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Windows 11 kommt


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 02.07.2021

Windows 11

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Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 8/2021

„Eine geleakte Version von Windows 11 zeigt ein teils stark verändertes Design und neue Funktionen.“

Seit Anfang Juni brodelt die Gerüchteküche um Microsofts Pläne für das nächste Windows. Spätestens als Microsoft angekündigt hatte, bei einer Veranstaltung am 24. Juni die nächste Generation von Windows enthüllen zu wollen, überschlugen sich die Gerüchte. Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte, Windows werde das „signifikanteste Update“ der letzten zehn Jahre erhalten, welches völlig neue Möglichkeiten eröffnen werde. Nahezu gleichzeitig veröffentlicht Microsoft ein Supportdokument, in dem das Ablaufdatum für Windows 10 festgeschrieben wird. Der Konzern gibt an, dass Windows 10 Home und Pro nur noch bis zum 14. Oktober 2025 mit Updates versorgt wird. Das Jahr ist keine wirkliche Überraschung, denn schon beim Erscheinen von Windows 10 im Jahr 2015 hatte Microsoft bekannt gegeben, dass das ...

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... Betriebssystem 10 Jahre lang Support erhält. Doch das konkrete Ablaufdatum zusammen mit der Ankündigung einer neuen Generation von Windows lässt die Fan-Gemeinde auf baldige, große Neuerungen für Windows hoffen. Ein neues Aussehen, neues Startmenü und viele neue Funktionen stehen auf der Liste der möglichen Änderungen. Vermutet wird, dass im Herbst ein Update erscheint, dass „Windows 11“ heißen könnte. Andere Gerüchteköche weisen darauf hin, dass das Ablaufdatum für Windows 10 nur für die Varianten Home und Pro, aber nicht für die Enterprise-Version angeben wird. Folglich soll es im Herbst ein Update für Privatanwender von Windows geben, Windows 10 für Unternehmen soll dagegen unverändert weiterbestehen.

Developer-Version von Windows 11 aus unbekannter Quelle

Mitte Juni tauchte eine Developer-Version von Windows 11 im Internet auf und liefert damit vorab einen ersten Überblick, was Microsoft am 24. Juni der Öffentlichkeit vermutlich als den Windows-10-Nachfolger offiziell vorstellen wird.

Zu Redaktionsschluss kennen wir die offizielle Ankündigung von Microsoft vom 24. Juni noch nicht, doch wir haben die geleakte Developer-Version von Windows 11 auf unseren Rechner installiert und getestet.

Die Echtheit der geleakten Windows-11-Version lässt sich nicht abschließend bestätigen, aber es deutet vieles darauf hin, dass es tatsächlich eine echte Vorabversion von Windows 11 ist und wahrscheinlich auch exakt die Developer-Version, die Microsoft am 24. Juni zeigen und anschließend an Software-Entwickler verteilen wird.

Unsere Website www.pcwelt.de hatte im Vorfeld übrigens laufend über die möglichen Neuheiten bei Windows 11 berichtet, etwa mit dem Beitrag „Windows 11 im Anmarsch“ (www.pcwelt.de/2591368) oder mit „Windows 11: Gratis oder nicht?“ (www.pcwelt. de/2591723) und auch mit „Windows 11: Microsoft-Video liefert neuen Hinweis“ unter www.pcwelt.de/2592059).

Windows 11: Installation der neuen Windows-Version

Die Build-Nummer der geleakten Windows- 11-Version lautet Build 21996.1. Wir haben diese geleakte Version unter Virtualbox installiert. Die ISO-Datei ist etwa vier Gigabyte groß, und die Installation ging wie von

Windows 10 gewohnt ziemlich flott. Die Setup-Bildschirme wurden vor allem optisch aufgepeppt und somit das „Installationserlebnis“ etwas verbessert. Microsoft bezeichnet dies als OOBE-Erlebnis, wobei OOBE für „Out-of-the-Box-Experience“ steht.

