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WINDOWS-TUNING: Windows automatisieren


Chip - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 06.09.2019

Sparen Sie kostbare Lebenszeit: Viele Aufgaben gehenmit der Kommandozeile oder vorgefertigten Skripten flotter von der Hand. Wir liefern sie vorbereitet frisch auf den PC


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FOTO: TMEKS/GETTY IMAGES

Die grafische Oberfläche von Windows sehen die meisten Nutzer als ihr einziges Werkzeug, mit dem sie das System steuern. Das Klicki-di-klick geht zwar schön eingängig von der Hand, ist in Wahrheit aber unnötig umständlich. Denn Windows kann viel mehr – und viel schneller: Hinter den mit der Maus bedienbaren Fenstern verbirgt sich eine komplexe Welt aus nützlichen Shortcuts, Tasks, PowerShell-Befehlen (siehe S. ...

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... 30) sowie Batch-Dateien und Skripten, mit denen sich das System an die Kandare nehmen lässt. Diese unsichtbaren Helfer ersparen unzählige monotone Handgriffe, die GUI-Nutzer immer wieder aufs Neue erledigen müssen. Richtig eingestellt, übernimmt Windows diese vollautomatisch – nicht nur für das System selbst, sondern auch, wenn es um das Verwalten und Bearbeiten von Dateien geht (siehe S. 31). Alle erforderlichen Tools dazu finden Sie auf der virtuellen CHIP-DVD.

Volle Systemkontrolle

Insgesamt beschleicht einen schon das Gefühl, Microsoft habe wenig Rücksicht darauf genommen, dass Windows stellenweise einfach nervt. Die ständigen Anfragen der Benutzerkontensteuerung etwa müssten nicht sein. Denn das Betriebssystem hat genügend Werkzeuge an Bord, um diese Nachfragen wirklich nur auszuspielen, wenn es nötig ist. Eines der wichtigsten ist, Sie umgehend zu informieren, falls sich jemand an Ihrem PC zu schaffen macht. Dazu braucht man nicht mehr als einen Texteditor und das Mailprogramm Blat (auf virtueller CHIP-DVD).

Wachhund für Windows
Mit Blat, einer Batch-Datei und der Aufgabenplanung weist Windows Sie automatisch per E-Mail darauf hin, wenn sich jemand anmeldet. Entpacken Sie das ZIP-Archiv in den Ordner »C:\blat«. Dann holen Sie die Datei »MailAlarm.cmd« von der virtuellen DVD und öffnen sie in einem Texteditor. Hier ersetzen Sie unsere Platzhalter (spitze Klammern) durch die Informationen und Dateipfade, die auf Ihr System zutreffen. Setzen Sie Texte mit Leerzeichen wie „Jemand hat sich am PC angemeldet!“ in Anführungszeichen. Ein Beispiel, wie es aussehen könnte, sehen Sie hier oben rechts. Speichern Sie die Datei danach wieder.

Nun drücken Sie [Windows] + [R] und geben „taskschd.msc“ ein, um die »Aufgabenplanung« zu öffnen. Klicken Sie rechts auf »Aufgabe erstellen« und tippen Sie hinter »Name« den Eintrag „MailAlarm“ ein. Im Reiter »Trigger« klicken Sie auf »Neu …« und wählen hinter »Aufgabe starten:« den Punkt »Bei Anmeldung« aus. Nach der Bestätigung mit »OK« wechseln Sie zu »Aktionen «. Nun verknüpfen Sie den angelegten Task mit der CMDDatei: Über »Neu …« gehen Sie auf »Programm/Skript:« und »Durchsuchen …«. Navigieren Sie zur Batch-Datei und klicken Sie doppelt darauf. Bestätigen Sie und starten Sie den PC neu.

