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Winter-Wellness aus der Tasse


Baby & Co. - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 27.11.2019

Gerade in der kalten Jahreszeit wirkt ein Tee zwischendurch wahre Wunder. Was in dem Heißgetränk steckt und wie es allen schmeckt


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Bildquelle: Baby & Co., Ausgabe 4/2019

Gesunder Genuss an kalten Tagen: Eine heiße Tasse Tee wärmt, entspannt und enthält viel Gutes!


TEXT: MICHAELA RO EMKENS

Wenn es draußen stürmt oder schneit, wird es Zeit, es sich drinnen gemütlich zu machen: mit einer heißen Tasse frisch aufgebrühtem Tee! Kein anderes Getränk verhilft kleinen wie großen Frostnasen so schnell zu einem wohligen Moment der Entspannung. Und kein anderer – sogar kalorienfreier – Durstlöscher schmeckt in der Weihnachtszeit sinnlicher. Ob Schwarzer Tee ...

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... mit Zimt und Sternanis, Grüner Tee mit Blütenblättern, Rooibos, Früchte- oder Kräutermix: Für jedes Alter und jeden Gaumen ist etwas Passendes dabei. Grund genug, sich und der Familie gerade jetzt öfter mal eine kleine Teepause zu gönnen.

Was in Tasse oder Kanne landet, ist natürlich Geschmackssache. Allerdings ist nicht jede Sorte für alle Familienmitglieder gleich gut geeignet. So sollte echter Tee aus den Blättern des Teestrauchs einzig großen Genießern vorbehalten bleiben. Denn ebenso wie Kaffee enthalten Schwarzer Tee, Grüner Tee, Weißer Tee und Oolong Koffein.

Dieser Wirkstoff kann Erwachsene angenehm anregen – im Tee sanfter und anhaltender als im Kaffee. Kinder hingegen regt Koffein eher auf. Schon geringe Mengen können bei ihnen zu Herzrasen, Nervosität, Schlafstörungen und Kopfschmerzen führen. „Koffeinhaltige Teesorten sind erst ab dem späten Jugendalter geeignet, und auch werdende sowie stillende Mütter sollten sie nur in Maßen genießen. Bis zu drei Tassen über den Tag verteilt gelten in Schwangerschaft und Stillzeit aber als unbedenklich“, sagt die Diplom-Ökotrophologin Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

GESUND ER GENUSS

Wie Schwarzer Tee & Co. wirken, lässt sich übrigens über die Ziehzeit beeinflussen. Generell gilt: Soll der belebende Effekt im Vordergrund stehen, darf der Tee nur zwei bis drei Minuten ziehen. Danach lösen sich auch Gerbstoffe aus den Blättern, die eine beruhigende Wirkung besitzen – insbesondere auf Magen und Darm.

Auch sonst sind die klassischen Sorten gesund: „Echter Tee enthält neben Mineralstoffen und Spurenelementen wie Fluorid, Kalium und Mangan vielesekundäre Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole. Sie haben eine stark antioxidative Wirkung. Das heißt, sie schützen die Körperzellen vor der Oxidation durch freie Radikale“, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Aufgrund dieses Potenzials wird den Polyphenolen in Grünem und Schwarzem Tee ein vorbeugender Effekt bei einer Reihe degenerativer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zugeschrieben. Das Fluorid – sonst kaum in Nahrungsmitteln enthalten – stärkt Zähne und Knochen und trägt nachweislich zur Kariesvorsorge bei.

ANISTEE

Beliebt bei Kindern, denn er schmeckt süßlich wie Lakritz. Seine ätherischen Öle sind krampflösend bei Bauchschmerzen und Blähungen (z. B. Dreimonatskoliken) und schleimlösend bei Husten. In der Stillzeit kann Anis die Milchbildung unterstützen (oft in Mischungen).

FENCHELTEE

Ein Tee aus Fenchelsamen lindert hervorragend Blähungen und Krämpfe des Verdauungstrakts und wird hierfür gerne schon Babys und Kleinkindern gegeben. Zudem ist Fenchel – weil antibakteriell und schleimlösend – ein bewährtes Mittel bei Husten.

KAMILLENTEE

Tee aus den Blüten der Kamille ist hierzulande wohl der bekannteste und beliebteste Kräutertee. Denn er ist wohlschmeckend, gleichzeitig aber auch angenehm beruhigend und entkrampfend. Innerlich wird er klassischerweise bei Magen-Darm- Beschwerden aller Art eingesetzt.

