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Windows 10.5: Die neuen Funktionen von Windows 10.5


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 06.04.2018

Die inzwischen fünfte große Aktualisierung von Windows 10 heißt passend zur Jahreszeit Spring Creators Update. Das Upgrade bietet neben diversen Optimierungen auch neue Funktionen wie Timeline oder Multi-GPU-Unterstützung. Wir geben einen Überblick.


Artikelbild für den Artikel "Windows 10.5: Die neuen Funktionen von Windows 10.5" aus der Ausgabe 5/2018 von PC Welt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 5/2018

Nach dem Update ist vor dem Update – so lässt sich die Entwicklung von Windows 10 gut zusammenfassen. Seit dem offiziellen Release von Windows 10 im Sommer 2015 folgten ziemlich genau ein Jahr später das Anniversary Update sowie 2017 das Creators Update und das Fall Creators Update.


Mit Timeline arbeiten Sie auf einem anderen Rechner genau da weiter, wo Sie ...

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Schnelleres Upgraden und Multi-GPU-Unterstützung

Jetzt folgt das Spring Creators Update (Version 1803), dem wie üblich zahlreiche Insider-Builds vorausgingen. Neben Fehlerbeseitigung und Optimierungen an bestehenden Funktionen hat Microsoft der aktuellsten Windows-Version auch einige neue Features spendiert, die wir in diesem Artikel ausführlich vorstellen.

Das Gute zuerst: Dank neuer und optimierter Installationsroutinen will Microsoft die durchschnittliche Ausfallzeit des Computers während des Upgrades auf Windows 10 Spring Creators Update deutlich verkürzen. Das Laden des Upgrades von den Microsoft-Servern und die anschließende Installation soll nur noch halb so viel Zeit in Anspruch nehmen wie bei den letzten großen Systemaktualisierungen und in weniger als 30 Minuten abgeschlossen sein. Dazu werden viele Upgrade-Prozesse bereits vor dem Neustart im Hintergrund ausgeführt, etwa die Migration der Nutzerdaten. Erst beim unausweichlichen Neustart führt Windows dann beispielsweise die Treiberinstallation aus.
In Gaming- und High-End-PCs sind oft Multi-GPU-Systeme verbaut, hier werden zwei oder mehr Grafikchips zur Leistungssteigerung zusammengeschaltet. Die entsprechende Technik von AMD nennt sich Crossfire, bei Nvidia heißt sie SLI (Scalable Link Interface). Im Windows-Build 1803 gibt es in den „Grafikeinstellungen“ unter „System –› Anzeigen“ das neue Untermenü für Multi-GPU-Systeme. So lässt sich auswählen, welcher Grafikprozessor beim Start einer App genutzt werden soll. Interessant sind die neuen Multi-GPU-Einstellungen vor allem auf Notebooks. Bei den „Standardeinstellung des Systems“ übernimmt Windows die Entscheidung selbst, darüber hinaus stehen noch „Energiesparmodus“ und „Hohe Leistung“ zur Auswahl. Im Energiesparmodus nutzt die App den Grafikprozessor, der möglichst wenig Energie verbraucht.

Fluent Design mit neuer Optik, Timeline mit schnellem Überblick

Mit dem bereits Anfang letzten Jahres eingeführten Fluent Design System (Codename „Project Neon“) setzt Microsoft immer mehr auf eine neue Designsprache mit frischen optischen Elementen wie Transparenz- und Animationseffekten. Das wirkt deutlich freundlicher und moderner. So soll der Beleuchtungseffekt Reveal die Aufmerksamkeit des Nutzers auf aktive Elemente lenken, etwa wenn Sie die Maus über eine Schaltfläche führen.
Im Startmenü hebt Reveal Einträge beim Darüberfahren mit der Maus („Mouse Over“) farblich hervor. Da Windows 10 mit den Fluent-Design-Effekten etwas mehr Strom verbraucht, werden diese bei Akkubetrieb automatisch deaktiviert.
Die Timeline-Funktion im neuen Update gibt einen Überblick über die letzten Aktivitäten und zeigt besuchte Websites sowie zuletzt aufgerufene Apps, Webseiten, Aufgaben und geöffnete Dokumente in chronologischer Reihenfolge an – exakt so, wie sie zum jeweiligen Zeitpunkt ausgesehen haben. Eine Aktivität definiert Microsoft als Kombination aus einer App und einem spezifischen Inhalt, wie er zu einem bestimmten Zeitpunkt bearbeitet wurde. Zur besseren Übersicht hat Microsoft Timeline direkt in die Taskansicht integriert, die Sie über das Icon rechts vom Suchfeld oder per Tastenkombination Windows-Tab aufrufen.

Der Beleuchtungseffekt Reveal lenkt die Aufmerksamkeit auf aktive Elemente. Im Startmenü beispielsweise färbt das neue Fluent Design die einzelnen Einträge beim Berühren mit dem Mauszeiger heller ein.