Admin-Tools ohne Rückfrage aufrufen
Die Aufgabenplanung von Windows lässt sich auch einsetzen, um Programme sofort zu starten, die ansonsten eine Bestätigung der »Benutzerkontensteuerung« benötigen. Das ist unter anderem nützlich, wenn Sie öfter ein Fenster der Eingabeaufforderung mit Admin-Rechten brauchen. Drücken Sie [Windows] + [R] und tippen Sie „taskschd.msc“ ein. Dann klicken Sie rechts auf »Aufgabe erstellen« und vergeben einen Namen wie „Admin-CMD“. Setzen Sie das Häkchen vor »Mit höchsten Privilegien ausführen« und wechseln Sie zu »Aktionen«. Hier klicken Sie auf »Neu …« und tippen im Feld »Programm/Skript« den Ausführen-Befehl ein, zum Beispiel „cmd“. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop und wählen Sie »Neu | Verknüpfung «. In das Feld »Geben Sie den Speicherort des Elements ein:« tippen Sie „schtasks /run /tn Admin-CMD“, bestätigen mit »Weiter « und vergeben noch einen »Namen«.

Systemweiten Alarm einrichten

In zwei Schritten richten Sie einen Alarm ein, der Sie per Mail benachrichtigt, wenn sich jemand an Ihrem PC zu schaffen macht. Dazu verwenden Sie das simple Mailprogramm Blat

Damit Blat weiß, wohin es die Alarm-Mail schicken soll, ersetzen Sie in „MailAlarm.cmd“ unsere Beispielwerte durch Ihre Daten


In der Aufgabenplanung legen Sie danach fest, dass die Batch-Datei startet, sobald sich jemand an Ihrem PC anmeldet


Startoptimierung vom Profi

Das Windows 10 Initial Setup Script (auf virtueller CHIP-DVD) gehört zu den mächtigsten Werkzeugen, um Windows 10 per
Skript umfangreich neu zu konfigurieren. Viele der Funktionen richten sich dabei vor allem an Profis, da möglicherweise nicht alle der durchgeführten Änderungen erwünscht sind.
Vor einem geplanten Einsatz sollten Sie zuerst einen Systemwiederherstellungspunkt erstellen (siehe folgende Seite). Entpacken Sie dann das ZIPArchiv und ziehen Sie die Datei »Default.preset« in ein leeres Editor-Fenster. Die Liste zeigt, welche Änderungen durchgeführt werden und welche nicht. Ein »#« vor einer Funktion bedeutet, dass sie nicht ausgeführt wird (siehe unten).
Was sich hinter den Funktionen im Detail verbirgt, erfahren Sie in der Datei »Win10.psm1«. Ein Doppelklick auf die Batch-Datei »Default.cmd« führt das Skript auf Ihrem PC aus. Falls Windows die erste Ausführung verweigert, klicken Sie auf »Weitere Informationen | Trotzdem ausführen«.

1


2


Ohne Lockscreen
Der Sperrbildschirm ist oft überflüssig. Nach dem Deaktivieren in der Registry1 dringen Sie in Zukunft direkt zum Anmeldedialog2 vor

Eine speziell erstellte Verknüpfung in der Startleiste öffnet direkt die Übersicht »Dieser PC« in Ihrem Windows-Explorer


Systemsicherung einschalten

Vor dem Einsatz des mächtigen Windows Privacy Dashboard (WPD) sollten Sie einen Wiederherstellungspunkt erstellen. Das funktioniert allerdings nur, wenn der »Computerschutz« aktiviert ist

Mit WPD greifen Sie auf die Windows-Richtlinien zu. Andere Nutzer des PCs dürfen nun Einstellungen wie zur Werbe-ID nicht mehr ändern


Auf Wunsch verhindert WPD die Kommunikation mit Microsoft-Servern. So lassen sich etwa Updates hinauszögern


WPD hilft ebenfalls, vorinstallierte Apps wie Candy Crush Saga loszuwerden


Direkt zum Anmeldedialog
Wenn das System mit [Windows] + [L] gesperrt wurde, zeigt Windows 10 zunächst einen Lockscreen. Erst nach Drücken einer Taste erscheint der eigentliche Anmeldedialog. Diesen Lockscreen können Sie deaktivieren, sodass Windows schneller startet. Geben Sie nach [Windows] + [R] „regedit“ ein und navigieren Sie zu »HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\ Windows«. Öffnen Sie das Kontextmenü im rechten Feld und wählen Sie »Neu | Schlüssel«. Vergeben Sie als Namen „Personalization“ und klicken Sie in diesem Schlüssel erneut mit der rechten Maustaste in das rechte Feld. Wählen Sie »Neu | DWORD-Wert (32-Bit)« mit dem Wert „NoLockScreen“. Klicken Sie doppelt darauf und ändern Sie ihn in „1“. Wenn Sie nun Windows sperren, erscheint der Anmeldedialog.

