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WIRELESS-SYSTEM: Clever & Smart


Audio - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 14.06.2019

Auf die Frage, in welche Richtung sich die Musikwiedergabe entwickeln wird, kommt eine interessante Antwort aus dem Taunus: Die Zukunft ist smart.


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Bildquelle: Audio, Ausgabe 7/2019

Es mag ein wenig despektierlich klingen, wenn wir überrascht tun, dass die Zukunft der Musikwiedergabe aus dem Taunus kommt. Das soll nicht heißen, dass wir es Canton es nicht zugetraut hätten, sondern vielmehr, dass wir es nicht erwartet hätten. Stimmt so auch nicht ganz, denn die Lautsprecherschmiede im Taunus war schon immer kreativ. Und was Chefentwickler Frank Göbl in den letzten Monaten auf den Weg gebracht hat, ließ uns aufhorchen.

Den Auftakt machte die ...

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... Canton GLE 469.2 BT, eine vollaktive Standbox aus der GLE-Serie. Die kann nicht nur Wireless und Stereo, sondern fertigt aus den Multikanalsignalen per HDMI einen feinen Downmix, der als überzeugender Surround-Sound über die Lautsprecher ausgegeben wird. Für uns war das die Antwort auf die Frage: Wie bekomme ich ernsthafte Stereowiedergabe und ambintioniertes Surround in ein aktives Lautsprechersystem?

Die konsequente Weiterentwicklung führt jetzt zur Smart-Serie, eine Familie intelligenter und Multiroom-fähiger Lautsprecher, zu der die GLE zwar nicht mehr gehört, aber dafür die Smart Vento 9, die Smart Vento 3, die Smart A 45, die Smart Soundbox 3, die Smart Soundbars 9 und 10 und der Smart Sub 8. Mit diesen sieben cleveren Systemen lassen sich 99 Prozent aller Stereo-, Multiroomund Heimkino-Szenarien bis hin zu Dolby Atmos abdecken.

Und das System ist sehr flexibel. Der Kunde kann entscheiden, ob er bei einer Dolby-Atmos-Wiedergabe der Surround- Kanäle per Soundprojektion über die Decke erfolgt (bei der Smart Soundbar 10) oder kabellos über zwei Exemplare der Smart Soundbox 3, die an der Decke montiert werden. Bei aller Flexibilität bleibt aber der Klang stets im Vordergrund – so präsentierte Canton auf der High End 2019 in München smarte Varianten seiner Reference-Serie.

VERBUNDEN SIND WIR STARK : Auch wenn die Smart Soundbar 9 ganz gut alleine zurecht kommt, freut sie sich über die tatkräftige Unterstützung vom Smart Sub 8 und von der Smart Soundbox 3 als Rearspeaker.


OHNE ATMOS, ABER MIT 5.1

Für den Test knöpften wir uns die Smart Soundbar 9 vor, ein virtuelles 2.1-System. Die zum Testzeitpunkt noch nicht verfügbare Smart Soundbar 10 spielt als 2.1.2-System und versteht sich damit auf die Wiedergabe von Atmos-Material. Unser Klangriegel spielte im Ensemble mit einem Smart Sub 8 und zweimal der Smart Soundbox 3.

Die Einrichtung war schnell erledigt: Wir verbanden das System per HDMI ARC mit dem Fernseher. So leitete der TV die Audiosignale automatisch an den den Riegel und schaltete die internen Lautsprecher ab. Über den Fernseher ließen sich die weiteren Einstellungen bequem per Onscreen-Menü vornehmen. Der Smart Sub 8 kann per Kabel oder drahtlos angesteuert werden. Wir entschieden uns für letzteres. Über das Menü und die wertige Fernbedienung von Canton war die Verbindung zwischen Soundbar und Subwoofer schnell und einfach eingerichtet. Jetzt fügten wir noch die beiden Smart-Soundboxen als Rearspeaker hinzu. Auch das ließ sich rasch erledigen, auch ohne den Einsatz eines Smartphones und einer App, denn eine solche gibt es von Canton noch nicht. Die zwei 3er-Soundboxen lassen sich auch als Stand- Alone-System oder als Stereopärchen einsetzen. Die Verbindung erfolgt wiederum per Onscreen-Menü. Wer die Soundbox allein betrieben will, kann sie per Bluetooth oder im Stereo- und/oder Multiroom-Betrieb per LAN oder WLAN ansteuern. Hierzu ist allerdings die App „Google Home“ nötig, die ein Google- Konto voraussetzt. Das ist nicht unüblich, auch Sonos und Bose setzen ein entsprechendes Konto voraus. Im Gegensatz zur Soundbar und zum Sub verfügt die Smart Soundbox 3 über ein Bedienfeld mit mit sieben Tasten. Ein blau leuchtendes, alphanumerisches Display hinter dem Schutzgitter gibt Aufschluss über Lautstärke, den gewählten Eingang etc. Im Betrieb schaltet sich das Display aus. Die Smart Soundbar verfügt über das gleiche Display, das auch hier geschickt hinter der Abdeckung versteckt ist.

