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WISSEN: Die Geheimnisse des LOUVRE


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 13/2020 vom 20.03.2020

Festung, Königspalast, Heimat vieler Meisterwerke: Das berühmte Museum in Paris hat eine bewegte Geschichte


Artikelbild für den Artikel "WISSEN: Die Geheimnisse des LOUVRE" aus der Ausgabe 13/2020 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 13/2020

PRACHTBAU Der Louvre vereint historische Fassaden (l.) mit Elementen der Moderne (u.)


MEISTERWERK Die aktuelle Ausstellung „Figure d’artiste“ zeigt auch Gemälde von Élisabeth Vigée Le Brun (1755 – 1842), der Lieblingsmalerin von Königin Marie-Antoinette


BLICKFANG Leonardo da Vincis Meisterwerk „Mona Lisa“ misst nur 77 mal 53 Zentimeter


Sie wohnt im schönsten Palast von Paris. Umgeben von nachtblauen Wänden, gut geschützt von neuem Spezialglas. Das Wohnzimmer der „Mona Lisa“ im Louvre wurde aufwendig ...

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... renoviert und erstrahlt jetzt in schlichter Eleganz. Hier können etwa zehn Millionen Besucher pro Jahr Leonardo da Vincis Meisterwerk bewundern und sich vom berühmtesten Lächeln der Kunstgeschichte verzaubern lassen.

Das weltweit besucherstärkste Museum ist ein imposanter Prachtbau im Herzen der französischen Hauptstadt – und ein Ort voller Geheimnisse. Ungeklärt ist bis heute sogar der Name. Kommt „Louvre“ von den Wölfen (franz. „loups“), die hier einst hausten? Hat das Wort einen keltischen Ursprung? Die Experten rätseln noch.

Fest steht: Der Louvre spiegelt wie kein zweites Bauwerk die Geschichte Frankreichs wider. Er war Festung, Königspalast, Schauplatz großer Triumphe und blutiger Tragödien. Alles begann um das Jahr 1190.

Damals ließ König Philipp II. August (1165 bis 1223) an der Seine eine Festung errichten, die Paris schützen sollte. Bei Bauarbeiten in den 1980er-Jahren kamen Reste des mittelalterlichen Louvre zum Vorschein: Acht Meter unter dem Cour Carrée, dem quadratischen Innenhof, legten Archäologen Fundamente frei, entdeckten Wallgräben, Keramik und Gebeine. Einige Mauern sind heute in der unterirdischen Einkaufspassage, der Galerie du Carrousel, sichtbar.

SCHAUWERT Durch das Glasdach des Marly-Hofs fällt Tageslicht auf die Skulpturen


PRUNKSTÜCK Die renovierte Apollon-Galerie


Zentrum der Macht

Als königliche Residenz eignete sich die schlichte Trutzburg nicht. Deshalb begann um 1364 unter Karl V. (1338 – 1380) der Ausbau zum Schloss. Aus mächtigen Mauern wurden im Lauf der Jahrhunderte kunstvolle Fassaden. Wo zuvor Krieger wachten, erstreckten sich Säle, Galerien und die Privatgemächer.

Immer größer und prächtiger wurde das Palais. Könige, Kaiser und Präsidenten der Neuzeit machten den Louvre und die angrenzenden Tuilerien rund 800 Jahre lang zur Dauerbaustelle.

Und wann kam die Kunst in den Palast? An Statuen, Deckenfresken und Antiquitäten durfte sich zunächst nur der Adel erfreuen.

Erst als Sonnenkönig Ludwig XIV.

1682 ins neu erbaute Schloss Versailles umzog, bot der Louvre Platz für die schönen Künste. Die Académie Française und die Akademie für Malerei und Bildhauerei ließen sich im nun verlassenen Palais nieder.

Künstler nutzten andere Gebäudeteile als Wohnung und Arbeitsraum. Ab 1737 gab es sogar regelmäßige Ausstellungen.

Der Traum vom Museum für alle wurde aber erst in der Französischen Revolution wahr: Das Muséum central des arts de la République öffnete am 10. August 1793 als erstes öffentliches Museum des Landes seine Tore. Die königlichen Sammlungen ergänzte man um Stücke, die bei Adel und Klerus beschlagnahmt worden waren.