Schneller Zugriff auf alle Laufwerke
Mit Windows 10 hat Microsoft den »Arbeitsplatz« in »Dieser PC« umbenannt. Rufen Sie diesen Punkt im Explorer auf, sehen Sie Ihre Ordner mit den eigenen Dateien und Festplatten sowie alle Laufwerke auf einen Blick. Mit einem Trick können Sie diese Ansicht in der Startleiste verankern. Schließen Sie zuerst alle Fenster mit [Windows] + [M]. Öffnen Sie den Explorer mit [Windows] + [E] und ziehen Sie den Eintrag »Dieser PC« mit der rechten Maustaste auf den Desktop. Wählen Sie »Verknüpfung hier erstellen«. Ziehen Sie die neue Verknüpfung per linker Maustaste auf die Startleiste und wählen Sie »Anheften an Taskleiste«. Die Verknüpfung auf dem Desktop können Sie nun löschen.

Versteckte Dateien ein- und ausblenden
Standardmäßig zeigt der Explorer versteckte Dateien nicht an. Zur Verwaltung des Systems ist es aber immer wieder nötig, die ausgeblendeten Systemdateien anzusteuern. Das geht am einfachsten mit vorgefertigten Reg-Dateien (auf virtueller CHIPDVD). Kopieren Sie die beiden Dateien auf den Desktop und klicken Sie doppelt auf »Versteckte Dateien anzeigen.reg«, um versteckte Dateien einzublenden. Bestätigen Sie mit »Ja | Ja | OK«. Ein Doppelklick auf »Versteckte Dateien nicht mehr anzeigen. reg« blendet sie wieder aus. Falls Sie den Datei-Explorer schon offen haben, aktualisieren Sie seine Ansicht mit [F5].

Windows aufräumen

Microsoft hat kein großes Interesse, dass die Nutzer an alle Privatsphäre-Einstellungen von Windows herankommen – die Nutzer hingegen schon. Gut, dass es das Windows Privacy Dashboard (WPD) gibt. Es greift tief in die Windows-Trickkiste, um Ihre Privatsphäre zu schützen, unerwünschte Ereignisse zu blockieren und vorinstallierte Apps zu entfernen.

Windows Privacy Dashboard einrichten
Entpacken Sie das ZIP-Archiv und starten Sie die »WPD.exe«. Legen Sie zunächst einen »Systemwiederherstellungspunkt« an. Das geht oben rechts über das Symbol mit dem runden Pfeil. Kommt es dabei zu einem Fehler, ist vermutlich der »Computerschutz « von Windows 10 deaktiviert. Um ihn einzuschalten, drücken Sie [Windows] + [Pause] und klicken auf »Computerschutz«. Wählen Sie in den »Schutzeinstellungen« das Laufwerk »C:\« aus und gehen Sie auf »Konfigurieren«. Markieren Sie »Computerschutz aktivieren«. Nun dürfen Sie in WPD einen Systemwiederherstellungspunkt anlegen. Kehren Sie danach zum Dialog »Computerschutz« zurück, um das zu überprüfen. Klicken Sie auf die Schaltfläche »Systemwiederherstellung« und auf »Weiter «. Hier sollte nun ein »WPD Restore Point« sein.