Welche Leistung Windows 11 wirklich bieten wird, lässt sich aufgrund der Virtualbox- Installation natürlich nicht genau vorhersagen. Nur so viel: Selbst in der virtuellen Umgebung läuft Windows 11 sehr flott und reaktionsschnell. Benchmarks oder tiefergehende Geschwindigkeitsvergleiche zu Windows 10 können wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht machen.

Natürlich verlangt auch Windows 11 vom Nutzer, ein Microsoft-Konto anzulegen. Allerdings ist das weiterhin keine Pflicht. Im Vergleich zu Windows 10 ändert sich in der Hinsicht also nichts.

Windows 11 begrüßt Nutzer mit der Windows-10X-Oberfläche

Was beim ersten Start von Windows 11 auffällt: Der neue Desktop – mit schickem Standardhintergrund und vielen weiteren, schönen Hintergründen – stellt die Elemente in der Taskleiste zentriert dar und nicht mehr linksbündig. Zumindest standardmäßig: Mit einem Rechtsklick auf die Taskleiste gelangen Sie in die Einstellungen und können die Elemente auch wieder linksbündig anzeigen lassen und/oder nicht gewünschte Icons ausblenden. Oder auch die Reihenfolge der angezeigten Icons in der Taskleiste: Start, Suche, Task View, Widgets, Explorer, Edge und Microsoft Store.

Interessierten Windows-Nutzern dürfte der neue Desktop bekannt vorkommen. Ihn hatte Microsoft schon mit den Vorabversionen von Windows 10X vorgestellt – und nun findet er damit seinen Weg in den Windows- 10-Nachfolger, nachdem Windows 10X beerdigt worden ist.

Von Windows 10X stammt auch das Startmenü: Es enthält keine (Live-)Kacheln mehr, sondern präsentiert die auf dem Rechner installierten Apps in einer übersichtlicheren Art und Weise mit kleinen Icons. In der Hauptansicht des Startmenüs werden die angepinnten Anwendungen aufgelistet. Über „All Apps“ gelangt man zu der Ansicht mit allen installierten Anwendungen auf dem PC in alphabetischer Reihenfolge.

Interessanterweise hat Microsoft eine „Empfohlen“-Liste („Recommended“) der Wir installieren die geleakte Developer-Version von Windows 11 auf einem virtuellen Rechner. Bereits die Sprachauswahl erscheint in einem anderen Design.

letzten Dokumente am unteren Rand des Startmenüs hinzugefügt. Uns ist aber ehrlich gesagt noch nicht ganz klar, ob Microsoft die letzten Dokumente „empfiehlt“ oder ob sie über einen Algorithmus ausgewählt werden, weil Windows 11 sie irgendwie für den Nutzer für relevant hält.

Den „Aus“- und „Restart“-Button findet man im Startmenü unten rechts als kleines Icon. Da muss man schon genauer hinschauen, um ihn zu entdecken. Windows-Profis nutzen aber eh die Tastenkombination Windows- und F4-Taste, was auch unter Windows 11 weiterhin funktioniert.

Bei einem Klick auf das „Lupen“-Icon klappt kein Suchbereich auf – wie unter Windows 10 –, sondern es öffnet sich gewissermaßen „instant“ ein eigenes Suchfenster. Sie können hier nach Dateien suchen, die sich lokal auf dem Rechner befinden, nach Apps – oder das Internet durchsuchen.

Die Taskleiste verbirgt einige andere Überraschungen. Task View, die Möglichkeit, „Arbeitsbereiche“ zu gruppieren und zwischen Windows und Tabs hin- und herzuwechseln, bleibt – auch wenn sie in Windows 10 wohl eher wenig genutzt wurde. Uns freut es, weil Task View eine überaus praktische Windows-Funktion ist.

