Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 7 Min.

Windows: Sicherer & vielseitiger: Der Uefi-Modus


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 04.10.2019

Die Unterschiede zwischen Bios- und Uefi-Modus sowie die dazugehörigen Partitionsstile MBR und GPT zu durchschauen, ist in der Tat nicht ganz einfach. Wir führen Sie durch den Begriffsdschungel und erläutern, wie Sie Ihren PC ganz schnell in den aktuellen Uefi- Betrieb mit neuen Möglichkeiten konvertieren.


Artikelbild für den Artikel "Windows: Sicherer & vielseitiger: Der Uefi-Modus" aus der Ausgabe 11/2019 von PC Welt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: © Thissatan – AdobeStock

Bis vor wenigen Jahren lief auf jedem PC das „Basic Input/Output System“ (Bios), das die Hardwarekomponenten initialisiert, die zum Booten des Betriebssystems erforderlich sind. Weil dieses Bios hinsichtlich Funktionen, technischen Beschränkungen und Bedienung jedoch ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von PC Welt. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Bunt: Herbst-Update für Windows 10 ist fertig. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bunt: Herbst-Update für Windows 10 ist fertig
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Neue Apple-Produkte: Apple mit elf neuen Diensten und Geräten. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Apple-Produkte: Apple mit elf neuen Diensten und Geräten
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Internet: PC-WELT-Surftipp des Monats. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Internet: PC-WELT-Surftipp des Monats
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Sicherheit: Patch Day: Microsoft stopft 0-Day-Lücken. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Sicherheit: Patch Day: Microsoft stopft 0-Day-Lücken
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Hardware: Smartphone mit Dual-Display. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Hardware: Smartphone mit Dual-Display
Titelbild der Ausgabe 11/2019 von Software: Nero Platinum. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Software: Nero Platinum
Vorheriger Artikel
Hardware: Schneller als Gigabit
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Software: Office sicher einstellen
aus dieser Ausgabe

Bis vor wenigen Jahren lief auf jedem PC das „Basic Input/Output System“ (Bios), das die Hardwarekomponenten initialisiert, die zum Booten des Betriebssystems erforderlich sind. Weil dieses Bios hinsichtlich Funktionen, technischen Beschränkungen und Bedienung jedoch zunehmend veraltete, musste ein Nachfolger her.
Vorangetrieben wurde dieses „Unified Extensible Firmware Interface“ – kurz Uefi – genannte System vor allem von Intel und Microsoft sowie von zwei Entwicklungen. Secure Boot sollte für mehr Sicherheit sorgen und nur digital signierte Bootloader zulassen, um das Laden von Schadcode schon vor dem Starten von Windows oder Linux zu verhindern.
Außerdem konnte das früher verbreitete Partitionsschema MBR (Master Boot Record) nur gut zwei TByte Festplattenspeicherplatz adressieren. Die ab 2010 erhältlichen 3-TByte-Datenträger mussten deshalb unter dem moderneren GPT-Partitionsstil (GUID Partition Table) laufen. Diesen aber verknüpfte Microsoft für Systemdatenträger zwingend mit dem neuen Uefi, das sich dann vor allem seit dem Start von Windows 8 mehr und mehr verbreitete.


„Kaum jemand kennt das GPT-Konvertierungstool, das Microsoft erst nachträglich in Windows 10 implementiert hat.“


