt sie fest. Noch überwiegt der Wunsch nach Boho- und Vintage-Gestaltungen à la Instagram und Pinterest, häufig in Rosa- und Blautönen. Die Wünsche der Kunden werden nach Möglichkeit erfüllt, für Vorstellungen, die nicht alltagstauglich sind, werden Alternativen vorgeschlagen. „Das gehört zu einer guten Beratung dazu.“

Den Einkauf der Schnittblumen erledigt Christina Hannewald ausschließlich online, allerdings nur deshalb, weil kein Großmarkt in der Nähe ist. „Ich vermisse den Großmarkt in München, das war ein Paradies“, blickt sie auf ihre Zeit als Floristin in München zurück. Damit sie all die hübschen Besonderheiten im Sortiment nicht aus dem Blick verliert, verbringt sie viel Zeit am Smartphone.

Nur der Fachkräftemangel bereitet Sorgen

Der Coronakrise ist die Blumerie zunächst mit einem Bestell- und Abhol- beziehungsweise Lieferservice und später mit einem Online-Shop begegnet. Er wurde sofort angenommen, aber jetzt kommen die Kunden lieber wieder ins Geschäft. „Wir haben tolle Werkstoffe, die hier im Laden ganz anders wirken als im Internet“, so die Floristmeisterin. Das gilt auch für die Mobach-Keramik, die erst bei Lichteinfall ihren vollen Reiz entfaltet.

Auch über die sozialen Medien macht die Blumerie auf sich aufmerksam, insbesondere auf die Hochzeitsfloristik. „Man muss am Ball und flexibel bleiben“, sagt Christina Hannewald. Sie ist aber auch froh, dass sie das Posten einer Kollegin überlassen kann: „Das Team ist super, ich will auf niemanden verzichten.“ Konkret sucht sie momentan nur nach einer Aushilfe zum Ausliefern, aber auch eine zusätzliche Floristin wäre willkommen. „Jetzt sind wir zu neunt, in der Weihnachtszeit waren wir zu zwölft, darunter Studenten, die nur ausgeliefert haben“, erzählt die Chefin und ergänzt: „Zuletzt war für sechs Wochen eine Floristin aus der Ukraine im Team, das hat super geklappt, aber sie ist zurück in ihre Heimat gegangen.“ Letztendlich ist es nur der Fachkräftemangel, der ihr Sorgen bereitet. Das führt wie bei vielen Kolleg(inn)en zur Überlegung, das Geschäft an einem Tag in der Woche zu schließen. Lieber wäre ihr, wenn sie das Team aufstocken könnte, denn an Kunden mangelt es nicht und ihre Begeisterung für Blumen und Floristik ist ungebrochen.

Schwere Steine, leichte Blüten

In diesem Kranz, zusammengesetzt aus vielen Steinvasen, kommt sommerliche Vielfalt von hell bis dunkel zum Ausdruck. Phlox und Hirtentäschel mit feinen Strukturen sind ebenso vertreten wie Päonien und Campanula. Die Farben der Vasen und der Eisenplatte werden unter anderem mit Astrantia, Talinum und Begonien-Blättern aufgegriffen.

Farbenfreude in Kugelform

Florale Kugeln sind immer ein Blickfang, ganz besonders, wenn sie in kräftigen Farben gestaltet sind. Hier ist trockenes Limonium zu Kugeln geformt, gefärbt und auf Eisenfüße gesteckt. Die Blütenfüllung umfasst ein breites Spektrum von Sandersonia und Island-Mohn über Passiflora und Bougainvillea bis Phalaenopsis und Rhipsalis. Auch eine große gefärbte Chrysantheme ist dabei. „Gefärbte Blumen kommen gut bei den Kunden an“, so Christina Hannewald.

Spiel mit Kugelformen

Für eine große Mobach-Schale gestaltete Christina Hannewald eine florale Kugel aus Lavendel, dazu ergänzend eine aus Splittstäben. Basis ist jeweils eine locker aus Draht geformte Kugel, in die Stiele beziehungsweise Stäbe gesteckt werden. Mit Wicken und einer langen Clematis-Ranke aus dem Garten kommt Bewegung in das Arrangement. Auch Clematis aus dem Großhandel verarbeitet die Floristmeisterin gerne: „Wir haben eigentlich immer Clematis im Laden. Mit Clematis kommt eine verspielte, filigrane Note in die Werkstücke und die Haltbarkeit ist super.“

Lavendel auf dem Tisch

Als Basis für diese Tischdekoration dient eine Trockensteckschaum-Form, auf die Lavendel zunächst gehaftet und zum Schluss geklebt wird. „Zur Wasserversorgung habe ich Steckschaum genommen, aber man könnte auch Reagenzgläser verwenden“, sagt Christina Hannewald. Wicken, Passiflora und Rittersporn stehen für den Sommer, mit Vanda kommt eine exklusive Note ins Werkstück.

Sommer mit Blüten und Früchten

Schwarz ist zurzeit bei vielen Blumerie-Kunden beliebt und war auch in der letzten Adventssaison gefragt. „Schwarz ist neutral und passt in die Häuser unserer Kunden“, stellt Christina Hannewald fest. Daraus ergab sich die Idee, einen Kranz aus geschreddertem Papier zu gestalten und dann einzufärben. Der Kranz ist mithilfe von Holzleim geformt, zur Wasserversorgung der Blumen und Früchte ist ein Biolit-Ring integriert. Im Alltag verarbeitet die Floristmeisterin selten Früchte, aber sie passen wie Rosen, Bougainvilleen und Wicken einfach perfekt zum Sommer.

Kugelig von klein bis groß

Ausgangspunkt für diesen Strauß von Angelika Babel war eine Kugelform, die aus schwarzen Furnierstreifen getackert wurde. Die Kugelform wird mit Floralien wie Craspedia, Sandersonia und Celosien aufgegriffen, die grafische Wirkung der Furnierstreifen mit Rhipsalis. Gloriosa und Anigozanthos sorgen für eine spielerische Note, rosafarbene Phalaenopsis für einen farblichen Kontrast.

Titelfoto

Der Strauß spiegelt einerseits Christina Hannewalds Vorliebe für kleine, unscheinbare Blüten wider, andererseits für Mobach-Keramik. Blumen aus dem Garten verleihen dem Strauß einen besonderen Charme. Obwohl der Strauß klein ist, entdeckt man immer wieder neue Blüten und verspielte Details: Wildschleierkraut, Phlox, Lavendel, Oxypetalum, Jakobsleiter, Astrantia, Scilla …

Von zart bis kraftvoll

Zeigen, wie Gefäße in Szene gesetzt werden können, das gehört zur Warenpräsentation in einem Blumengeschäft einfach dazu. Agavenblätter sind hier mit Fritillaria persica, Gloriosa, Craspedia und Talinum auf einer flachen Schale von Mobach arrangiert. Mit vergleichsweise wenigen Werkstoffen wird eine große Wirkung erzielt.

Lebendige Ausstrahlung

Verena Geudner steuerte einen Loop zum Fotoshooting bei – mit frischen Blumen und Blättern. An der Auswahl kommt zum Ausdruck, dass die angehende Floristin ein Faible für Pflanzen hat. „Weil die Hölzer, die ich verarbeitet habe, lianenartig sind, habe ich exotische Werkstoffe damit kombiniert“, erklärt Verena Geudner, die ihr Biologie-Studium zugunsten der Floristik aufgegeben hat. Weil sie Hölzer mit Draht verbunden hat, wählte sie auch Draht zum Fixieren der Reagenzgläser für die Blumen.