HEILSA M: KÄUTERTEES

Einen gezielteren Beitrag zur Gesundheit können Kräutertees liefern – etwa solche, die lästige Zipperlein lindern. Ob Triefnase, Husten oder rumorender Magen: Für fast alle Beschwerden kennt die Volksheilkunde ein Kraut. So wirkt z. B. Salbeitee wohltuend bei Halsschmerzen. Fencheltee beruhigt Babys Bäuchlein bei Krämpfen und Blähungen. Gegen Übelkeit hat sich – auch in der Schwangerschaft – Pfefferminztee bewährt. Eine reiche Auswahl bieten z. B. Bad Heilbrunner oder Sidroga.

Als Alltagsgetränk eignen sich solche Kräutertees nicht: „Ein Arzneitee aus der Apotheke sollte immer nur kurzzeitig und nur bei entsprechender Indikation angewendet werden. Schließlich enthält er medizinisch wirksame Substanzen.

Gerade bei Schwangeren, Stillenden und Kindern gilt daher Vorsicht. Im Zweifel ist eine Rücksprache mit Arzt oder Apotheker sinnvoll“, betont Isabelle Keller.

Bedenkenlos dürfen Kräutertees aus Supermärkten, Drogerien oder Fachgeschäften getrunken werden, denn sie zählen zu den Lebensmitteln. „Selbst solche Tees enthalten aber Wirkstoffe, wenngleich auch nur in geringer Dosis. Das sollte man im Hinterkopf behalten und die Sorten häufiger wechseln sowie für Kinder den Tee lieber nur schwach aufbrühen“, rät die DGE-Expertin.

BABYS ERSTE TEEZEIT

Ab wann dürfen Säuglinge eigentlich Tee trinken? Und worauf sollten die Eltern zu Beginn achten? Wir verraten es

MIT WASSER STARTEN

Bis zur Einführung des dritten Breis (ca. 6. bis 8. Monat) brauchen Babys neben Mutter- oder Säuglingsmilch generell keine zusätzliche Flüssigkeit. Mit Beikoststart (ab Ende 4. Monat) können Sie Ihr Kleines aber langsam ans Trinken heranführen. Dafür ist Wasser die erste Wahl. Ein paar Schlückchen Tee zwischendurch sind allerdings in Ordnung. Geben Sie die Getränke möglichst gleich aus Becher oder Tasse. Dauernuckeln an der Flasche sollten Sie vermeiden, da es das Kariesrisiko erhöht. Und: Der Tee sollte ungezuckert und maximal lauwarm sein.

MILDE SORTEN

Sobald Ihr Kleines beginnt, am Familientisch mitzuessen (ca. ab dem 10. Monat), ist Tee neben Wasser als Durstlöscher ideal. Eine klassische Anfangssorte, die Babys schmeckt und meist gut vertragen wird, ist Fenchel – pur oder gemischt mit Kümmel und Anis. Es dürfen aber auch milde Früchtetees oder Rooibos sein. Gerade Babys und Kleinkinder sind noch empfindlich: Brühen Sie ihren Tee daher immer mit kochendem Wasser auf und wählen Sie schadstoffarme Produkte (Bio- oder Baby-Tee).

LINDENBL ÜTENTEE

Ihn schätzten bereits unsere Großmütter als Hausmittel Nummer eins bei Erkältungen und Fieber. Denn er gilt nicht nur als abwehrstärkend, sondern auch als schweißtreibend, schmerzstillend und entzündungshemmend. Aufgrund seiner Schleimstoffe auch hilfreich bei Husten und Halsschmerzen.

MELISSENTEE

Melissenblätter verbreiten einen ausgeprägten Zitronenduft. Grund dafür sind die darin enthaltenen ätherischen Öle, die vor allem beruhigend auf das Nervensystem wirken. Eine gute Wahl daher zum Zur-Ruhe-Kommen, zum Beispiel bei Stress oder Schlaflosigkeit.

SALBEITEE

Salbeiblätter wirken vielfältig. Vor allem bei Entzündungen der Mund- oder Rachenschleimhaut gelten sie aufgebrüht als Wohltat. Eine Tasse Salbeitee stärkt aber auch das Nervensystem, mildert Stress und löst Verkrampfungen. Zudem verfügt Salbei über schweißhemmende Eigenschaften.