Bis heute wird weiter umgebaut. In den 1980er-Jahren startete unter dem damaligen Präsidenten François Mitterrand das Projekt „Grand Louvre“. Ziel: den gesamten Komplex zu einem riesigen Museum zu machen und die Besucher an einem zentralen Punkt willkommen zu heißen. Zwölf Jahre war der Louvre wieder mal Baustelle.

Dabei entstand auch die von den Parisern anfangs als „Käseglocke“ verspottete Glaspyramide, die US-Architekt Ieoh Ming Pei entwarf. 95 Tonnen Stahl, 105 Tonnen Aluminium, 70 Dreiecke und 603 Rauten aus Glas machen das filigrane Bauwerk zu einer Attraktion. Seit 2015 wurden weitere 35.000 Quadratmeter des Louvre komplett renoviert, darunter das jetzt nachtblaue Wohnzimmer der „Mona Lisa“. Auch die prunkvolle Apollon-Galerie feierte im Januar 2020 Wiederöffnung. Sie sollte einst Sonnenkönig Ludwig IV. als Zeremoniensaal dienen, gilt als Vorbild für den Spiegelsaal in Versailles und zeigt heute Frankreichs kostbare Kronjuwelen. 41 Deckenund Wandgemälde, 118 Skulpturen und 28 Wandteppiche machen die Galerie zu einem der schönsten Räume des Louvre.

Wer alle Kunstwerke bewundern möchte, braucht viel Zeit und bequeme Schuhe.

Allein die Grande Galerie mit ihren Meisterwerken ist 460 Meter lang. Die Wege vorbei an antiken Schätzen wie der „Venus von Milo“, an islamischer Kunst und Gemälden aus acht Jahrhunderten führen durch 14,5 Kilometer Gänge auf fünf Stockwerken.

Fast 500.000 Kunstwerke umfasst die Sammlung, rund 38.000 von ihnen sind zu sehen. In der aktuellen Sonderausstellung „Figure d’artiste“ können Besucher noch bis 29. Juni Künstlerporträts von Albrecht Dürer, Eugène Delacroix, Élisabeth Vigée Le Brun, Rembrandt van Rijn oder Jacopo Tintoretto bestaunen.

TRADITION Ausgewählte Maler dürfen Meisterwerke des Louvre vor Ort kopieren


MODERNE Einige Sammlungen lagern jetzt im neuen Louvre Conservation Center in Liévin


FEINARBEIT Die Werkstätten des Museums liegen abseits des Trubels in den Kellerräumen


zeigt Frankreichs Kronjuwelen, darunter die berühmte Königskrone (o.) von Ludwig XV. (1710 – 1774)


Hort der Geheimnisse

Auch die Kellerräume bergen so manche Überraschung. Dort steht sogar der weltweit einzige Teilchenbeschleuniger, der nur für die Untersuchung von Kunst gedacht ist. Es klingt wie aus einem Thriller von Dan Brown, ist aber Realität: Der New Accélérateur Grand Louvre d’analyse élémentaire, kurz New Aglaé genannt, kann durch Strahlung die Zusammensetzung der Werke ermitteln und Fälschungen entlarven. Der sogenannte Ägyptische Kopf aus blauem Glas etwa galt jahrzehntelang als Meisterwerk der ägyptischen Antike. Untersuchungen mit dem Teilchenbeschleuniger ergaben: Das blaue Glas enthält Blei und Arsen – eine Herstellungsmethode, die erst ab dem 17. Jahrhundert in Venedig bekannt war.

So bleibt der Louvre auch in Zukunft vor allem eines: ein Ort, an dem man bei jedem Besuch Neues entdeckt.

ATTRAKTION Die „Venus von Milo“ entstand gegen Ende des 2. Jahrhunderts vor Christus


MO 30.3. TV-TIPP

18.00

ZDF

INFO

DER LOUVRE DOKU Das Weltwunder von Paris. Die Geschichte des berühmten Museums


FOTOS: S. 30-31: ARNAUD CHICUREL/DDP IMAGES, FUZEAU/RMN – GRAND PALAIS MUSÉE DU LOUVRE, FEFERBERG/GETTY IMAGES; S. 32-33: KREMER/BARTUCCIO/HUBER IMAGES (2), DE SAKUTIN/GETTY IMAGES (2), GLADIEU/LAIF (2), SOUZA/RSH-P AND MUSÉE DU LOUVRE