Uefi setzt sich durch, Bios-Kompatibilitätsmodus existiert aber weiter

Völlig verdrängt hat Uefi das bisherige Bios jedoch nicht, schließlich booten nach wie vor viele Rechner mit aktuellem Windows 10 weiter im bisherigen „Bios-Modus“. Das gilt insbesondere für viele Systeme, die im Laufe der Jahre von Windows 7 auf das aktuelle Betriebssystem upgedatet wurden. Denn anfangs hakte es bei Uefi noch an so vielen Stellen, dass die Rechnerhersteller damals vielfach den Legacy- oder CSMKompatibilitätsmodus für die Windows- Installation wählten.
Dieses „Compatibility Support Modul“ erlaubt eine Bios-Emulation, die weiterhin in fast allen aktuellen PCs und Boards steckt. Erst ab 2020 wollen die Hersteller nach und nach auf den CSM verzichten. Das dürfte auch deshalb kaum jemanden schmerzen, weil der Support für das betagte Windows
7 ohnehin Mitte Januar ausläuft. Nun bietet das neuere Uefi beziehungsweise das unter Windows damit zwangsgekoppelte GPT-Partitionsschema der Bootplatte durchaus eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören die bereits erwähnte 2-TByte-Ka- pazitätserweiterung, Secure Boot, das Arbeiten mit mehr als vier primären Partitionen, die einfachere Parallelinstallation diverser Betriebssysteme, bequemere Firmware- Updates, das schnellere Aufrufen aus dem laufenden Windows-Betrieb und je nach Hersteller auch mehr Funktionen und Einstellungen. Aus diesen Gründen ist ein Wechsel vom Kompatibilitäts- in den echten Uefi-Betrieb durchaus vernünftig, gleichzeitig gibt es allerdings auch einiges zu beachten.
Zunächst sollten Sie kontrollieren, in welchem der beiden Modi Ihr Rechner überhaupt läuft. Unter Windows 10 tippen Sie dazu unten in die Such- und Ausführenzeile msinfo ein und schauen in der Systemübersicht der Info-App beim „Bios-Modus“ rechts nach, ob dort „Uefi“ oder „Vorgängerversion“ vermerkt ist.
Bei Windows 7 rufen Sie mit dem Befehl diskmgmt.msc in der Ausführenzeile des Startmenüs die Datenträgerverwaltung auf, in der Sie dann mit der rechten Maustaste auf den „Datenträger 0“, im Kontextmenü auf „Eigenschaften“ gefolgt vom Öffnen des Registers „Volumes“ klicken. „Master Boot Record (MBR)“ beim Partitionsstil steht dort für den Bios- beziehungsweise Kompatibilitätsmodus, „GUID-Partitionstabelle (GPT)“ für den Uefi-Betrieb.

Gegenüber dem früheren Bios vereinfacht das modernere Uefi die Parallelinstallation mehrerer Betriebssysteme, hier gezeigt am Beispiel mit drei Datenträgern.


Im Gegensatz zu Windows sieht das Bios/Uefi auf (fast) jedem Computer anders aus – das gilt auch für die CSM-Option: Im Beispiel oben steht sie im Menüeintrag „Bios“, im unteren Beispiel unter „Boot“.


Was für und was gegen den Wechsel der Betriebsart spricht

Arbeitet Windows bei Ihnen im aktuellen Uefi-Betrieb, brauchen Sie ohnehin nichts zu ändern. In den allermeisten Fällen gilt das auch für den Bios-/CSM-Betrieb – schließlich läuft Ihr Computer ja ganz offensichtlich! Und zum Ändern nun einfach nur im Bios/Uefi den Schalter von „CSM“ auf „Uefi“ umzustellen, funktioniert wegen der Windows-Zwangskopplung von Bootmodus und Partitionsstil nicht. Wenn Sie aus einem der zuvor genannten Gründe auf Uefi und GPT umsteigen möchten oder gar müssen, müssen Sie also auch das Partitionsschema des Bootdatenträgers anpassen. Während auf einer MBR-partitionierten Festplatte der eigentlichen Windows- Partition in aller Regel nur ein kleiner Bereich für den Bootloader vorgelagert ist, sind es bei Windows 10 meist deren drei: Neben der „EFI System Partition“ (Dateisystem FAT32, exakt 100 MByte) sind dort zudem eine Wiederherstellungspartition (Windows Recovery, etwa 500 MByte) sowie eine nicht verwendete „reservierte“ Partition zu finden.

Typisches Partitionierungsmuster von Windows 10 auf einem GPTDatenträger: Wiederherstellungs-, EFI-System-, reservierte, Windows- und optionale Datenpartition.