IDEALE SO RTEN

Allzeit eine gute Wahl für die Familienkanne sind Sorten aus Rooibos oder Früchten. Denn sie enthalten – ebenso wie Kräutertees (außer Mate) – kein Koffein. Ungezuckert macht sie das schon für die Jüngsten zu idealen Durstlöschern. Der magenfreundliche Rooibos, auch Rotbuschtee genannt, wird aus den Zweigen des afrikanischen Rotbuschstrauchs gewonnen. „Ähnlich wie echter Tee wird Rooibos geschnitten, gequetscht und fermentiert, wodurch er seine rötlich-braune Farbe erhält. Und auch Rooibos enthält zahlreiche Mineralstoffe und ist reich an antioxidativen Polyphenolen“, sagt Isabelle Keller. Sein fruchtig-süßliches Aroma ist bei kleinen Teetrinkern äußerst beliebt.

Nicht minderen Anklang finden die unzähligen Früchtetees, die auch als spezielle Kindermischungen erhältlich sind. Ob Frucht pur oder im Mix mit Kräutern: Erlaubt ist, was schmeckt und vertragen wird. „Für Babys und Kleinkinder sind milde Sorten besser, etwa Apfel. Hagebutte und Hibiskus enthalten zwar viel Vitamin C, aber auch reichlich Fruchtsäure, worauf die Kleinen schon mal mit Hautveränderungen reagieren“, so die Expertin. Um bei Schadstoffen auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt Isabelle Keller den Griff zu Bio-Produkten oder streng schadstoffkontrollierten Babytees.

PFEFFERMIN ZTEE

Pfefferminzblätter sind reich an ätherischen Ölen, insbesondere an Menthol. Deshalb schmeckt ein Tee aus ihnen auch herrlich frisch. Als Arzneitee hat sich Pfefferminztee vor allem bei Übelkeit, Magenbeschwerden und Halsschmerzen bewährt.

Brühen Sie Tee für Kinder stets mit sprudelnd kochendem Wasser auf. Nur so werden eventuell vorhandene Keime sicher abgetötet. Anschließend alles unbedingt auf Körpertemperatur abkühlen lassen, damit sich der Nachwuchs nicht verbrüht!

Ob Sie übrigens Teebeutel oder losen Tee verwenden, entscheidet ganz allein Ihre Vorliebe. Von Instant-Tees rät Isabelle Keller hingegen ab: „Sie sind oft mit Zucker und anderen unnötigen Zusätzen wie Vitaminen angereichert. Da sollte man kritisch sein.“ Gleiches gilt für Aromastoffe, die Duft und Geschmack intensivieren. Hier ist weniger mehr. Schließlich ist Tee auch ohne sie köstlich genug!

BRÄUCHE RUND UM DEN TEE

Mit einer Tasse Tee zwischendurch mal kurz abschalten – für viele Kulturen gehört das traditionell zum Alltag. Wie sie diesen Moment zelebrieren

OSTF RIESLAND

Erst weißer Kandiszucker, dann eine frisch aufgebrühte Ostfriesenmischung und zur Krönung ein wenig flüssige Sahne – so wird in Deutschlands Norden die „Teetied“ abgehalten. Wichtig: Die Sahne vorsichtig mit einem Löffel in die Tasse geben, nicht umrühren! So macht das süße „Kluntje“ den letzten Schluck zu einem speziellen Genuss.

ENGLAND

Die Briten haben eigentlich den ganzen Tag über „Teatime“. Richtig zelebriert wird aber nur der „Five o’Clock Tea“, zu dem stets ein Imbiss gehört. In der vorgewärmten Kanne landet kräftiger Schwarzer Tee – ein Löffel für jede Tasse, einer für die Kanne. Hier bleiben die Blätter auch nach dem Ziehen. Wer mag, fügt Zucker und Milch zu. Die Frage, ob zuerst Milch oder Tee in die Tasse gehört, spaltet die Nation. Die Queen soll Letzteres bevorzugen.

JAPAN

In Japan ist Tee Kult. Es gibt sogar spezielle Teehäuser. Zu Hause erfolgt die Zeremonie für Gäste in einem separaten Teeraum. Gerätschaften und Bewegungen sind nach alten buddhistischen Ritualen streng vorgegeben. Aufgegossen wird Grüner Tee in feiner Pulverform. Jeder Gast trinkt nacheinander drei Schlucke aus einer Schale, die zuletzt der Gastgeber erhält.

MAROKK O

Hier wird zu jeder Tageszeit Grüner Tee mit frischer Minze serviert. Dazu wird chinesischer Gunpowder in einer Kanne kurz mit kochendem Wasser überbrüht. Das Wasser wird abgegossen, Zucker zugefügt und die Kanne mit heißem Wasser aufgefüllt. Zuletzt kommen frische Minzblätter hinein.


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