Die von Timeline angezeigten Aktivitäten in der Vergangenheit werden entweder lokal oder in der Cloud gespeichert; definiert wird dies unter „Datenschutz –› Aktivitätsverlauf“ in der Einstellungen-App. Wenn Sie die Synchronisierung mit der Cloud einschalten, ist die Funktion an einen Nutzer-Account und ein Microsoft-Konto geknüpft. Auf diese Weise sind die mit Timeline aufgezeichneten Aktivitäten auch auf anderen Rechnern mit dem gleichen Microsoft-Konto verfügbar: sehr praktisch, wenn man einen Desktop-PC und ein Notebook verwendet. Und selbst die Microsoft-Apps unter Googles Android oder Apples iOS werden von Timeline berücksichtigt.
In der Übersicht lässt sich exakt nachverfolgen, was Sie innerhalb der letzten Minuten, Stunden, Tage oder Monaten erledigt haben. Sie können die Ansicht jedoch auf einen einzelnen Tag beschränken. Über eine Suchfunktion fahnden Sie gezielt nach einer Aktivität oder Sie scrollen nach unten. So finden Sie nicht nur heraus, wann Sie zum Beispiel eine bestimmte Website mit Informationen geöffnet, sondern auch, was Sie mit diesen Infos in anderen Programmen gemacht haben. Das Zeitleisten-Feature lässt sich übrigens in den Datenschutzeinstellungen von Windows 10 nach einem Klick auf den neuen Eintrag „Aktivitätsverlauf“ für jedes Konto getrennt ein- und ausschalten. Außerdem lässt sich Timeline auch deaktivieren sowie der Verlauf unter „Einstellungen –› Datenschutz –› Aktivitätsverlauf“ löschen.

Timeline gibt einen Überblick der letzten Aktivitäten, also auf Webseiten, in Apps und in Dokumenten. Dank Timeline kann man die auf einem Windows-Gerät begonnenen Arbeiten auf einem anderen fortsetzen.


Foto und Video: HEIF-Format und verbesserte HDR-Unterstützung

Mit dem HEIF-Format (High Efficiency Image File) und der neuen Foto-App zieht Microsoft mit Apple gleich – das Grafikformat wird bereits von iOS 11 und Mac-OS High Sierra unterstützt. Auch Google hat angekündigt, das Format in der kommenden Version Android P nativ zu unterstützen. Das von der Moving Picture Experts Group (MPEG) entwickelte Containerformat mit den Dateiendungen HEIC und GEIF soll das betagte JPEG-Format als Quasi-Standard ablösen und bei Einzelbildern dank besserer Kompression bei gleichwertiger Bildqualität 50 bis 60 Prozent weniger Speicherplatz beanspruchen. Dank moderner Codecs wie HEVC (High Efficiency Video Coding, H.265) unterstützt HEIF auch die Codierung von Bildsequenzen und -sammlungen, Live-Bildern und HDR für mehr Kontrast. Außerdem gibt es mit HEIF neue Fotoeffekte, beispielsweise eine Langzeitbelichtung. Erstmals verfügbar war die neue Funktion Mitte März im Insider-Build 17123; allerdings waren dabei für die Codecs „HEIF and HEVC Media Extensions“ 99 Cent zu zahlen. Damit gerät die an sich gute Idee schnell wieder ins Abseits.
Mit dem Spring Creators Update hat Microsoft auch die bereits vorhandene HDR-Unterstützung weiter ausgebaut. Vorausgesetzt, Sie besitzen einen HDR-fähigen Monitor, können Sie Bilder mit hohem Dynamikumfang gezielt anpassen. Über „Einstellungen –› Apps –› Videowiedergabe –› HDR Video streamen“ schalten Sie die automatische Kalibrierung für das Abspielen von HDR-Videos ein. Anschließend können Sie gezielt Anpassungen über die richtige Balance zwischen hellen und dunklen Bildbereichen vornehmen.

