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WIR SIND DIE NEUE MITTE!


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 26/2019 vom 27.06.2019

Dank neuem Turbo-Benziner mit 182 PS wittert derHonda HR-V gegen Skoda Karoq und Opel Grandland X seine Chance. Unser Vergleich klärt die Sache


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Der Opel Grandland X misst 4,47 Meter, ist hier mit Abstand der Längste. Kapital schlägt er daraus aber keins


FOTO: T. BADER

Skoda Karoq 2.0 TSI DSG 4x4 190 PS ab 36 420 Euro

Honda HR-V 1.5 Turbo 182 PS ab 29 990 Euro

MANGELNDE MOTIVATION lässt sich diesen drei Typen nicht unterstellen. Mit ordentlichen Platzverhältnissen und guter Variabilität bei sozial- und stadtverträglichen Ausmaßen wollen sie es am liebsten allen recht machen. Und mit den von uns ...

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MANGELNDE MOTIVATION lässt sich diesen drei Typen nicht unterstellen. Mit ordentlichen Platzverhältnissen und guter Variabilität bei sozial- und stadtverträglichen Ausmaßen wollen sie es am liebsten allen recht machen. Und mit den von uns getesteten Top-Benzinern locken sie obendrein auch noch leistungshungrige Fahrer. So weit der gemeinsame Nenner, auf den sich HR-V, Grandland X und Karoq schnell einigen. Ansonsten kennzeichnen unser Trio viele Unterschiede. Und das beginnt bereits beim Antrieb.


Benziner mit viel Leistung im SUV klingt nach hoher Spritrechnung. Doch dem sparsamen Honda HR-V reichen im Test faire sieben Liter


Skoda gibt den Karoq 2.0 TSI nur mit Doppelkupplung und Allrad aus den Händen. Automatik und Frontantrieb sind wiederum fest mit dem 1,6-Liter-Turbo des Grandland X verknüpft. Und Honda stellt uns mit dem HR-V den einzigen Schalter ins Testfeld. Den gibt es optional zwar mit CVT-Getriebe, wie beim Opel ist aber auch beim Japaner kein Allrad verfügbar. Dafür ist der HR-V mit lediglich 1,3 Tonnen ein wahres Leichtgewicht. Der fast 1600 Kilo schwere Karoq spielt dagegen die Rolle des kleinen Pummelchens. Und auch wenn er weder so aussieht noch sich so fährt – beim Verbrauch wird deutlich, wer die meisten Pfunde rumschleppen muss.

Durchtrainiert auf der Waage, ein Heißsporn auf der Straße. Der nur 1,5 Liter kleine Turbo des Honda hängt vorzüglich am Gas, lässt sich lustvoll ausdrehen. Und mit dem kurz übersetzten und angenehm zu schaltenden Sechsganggetriebe geht der HR-V in jeder Lebenslage flink ans Werk. Doch dadurch büßt er bereits einiges an Komfort ein. Schon bei 80 km/h liegen im sechsten Gang über 2000 Touren an, die Kurbelwellen im Skoda und im Opel plätschern da noch ganz entspannt durch die Ölwanne. Entsprechend hoch ist das Geräuschniveau. Beim Dialog auf der Autobahn (Tempo 130) brüllen HR-V-Insassen schon gegen 71 Dezibel an. Wenig Verwöhntalent bietet auch das bockige Fahrwerk. Über die Güte des Straßenbelags informieren Federn und Dämpfer ungefiltert. Da verwundert es fast schon, dass keinerlei Knistern, Knarzen und Klappern aus den Tiefen der HR-VKarosserie zu vernehmen ist. Karoq und Grandland sind diesbezüglich mitteilsamer. Dennoch empfiehlt sich vor allem der Skoda für den Langstreckeneinsatz. Trotz Sportline-Paket legt er ganz feine Manieren an den Tag, woran sein gut abgestimmtes Verstellfahrwerk großen Anteil trägt. Dazu stützen seine gemütlichen Sportsitze noch besser als das HR-V-Gestühl. Die Sitze im Opel bieten dagegen wenig Seitenhalt. Und so arbeitet der Rücken auf kurvigen Strecken permanent gegen die Fliehkräfte der eigenen Pfunde an.

Opel Grandland X 1.6 DI Turbo 180 PS ab 36 000 Euro

Viel Gelassenheit strahlt der TSI des Skoda aus, spätestens sobald der alberne Soundgenerator deaktiviert wurde. Man spürt es kaum, doch die Testwerte beweisen, dass der Zweiliter in Verbindung mit dem verschliffen arbeitenden DSG richtig gut geht. Gegenteilig der Opel, der sich zwar schneller anfühlt, es aber nicht ist. Stattdessen wird der 1.6er mit steigender Drehzahl dröhnig, überträgt Vibrationen in Lenkrad sowie Sitze und nervt ab 4000 Touren mit hochfrequentem Turbopfeifen. Dank der Wandlerautomatik fährt der Opel zwar sehr geschmeidig an, doch die Automatik stellt beim Gaslupfen das Schalten ein, verharrt im niedrigen Gang, und der dröhnende Motor nervt wieder. Auch sonst täte dem Grandland mehr Mut zum früheren Schalten gut. Die Abzüge bei der Laufkultur kosten ihn schließlich den Sieg im Antriebskapitel. Der geht an den Skoda, der bei der Fahrdynamik gleich noch mal zuschlägt. Liegt nicht nur an seiner präzisen, direkt übersetzten und dennoch harmonischen Lenkung. Er kommt dank Allrad auch schneller aus den Startlöchern, bremst einen Tick besser und reagiert auf abruptes Ausweichen am gelassensten. Ähnlich wie der Grandland dreht er in schnellen Kurven das Heck leicht ein. Doch das fühlt sich im Opel abenteuerlicher an, weil seine um die Mittellage zu lose Lenkung deutlich unpräziser arbeitet. Wer es dagegen im HR-V dynamisch angehen lassen möchte, dürfte sich erst an der etwas teigig wirkenden Lenkung stören, bevor er vom vollkommen spaßbefreiten ESP in die Schranken gewiesen wird.