Privatsphäre wirkungsvoll schützen
Anschließend gehen Sie in WPD auf »Privatsphäre«, um die Datenschutzeinstellungen anzupassen. Sie sehen hier eine lange Liste mit Optionen, mit denen Sie Windows individuell anpassen können. Die angebotenen Funktionen sind zu zahlreich, um sie alle aufzuführen. Weitere Informationen erhalten Sie durch Klicks auf das zugehörige Fragezeichen. Wichtig ist, dass WPD in der Regel auf die Windows-Richtlinien 10 zugreift, die Privatanwendern mit Windows 10 Home verborgen bleiben. Was das ausmacht? Nehmen wir etwa die »Werbe-ID«. Obwohl Sie diese ID möglicherweise unter »Start | Einstellungen | Datenschutz | Allgemein« schon deaktiviert haben, reicht das nicht. WPD zeigt sie als aktiviert an. Wenn Sie den Schalter auf »Aus« legen, deaktiviert das Tool die Werbe-ID systemweit. Sie kann danach über die normalen Einstellungen nicht mehr aktiviert werden.

WPD schützt die Privatsphäre aber noch auf eine andere Weise: Wechseln Sie ins Menü »Blocker«. Links sehen Sie die Schaltflächen »Spion«, »Extra« und »Update«. Klicken Sie jeweils auf das Symbol unten rechts, um die Datensammlung durch Windows, durch Apps wie Skype und OneDrive oder Windows-Update zu blockieren. Die dritte Funktion von WPD ist die Deinstallation vorinstallierter Programme in Windows 10. Klicken Sie dazu auf »Apps« und markieren Sie mit der Maus alle Einträge, die Sie entfernen wollen. Klicken Sie anschließend auf »Ausgewählte löschen«, um sie von Ihrem PC zu entfernen.

Systemwerkzeuge starten

Statt sich langwierig durch die verschachtelten Menüs zu hangeln, können Sie viele wichtige Systemwerkzeuge direkt mit dem passenden Kommando starten: Drücken Sie [Windows] + [R] und geben Sie den in der linken Spalte stehenden Befehl ein, gefolgt von [Eingabe].

Exklusiv für Windows 10

Für alle aktuellen Windows-Versionen

PowerShell

Mehr Möglichkeiten mit der PowerShell

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2


Microsoft hat die klassische Eingabeaufforderung im Startmenü 1durch die PowerShell ersetzt. Über „get-command“ 2erhalten Sie eine Auflistung aller verfügbaren Befehle (Cmdlets)

Der Befehl „get-hotfix <Patch-Nummer>“ zeigt, ob ein bestimmtes Windows-Update schon auf dem PC installiert wurde

Direkt in der PowerShell können Sie Systemwiederherstellungspunkte auslesen, einspielen und neu anlegen

PowerShell-Magie

Schon seit geraumer Zeit ersetzt die PowerShell die bekannte spartanisch-klassische Eingabeaufforderung. Der größte Vorteil der modernen PowerShell ist, dass sie auch umfangreiche Skripte wie das auf Seite 27 vorgestellte Windows 10 Initial Setup Script und die sogenannten Cmdlets (ausgesprochen Commandlets) unterstützt. Dabei handelt es sich um komplexe Befehle. Zum Öffnen der PowerShell klicken Sie mit der rechten Maustaste auf »Start« und wählen dann entweder »Windows PowerShell« oder »Windows PowerShell (Administrator)« aus. Eine Übersicht über alle verfügbaren Cmdlets erhalten Sie mit dem Befehl „get-command“.

Hardware-Daten auslesen
Mit der PowerShell benötigen Sie kein Zusatz-Tool, um Informationen über die PC-Hardware auszulesen. Dafür genügt das Cmdlet »get-wmiobject« in Verbindung mit einem passenden Parameter. So erfahren Sie zum Beispiel mit „get-wmiobject win32_processor“, welche CPU Sie haben und mit welchem Takt sie läuft. Der Befehl „get-wmiobject win32_bios“ listet auf, welches BIOS installiert ist und nennt Ihnen die Version. „get-wmi object win32_video controller“ zeigt unter anderem, welche Grafikkarte verbaut ist und welche Treiberversion sie nutzt.