Edge: Zusätzliche Funktionen für den Microsoft-Browser

Schon mit den letzten großen Updates wurde der Edge-Browser deutlich verbessert, beispielsweise mit einer Importfunktion für Chrome-Einstellungen sowie einer engeren Verzahnung mit der Sprachassistentin Cortana. In der aktuellen Version unterstützt Edge nun auch neue Webstandards für mehr Interaktion: So können Webseiten Push-Benachrichtigungen an das Info-Center von Windows 10 senden und Daten im Hintergrund aktualisieren, selbst wenn der Browser geschlossen ist. Passend dazu nutzen Sie Edge auch auf iPhone und iPad sowie auf Android-Geräten. Dank der Hintergrundaktualisierung können Sie etwa vom Windows-Computer zum iPad wechseln und ohne Unterbrechung wie gewohnt weitersurfen. Ferner bietet der Microsoft-Browser einen praktischen Schalter, um das automatische Abspielen von Videos auf Webseiten zu unterbinden. Und ähnlich wie Google Chrome und Firefox kann Edge in Formularen nun auch Adressfelder automatisch ausfüllen. Einmal gespeicherte Adressen werden auch für anderen Windows-10-Geräte übernommen.
Verbessert haben die Entwickler den Vollbildmodus, der über die Taste F11 aktiviert wird. Er zeigt nur noch die aktuell im Browser geöffnete Website im Vollbild auf dem Monitor an. Wenn Sie die Maus auf den oberen Bildschirmbereich bewegen, zeigt der Browser die Adresszeile und die Favoriten an. Sie müssen also nicht mehr wie zuvor den Vollbildmodus verlassen, um eine andere Webseite zu öffnen. Und beim Drucken aus Edge heraus entfernt der Browser alle erkannten Werbeelemente sowie andere störende Inhalte.
Der interne Betrachter für PDF-Dateien und E-Books im E-Pub-Format ist ebenfalls optimiert. Im Lesemodus ist nun ein Pop-up-Menü vorhanden, über das Sie zum Beispiel die Stichwortsuche erreichen, die Vorlesefunktion starten oder den Vollbildmodus aktivieren.

Werbefreie Ausdrucke von Webseiten in Edge sind praktisch, allerdings funktionierte die Funktion in den Vorabversionen des Spring Creators Updates nicht immer so gut, wie hier in der Vorschau zu sehen ist.


Mehr Transparenz mit dem Windows Diagnosedaten-Viewer

Nur auf den ersten Blick neu ist der Menüeintrag „Diagnose und Feedback“ in der Einstellungen-App im Bereich „Datenschutz“, bisher hieß er „Feedback und Diagnose“. Dafür fallen die Erklärungen nun umfangreicher aus. Tatsächlich neu ist die Option „Diagnosedatenanzeige“: Mit dem Windows Diagnosedaten-Viewer („Diagnostic Data Viewer“) wollen die Windows-Entwickler die vom System gesammelten Telemetriedaten und ihre Verwendung transparent machen und den Nutzern eine bessere Kontrolle über diese Daten ermöglichen. Die Funktion lässt sich in der Einstellungen-App unter „Datenschutz –› Diagnose und Feedback“ unter „Diagnosedatenanzeige“ aktivieren. Tippen Sie auf „Diagnosedaten-Viewer“, um die entsprechende App aus dem Microsoft Store zu laden.
Der Diagnosedaten-Viewer erlaubt einen Einblick in die Diagnosedaten von Windows-Geräten und bietet dazu die Option, in diesen Daten zu suchen und damit zu arbeiten. Die im Menü des Viewers dargestellten Diagnosedaten umfassen allgemeine Daten wie die Version des Betriebssystems, die Geräte-ID, die Geräteklasse oder die Auswahl der Diagnosestufe. Dazu kommen Konfiguration und Eigenschaften für Peripheriegeräte und Netzwerkverbindungen, Produkt- und Servicedaten zu Gerätestatus, Leistung und Zuverlässigkeit sowie zu den geöffneten Audio- und Videodateien. So können Sie nachvollziehen, wann Windows welche Daten erhoben und an Microsoft gesendet hat. Die Darstellung lässt sich zwischen Basisdaten und erweiterte Daten umstellen. Ebenso legen Sie in den Einstellungen zur Übermittlung fest, ob weniger oder die vollständigen Daten übermittelt werden sollen. Komplett abschalten lässt sich die Erfassung und Übermittlung der Daten jedoch auch weiterhin nicht.

Das neue Windows 10 Spring Creators Update wartet mit einer Diagnosedatenanzeige auf, die umfassendere Informationen als bisher über die gesammelten Nutzerdaten anbietet. Zugleich ermöglicht sie mehr Kontrolle.

NOCH MEHR DATENSCHUTZ IN WINDOWS 10

Microsoft hat schon 2017 ordentlich an den Datenschutzeinstellungen gearbeitet, doch auch das neueste Update wartet mit wichtigen Änderungen auf. In den „Einstellungen“ unter „Update und Sicherheit“ existiert nun der Menüeintrag „Mein Gerät suchen“. Ist die Option aktiviert, können Sie über die Webseitehttp:// account.microsoft.com/devices nach dem Anmelden mit Ihren Microsoft-Kontodaten die registrierten Geräte einsehen und in einer Karte anzeigen. Neu ist, dass Sie im Windows 10 Spring Creators Update in den Datenschutzeinstellungen die Option „Mein Gerät suchen“ direkt ausschalten können.
Neu sind zudem die Einstellungen für den Zugriff auf Dokumente, Bilder und Videos. Sind mehrere Benutzerkonten auf einem Windows-10-PC vorhanden, legen alle Nutzer die Zugriffsrechte individuell fest. Der Administrator aber kann den Zugriff auf die einzelnen Datenschutzeinstellungen für Anwender mit eingeschränkten Rechten sperren. Alternativ zur Komplettsperre lässt sich der Zugriff gezielt für einzelne Programme regeln.