Cortana, das „Gesicht“ von Windows 10, bleibt als App erhalten, erscheint aber nicht mehr im Startmenü und ist nur durch den Start der App selbst erreichbar oder wenn Sie die Kombination Windows-C drücken.

Tolle Desktop-Neuerung: Fancyzones integriert

Eine tolle, wenn auch etwas versteckte Änderung gibt es bei Windows Snap: Microsoft hat die Fancyzones von Powertoys direkt in das OS implementiert. Fancyzones wurde 2020 eingeführt und gehört zu einer Reihe von Windows-Tools, die es dem Benutzer ermöglichen, Fenster in „Zonen“ auf dem Desktop zu positionieren: nicht nur als Quadrat, sondern als einen schmalen Streifen an der Seite des Bildschirmes und so weiter. In Windows 11 ist diese Funktion direkt in jede Fensteranwendung eingebaut. Wenn Sie mit der Maus über das Symbol „Fenster maximieren“ fahren und es mit der rechten Maustaste anklicken, dann sehen Sie eine Option, um das Fenster in einer Vielzahl von Konfigurationen auszurichten. Bei einem 4K-Display zeigt Windows 11 mehr Optionen als bei einem schlechter aufgelösten Bildschirm mit weniger Platz.

Vieles in Windows 11 sieht genauso aus wie in Windows 10: Das Action Center in der rechten unteren Ecke zum Beispiel bleibt unverändert. Aber es gibt eine enorme Änderung in Windows 11, die wir bisher so noch nicht gesichtet haben: Widgets.

Widgets: Was hat sich Microsoft da gedacht?

In der Mitte der Taskleistensymbole befinden sich die „Widgets“, eine Funktion, die wir seit den Tagen von Windows 98 und Windows XP nicht mehr gesehen haben. Dabei handelt es sich nicht wirklich um Desktop-Widgets, sondern eher um eine überdimensionierte Version der Nachrichten- und Interessenfunktion von Windows 10, die Microsoft kürzlich per automatischem Update an Windows-10-Systemen verteilt hat. Seitdem erscheint in der Taskleiste von Windows 10 ein Wetter-Icon, was nicht allen Nutzern gefällt, sodass sie es häufig gerne wieder entfernen möchten, wie wir auch dem Feedback unserer Leser zu diesem Thema entnehmen können. Die neue Widget-Schublade ist eine massive Übernahme Ihres PC-Desktops, die sich von der linken Seite her einschleicht. Wir sind uns daher sicher, dass dieses Element bei eingefleischten Windows-Fans nicht gut ankommen wird.

Auch bei uns hinterlassen die Widgets einen gemischten ersten Eindruck, und wir wissen nicht so ganz, was mit diesem neuen Element bezweckt wird. Ist es ein Zuhause für Windows-“Gadgets“ und andere Dienstprogramme? Eine Fundgrube für relevante Nachrichten, wie die Ereignisse des Tages? Und da ist noch ein großer Haken: Im Moment versteckt Widgets alles hinter einer Art „Paywall“, die Widgets von Windows 11 auf PCs mit lokalen Konten blockiert und verlangt, dass Sie sich mit einem Microsoft- Konto anmelden, um auf Widgets zuzugreifen. Wenn Sie der Typ Mensch sind, der ein lokales Konto bevorzugt, ist Widgets wahrscheinlich ohnehin nichts für Sie. Positiv: Auch das Element „Widgets“ kann über die Taskbar-Einstellungen ausgeblendet werden. Wenn Sie es so wollen, werden Sie die Widgets also nie sehen müssen ...

Windows 11: Was uns noch so aufgefallen ist

Nicht alle Apps, die wir für selbstverständlich halten, scheinen zu Windows 11 migriert zu sein – ob absichtlich oder wegen des Entwicklungszeitplans, können wir aktuell nicht sagen. Viele Apps, die im Startmenü angezeigt werden, sind einfach Verknüpfungen, um sie herunterzuladen: To- Do zum Beispiel, Microsoft News, Fotos, die Xbox- oder Netflix-App.

