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Wireless Standbox: Urban Culture


Stereoplay - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 07.01.2021

In Metropolen wächst die neue Generation von Audiophilen heran. Sie wollen Top-Klang, aber nicht einem Gerätestapel huldigen. Zeit für die aktive Audium Comp 8.2 Air.


Wenn man sich das Konzept der Audium Comp 8.2 Air betrachtet, könnte man sagen: Die Berliner gehen mit der Zeit. Dem ist aber nicht so. Sie sind ihrer Zeit weit voraus. Die Eigenproduktion des Visonik-Vertriebs (Nu-Prime, Atoll, Ayon Audio) stellte sich bereits vor über vier Jahren dem Test in der stereoplay Ausgabe 11/16. Doch, was wir hier beschreiben, ist schon die zweite Auflage der Drahtlos-Aktivbox.

Wie bisher ermöglicht Audium als ...

Artikelbild für den Artikel "Wireless Standbox: Urban Culture" aus der Ausgabe 2/2021 von Stereoplay. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Stereoplay, Ausgabe 2/2021

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... Alternative zum kompletten Funkbetrieb die Verwendung von einem digitalen S/PDIF-Verbindungskabel zwischen linkem und rechtem Lautsprecher. Wen das kleine Verbindungskabel nicht stört, kann damit die Störanfälligkeit die eine Funkverbindung mit sich bringt, eliminieren. Obendrein verspricht die Sicherheits-Leine einen zusätzlichen Klanggewinn.


Audium setzt auf die Kombination aus Breitbänder und Tieftöner, um die Mitten ohne Weiche wiederzugeben.


Am Kern des flexiblen Konzepts hält Audium trotz einiger Detailarbeit fest. Es gibt die Comp 8.2 passiv, teilaktiv, vollaktiv und unsere drahtlose Air-Version mit WLAN und Streaming-Modul.

Dank des integrierten Netzwerk-Players sind keine Quellgeräte und Vorstufen mehr nötig. Damit treibt Audium konsequent das aktive Konzept auf die Spitze. Es genügt ein Smartphone oder Tablet, um seine ganze audiophile Stereo-Anlage zu dirigieren. Man kann mit der Comp 8.2 Air seine Streaming-Dienste wie Spotify Connect (integriert) oder Tidal und Qobuz über die Apps mconnect, Bubble UPNP und Audirvana nutzen. Aber man kann auch über WLAN Musik von seiner NAS beziehungsweise vom Rechner wiedergeben. Das setzt entweder einen UPnP/DLNA-kompatiblen Server voraus – oder AirPlay, sofern man in der Mac-Welt unterwegs ist. Für AirPlay 2 müssen sich Apple-Afficionados allerdings noch ein wenig bis Ende des ersten Quartals begnügen.

Alternativ klappt die Zuspielung auch über den koaxialen und optischen Digitaleingang mit bis 24 Bit/192 kHz am Master-Lautsprecher. Der reicht das Musiksignal über eine verlustfreie Funkstrecke an den Slave weiter. Für höhere Ansprüche, sprich Hi-Res-Audio in nativer Auflösung, empfiehlt Audium sein CableLink in Form eines mitgelieferten Koaxial-Digital-Kabels.

Die Signalverarbeitung in der Comp 8.2 Air erfolgt durchgehend digital ohne schädliche Wandlungen. Entsprechend arbeitet auch die Lautstärkeregelung digital mit einer Rechengenauigkeit von 48 Bit. Das Musiksignal wird direkt von der Class-D-Endstufe an die Treiber geliefert. Bevor wir auf die bewährten Herzstücke des Comp-8.2-Konzepts eingehen, sei noch erwähnt, dass Audium auf vierlagige Platinen mit doppelseitiger SMD-Bestückung „made in Berlin” vertraut.