Beim Upgrade von Windows 7 auf 10 sowie bei Rechnern mit vorinstalliertem Windows (OEM) können noch weitere Partitionen hinzukommen.
Ein Wechsel sollte deshalb gut vorbereitet sein, andererseits stellt Microsoft dazu ein spezielles Tool zur Verfügung, das alles Wesentliche automatisch und im Allgemeinen auch zuverlässig erledigt. Sicherheitshalber sollten Sie vor einem Umstieg dennoch Ihre persönlichen Daten und das gesamtes Windows- System als Image speichern. Beides erledigen Sie mit Aomei Backupper (auf Heft-DVD), unser Online-Workshop erläutert alle Details (www.pcwelt.de/2191367 ). Zu empfehlen ist die Konvertierung übrigens nur bei den verbreiteten 64-Bit-Installationen, was Sie auf Ihrem Computer mit der Tastenkombination Windows-Pause überprüfen.

WINDOWS-SETUP FÜR DEN BIOS- ODER UEFI-MODUS VORBEREITEN

Bei Rufus legen Sie anders als beim Media Creation Tool von Microsoft schon bei der Konfiguration des Bootsticks fest, in welchem Modus Windows später laufen soll. Das schränkt zwar stärker ein, erlaubt aber auch mehr Kontrolle.


Schon bei der Installation von Windows lässt sich definieren, in welchem Modus der PC anschließend laufen soll – dann muss man nachträglich auch nichts mehr anpassen. Wir beschreiben die Installationsmethode per USB-Stick, weil sie auf Rechnern mit und ohne optischem Laufwerk gleichermaßen funktioniert. Erstellen lässt sich der bootfähige Setup-Stick sowohl mit dem Media Creation Tool von Microsoft als auch mit Rufus portable (auf Heft-DVD).
Das Microsoft-Programm ist einerseits komfortabel, bietet aber gerade am hier zentralen Punkt Partitionsstil beziehungsweise Bootmodus wenig Kontrolle. Denn ein mit dem Media Creation Tool kreiertes Medium kann sowohl im Uefials auch im Kompatibilitätsmodus starten. Bei Rufus dagegen müssen Sie zwar vorab zwischen beiden Modi entscheiden, dafür sind Sie später sicher, dass Windows tatsächlich in der gewünschten Betriebsart läuft. Wir ziehen deshalb Rufus portable an dieser Stelle vor.
Weil die Software keine Funktion zum Downloaden eines ISOImage von Windows 10 integriert hat, speichern Sie die neueste Version (aktuell Version 1903) vorab mit dem Microsoft Creation Tool oder mit Windows ISO Downloader (auf Heft- DVD) auf der Festplatte. Anschließend starten Sie Rufus portable und stecken einen USB-Stick mit einer Kapazität zwischen acht und 32 GByte in Ihren Rechner. Dieser erscheint daraufhin auf der Rufus-Bedienoberfläche oben unter „Laufwerk“. Rechts darunter binden Sie über die Schaltfläche „Auswahl“ die abgespeicherte ISO-Datei ein, definieren als Partitionsschema „GPT“ und als Zielsystem „Uefi (ohne CSM), sofern Sie Windows 10 im Uefi-Modus installieren möchten. Für den Bios- Modus wählen Sie analog „MBR“ und als Zielsystem „Bios (bzw. Uefi-CSM)“. Drücken der „Start“-Schaltfläche erzeugt und konfiguriert den Stick, den Sie zum Schluss bitte mit „GPT“ oder „MBR“ kennzeichnen, zum Beispiel per Folienstift, Post-it oder Zettel mit Tesafilm.

„Validation completed successfully“: Prüfung wurde also erfolgreich bestanden, damit steht der Konvertierung des Datenträgers vom MBR- in den GPT-Partitionsstil nichts mehr entgegen.


