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Wir wollen nicht jeden Sommer Bayern stärken!


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 28/2022 vom 13.07.2022

OLIVER MINTZLAFF

BUNDESLIGA

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 28/2022

Oliver Mintzlaff führte Leipzig als Geschäftsführer zum ersten Titel der Vereinsgeschichte. Im Sommer wurde RB DFB-Pokalsieger

„Ein Transfer wie der von Mané würde bei uns etwas in der Kabine auslösen, was wir nicht wollen“

Als SPORT BILD vergangene Woche zum vereinbarten Telefon-Interview bei Oliver Mintzlaff (46) anruft, ist Leipzigs Geschäftsführer gerade auf dem Weg nach Fuschl ins Salzburger Land – zu einem seiner regelmäßigen Treffen mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz (78). Auch wenn der Österreicher nicht mal beim DFB-Pokalsieg gegen Freiburg (5:3 n.E.) live dabei war, ist er immer genau auf Stand, wie es in Leipzig läuft.

SPORT BILD: Herr Mintzlaff, hat es Sie überrascht, dass Mateschitz in Berlin nicht vor Ort war?

OLIVER MINTZLAFF: Nein, er hatte gar nicht vorgehabt, nach Berlin zu kommen.

Vor dem Pokalfinale sagte er mir: Das wird euer Moment. Er freut sich über jeden Sieg, aber auch in der schwierigen Hinrunde der vergangenen Saison war er trotz örtlicher Distanz sehr ...

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... präsent und hat uns stets unterstützt.

Sadio Mané, Mario Götze und jetzt vielleicht Matthijs de Ligt sind die größten Bundesliga-Wechsel des Sommers: Haben Sie sich mit einem der Namen auch mal beschäftigt?

Wir beschäftigen uns generell mit vielen Top-Spielern, müssen aber schon auf Ablösesummen und das Gehaltsniveau achten. Nehmen wir einmal an, ein Weltklasse-Spieler wie Sadio Mané würde sich für uns entscheiden, dann würde er mit seinem Gehalt etwas in der Kabine auslösen, was wir nicht wollen und können. Denn am Ende wäre die Gehaltshygiene im Kader völlig auf den Kopf gestellt.

Christopher Nkunku hat seinen Vertrag gerade um zwei Jahre bis 2026 verlängert, ist aktuell mit bis zu acht Mio. Euro Gehalt pro Jahr Topverdiener bei RB. Ist sein Verbleib für die Liga genauso ein Geschenk wie der Mané-Wechsel?

Christopher Nkunku hat sich bei uns herausragend entwickelt, daher hatten wir früh festgelegt, ihn nicht abzugeben. Die Verlängerung war aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen ein wichtiger Schritt für uns – und auch ein klares Signal, dass wir es schaffen, absolute Leistungsträger länger halten zu können. Aber auch für die Bundesliga ist es ein starkes Zeichen, dass Christo weiterhin für RB Leipzig aufläuft.

Hoffen Sie, dass das Kahn-Basta bei Lewandowski bröckelt, weil Sie dann größere Meisterchancen hätten?

Der FC Bayern arbeitet bei den Transfers gerade hervorragend und bleibt generell das Maß aller Dinge.

In der Rückrunden-Tabelle waren Sie auf Platz 1 mit 36 Punkten schon besser als dien stärken!

Bayern (Platz 4 mit 34). Kann das auch über die ganze Saison klappen?

Bisher hatten wir dafür noch nicht die Konstanz, das hat mit Qualität, Erfahrung und konsequentem und stetigem Willen zu tun. Dass die Bayern in der 92. Minute Spiele gewinnen, ist nicht der sprichwörtliche Bayern-Dusel, sondern Erfolgsmentalität. Es braucht also viele Mosaiksteinchen, um sie hinter sich zu lassen.

Ich weiß nicht, ob wir schon jetzt so weit sind, oder erst in zwei, vier oder zehn Jahren so weit sein werden.

Wenn die Bayern jetzt noch Ihren Spieler Konrad Laimer holen wollen, sagen Sie dann erst mal: „Unter 30 Millionen geht da nichts. Basta!“?

„Die Wahrscheinlichkeit, dass Laimer bleibt, ist deutlich höher, als dass er woanders spielt“

Wir reden über und mit Menschen, daher spielt es auch immer eine Rolle, was der Spieler möchte. Auf der anderen Seite ist das Ziel des Vereins immer größer als das eines Einzelnen. Und Konni Laimer ist ein ganz wichtiger Teil unseres Spiels, wir würden ihn nur sehr ungern abgeben. Wir haben intern besprochen, was passieren müsste, damit wir möglicherweise die Tür für einen Wechsel öffnen würden. Aber gehen Sie davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Konni in der kommenden Saison bei uns bleibt, deutlich höher ist, als dass er irgendwo anders spielt.

Ist es eine Auszeichnung, dass Bayern jetzt immer bei Ihnen wildert? 2021 gingen Trainer Nagelsmann, Kapitän Sabitzer und Abwehrchef Upamecano nach München ...