Digital von vorne bis hinten

„Alles funktioniert ohne passive Komponenten oder Wechsel zwischen digitaler und analoger Domäne mit maximaler Auflösung und ohne Verluste”, erwähnt Frank Urban. Der Chef von Audium zeichnet für die akustische Seite der 8.2 Air verantwortlich. Die gesamte Elektronik mit ihrem leistungsfähigen Arm-Cortex-A7-Prozessor für das mit embeded linuxgesteuerte WiFi-Board samt eigener Audium V2 App lag in der Verantwortung von Mitgesellschafter Klaus Siegesleitner. Der sorgte auch für eine ökonomische Endstufen-Auslegung mit „Floating Power”. Soll heißen: Jeder der beiden Treiber der Comp 8.2 Air kann zwar bei Bedarf auf die volle Ausgangsleistung von 200 Watt zugreifen. Bei schwächerer Auslastung sind es dagegen nur 180 oder gar 20 Watt.

Der Breitbänder bekam für das 8.2-Update einen Feinschliff. Ein Papierring als Schwirrkonus im Zentrum der glasfaserverstärkten Verbundmembran ist für die Höhen zuständig.


Was die Bedienung und Nutzungsmöglichkeiten betrifft, ist die Audium Comp 8.2 Air absolut Mainstream-taug-lich. Besonders hervorzuheben wäre dabei die wirklich smart umgesetzte Raumanpassung in der App, mit der sich Bass und Brillanz sehr bequem per Preset an räumliche Begebenheiten anpassen lassen. Entsprechende Software gibt es gratis für iOS und Android sowie für Windows, MacOS und Linux. Im Multiroom-Betrieb lassen sich mit SongCast bis zu sechs Hörzonen zusammenschalten.

Doch das Vorangegangene zählt eher zu den Punkten, bei denen man sich wundert, dass so ein kleiner Hersteller einen solchen Aufwand betreibt. Was die rein akustische Konzeption betrifft, kann so etwas eigentlich in diesem Segment nur von einem Außenseiter kommen. Wer vertraut schließlich außer ein paar Freaks oberhalb von mobilen Bluetooth-Boxen sonst noch auf Breitbänder? Abgesehen davon, dass man seine Audium Comp 8.2 Air ebenfalls über Bluetooth ansteuern kann, handelt es sich im mittleren vierstelligen Preisbereich durchaus um eine kuriose Konstruktion mit einem 10-cm-Breitbänder und einem unter 180 Hz eingesetzten 22-cm-Downfire-Bass. (Beide Treiber wurden bei der Modellpflege überarbeitet). Audium wollte damit den fragilen, für natürliche Stimmwiedergabe und Ortbarkeit essentiellen Mittel-Hochtonbereich nicht durch eine Frequenzweiche beeinträchtigen.

Auf der Rückseite der Comp 8.2 gibt es kleine Displays und einen Dreh- und Drücksteller für diverse Einstellungen. Das darüber platzierte Bassreflex-Rohr lässt sich mit einem Schaumstoffpfropfen feintunen. Es gibt allerdings noch ein digitales Bass-Management für die Raumanpassung.


Durch den integrierten Subwoofer konnte Audium die Breitband-Membran für geringes Gewicht und geringere Bündelung kleiner halten als bei reinen 1-Wege-Boxen. Durch den Einsatz eines sogenannten Schwirrkonus aus Papier im Zentrum der aus Baumwoll-Glasfaser-Gemisch bestehenden Membran verbessert sich das Abstrahlverhalten weiter. Die Summe logischer Erwägungen ließ sich im Hörtest nachvollziehen. Die Comp 8.2 Air lieferte eine tiefreichende, plastische Abbildung, die in Sachen Stabilität und Fokussierung zum Besten gehört, das wir kennen.

Die Homogenität hing bei der neuen Generation nicht mehr so stark vom Faktor der Anwinkelung ab und lag auf gutem Mehr-Wege-Niveau. Das Timing machte derweil Breitbändern alle Ehre. In Verbindung mit einem trockenen, „amtlich” tiefen und zudem perfekt an den Raum anpassbaren Bass ergab das eine extrem stimmige und impulsive Performance, die unter die Haut ging.

Der neuentwickelte 22-cm-Tieftöner arbeitet wie bisher nach dem Downfire-Prinzip. Der dazu notwendige Sockel lässt die Audium Comp 8.2 gleichzeitig leichtfüßiger wirken.