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Winter wunder land für die Haut


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Vital - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 02.11.2022
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Feingefühl: Auf eine kritische Temperaturschwelle reagiert die Haut unmittelbar

Die Phänologie bezeichnet die Lehre von den alljährlichen Entwicklungserscheinungen bei Pflanzen und Tieren – und stellt einen wichtigen Gradmesser für die Klimawandelforschung dar: Während etwa das Schneeglöckchen seine Knospenruhe aufgrund der milden Winter im Vergleich zu vor rund 50 Jahren bereits um durchschnittlich 14 Tage verkürzt, wartet ein Teil der hierzulande brütenden Kraniche mittlerweile zunächst bei uns ab – erst wenn es wirklich fröstelt, fliegen sie kurzfristig Richtung Südwesten in wärmere Regionen, beenden ihre Reise dann aber häufig schon in Frankreich, sodass sie bei wechselnder Witterung schnell wieder umkehren können.

Doch wie wirken sich die veränderten Umweltbedingungen auf den Menschen aus – und wie reagiert die Haut auf die ansteigenden Temperaturen zu dieser Jahreszeit?

Winterpflege: Braucht ...

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... das Gesicht sie jetzt überhaupt?

An dieser Stelle lohnt sich zunächst ein Blick auf die etwa einen Millimeter kleinen Talgdrüsen, von denen ein Quadratzentimeter Haut durchschnittlich rund 40 Stück besitzt: Normalerweise überziehen sie die Körperoberfläche mit einem natürlichen Schutzschild aus Lipiden. Bei Temperaturen von unter acht Grad Celsius wird das sonst spreitfähige Fett jedoch so fest, dass es sich nicht mehr verteilen kann – zudem reduzieren die Drüsen ihre Produktion stark, bei minus fünf Grad stellen sie sie sogar ganz ein. Gleichzeitig baut sich jetzt die im Sommer entstandene Lichtschwiele ab, eine durch UV-Strahlen verursachte Verdickung – entsprechend verdünnt sich die Haut jetzt wieder und reagiert entsprechend sensibler. Wer generell zu trockenen Partien neigt, macht nichts falsch, bei Temperaturen über zehn Grad noch immer reichhaltige Wintercremes zu verwenden, die den Schutzmantel mit Inhaltsstoffen wie Nachtkerzensamenöl, Sheabutter oder Panthenol unterstützen.

Durch die Jahreszeiten

Haut im Sommer und Winter

Die Talgdrüse befindet sich in einer Abzweigung des Haarwurzelkanals: Während im Sommer das von ihr hergestellte Sebum problemlos am Haar entlangrutscht und sich dann auf der gesamten Hautoberfläche verteilt, nehmen die Fette ab unter acht Grad eine zähflüssige Textur an. Sie verteilen sich ungleichmäßig – unter minus fünf Grad stellen die Talgdrüsen ihre Funktion ganz ein, sodass im Hydro-Lipid-Film Löcher entstehen und Feuchtigkeit entweicht.

Bei ohnehin schnell glänzendem, öligem Teint lohnt es sich dagegen, bei über acht Grad tatsächlich von überwiegend fett- zu feuchtigkeitshaltiger Gesichtspflege zu wechseln. Und in jedem Fall sollten beide einen ausreichenden Sonnenschutz bieten. Vorsicht gilt jetzt dagegen bei Coldcreams, die den Teint mit ihrem hohen Fettanteil vor Erfrierungen bewahren (z. B. „Cold Cream“, Eau Thermale Avène, 40 ml ca. 13 Euro): Gelangen sie bei zu milden Temperaturen auf die Haut, begünstigt ihre okklusive (verschließende) Wirkung Unreinheiten. Zugleich müssen Sie aber mit ihrem Einsatz auch nicht warten, bis es drau- ßen friert: Gerade bei Outdoor-Aktivitäten wie Rad- oder Skifahren kühlt der sogenannte Windchill-Effekt unbedeckte Haut zusätzlich um fünf bis sieben Grad – ab einer Außentemperatur von acht Grad abwärts ergeben die nährenden Salben also an den Stellen, an denen Kleidungsstücke keinen Schutz bieten, durchaus Sinn.

Immer mehr Regen: Was heißt das für den Teint?