Bereits eingespielte Patches überprüfen
Mit dem Cmdlet „get-hotfix“ finden Sie heraus, ob ein bestimmter Windows-Patch schon auf Ihrem Rechner vorhanden ist. Ein Beispiel: Ende Juli hat Microsoft das kumulative Update KB4505903 veröffentlicht, das viele Fehler in der Windows-Version 1903 behebt. Mit dem Befehl „get-hotfix kb4505903“ erfahren Sie, ob das Update schon auf Ihrem PC installiert wurde.

Systemwiederherstellungspunkte bearbeiten
Die PowerShell ermöglicht auch einen direkten Umgang mit Systemwiederherstellungspunkten. Dafür benötigen Sie ein PowerShell-Fenster mit Administrator-Rechten. Der Befehl „getcomputerrestorepoint“ listet alle vorhandenen Systemwiederherstellungspunkte auf. Wichtig ist hier vor allem die Spalte »SequenceNumber«. Die dort angegebene Zahl benötigen Sie für eine Systemwiederherstellung mit dem Befehl „restorecomputer <n>“. Ersetzen Sie „<n>“ mit der vorher ausgelesenen »SequenceNumber«. Aber Vorsicht: Der Befehl wird sofort ohne eine weitere Rückfrage ausgeführt! Mithilfe des Kommandos „checkpoint-computer <Text>“ erstellen Sie einen neuen Wiederherstellungspunkt mit dem Hinweis „<Text>“.

Automatisch startende Programme auflisten
In der Registrierungsdatenbank legt Windows Informationen über die Programme ab, die automatisch mit dem Betriebssystem starten. Auch diese Daten können Sie mit der PowerShell auslesen. Geben Sie dazu die folgenden beiden Befehle ein: „get-itemproperty HKCU:\Software\Microsoft\Windows\Current Version\Run“ und „get-itemproperty HKLM:\Software\Microsoft \ Windows\CurrentVersion\Run“.

Dateien

Dateien-Zauber

Windows kann mit Batch-Dateien und Skripten mehr als nur das System konfigurieren. Auch für das automatische Sichern, Kopieren oder Konvertieren von Dateien lässt sich das Betriebssystem sinnvoll einspannen. Auf den folgenden Seiten haben wir ein paar Beispiele für Sie zusammengestellt, die als Startpunkt dienen, wobei Sie die von uns vorgestellten Skripte aber noch an Ihre Bedürfnisse anpassen müssen.

Wichtige Daten mit dem NAS synchronisieren
Back-ups sollte jeder PC-Nutzer zumindest von Zeit zu Zeit erstellen. Dafür gibt es viele gute Gründe: Nicht nur kann eine Festplatte technischen Schaden erleiden, fehlerhafte Updates oder defekte Software führen ebenfalls zielsicher zu Datenverlust. Statt nun alle Sicherungen selbst manuell zu er ledigen, sollten Sie diese Aufgabe Windows überlassen. Hierzu benötigen Sie lediglich das bereits integrierte Kommandozeilen-Tool Robocopy und die im System integrierte Aufgabenplanung.

Im ersten Schritt legen Sie eine neue Aufgabe an. Drücken Sie dazu [Windows] + [R], geben Sie „taskschd.msc“ ein. Wählen Sie rechts »Aufgabe erstellen« und geben Sie ihr einen aussagekräftigen Namen wie „Automatische Datensicherung mit NAS“. Wechseln Sie zum Reiter »Trigger«. Hier belassen Sie die Auswahl hinter »Aufgabe starten« auf »Nach einem Zeitplan«, wählen »täglich« aus und tragen dann in das zweite Feld hinter »Start« eine Uhrzeit wie 10:30 Uhr ein.