„Domenico Tedesco will erst mal in die Saison starten und im Herbst sprechen“ Über eine Verlängerung

Klar ist: Wir befinden uns in einem Wettbewerb und wollen nicht jeden Sommer den FC Bayern stärken! Es mag ein Stück weit ja schmeichelhaft sein, dass der große FC Bayern bei uns schaut, wie er seinen Kader verbessern kann. Aber wir wollen auch unsere nächsten Schritte gehen. Dazu brauchen wir unter anderem Spieler wie Konrad Laimer.

Nagelsmann sagte bei seinem Wechsel, dass er keinen „T6-Bus“ von VW mieten wird, um Spieler und Staff-Mitglieder von RB mitzunehmen. Da er auch schon seine Co-Trainer mitnahm, würde mit Laimer langsam ein Linienbus fällig – stört Sie das?

Nein, da mache ich Julian keinen Vorwurf. Das ist das Business. Julian und ich haben nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis. Ich verstehe die Bayern ja: Wir haben eben sehr gute Spieler entdeckt, die sich bei uns super entwickelt haben und entsprechend begehrt sind.

Verändert der erste Titel der Vereinsgeschichte im Pokal die RB-DNA?

Das war ein Meilenstein, ja. Wir wollen nicht nur mitspielen, sondern etwas gewinnen. Für „Der erste Titel war ein die Mitarbeiterinnen und Meilenstein für uns. Wir Mitarbeiter, wollen nicht nur die Region und mitspielen, sondern vor allem auch die Fans bedeutet dieser erste Titel sehr viel. Dennoch heben wir jetzt nicht ab, da habe ich in der Vergangenheit sicher auch Fehler gemacht.

Was meinen Sie?

Als Julian Nagelsmann nach München ging, hatte ich gesagt, dass er unseren Atem im Nacken spüren werde. Die Aussage war mit Abstand betrachtet einfach falsch und nicht bodenständig.

Wir haben die Ambitionen, immer in der Champions League zu spielen und dort die Gruppenphase zu überstehen. Wir sind aber noch kein Klub, der die Jagd auf Bayern ausrufen kann.

Wundert es Sie, dass Domenico Tedesco, der im Winter kam, trotz des Erfolgs nicht verlängern will?

Erst einmal möchte ich an dieser Stelle klarstellen: Es grundsätzlich nicht mit uns verlängern wollte oder ein entsprechendes Angebot abgelehnt hätte. Wir haben zuletzt bei unserer Saisonanalyse auf Mallorca neben vielen weiteren Dingen darüber geredet, wie wir mit dem Vertrag (läuft bis 2023; d. Red.) umgehen wollen.

„Der erste Titel war ein Meilenstein für uns. Wir wollen nicht nur mitspielen, sondern etwas gewinnen“

Domenico wollte erst einmal in die Saison starten und im Herbst sprechen. Für mich ist das völlig in Ordnung. Über Zahlen haben wir uns noch gar nicht ausgetauscht.

Bis wann muss da eine Entscheidung stehen?

Wir brauchen keine Deadlines.

Es gibt keinen Grund, uns treiben zu lassen, da unser gutes Verhältnis von Tag zu Tag noch enger zusammenwächst. Vielleicht Vereinsgeschichte habe ich im Moment aber auch eine kleine Schwäche in Sachen Timing (lacht).

Die Vorlage nutzen wir: Sie haben das Datum, wann der neue Sportdirektor – den Sie als „1A-Plus-Lösung“ angekündigt haben – kommt, mehrfach verschoben. Warum eigentlich?

Wenn man stark um eine absolute Wunschlös u n g kämpft, braucht es manchmal mehr Zeit.

Fest steht: Wir werden einen sehr guten Sportdirektor holen! Allerdings wird es noch ein wenig dauern. Die laufende Transferperiode bringen wir mit dem aktuellen Team zu Ende, welches übrigens sehr gute Arbeit macht.

Brauchen Sie überhaupt einen Sportdirektor? Es läuft schon ein Jahr ohne ...

Wir haben kein Vakuum im Verein, aber wir brauchen und wollen ein sportliches Gesicht und einen entsprechenden Repräsentanten für den Verein. Wir werden auf dieser Position eine starke Person holen, die auch ein Counterpart für alle anderen leitenden Angestellten im Sport sein wird.

Was ist an dem Gerücht um Max Eberl dran: Haben Sie gesprochen?

Ich kommentiere gar keine Namen.

Gerüchteweise ist auch Marina Granovskaia, die den FC Chelsea verlässt, eine Kandidatin.

Noch mal: Ich kommentiere gar keine Namen.

Der neue Geschäftsbericht von RB weist einen Schuldenrekord von 228 Mio. Euro aus. Inwiefern könnte der zum Problem werden?

Das würde nur dann ein Problem werden, wenn wir die Schulden nicht ordnungsgemäß bedienen würden. Aber das werden wir, nach Möglichkeit auch schneller, als wir es in einem konservativen Plan müssten.