1 Lenkrad Nicht überfrachtet, angenehm anzufassen. Die Lenkung an sich ist direkt übersetzt: Vom linken zum rechten Anschlag sind es etwas mehr als zweieinhalb Umdrehungen.

2 Klimabedienung Etwas nung Etwas zu tief verbaut, dafür große Drehregler mit zusätzlicher Temperaturanzeige im Zentraldisplay.

3 Digitales Display Die Konzern- Hardware ist längst Massenware, aber richtig gute! Bei den unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten werden BMW-Fahrer schnell blass.

4 Siebengang-DSG Das Getriebe arbeitet mit viel Schlupf, legt die Gänge ganz weich ein – fühlt sich etwas träge an. Anfahren aus Start-Stopp erfordert Feingefühl, sonst legt der Karoq mit einem satten Ruck an der Ampel los.

Opel Grandland X


Wie im Skoda gelingt der Einstieg in den Fond sehr einfach. Die Platzverhältnisse sind auf gleichem Niveau wie im deutlich kürzeren HR-V. Gut: Der Ladeboden rastet beim Aufstellen automatisch ein

1 IntelliLink Das System arbeitet mit leichter Verzögerung, die Darstellung geht noch in Ordnung. Unscharf und mit sehr schlechter Helligkeitsanpassung dagegen die Darstellung der Rückfahrkamera.

2 Lenkradbedienung Ähnlich übersichtlich wie beim Karoq. Dazu wurde der Abstandsregeltempomat integriert, wodurch sich ein zusätzlicher Lenkstockschalter erübrigt.

1 Zentraler Tacho Analog und sehr groß. Ungewöhnlicher Effekt: Der Tacho gaukelt dreidimensionale Tiefe vor. Das empfanden einige Fahrer im Test als gewöhnungsbedürftig.

2 Handyablage Sieht witzig aus, ist aber unpraktisch. Vor allem wenn das USBKabel in den Anschluss gefriemelt werden muss.

3 Klimabedienung Hier darf nur getoucht werden. Umständlich während der Fahrt, zumal das Panel auch noch zu tief installiert ist.

4 Zentraldisplay Die Bedienung und Darstellung der Menüs erfordert Eingewöhnung, dazu arbeitet das System etwas träge. Wie im Opel ist das Bild der Rückfahrkamera arg verpixelt. Bei Schlagschatten hinterm Auto ist die trübe Linse keine Hilfe.

Die gut ausgeformte Rückbank ist bequem und bietet Seitenhalt. Kofferraum mit vielen praktischen Lösungen. Jedoch entsteht nach dem Umklappen der Lehnen eine Stufe im Ladeboden

Skoda Karoq


3 Automatik Weiche Gangwechsel, doch etwas Feinabstimmung täte dem Getriebe gut. Das Hochschalten wird oft unnötig verzögert, bleibt bei Gaswegnahme komplett aus.

4 Bordcomputer Wirkt etwas altbacken. Bedienung über eine Schalterwippe im Blinkerhebel.

Einstieg etwas schwerer als bei Grandland und Karoq. Rücksitze besser als im Opel, aber nicht so gut wie die des Skoda. Gut für den Blick nach hinten: komplett versenkbare Kopfstützen

Honda HR-V


Den Grenzbereich erreicht auch der Honda frühzeitig – allerdings im Karosseriekapitel. Beim Platzangebot ist er lediglich auf der Rückbank konkurrenzfähig, in puncto Qualitätseindruck, Zuladung, Übersichtlichkeit und Anhängelast glänzt nur der Skoda. Immerhin begeistert der HR-V mit seinen smarten und exklusiven Magic- Seats, durch die sich der Fond in einen zweiten Kofferraum verwandeln lässt.

Dringend müssen wir noch ein paar Worte über den Preis verlieren. Der Honda bleibt dabei nämlich um mehr als 7000 Euro unter seinen beiden Konkurrenten – ohne dass es seiner umfangreichen Ausstattung an wesentlichen Zutaten fehlt. Zwar sind ein schlüsselloses Zugangssystem sowie ein Panoramadach beim Honda gar nicht verfügbar. Doch angesichts der deftigen und vielleicht sogar kaufentscheidenden Preisdifferenz dürfte sich das verschmerzen lassen.

So robbt sich der HR-V über das Kostenkapitel an die 500-Punkte-Marke heran. Keine Frage, ein respektableke respektables Ergebnis. Das wird, wenn auch nicht allzu deutlich, vom größeren Opel Grandland X übertrumpft, der hier und dort etwas Feinschliff vertragen könnte, aber insgesamt einen viel ausgeglicheneren Eindruck hinterlässt. Gleiches gilt für den Skoda Karoq. Nur mit dem Unterschied, dass sich neben seinen zahlreichen Talenten kaum Schwachstellen ausmachen lassen. So gelingt es ihm, sich nochmals vom Grandland X abzusetzen und den Sieg einzufahren.

Und unabhängig von ihrer Platzierung beweisen alle drei, wie stark die Mitte der SUV-Gesellschaft ist.

Unterhalt

Dank kleinem Hubraum und geringem Normverbrauch spart der HR-V bei den Steuern. Ärgerlich und inzwischen fast die Regel: Alle drei müssen spätestens nach einem Jahr zur Inspektion


FOTOS: T. BADER (14)

FOTOS: T. BADER (4), S. HABERLAND