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WISSEN: Weniger für die Tonne


Einfach Hausgemacht - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 27.06.2018

Jedes achte Lebensmittel, das wir gekauft haben, landet im Müll. Da kann man nichts gegen machen? Doch!


Artikelbild für den Artikel "WISSEN: Weniger für die Tonne" aus der Ausgabe 4/2018 von Einfach Hausgemacht. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Einfach Hausgemacht, Ausgabe 4/2018

Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel wandern in Deutschland jedes Jahr in die Tonne. Sie werden schon bei der Produktion aussortiert, weil nicht normgerecht, später im Supermarkt, weil sie unansehnlich geworden sind und schließlich bei uns, weil wir zu viel eingekauft, falsch gelagert oder schlicht keinen Appetit mehr darauf haben. Jeder Einzelne von uns wirft somit pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg – das entspricht etwa zwei voll gepackten Einkaufswagen, so das Bundeszentrum ...

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... für Ernährung (BZfE). „Aufs Jahr gesehen schmeißen wir pro Kopf Lebensmittel im Wert von rund 235 Euro in den Müll. Bei einer vierköpfigen Familie sind das fast 1000 Euro“, rechnet Sarah Hermges vor, Projektleiterin der Initiative „Zu gut für die Tonne!“ innerhalb des BZfE.

Quelle: BMELV, Studie Universität Stuttgart 2012

Praktische Tipps für den Alltag

1. Schlau einkaufen

Schon kleine Verhaltensänderungen können Großes bewirken – fürs Klima und fürs eigene Portemonnaie. Das fängt beim Einkauf an: „Niemals ohne Einkaufszettel gehen und vor allem: Lassen Sie sich nicht von Sonderangeboten, wie zwei für eins, verführen.
Überlegen Sie realistisch: Bekomme ich das in nächster Zeit überhaupt verwertet?“, rät Sarah Hermges. Und schließlich geht es beim Einkaufen auch immer ein bisschen um Angebot und Nachfrage. Das meint auch die Projektleiterin: „Wir sollten nicht erwarten, dass der Bäcker abends um sieben noch alle Brotsorten vorrätig hält, sollten regional und saisonal kaufen und im Restaurant können wir Reste einpacken lassen.“

Weitere Tipps:
• Shopping-Bremse: Einkaufskorb statt Wagen, dann spürt man buchstäblich die Masse der Einkäufe.
• Je weniger Lebensmittel schon verarbeitet sind, desto länger bleiben sie häufig frisch: Zum Beispiel hält sich fertig abgepackter Mischsalat deutlich kürzer als die einzelnen Zutaten.
• Kaufen Sie frisches und leicht Verderbliches am besten dann, wenn es gebraucht wird.
• Machen Sie morgens ein Foto vom Kühlschrankinhalt. Dann kommen beim abendlichen Einkaufen gar nicht erst Zweifel auf, ob nun noch Eier da sind oder nicht. Außerdem können Sie so ein Abendessen um noch vorhandene Vorräte „herumplanen“.

2. Richtig lagern

In der Küche landet am meisten im Müll, da die Lebensmittel oft nicht richtig gelagert und deshalb schlecht werden. Das zu ändern, ist nicht schwer:
• Bei Früchten gilt beispielsweise die Faustregel: Heimisches kann in den Kühlschrank, Tropisches besser in den Obstkorb.
• Kartoffeln lieben es dunkel und Käse möchte gleich nach dem Einkauf aus der Plastikverpackung befreit und in Back- oder Butterbrotpapier gewickelt werden.
• Kräuter bleiben in ein feuchtes Geschirrtuch geschlagen im Kühlschrank frisch und Wurzelgemüse mit etwas Küchenkrepp in einer luftdichten Vorratsbox knackig.
• Schlaffen Salat oder Gemüse für einige Zeit in Eiswasser legen, dann werden sie wieder straff.
• Räumen Sie im Vorratsschrank neue Waren nach hinten, so behält man Älteres im Blick.
• Eingemachtes und Eingefrostetes immer mit Datum versehen.

PRAXIS

3. Haltbarkeit

Die meisten Lebensmittel tragen ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Das bedeutet aber nicht, dass sie nach Ablauf dieses Datums ungenießbar sind. Es ist eine gesetzliche Vorgabe und Orientierung seitens der Hersteller, das Produkt bis zu dieser Frist aufzubrauchen. Bis dahin garantieren sie die Eigenschaften wie Geschmack und Geruch, Farbe, Konsistenz und Nährwert.
• Verlassen Sie sich ruhig auf Ihre Sinne: Wenn ein Joghurt gut aussieht, riecht und schmeckt, ist er es in der Regel auch noch.
• Anders sieht es beim Verbrauchsdatum aus. Das tragen einige besonders leicht verderbliche tierische Produkte, wie Hackfleisch oder frisches Geflügel. Ist das Verbrauchsdatum überschritten, gibt’s leider wirklich nur noch eines: ab damit in die Tonne. Sonst besteht eine gesundheitliche Gefahr. Diese Produkte sollten unbedingt so gelagert werden, wie angegeben, und der Transport nach Hause erfolgt am besten in einer Kühltasche.
• Der optimale Fall: Jede Mahlzeit wird komplett verputzt. Doch oft bleibt noch eine kleine Portion übrig. Diese Reste gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und zur Basis für das nächste Gericht machen. Und bleibt mal etwas mehr übrig, einfach einfrieren. Ist der Kühlschrank das nächste Mal leer oder die Zeit knapp, schmecken die Reste besonders gut.

4. Kreativ verwerten

Maria Wagner geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie ist Köchin und arbeitet für „Restlos Glücklich“. Der Berliner Verein hat sich weniger Verschwendung und mehr Wertschätzung für Lebensmittel zum Ziel gemacht. Er bietet Kochkurse und Workshops für Kinder und Erwachsene und jeden ersten Samstag im Monat übernimmt er im Café „MaDaMe“ in Kreuzberg die Küche und kredenzt ein Drei-Gang-Menü aus geretteten Lebensmitteln. Krumme Möhren, stark verzweigte Ingwerknollen, erschlaffter Salat oder altbackenes Brot: Mit etwas Know-how und viel Kreativität wird bei Maria daraus ein Gaumenschmaus.
„Die Blätter vom Blumenkohl können prima mit in ein Curry, Radieschenblätter oder Rote-Bete-Blätter machen sich gut im Salat und die sauberen Schalen von Pastinaken und Kartoffeln frittiere ich oder trockne sie im Backofen zu Gemüsechips“, erläutert die Köchin. Außerdem eignen sich Abschnitte und Schalen von Gemüse hervorragend als Basis für eine Gemüsebrühe. Manchmal braucht man nur ein bisschen Fantasie, und Ideen sind im Internetzeitalter ja nur einen Klick weit entfernt.


Foto: Oliver Hilterhaus Illustration: iStock/Veresoviel, Supanut, plykanont, Ilyaliren, alashi