Nun gehen Sie auf »Aktionen« und klicken auf »Neu …«. Tragen Sie ins Feld »Programm/Skript:« den Eintrag „robocopy“ ein und darunter bei »Argumente hinzufügen (optional)« den Eintrag „C:\Users\<Benutzer>\Documents <NAS-Adresse\Backup> /MIR /R:1 /W:1“. Ersetzen Sie „<Benutzer>“ mit Ihrem Benutzernamen und „<NAS-Adresse\Backup>“ mit der Adresse Ihres NAS-Servers und dem gewünschten Zielverzeichnis. Achten Sie dabei besonders auf die korrekte Schreibweise des Pfads. Notfalls testen Sie den Befehl und die zusätzlichen Argumente in einem Fenster der Eingabeaufforderung, dann sehen Sie auch eventuelle Fehlermeldungen. Der Befehl „/MIR“ sorgt dafür, dass Robocopy das gesamte Verzeichnis spiegelt. Dabei werden auch Dateien im Ziel entfernt, die an der Quelle nicht mehr vorhanden sind. „/R:1“ und „/W:1“ bewirken, dass bei einem Fehler nach einer Sekunde nur noch ein zweiter Anlauf gestartet wird. Andernfalls kann es geschehen, dass Robocopy bei gesperrten Dateien immer wieder versucht, diese zu sichern. Bestätigen Sie danach zwei Mal mit »OK«. Beim nächsten Fälligkeitstermin wird die Sicherung automatisch durchgeführt.

Die Aufgabenplanung von Windows ist extrem nützlich, wenn es um wiederkehrende Arbeiten auf Ihrem PC geht


Legen Sie eine neue Aufgabe an und lassen Sie Robocopy die Sicherung Ihrer Dateien übernehmen


Automatisch kopiert Robocopy nun alle wichtigen Bilder und Dokumente auf den NAS-Server in Ihrem Heimnetz


Systemweiten Batch-Konvertierer einrichten

Mit ein paar Kniffen und den Skripten auf unserer virtuellen DVD legen Sie einen Drag-and-Drop-Konvertierer an. Dazu kopieren Sie zunächst alle Kommandozeilen-Tools in einen Ordner.

1


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Legen Sie das Verzeichnis »C:\Tools« an 1. Dann tragen Sie in den erweiterten Systemeinstellungen den Ordner im Windows-Pfad 2ein

Kopieren Sie die Batch-Datei »Audiokonverter.cmd« von unserer virtuellen DVD auf den Desktop 3. Nun können Sie mehrere Audiodateien mit der Maus daraufziehen, schon werden sie umgewandelt

Im Text-Editor Notepad++ passen Sie unser vorgefertigtes Batch-Skript für die Umwandlung von Fotos an Ihre Bedürfnisse an

Schritt für Schritt bearbeitet das Skript alle Bilder im Ordner »1_Eingang«, dreht sie, verkleinert sie und entfernt Metadaten

Das Kommandozeilen-Tool Youtube-dl lädt Videos herunter, die Sie auf Ihrem PC mit dem VLC-Player abspielen können

Mit den richtigen Parametern extrahiert Youtube-dl die Tonspur eines YouTube-Videos und speichert sie als MP3-Datei ab

Konvertier-Tools installieren und Pfad anpassen
Für die folgenden Tipps benötigen Sie eine Reihe von Kommandozeilen-Tools. Darunter fällt zum Beispiel SoX (auf virtueller DVD), mit dem Sie Audiodateien manipulieren können. Daher sollten Sie zunächst einen Ordner anlegen, in den Sie alle benötigten Tools entpacken und den Sie dann in den Windows-Pfad aufnehmen. So funktionieren alle Tools überall in der Kommandozeile, ohne dass Sie jedes Mal einen Dateipfad eingeben müssen. Dazu erstellen Sie zunächst den Ordner »C:\Tools« und drücken dann [Windows] + [Pause]. Gehen Sie links auf »Erweiterte System einstellungen« und holen Sie den Reiter »Erweitert« nach vorn. Danach öffnen Sie die »Umgebungsvariablen«. Wählen Sie in den »Systemvariablen« die Zeile aus, die mit »Path« beginnt und klicken Sie auf »Bearbeiten«. Über »Neu« legen Sie einen weiteren Eintrag an. Tragen Sie in das eingeblendete Feld „C:\ Tools“ ein und bestätigen Sie abschließend drei Mal mit »OK«.

