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„Wir wurden ausgelacht“


Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 36/2021 vom 01.09.2021

KULTUR

Artikelbild für den Artikel "„Wir wurden ausgelacht“" aus der Ausgabe 36/2021 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 36/2021

LEBENSLIEBE 56 JAHRE EHE Bis zu seinem Tod 2020 war Rita mit dem Uni-Professor Hans Süssmuth verheiratet

Sie war die erste Frauenministerin auf Bundesebene und zehn Jahre lang, bis 1998, Präsidentin des deutschen Bundestages. Rita Süssmuth, 84, setzte sich als Pädagogik-Professorin stets für die Gleichberechtigung der Frauen ein und ging mit gutem Beispiel voran: Auch mit Kind verzichtete sie nicht auf ihre akademische und politische Karriere. Ihre größte Stütze dabei, ihr langjähriger Ehemann Hans Süssmuth († 85), starb im vorigen Jahr.

Sie müssen seit 2020 ohne Ihren wichtigsten Vertrauten auskommen. Wie gehen Sie damit um?

Mein Mann und ich waren ein tolles Team, und da spürt man schon, ...

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... dass ein ganz wichtiger Teil fehlt. Ich musste mich selbst wieder aufrichten und Menschen begegnen, um Gemeinsamkeiten zu erleben, zu erfahren und zusammen für ein Ziel zu kämpfen.

„Wir müssen alle Kräfte bündeln“

Die aktuelle Kino-Doku „Die Unbeugsamen“ zeigt Politikerinnen der Bonner Republik (1949-90), die sich ihren Platz im Parlament erkämpften. Was haben Sie beim Anschauen empfunden?

Es war erschreckend und bedrückend. Der Film zeigt ganz nüchtern, wie es war und wie es zum Teil noch immer ist: Frauen werden von männlichen Kollegen nicht nur ausgelacht, sondern auch niedergeschrien. Darauf reagiert ein Teil der Frauen bis heute mit der Haltung: „Mit Politik möchte ich nichts zu tun haben.“

Sie ließen sich nicht abschrecken. Was gab Ihnen die Energie, zu kämpfen?

Es sind einzelne Menschen und die Überzeugung, dass dieser Kampf sinnvoll und gerecht ist. Wir führen ihn, weil die Probleme – Klimawandel, Krieg, Flucht – so gewaltig geworden sind, dass wir alle Kräfte bündeln müssen. Nur wechselseitige Unterstützung kann etwas bewirken. Pioniere, Vorkämpferinnen und Vorkämpfer sind wichtig, aber keiner kann es allein.

Hat Ihre Familie Sie immer unterstützt?

Das Entscheidende war zunächst mein eigener Mann. Als wir uns im Studium kennenlernten, sagte er: „Bleib berufstätig.“ Wir waren ein wirkliches Arbeitsteam! Das ist das Private. Aber das Private braucht die Ergänzung. Es war für mich unlängst ganz wichtig zu erleben, wie sich die Menschen nach der Flutkatastrophe in Ahrweiler gegenseitig geholfen und dadurch wieder stärker gemacht haben.

Haben Sie sich als gläubige Christin gefragt, welchen Sinn dieses endliche Leben hat?

Ich bin ein wissbegieriger Mensch und ich möchte begreifen. Der Glaube ist eine andere Dimension als der kognitive Erkenntnisprozess. Es gibt Sinnkrisen, besonders bei Krankheit, Tod oder Verfolgung. Die einen sagen: Warum hat Gott das alles zugelassen? Aber ich denke, wir können das nicht beantworten. Entscheidend ist das Handeln für eine bessere Welt.

Denken Sie, dass die Menschen dafür Lösungen finden werden?

Es gibt ganz viel Potenzial, das nicht zur Sprache kommt oder nicht entwickelt wird. Jede und jeder hat verborgenes Potenzial, nicht nur die Hochintelligenten. Das ist auch der Grund, warum wir die Spaltung der Gesellschaft überwinden müssen. Die Menschen sollen merken: „Auch ich habe eine Chance, ich bin nicht ausgegrenzt.“

Liegen Ihre fünf Enkelkinder mit Ihnen auf einer Wellenlänge?

Natürlich fragen sie „Wie lange studiere ich? Wann will ich in die Praxis?“ Aber sie haben nicht diesen einseitigen egoistischen Karriereplan. Man sagt: „Wer tüchtig ist, dem wird es auch gelingen.“ Wir müssen von dieser krassen Einteilung wegkommen – jeder und jede kann tüchtig sein oder sich dahin entwickeln wollen. ◼

R. STURM

„Jeder hat verborgenes Potenzial“

FOTOS: PICTURE-ALLIANCE / DPA, BRAUERPHOTOS / J.REETZ, DAVIDS/SIEWERT, PICTURE ALLIANCE, AAPIMAGES / TIMM