AUCH SOLO GUT : Die Smart Soundbox 3 macht auch solo als Single-Box eine gute Figur, noch besser mit einer zweiten als Stereopärchen und – natürlich – im Multiroom-Verbund.


DEUTLICH MEHR RAUM UND TIEFE IN DER MUSIK

BASISARBEIT : Der kleine, unauffällige Subwoofer lässt sich per Strippe oder kabellos von der Soundbar ansteuern.


PHALANX : Acht Treiber und zwei Passivmembranen sorgen für den richtigen Druck.


Kommen wir zum Soundcheck. Wir ließen erst einmal den Riegel ohne Unterstützung von Sub und Rears laufen. Der TV-Ton wurde klar und voluminös wiedergegeben. Im Menü lässt sich die Sprachverständlichkeit nochmals verbessern – eine Funktion, über die sich mancher Tatort-Freund freuen wird. Der Wiedergabemodus kann zwischen Stereo, Movie und Musik gewählt werden. Eine Drei-Band-Tonregelung ist eben- falls an Bord. Auch bei Musik war die Wiedergabe überzeugend, aber es empfiehlt sich bei größeren Räumen der Einsatz des Smart Sub 8. Er legt das passenden Klangfundament und entlastet die Membranen der Soundbar. Der Klang gewann durch den Sub an Kontur und Souveränität. Kein Dröhnen, kein Wummern – der Sub fügte sich nahtlos ins musikalische Geschehen ein. Was auffiel, war die hohe Lautstärke, mit der das Canton- System auch größere Räume füllen könnte.

VIERMAL HDMI : Die vier HDM I-Anschlüsse, einer davon mit Audio Return Channel, machen TV-Fans glücklich.


MESSLABOR

Cantons Soundbar 9 weist mit ihrem leicht abfallenden Frequenzgang eine warme Abstimmung auf. Die starken Einbrüche bei seitlichem Hörwinkel (blau) sind typisch für Systemlautsprecher mit weit auseinanderliegenden Chassis. Im Solobetrieb schafft die Canton 84 dB Maximalpegel im Bass bei 52 Hz unterer Grenzfrequenz (-6 dB). Mit Sub-Unterstützung erweitern sich die Bass-Fähigkeiten auf 96 dB und 41 Hz.

EXPLOSIV : Die Explosionsdarstellung zeigt das Zwei-Wege-System, das zur Bassunterstützung von zwei Passivmembranen an den Seiten flankiert wird. Ein 120 Watt starker Antrieb sorgt für Power.


DAS VOLLE POTENZIAL

Jetzt war es endlich an der Zeit, die Rearspeaker dazuzuschalten. Und augenblicklich legte das System eine Schippe drauf. Bei der Musikwiedergabe simulierte das System edlen Surroundsound, was der Musik deutlich mehr Raum und Tiefe verlieh. Das klang jetzt fast schon unverschämt gut. Auch der TV-Ton profitierte sehr von den Rears.

Jetzt kam der Filmton an die Reihe, eine Blu-ray-Disc mit DTS-Tonspur, die zum Beispiel vom Konkurrenzprodukt Sonos Beam trotz HDMI ARC nicht unterstützt wird. Nun war das Heimkino- Feeling perfekt. Nach der ganzen Testerei kamen wir zu dem Schluss, dass der Riegel alleine schon gut klingt, dass aber erst mitsamt dem Smart Sub 8 und der Smart Soundbox 3 in doppelter Ausführung das ganze Klangpotenzial der Quellen abgerufen wird. Preislich liegt man dann allerdings auch schon bei 2000 Euro. Man sollte aber bedenken, dass gerade die Soundboxen als Stand-Alone- Lösung ebenfalls hervorragend klingenund die Musik in andere Räume oder auf die Terasse bringen.

FAZIT

Andreas Eichelsdörfer Audio-Chefredakteur


Die Smart-Serie von Canton zeigt, wo die Reise hingeht. Vom Smart Speaker über ernsthaftes Stereo bis zu Dolby Atmos ist hier alles realisierbar, alle Geräte stammen aus derselben Familie und sind Multiroom-fähig. So lässt sich die Canton-Anlage beliebig erweitern und ausbauen.

MESSLABOR

Der Frequenzgang von Cantons Soundbox 3 könnte auch zu einem ausgewachsenen Standlautsprecher gehören: Auf Achse ganz leichte Bass- und Höhenbetonung, im Mittelton gerade verlaufend. Dazu erstaunlich tiefe Bässe (-6-dB-Punkt bei 43 Hz). Einziges Manko: Stösst im Bass schnell an Grenzen, schon bei 77 dB wird (ohne Unterstützung durch den Subwoofer) die Klirrgrenze erreicht.