Audiodateien umwandeln
SoX (Sound eXchange) ist ein Kommandozeilen-Tool, mit dem Sie Audiodateien in andere Formate umwandeln. Dazu genügt im Prinzip der einfache Befehl „sox Input.mp3 Output.ogg“, um beispielsweise die Datei »Input.mp3« ins OGG-Format zu konvertieren. Wenn Sie mehr als nur einzelne Dateien konvertieren wollen, wird das auf Dauer aber ziemlich lästig. Der Vorgang lässt sich mit einer Batch-Datei vereinfachen, auf die Sie ganz simpel mehrere Audiodateien mit dem Mauszeiger ziehen.

Dazu entpacken Sie das ZIP-Archiv»sox-14.4.0-libmad-libmp3 lame.zip« mit SoX sowie die beiden Bibliotheken »libmad.dll« und »libmp3lame.dll« in den Ordner »C:\Tools«. Ebenfalls auf unserer virtuellen DVD finden Sie die Batch-Datei »Audiokonverter. cmd«, die Sie auf den Desktop kopieren. Nun müssen Sie nichts anderes tun, als mehrere Audiodateien mit dem Mauszeiger auf die CMD-Datei zu ziehen – schon werden sie in das OGG-Format konvertiert. Dabei öffnet sich kurzzeitig ein Fenster der Eingabeaufforderung. Anschließend finden Sie im Unterordner »Konvertiert« Ihre neuen OGG-Dateien. Die Befehle in der Datei »Audiokonverter.cmd« können Sie individuell anpassen und beispielsweise die Dateiendung.OGG in.WAV ändern. Auf diese Weise erhalten Sie WAV-Dateien.

Bilddateien für das Web vorbereiten
Auch für die Bearbeitung von Bildern gibt es eine ganze Reihe von Kommandozeilen-Tools wie ImageMagick und jpegtran (auf virtueller DVD). Sie lassen sich dazu einsetzen, um größere Bildmengen auf einen Schlag an die Vorgaben eines Online-Forums anzupassen. Auf der virtuellen DVD finden Sie im „JPEG Batch-Paket“ ein Beispielskript und alle nötigen Dateien, um JPG-Bilder zunächst automatisch und verlustfrei anhand ihres EXIF-Orientierungstags in die richtige Lage zu drehen, auf eine bestimmteGröße zu verkleinern und die Metadaten zu entfernen. Abschließend werden Ihre Fotos noch für die Darstellung im Web optimiert – alles in einem Rutsch. Die Anwendung ist denkbar einfach: Entpacken Sie das ZIP-Archiv in einen beliebigen Ordner auf Ihrer Festplatte. Kopieren Sie dann alle Bilder, die Sie bearbeiten wollen, in den Unterordner »1_Eingang«. Nun klicken Sie doppelt auf die Batch-Datei »JPGs_ausrichten_verkleinern.cmd« und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm.

Das Skript können Sie an Ihre Vorstellungen anpassen. Dazu installieren Sie den Editor Notepad++ von der virtuellen DVD und starten ihn. Ziehen Sie das Skript »JPGs_ausrichten_verkleinern. cmd« mit der Maus in das Editor-Fenster. Die Angaben zur gewünschten Größe finden Sie in Zeile 24. Ändern Sie die Angabe hinter »-resize« zum Beispiel in „1000x1000“ und speichern Sie die Batch-Datei wieder ab. Beim nächsten Durchgang erhalten Sie nun an die aktuellen Vorgaben angepasste Dateien.

Videos herunterladen und Tonspuren extrahieren
Sie müssen nicht jedes Mal die YouTube-Webseite aufrufen und eine Online-Verbindung haben, wenn Sie Ihre Lieblingsvideos anschauen wollen. Mit Youtube-dl laden Sie automatisiert beliebige Videos herunter oder extrahieren die Tonspur. Entpacken Sie zunächst Youtube-dl von der virtuellen DVD in den Ordner »C:\Tools«. Öffnen Sie danach ein Fenster mit der Eingabeaufforderung über [Windows] + [R] sowie „cmd“. Erstellen Sie den Ordner »Youtube-dl« mit dem Befehl „mkdir Youtube-dl“ und wechseln Sie mit „cd Youtube-dl“ in das neue Verzeichnis.