Normalerweise würde die Haut sich darüber freuen, wenn feine Wassertropfen vom Himmel fallen, denn die höhere Luftfeuchtigkeit reduziert den transepidermalen Wasserverlust, also die Diffusionsrate von Wasserdampf durch die Haut – der Teint wirkt aufgepolstert und rosig, denn das kühle Nass regt nebenbei auch noch seine Durchblutung an. Allerdings fällt heute zusammen mit dem Regen ein Mix aus Schadstoffen vom Himmel – und zwar völlig unabhängig von der geografischen Lage: Eine neue Studie von Forschern der Universität Stockholm ergab, dass selbst im Niederschlag über der Antarktis oder dem Hochland von Tibet der Anteil besonders langlebiger per- und polyfluorierter Chemikalien (PFAS) um das 14-Fache über dem Grenzwert liegt, den die US-Umweltbehörde EPA für Trinkwasser empfiehlt. Die chemischen Schadstoffe entstanden in den 1940er-Jahren – und stecken aufgrund ihrer Temperatur- beständigkeit noch heute in zahlreichen Produkten – von Teflonpfannen über Outdoorkleidung bis hin zu Papierbeschichtungen. Der Regen kann auch aus Dieselpartikeln oder Industrieanlagen stammenden Feinstaub aufwirbeln, der wiederum Mikroentzündungen auslösen und so Fältchen und Pigmentflecken hervorrufen kann. Um die Haut davor zu schützen, hilft es, ihre Barriere zu stärken und sie mit schützenden Antioxidantien auszurüsten, z. B. Vitamin E, Niacinamid, Ginkgo- oder Engelwurz-Extrakt.

Bei jedem Wetter gut: Neue Körperpflege-Experten

1 WINTERWONNE

Mit natürlicher Vanille – in einer Flasche aus sortenreinem Polypropylen, das sich zu 94 Prozent recyceln lässt.

„Cremedusche Mein Moment“

CD • limitierte Edition, 250 ml

ca. 1,80 Euro

2 AUSZEIT

Bio-Mandel, Borretschsamen- und Inca-Öl schenken ein samtiges Gefühl.

„Extroderm Badeöl“

Dado Sens

• limitierte Edition, 150 ml

ca. 23 Euro

3 SCHUTZENGEL

Traubenkernöl und Hyaluronsäure stärken den Hydro-Lipid-Mantel Probiotika das Mikrobiom.

„Pur Beruhigende Körperlotion“

Logona

• 200 ml

• ca. 10 Euro

4 HAND DRAUF

Spilanthol aus der Parakresse glättet Fältchen, Mandelund Avocadoöl geben Geschmeidigkeit.

„Multi-Effect Anti-Aging Hand Cream“

Spilanthox therapy

• 50 ml

• ca. 15 Euro

5 KLARHEIT

Ätherische Öle sortieren die Gedanken, Rizinusöl pflegt auch ideal für ein warmes Fußbad.

„Aufräumen Moor Lavendel Bad“

Dr. Hauschka • limitiert, 100 ml

• ca. 16 Euro

6 WOHLTAT

Der Mix aus zehn Prozent pflanzlichem Glycerin und Squalane eignet sich perfekt für trockene Haut.

„Ceramide Deep Moisture Hautstärkende Creme“

Mixa

400 ml

• ca. 7 Euro

Empfindsame Körperhülle: Das hilft bei Problemhaut

Selbst bei mildem Winterwetter stecken Arme und Beine jetzt oft in Wollpullovern oder blickdichten Kunstfaserstrumpfhosen, die sensible Partien reizen. Besser: Locker sitzende Kleidung aus Baumwolle oder Leinen, die die Haut nicht irritiert und atmungsaktiv ist – so vermeiden Sie gerade an Tagen mit höheren Temperaturen zusätzlich Schweißbildung, die wiederum Bakterien fördert und gerade bei Neurodermitikerinnen zu Ekzemen führen kann. Empfindliche Partien freuen sich zudem auch bei verhältnismäßig warmem Winterklima über rückfettende Duschcremes mit Squalan oder Glycerin. Vollbad-Liebhaberinnen sollten weiterhin höchstens zweimal pro Woche in 38 Grad warmes Wasser tauchen. Am besten mit einem rückfettenden Badezusatz, der zugleich pflanzliche Öle aus Mandeln, Rizinussamen oder Incanüssen enthält. Danach eine Körperlotion mit Feuchthaltefaktoren wie Hyaluronsäure, Urea oder Traubenkernöl verteilen. Eine spannende Kopfhaut freut sich zudem über Seren, die Juckreiz etwa mit Zinkgluconat oder dem lokalanästhetischer Wirkstoff Polidocanol lindern (z. B. „Sensinol Beruhigendes Serum“, Ducray, 30 ml ca. 16 Euro).