Hin und wieder stürzten die mitgelieferten Apps auch bei der Verwendung ab. Insgesamt halten wir das aber nicht für schwerwiegende Probleme, denn schließlich handelt es sich noch um eine Vorabversion, die eigentlich nicht für einen großen Kreis an Nutzern gedacht ist.

In Windows 11 ist der neueste Microsoft Edge, Version 91, integriert und funktionierte reibungslos. Die Systemsteuerung gibt es immer noch: Sie sieht fast identisch aus wie die in Windows 10, mit ein paar Änderungen für die neuen Windows 11-Funktionen.

Microsoft aktualisiert weiterhin den Windows Defender und verschiedene Aspekte des Betriebssystems über Windows Update. Der Task-Manager sieht genauso aus wie in Windows 10.

Windows 11: Unser erstes, frühes Fazit zur neuen Version

Die geleakte Version von Windows 11 lässt uns mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Es gibt da die Windows-Nutzer, die sich über jede neue Funktion freuen, die Microsoft Windows spendiert – so lange sie nicht aufgedrängt wird und Nutzer frei entscheiden können, ob sie sie verwenden möchten oder nicht. Hier bietet Windows 11 viel Neues zum Ausprobieren und zum Entdecken, alles verpackt in einer aufgepeppten und modernisierten Oberfläche.

Positiv schätzen wir ein, dass Windows 11 den Nutzer nicht mit allzu vielen neuem optischen, bunten Schnickschnack überfordert, sondern an vielen Stellen äußerst nüchtern daherkommt. Das Windows- 11-Startmenü geht beispielsweise in die richtige Richtung: Es ist weniger verspielt als das Windows-10-Startmenü, dafür aber deutlich funktionaler und schneller, andererseits weniger einladend. Hier kann Microsoft aber sicherlich noch im Sinne der Nutzer nachbessern.

Stark bleibt Windows 11, was die Personalisierbarkeit angeht: Wer mit den Standardeinstellungen nicht zufrieden ist, kann weiterhin Windows so anpassen, wie er es gerne hätte.

Wir wollen aber fair bleiben: Die geleakte Windows-11-Version war so noch nicht für die Öffentlichkeit gedacht und hat sicherlich noch hier und da Macken, an denen noch gearbeitet wird. Man merkt, dass Windows 11 Build 21996.1 nicht fertig ist und noch etwas Zeit benötigt, die es auch bekommen muss. Wir haben nun zumindest einen ersten Eindruck davon, in welche Richtung Microsoft mit dem Windows-10-Nachfolger gehen will.

Details zum Preis, zum Veröffentlichungszeitpunkt und mehr

Zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe waren viele Details zu Windows 11 noch nicht bekannt. Ob diese Version vielleicht nur für Privatanwender, aber nicht für Firmen kommt, wann sie kommt und was sie kosten soll, stand noch nicht fest. Einiges davon hat Microsoft wahrscheinlich am 24. Juni 2021 auf seinem Event offiziell vorgestellt.

Ein Vermutung: Viele unserer Leser bewegt die Frage, ob Microsoft für Windows 11 von den Nutzern, die von Windows 10 wechseln, Geld verlangen wird. Wir gehen nicht davon aus, wie wir auch in unserem Online-Beitrag „Windows 11: Gratis oder nicht?“ unter www.pcwelt.de/2592059 beschreiben.

Klar wird aber auch: Windows 11 ist kein radikaler Neubeginn für die Windows-Ära, sondern baut auf Windows 10 auf. Dennoch werden sich die Nutzer in einigen Dingen,die Windows 11 anders macht, umgewöhnen müssen. Aber diese Umgewöhnungsphase dürfte sanft und kurz ausfallen.Hinweis: Dieser Artikel entstand auch mit Unterstützung unserer US-Schwesterpublikation PC-WORLD.