Nun ist alles vorbereitet, um Videos und Tonspuren herunterzuladen. Mit dem Befehl „youtube-dl <URL>“ saugen Sie das entsprechende Video herunter, indem Sie den Platzhalter „<URL>“ mit dem Link zu dem gewünschten Video ersetzen. Youtube-dl speichert den Clip in der Regel als MKV-Datei. Die bekannte Freeware VLC-Player kann MKV-Videos problemlos darstellen.

Wenn Sie nur die Tonspur herunterholen wollen, geht das mit dem Befehl „youtube-dl -x <URL>“. Die dadurch erstellte Audiodatei im Opus-Format kann ebenfalls vom VLC-Player abgespielt werden. Allerdings kommt mit Opus längst nicht jeder Audioplayer zurecht. Verwenden Sie daher „youtube-dl -x - -audioformat mp3 - -audio-quality 0 <URL>“, wenn Sie lieber eine Audiodatei im MP3-Format erhalten wollen. Dann klappt die Wiedergabe selbst mit iTunes.redaktion@chip.de

Automatische Ausführung: If this then that

IFTTT (If this then that) war einer der ersten Dienste, mit denen sich bestimmte Prozesse mit »Rezepten« automatisieren ließen. So gibt es etwa Rezepte, die auf Facebook markierte Fotos automatisch in Dropbox speichern, oder Rezepte, die Ihnen eine SMS schicken, wenn in der Nähe ein Unwetter droht. IFTTT ist auf Webdienste und die Benutzung von Smartphones ausgerichtet. Windows und andere Microsoft-Anwendungen lassen sich oft nicht automatisieren. Diese Lücke hat Microsoft selbst teilweise mit dem Dienst Flow geschlossen. Ursprünglich richtete sich Flow nur an Unternehmen, mittlerweile gibt es aber auch eine kostenlose Version, die Sie nach einer Anmeldung unterflow.microsoft.com nutzen können. Damit können Sie etwa Dateianhänge von eingehenden Mails automatisch abtrennen und in OneDrive speichern – vorausgesetzt, Sie verfügen über eine passende Office-365-Lizenz. Flow bietet zahlreiche Vorlagen, die jeweils aus einem Trigger und einer gewünschten Aktion bestehen. Die kostenlose Variante ist auf 750 Ausführungen pro Monat und eine Überprüfung der Flows im 15-Minuten-Takt begrenzt. Man merkt dem Dienst dabei an, dass er vor allem auf Firmen ausgerichtet ist.

Microsoft: Das Comeback der Kommandozeile

Nach vielen Jahren, in denen sich Redmond vor allem mit der grafischen Oberfläche von Windows beschäftigte, startet Microsoft nun mehrere Initiativen, um den klassischen Eingabe-Ober flächen mehr Gewicht zu verleihen.
Vorzeigeprojekt ist das Windows Subsystem for Linux (WSL), das ermöglicht, Linux-Programme und komplette Distributionen wie Ubuntu, Debian und Kali direkt unter Windows laufen zu lassen. In CHIP 08/2018, S. 26, hatten wir WSL vorgestellt. Aktuell arbeitet Microsoft bereits an dem Nachfolger WSL2. Dieser soll Performance-Verbesserungen mit sich bringen und erstmals einen kompletten Linux-Kernel in Windows integrieren. Dies hat den Vorteil, dass die bisher verwendete Emulationsschicht wegfällt und Systemaufrufe direkt durch den Kernel erledigt werden.
Weniger bekannt ist, dass die Veröffentlichung eines neuen, zentralen Windows Terminals durch Microsoft kurz bevorsteht. Eine erste Preview können sich inte res sierte Anwender kostenlos aus dem Microsoft Store herunterladen, sofern sie die Windows-Version 1903 installiert haben. Das neue Terminal kann neben der PowerShell auch die klassische Eingabeaufforderung und WSL in separaten Tabs in einem Fenster darstellen.