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Wir betreiben SCHADENS-BEGRENZUNG!


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 23.03.2022

FORMEL 1

GEWINNER

Artikelbild für den Artikel "Wir betreiben SCHADENS-BEGRENZUNG!" aus der Ausgabe 12/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 12/2022

ARMAND DUPLANTIS

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr verbesserte der 22-Jährige den Weltrekord im Stabhochsprung. Bei der Hallen-WM in Belgrad übersprang der Schwede als erster Mensch die 6,20 Meter. Am 7. März hatte er am gleichen Ort 6,19 Meter geschafft. Seit Februar 2020 ist er bereits der Weltrekordler (damals 6,17 Meter).

VERLIERER

NICK KYRGIOS Australiens Tennis-Star machte seinem Ruf als Rüpel mal wieder alle Ehre. In Indian Wells (USA) bekam Kyrgios (26) im Viertelfinal-Match gegen Rafael Nadal (35) wegen Zuschauer-Beleidigung einen Strafpunkt – ausgerechnet bei Satzball gegen sich. Am Ende verlor er 6:7, 7:5, 4:6 gegen den Spanier, schleuderte seinen Schläger wutentbrannt auf den Boden und verfehlte dabei nur knapp einen Balljungen.

SPORT BILD: Herr Wolff, was halten Sie für realistischer: Dass der Benzinpreis in Deutschland wieder auf 1,50 Euro fällt oder Lewis Hamilton ...

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... vorher seinen achten WM-Titel in der Formel 1 gewinnt?

TOTO WOLFF (50): Puh, schwer zu sagen: Ich schätze, dass sich der Ölpreis in Zukunft nicht stark verändern wird, aber wenn sich die Opec einigt, die Produktion zu öffnen, kann es schnell gehen. Daher sage ich: Zuerst geht der Spritpreis wieder runter.

Und was muss passieren, damit Hamilton alleiniger Rekordweltmeister wird?

Wir müssen ihm ein Auto stellen, das schnell genug ist, um Ferrari und Red Bull zu schlagen. Ganz einfach.

Wie sieht es nach dem ersten Kräftemessen in dieser Saison aus?

Wir müssen verstehen, wo es uns an Performance mangelt. Je schneller wir das erkennen, desto schneller werden wir sein. Das ist Physik – und nicht Mystik. Ein Thema, das uns mit Sicherheit beschäftigt, ist die Geschwindigkeit auf den langen Geraden. Da erwarte ich aber auch beim zweiten Rennen in Sau-di-Arabien noch keine erhellenden Erkenntnisse.

„Schumi, Hamilton und Senna sind die besten Fahrer aller Zeiten“

Ab dieser Saison werden alle Autos in der Königsklasse nach der Regelrevolution mit E10-Benzin betankt. Hat das einen Leistungsverlust der Motoren zur Folge?

Nein, das glaube ich nicht. Der Ethanolgehalt von zehn Prozent gilt für alle Teams. Wenn du mit dem restlichen Sprit in der Entwicklung einen Schritt nach vorne gemacht hast, ist es ein Schritt nach vorne.

Ich habe jetzt drei Hochgeschwindigkeitsfragen mit der Bitte um eine schnelle Antwort: Wer sind die drei besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten?

Michael Schumacher, Lewis Hamilton und Ayrton Senna. Jeder zu seiner Zeit.

Und die besten drei Formel-1-Fahrer aktuell?

Hamilton, George Russell und Max Verstappen. In dieser Reihenfolge.

Wen hätten Sie lieber von Red Bull in Ihrem Team: Verstappen als Fahrer, Teamchef Christian Horner oder Motorsportchef Dr. Helmut Marko?

(schmunzelt) Dann mache ich es doch lieber alleine.

Vergangene Saison hat es zwischen Red Bull und Mercedes immer wieder geknallt, auch jetzt vor dem Saisonstart hat Horner wieder gegen Sie persönlich gestichelt. Wie würden Sie das Verhältnis aktuell in einem Wort beschreiben?

Knackig.

Horner hat Sie „Steuerflüchtling“ genannt, da Sie nach Monaco gezogen sind. Er sagte auch, dass „es Spaß mache“, Sie „zu ärgern“. Finden Sie das unterhaltsam oder armselig?

Keines von beiden. Seine Aussagen lösen bei mir keine Emotionen mehr aus, weil das in alle Richtungen schießt.

Kann man Red Bull am besten mit Siegen auf der Strecke ärgern?

Sie sind einer der Mitbewerber. In diesem Jahr zählt auch Ferrari dazu. Welche Farbe auch immer auf dem Auto ist – wir müssen versuchen, besser zu performen und sie zu schlagen. Dabei müssen wir bescheiden bleiben. Man kann nicht jedes Jahr gewinnen. Für mich geht es darum, meine eigene Erwartungshaltung zu erreichen, unabhängig davon, ob das Auto des Konkurrenten rot oder blau ist.