Raus bei Wind und Wetter: Wer sich ö fter über windet, tut Leib und Seele etwas Gutes

Trotz Wollsockenversteck: rundum gepflegte Füße

Spätestens ab Herbstbeginn fristen die Füße oft nur noch ein Schattendarsein – ganz egal, wie mild die Temperaturen ausfallen: In Strümpfen verpackt und damit für Dritte quasi unsichtbar erhalten Sie weit weniger Fürsorge als noch im Sommer. Dabei bedankt die Basis sich schon für ein klitzekleines bisschen täglicher Aufmerksamkeit mit einem wunderbar zarten Gefühl: Dafür einfach eine reichhaltige Creme mit hohem Harnstoffanteil auf dem Nachtschrank platzieren und vor dem Schlafengehen einmassieren (z. B. „Fußcreme 10 % Urea“, Numis med, 100 ml ca. 6 Euro). Wer mag, kann zusätzlich einmal wöchentlich spezielle Fußmasken-Socken verwenden (z. B. „Fuss Hornhaut Entferner Socken“ von Balea, 1 Paar ca. 4 Euro). Um die Hautschutzbarriere der Hände vor dem Eindringen von Keimen und Viren zu schützen, nach dem Waschen regelmäßig eine nährende Creme verwenden, die zugleich dunklen Pigmentflecken vorbeugt. Tipp: Über Nacht mit einem Paar Handschuhe darüber tragen – das lässt Sie am nächsten Morgen mit weichen Samtpfötchen erwachen.

Der Organismus, das Klima – und die Seele

Neben der Haut nimmt auch unser Geist Veränderungen im Zuge des Klimawandels wahr. Führen Gedanken daran zu Gefühlen wie extremer Sorge, Angst oder Hilflosigkeit, sprechen Psychologen von „Eco-Anxiety“ oder „Eco-Grief“. Und natürlich beeinflussen wechselnde klimatische Bedingungen den Körper insgesamt: Hierzulande leidet immerhin die Hälfte aller Menschen an Wetterfühligkeit, unter den Älteren sogar zwei Drittel. Einen Auslöser vermuten Wissenschaftler etwa in den niederfrequenten Luftdruckschwankungen, die ein normales Barometer nicht registriert, die jedoch über Druckrezeptoren an der Halsschlagader auf den Organismus wirken.

Aber auch die zunehmende Lebensweise in geschlossenen Räumen lässt die natürliche Anpassungsfähigkeit des Menschen sinken und seine Sensibilität insgesamt ansteigen. Um Wetterschwankungen wieder besser zu vertragen, empfehlen Experten daher, sich so oft wie möglich draußen aufzuhalten – egal bei welcher Witterung. Also nichts wie raus an die frische Luft! Getreu dem Motto: Es gibt kein falsches Wetter, nur die falsche Hautpflege.

Rundumschutz: Pflegeprofis für sensible Teints

1 HAUTOASE

Versorgt trockene Partien mit Nachtkerzensamen- und Maiskeimöl, Sheabutter, Panthenol sowie Vitamin E.

„Adtop Extra Reichhaltige Gesichtspflege“

Dermasence

• 50 ml

• ca. 20 Euro

2 LEUCHTKRAFT

Vitamin C und Niacinamid wehren freie Radikale ab, AHA-Säure lässt die Haut strahlen. Wichtig: danach Lichtschutz verwenden.

„Olay Vitamin C + AHA 24“

Olay • 40 ml

• ca. 25 Euro

3 RUHEPOL

Gut bei Lidrandekzemen oder Neurodermitis. Mit Nachtkerzenöl, Panthenol und Glycerin auch für Kontaklinsenträger.

„Nachtkerzen Augenlidcreme“

Dr. Theiss

• 15 ml

• ca. 19 Euro