So steigen Sie schnell mit dem Microsoft-Tool MBR2GPT um

Zum Wechseln vom Bios- auf den Uefi- Betrieb nutzen Sie das in Windows 10 integrierte Dienstprogramm MBR2GPT.EXE. Dieses konvertiert einen MBR-Datenträger in den GPT-Partitionsstil, ohne dass dabei Ihre Daten verloren gehen. Zunächst aber überprüfen Sie, ob sich die betreffende Festplatte samt Einstellungen überhaupt konvertieren lässt.
Dazu booten Sie Windows aus dem laufenden Betrieb mit erweiterten Startoptionen neu, indem Sie die Shift-Taste gedrückt halten, während Sie auf „Neu starten“ klicken. Nach dem Reboot klicken Sie auf „Problembehandlung –› Erweiterte Optionen –› Eingabeaufforderung“, bestätigen Ihre Windows- Installation und tippen gegebenenfalls das Kennwort ein. Nun erscheint die klassische Eingabeaufforderung, in der Sie mbr2gpt / validate eintippen und mit der Enter-Taste bestätigen.
Lautet die letzte Zeile der Prüfung „Validation completed successfully“, hat der Datenträger die Prüfung bestanden. Falls nicht, schalten Sie bitte den PC wieder aus und legen bis auf den zu konvertierenden MBR-Datenträger alle anderen lahm, indem Sie diese falls möglich im Bios/Uefi deaktivieren oder ihre Kabel abziehen. Danach starten Sie einen neuen Validierungsversuch. Fällt der Datenträger erneut durch, raten wir dazu, Windows besser direkt im GPT-Modus neu zu installieren. Die Details dazu lesen Sie im Kasten rechts auf dieser Seite.
Hat Ihr Datenträger die Prüfung bestanden, starten Sie die Konvertierung mit dem Befehl mbr2gpt /convert /allowfullos und Drücken der Enter-Taste – in unserem Testszenario mit einer 256-GByte-SSD dauerte der Prozess nicht einmal 60 Sekunden. Abschließend bleibt nur noch, den Startmodus im Bios/Uefi von „CSM-/Legacy“ auf echtes „Uefi“ umzustellen. Welche Taste Sie bei Ihrem Rechner zum Aufrufen des Bios/ Uefi drücken müssen und wo genau Sie in der Benutzeroberfläche die Einstellung finden, sehen Sie bitte beim PC- beziehungsweise Mainboardhersteller nach. Häufig finden Sie die Option zum Umstellen zwischen „CSM“ (oder „Legacy“) und „Uefi“ unter „Boot Options“. Die weitere Benennung und die Einstelloptionen unterscheiden sich jedoch von System zu System. Nach der Umstellung drücken Sie zum Speichern die Taste F10 und bestätigen mit „Yes“, Rechner startet nun im neuen Modus und bietet die eingangs beschriebenen erweiterten Möglichkeiten.

SO INSTALLIEREN SIE WINDOWS 10 VOM USB-STICK

Für die kontrollierte Windows-Installation wählen Sie die untere, benutzerdefinierte Variante. Im nächsten Schritt wählen Sie unbedingt die richtige Zielfestplatte beziehungsweise Partition!


Die eigentliche Installation von Windows 10 verläuft gleich, unabhängig davon, mit welchem Tool Sie den Setupstick erstellt haben. Wichtig ist jedoch die Wahl des richtigen Bootmodus, damit Windows anschließend auch tatsächlich in der gewünschten Betriebsart läuft. Dies kontrollieren und korrigieren Sie, indem Sie den Rechner neu booten und kurz danach die Taste zum Aufrufen des Bios/Uefi drücken. Meist handelt es sich um eine der Funktionstasten F1 bis F12, Del/Entf oder Esc. Das neue Uefi lässt sich alternativ auch wie links auf dieser Seite beschrieben direkt aus Windows aufrufen. Ändern Sie gegebenenfalls die Betriebsart und speichern mit den Tasten F10 und Enter (für „Yes“). Nehmen wir an, Sie möchten Windows 10 im Uefi-Modus installieren: Sie würden den mit Rufus im GPT-Partitionsschema konfigurierten USB-Stick in Ihren PC stecken, diesen wieder neu starten, dabei die Taste zum Auswählen des Bootmediums drücken, anschließend den Stick sowie die gewünschte Windows-Variante bestätigen, also Home oder Pro. Wichtig ist im nächsten Schritt, die zweite Option „Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (für fortgeschrittene Benutzer)“ zu wählen und dann – falls mehrere Datenträger verbaut sind – den richtigen zu wählen. Anderenfalls würden Sie unter Umständen wichtige Daten einer anderen Festplatte oder Partition überschreiben. Nachdem Sie sämtliche Partitionen auf der richtigen (!) Festplatte gelöscht haben, erstellen Sie mit „Neu“ eine neue und starten dann mit „Weiter“ die eigene Windows- Installation.