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WINTERSCHÖN


Landlust - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 11.12.2019

Inge Schlüter setzt in ihrem kleinen Garten auf der schleswig-holsteinischen Geest immer wieder ungewöhnliche Ideen auf eigene Art um.


Artikelbild für den Artikel "WINTERSCHÖN" aus der Ausgabe 1/2020 von Landlust. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Landlust, Ausgabe 1/2020

Gemauerte „Ruine“


Miniallee


Kartoffel-Rose


Lampenputzergras


Mehrere Heckenabschnitte gliedern das 900 m2 große Grundstück in unterschiedliche Räume.


Vor 20 Jahren hat Inge Schlüter mit ihrem Mann Axel am Rande des Neubaugebietes im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein ein Architektenhaus gebaut. Die Fläche darum herum, einen Garten, musste sie jedoch selbst planen und anlegen. Was man so macht, lacht sie über ihre Anfänge: „Rasen, Kartoffel-Rosen auf Wällen als Hecke und ...

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... Stockrosen – idyllisch sollte es werden.“ Vom Garten hatte die gelernte Zahnarzthelferin damals wenig Ahnung. Wichtig war ihr einzig und allein ein Weg rund ums Haus. Nur der ist bis heute unverändert geblieben.

Mauern aus Backstein

Heute ist der Garten ein anderes Arkadien, geprägt von gliedernden Hecken unterschiedlicher Höhen, vielen Stauden und Gräsern sowie baulichen Elementen. So versteckt Inge Schlüter ihren Pflanztisch und die Mülltonnen geschickt hinter einer „Ruine“. Diese Ruine hat Axel Schlüter aus alten Steinen gemauert. Ihr Ehemann nimmt alles ab, was andere abzugeben haben, so auch Ziegelsteine. Der Gymnasiallehrer mauerte nach den Vorstellungen seiner Frau im gleichen Stil nach und nach auch einen Grill für die Terrasse hinter dem Haus, einen Brunnen und einen prächtigen Rundbogen, durch den man den Schattengarten betritt. „Damit es alt aussieht, sollte das Mauerwerk nicht glatt verfugt werden, so wie Männer das eigentlich gerne machen“, verrät Inge Schlüter den Alterungstrick.

Früher Rosen

Bei der Offenen Gartenpforte ließ sich Inge Schlüter in Gärten der Umgebung für historische Rosen begeistern. In einer nahe gelegenen Rosenschule erstand sie viele Exemplare für ihren Garten. Als Gartenneuling las sie Bücher über die Rosen mit ihrem unvergleichlichen Charme und weckte damit ihr Gartengen. Später hat die agile 59-Jährige aus Leidenschaft für Blumen sogar ihren Beruf mit der Arbeit in einem Blumenladen eingetauscht. Eine Ausbildung zur Gärtnerin wollte sie jedoch nicht mehr absolvieren.

Gemauerter Grill, „Ruine“ und auch der formale Teich sind in Winterruhe.


Hecken bringen Ruhe in den Garten.


Der Wassertank verbirgt sich hinter altem Weinfass und Brunnenmauer.


Einladend und geborgen steht die Liege auf kleiner gepflasterter Fläche im Beet.


Eine Lindenallee führt zur vorderen Gartenpforte.


Immer wieder neu

Im Garten sind die meisten Rosenstöcke inzwischen vielen Gräsern und Stauden gewichen. Rosenblüten beeindrucken mit ihrer Schönheit, doch bei großer Hitze sind sie schnell hinüber und in nassen Sommern verkleben die hübschen Blüten, erklärt die Gartenliebhaberin den Wandel. „Man kann immer wieder alles verändern, es kostet nur Arbeit und Zeit.“ Doch davor hat die Gartenliebhaberin keine Scheu; ihrer Kindheit auf dem Bauernhof ist das geschuldet.

Miniallee

Alleen begeistern Inge Schlüter schon seit jeher und so wünschte sie sich eine für ihren Garten. Nach langem Planen führt nun eine einladende Lindenallee zu ihrer Gartenpforte. Sie besteht aus drei Linden auf jeder Seite des gepflasterten Weges. Die Rasengittersteine des Pkw-Stellplatzes vor dem Haus mussten dazu wieder aufgenommen werden und das Auto parkt nun unter der Laterne. Zu jeder Jahreszeit bietet der Vorgarten ein anderes Bild. Im Frühjahr sind es langstielige Allium, im Herbst bestimmen Gräser und Verbenen den Eindruck. Jetzt im Winter dominieren strukturgebende niedrige und hohe Hecken, die Allee-Bäume und Gräser in hohen Pflanztöpfen die Szene. Im Spätwinter schneidet Inge Schlüter die Lindenbäume an der Allee zum Eingang.

Geschulter Blick

Der Blick aus dem Fenster schult das Auge, meint die Gärtnerin. Beim Betrachten des winterlichen Gartens aus dem Haus sind Gestaltungskriterien gut erkennbar. Damit ihr Garten auch im Winter lebhaft wirkt, legte sie zwischen Hecken und Mauern gemischte Stauden- und Gräserbeete an. Das Japanische Waldgras bleibt über den Winter stehen, ebenso Indianer- und Duftnesseln, Echinacea und die Traubensilberkerzen mit ihren auffälligen Samenständen. „Gräser binde ich nicht zusammen. Ohne Schutz und Stützstäbe sehen die Pflanzen auch im Winter gut aus.“ Sie freut sich, wenn es viel schneit und eine Schneedecke sich schützend über die Pflanzen legt. Nur einige empfindliche und seltenere Sonnenhut-Arten wie die weiß blühende ‘Green Jewel’ und die orange blühende ‘Tomato Soup’ deckt sie mit etwas Tannenreisig ab.

Kränze formen

Ab Ende Februar sind die Triebe von Geißblatt und Clematis wieder biegsam. Inge Schlüter schneidet sie komplett zurück und fertigt daraus zahllose Werkstücke für drinnen und draußen. Die mit Kränzen behangene Wand hinter dem gemauerten Brunnen ist vom Dachüberstand geschützt und mancher Kranz hängt dort schon 15 Jahre.

Auch Zapfen vom Waldspaziergang mit ihren Hunden finden einen Platz auf dem winterlichen Terrassentisch.


Inge Schlüter steht unter dem mächtigen und kompakten Efeubogen am hinteren Eingang, den sie vor 15 Jahren aus Ästen gebogen hat.


Die Gärtnerin liebt Floristik, Kränze, Sträuße und Gestecke und gestaltet auch Gartentische immer wieder neu.


Hoch aufwachsende standfeste Gräser umrahmen die Haustür im Winter.


Fotos: André Reuter, Zeichnung: Mona Neumann