Was ist Ihre Erwartungshaltung nach dem Start?

Wir betreiben derzeit Schadensbegrenzung, die Plätze 3 und 4 in Bahrain haben unsere Erwartungen vor dem Rennen übertroffen. Im Rennen waren unsere aktuellen Defizite klar zu sehen. Aber bis wir das volle Potenzial aus dem Auto holen können, müssen wir jede Gelegenheit ausnutzen, Punkte zu holen.

Mit welchem Gefühl sind Sie überhaupt in die Saison gegangen? Nach dem höchst umstrittenen Saisonfinale in Abu Dhabi, als Verstappen nur durch eine Entscheidung des damaligen Rennleiters Michael Masi die WM gewinnen konnte, haben Sie gesagt, Sie seien „völlig desillusioniert“ und „mein Herz und meine Seele weinen mit jeder Pore“. Ist diese Narbe schon verheilt?

Es passieren so viele schreckliche Dinge in der Welt, dass es das Wort Narbe schon gar nicht mehr verdient. Im letzten Jahr wurde uns ein Titel genommen. Auf dem Papier – und nicht aus sportlichen Gründen auf der Strecke. Jetzt müssen wir das Kapitel schließen und einfach weitermachen. Wenn du zu lange mit dem vermeintlichen Unrecht haderst, macht es das auch nicht besser. Ich habe schon vor einiger Zeit damit abgeschlossen.

Wann war das?

Ende Januar. Da waren schon wieder alle Segel gestellt für die Zukunft.

Motorsport-Legende Walter Röhrl hat in SPORT BILD über das Abu-Dhabi-Finale gesagt: „Verarschen kann ich mich selbst.“ War das auch Ihr Gefühl?

Der Walter ist mein absoluter Held. Das war er schon immer für alle Fahrer. Und auch für mich als Mensch. Er hat es damit komplett auf den Punkt gebracht.

„Die Formel 1 gehört nach Deutschland, weil auch Deutschland zur Formel 1 gehört“

Röhrl sagte auch: „Verstappen fährt wie mit der Axt im Walde“. Stimmt das?

Wie immer trifft er es mit seinem Zitat wahrscheinlich genau auf den Punkt.

Ist der verlorene Titel ein Ansporn, erst recht wieder Weltmeister zu werden?

Der Ansporn ist immer hoch. Du willst jedes Jahr aufs Neue performen und das Beste fürs Team. Die Punkte gehen immer auf null. Jetzt ist alles genau wie in jedem Jahr.

Wären Sie heute noch hier, wenn Masi seinen Platz als Rennleiter nicht hätte räumen müssen?

Die Frage stellt sich nicht, weil die Fia die Entscheidung selbst getroffen hat, dass er Fehler gemacht hat.

Und wie sah es bei Lewis aus? Er war wochenlang öffentlich abgetaucht. Hatten Sie Sorge, dass er aus Frust seine Karriere ganz beendet?

Nein. Wir sind über den Winter immer im Kontakt geblieben. Man muss Lewis seinen Freiraum geben, aber es war immer klar, dass er weiter das machen möchte, was ihm am meisten Spaß macht. Und das ist das Autofahren.

Was sind die Dinge und Strukturen aus dem Vorjahr, die sich in der neuen Saison nicht wiederholen dürfen?

Wir schauen auf uns selbst. Wir sind kein statisches Gefüge, das immer gleichbleibt. Man sagt nicht: Das hat in der Vergangenheit funktioniert, also funktioniert es auch in der Zukunft. Wir haben neue Herausforderungen und neue Probleme. Wir müssen agil und adaptiv sein. Das ist das Wichtigste.

Lassen Sie uns zum Schluss noch mal auf die wichtigsten deutschen Themen schauen: Was muss Mick Schumacher erreichen, damit er mal ein Kandidat für Mercedes wird?

Er muss weiter lernen. Mit Kevin Magnussen als neuen Teamkollegen hat Mick eine gute Benchmark dafür, wo er steht. Es geht für ihn immer ums Lernen, Lernen, Lernen.

In Bahrain, wo der Saisonauftakt stattfand, hat die Strecke mit der Formel 1 bis 2036 verlängert. Ein Deutschlandrennen gibt es aber nicht. Ist die Formel 1 da auf dem richtigen Weg?

So wie ich höre, gibt es wieder Interesse an einem Deutschland-Grand-Prix. Wenn die Länder das in Deutschland mit Unterstützung der Sponsoren zusammenkriegen, dann ist das der erste Ort, an den wir und die Formel 1 gern wieder zurückkehren würden. Ich finde, die Formel 1 gehört nach Deutschland, weil auch Deutschland zur Formel 1 gehört.