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Wir drehen das Rad, das Rad dreht nicht uns


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 23.03.2018

Das Tagesgeschäft im Garten- und Landschaftsbau ist oftmals eine Herausforderung, die enorme Flexibilität erfordert. Da fallen die in der Regel eher ungeliebten Führungsaufgaben gerne unter den Tisch. Ein Fehler, warnt Unternehmensberater Klaus Wolf. Eine Reihe im Alltag gut umsetzbarer Profi-Tipps für GaLaBau-Führungskräfte stellte er in der TASPO GARTENDESIGN 2/2018 zusammen. Hier die nützlichsten auf einen Blick. VonPetra Reidel undHeike Hoppe


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Bildquelle: TASPO, Ausgabe 12/2018


„Sich selbst reflektierende Chefs haben bessere Chancen. Denn gute Mitarbeiter fangen an, die Betriebe miteinander zu vergleichen.“
Klaus Wolf, Unternehmensberater

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Unternehmensberater

Klaus Wolf, Gründer der WCG Consulting AG in Tübingen, berät Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau. Seit vielen Jahren ist er als fester Berater für die Mitgliedsbetriebe des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg tätig.
(hh)

Mehr unter www.wcg-ag.de

Selbstreflexion! Alle Tipps und Ratschläge des Unternehmensberaters laufen immer wieder auf dieses Zauberwort hinaus. Klaus Wolf fasst zusammen: „Sich selbst reflektierende Chefs haben bessere Chancen. Denn gute Mitarbeiter fangen an, die Betriebe miteinander zu vergleichen. Respekt, Wertschätzung und Anerkennung stehen bei der Wahl des Arbeitgebers ganz oben.“ Aber wie gelingen Selbstreflexion und Selbstführung im stressigen Arbeitsalltag? Mit ein paar Regeln, an die sich der Unternehmer selbst mit konsequenter Selbstdisziplin halten sollte.

Pufferzeiten einplanen
Selbstführung beginnt schon mit Konsequenz bei der Zeitplanungsgrundlage. Dabei ist es gar nicht so wichtig, ob diese Grundlage die Outlook-Kalenderfunktion, eine Smartphone-App oder ein Papierkalender ist. Wichtig ist, dass sie dem Unternehmer einen schnellen Überblick verschafft. Noch wichtiger: jeden Tag ausreichend Pufferzeiten für Führungsaufgaben einplanen. „Mehr als vier bis sechs Stunden pro Tag sollte man nicht konkret verplanen“, empfiehlt Wolf. Nicht immer werden die Pufferzeiten täglich und in gleichem Umfang benötigt, doch er lässt ein sofortiges Agieren zu, wenn es notwendig ist.

Delegieren: soviel wie möglich
Um ein Unternehmen stetig voranzubringen, braucht der Chef Zeit zum Nachdenken, zum Organisieren und zum Verhandeln. Wichtige Themen wie Unternehmensstrategie, Corporate Identity, Marketing, Lieferantenverhandlungen, Kundengewinnung, Investitionen und Finanzierungen benötigen Freiraum. „Den bekommt ein Unternehmer nur, wenn er sich selbst entsprechend steuert und nicht zum Flaschenhals für alle Entscheidungen wird“, weiß Wolf. Er empfiehlt, sich einen detaillierten Überblick über die Aufgaben anhand einer Übersicht, eingeteilt in Unternehmens- und Mitarbeiterführung, zu erstellen.

Regeln für die Selbstführung

Telefonzeiten einplanen: Mit einer freundlichen Telefonansage die Kunden ermuntern, ihr Anliegen auf Band zu sprechen, die Rückrufe dann „en bloc“ abarbeiten.
Genug Zeit für Wichtiges einplanen: Nach dem Kundentermin das Angebot direkt bearbeiten, dann sind die Gedanken zum Projekt noch frisch.
Sorgfältig aussieben: Meist ist es besser, zehn Minuten länger mit einem Kunden zu telefonieren, um sich Klarheit zu verschaffen, ob sich ein Vor-Ort-Termin tatsächlich lohnt.
Soviel wie möglich delegieren: Damit lassen sich Mitarbeiter zu selbstständig denkenden Menschen erziehen. Den Vorarbeitern beispielsweise morgens und nachmittags eine festgelegte Zeitspanne zum Klären wichtiger Baustellenbelange gewähren.

Konflikten nicht aus dem Weg gehen: „Wenn sich Unternehmer überlastet fühlen, gehen sie erfahrungsgemäß unangenehme Gespräche gar nicht an, weil die Kraft fehlt und eine Eskalation befürchtet wird.“ Stattdessen Konfliktgespräche gut vorbereiten und in kleinen Schritten vorgehen.
Mitarbeitergespräche führen: Für ein gutes Klima zu sorgen und auch mal fragen, wie es dem Mitarbeiter in der Firma geht, ist der erste Schritt in Richtung Entwicklungsgespräch. Später solche Dialoge gut strukturieren und regelmäßig Entwicklungsgespräche führen. „Fragen Sie den Mitarbeiter, wie er sich beispielsweise seine nächsten Entwicklungsschritte vorstellt. Wie wollen Sie sonst erfahren, was den Menschen in Ihrem Unternehmen konkret vorschwebt?“

Keine Generalanpfiffe am Morgen
„Seine Führungsaufgaben muss man sich immer wieder bewusst machen, manchmal den Blickwinkel hierfür verändern und wenn es um Mitarbeiter geht, sehr zeitnah handeln“, so Wolfs Ratschlag. In großen Betrieben wissen Werkstattleiter in der Regel genau, welche Kolonnen ihre Maschinen pflegen und welche nicht. „Ein morgendlicher Generalanpfiff zu diesem Thema kostet den Chef zwar wenig Zeit, ist aber demotivierend für alle Mitarbeiter und nicht zielführend“. Die bessere Variante sei, auf die Baustellen zu fahren und nachzufragen, ob die Maschinen abgeschmiert sind. Natürlich ist das zeitaufwendiger, aber genau das verstehe ich unter Führungsarbeit“, erklärt Wolf.

Integration, Gespräche
Führen und Verändern ist am einfachsten unter Einbeziehung der Mitarbeiter. „Ich muss als Unternehmer nicht jeden Tag auf jede Baustelle fahren. Mit diesem Verhalten verhindere ich sogar die Entwicklung guter Leute.“ Moderne Medien erlauben zudem eine schnelle Bildübertragung. Eine saubere Baustellenvorbereitung ist hier aus Beratersicht wesentlich ertragsrelevanter. „Nehmen Sie lieber die Bauleiter und Vorarbeiter in die Zeitverantwortung und vergessen Sie das Loben nicht für Dinge, die gut laufen, wenn Sie auf der Baustelle stehen. Das erfordert beim Thema Führen mit am wenigsten Zeit, ist motivierend und nachhaltig“, rät Wolf.

Die Autorinnen

Petra Reidel,
freie Journalistin und Dipl.-Ing. agr., Fachrichtung Gartenbau und gelernte Gärtnerin


Heike Hoppe ,
Redakteurin, Expertin für Marketing und Kommunikation für die grüne Branche, Germanistin (MA)