Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

WISSENSCHAFT:DAS NEUE WISSEN ÜBER DIE DINOS AURIER


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 44/2018 vom 26.10.2018

Spektakuläre Funde und neue Analysemethoden stellen unser Bild derURZEITTIERE auf den Kopf. konnten Wissenschaftler jüngst beweisen, dass Dinosaurier bunt und gefiedert waren


Qianzhousaurus

Artikelbild für den Artikel "WISSENSCHAFT:DAS NEUE WISSEN ÜBER DIE DINOS AURIER" aus der Ausgabe 44/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 44/2018

Erst 2014 in China entdeckt: Der Qianzhousaurus (l.) war ein enger Verwandter des T-Rex


Zhenyuanlong

Die 2014 in China gefundene Versteinerung des Zheynuanlong suni. Die dunklen Schattierungen an Armen und Schwanz stammen von dessen Federn


Tyrannosaurus

So stellten sich die meisten Forscher bis vor einigen Jahren den T-Rex vor: ohne Federn, mit dem Aussehen eines Reptils


Zhenyuanlong

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,09€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von HÖRZU. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 44/2018 von FOTO DER WOCHE: Braunbären in Spanien: AUF DEM WEG NACH OBEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FOTO DER WOCHE: Braunbären in Spanien: AUF DEM WEG NACH OBEN
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von TV-THEMA DER WOCHE: Wer erschoss den Treuhand-Chef?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TV-THEMA DER WOCHE: Wer erschoss den Treuhand-Chef?
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von GESUNDHEIT: 1,6 Millionen Deutsche leiden an Demenz: Die Formel gegen das VERGESSEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GESUNDHEIT: 1,6 Millionen Deutsche leiden an Demenz: Die Formel gegen das VERGESSEN
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von TECHNIK: Dem HIMMEL ganz nah. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TECHNIK: Dem HIMMEL ganz nah
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von TV-AKTUELL: Der ewige Entertainer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TV-AKTUELL: Der ewige Entertainer
Titelbild der Ausgabe 44/2018 von TECHNIK: E-Autos Der große Ratgeber. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TECHNIK: E-Autos Der große Ratgeber
Vorheriger Artikel
TV-AKTUELL: Der ewige Entertainer
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TECHNIK: E-Autos Der große Ratgeber
aus dieser Ausgabe


Es klingt unglaublich, aber die Zahl ist wissenschaftlich belegt: Etwa einmal pro Woche wird irgendwo auf der Welt eine neue Dinosaurierart entdeckt. Das sind rund 50 neue Arten im Jahr! „Wir befinden uns im Goldenen Zeitalter der Entdeckungen“, sagt der Paläontologe Steve Brusatte im Gespräch mit HÖRZU. Der US-Amerikaner forscht und lehrt an der Universität Edinburgh und gehört zu den weltweit führenden Experten für die Urzeitwesen. Die wichtigsten Erkenntnisse der jüngsten Zeit fasst Brusatte jetzt in seinem Buch „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ zusammen. Er sagt: „Dinosaurier brachten einige der erstaunlichsten Tiere hervor, die jemals auf unserem Planeten gelebt haben. Außerdem sahen sie anders aus, als wir lange Zeit dachten.“

Erste Dinosaurier entwickelten sich vor 240 bis 230 Millionen Jahren aus katzengroßen Vorfahren. Etwa zehn Millionen Jahre zuvor waren beim größten Massenaussterben der jüngsten Erdgeschichte 95 Prozent aller marinen Lebensformen und 75 Prozent der Landfauna untergegangen. Wie andere Tierarten auch, erhoben sich die Dinosaurier aus den Trümmern dieser Katastrophe. „Die eigentliche Dinosaurierzeit beginnt erst 30 Millionen Jahre nach ihrem ersten Erscheinen“, sagt Steve Brusatte. Erst ab diesem Zeitpunkt bilden die Dinosaurier eine unüberschaubare Anzahl neuer Arten aus. Sie werden größer, überall heimisch und dominieren ihre Lebensräume. Vor allem die pflanzenfressenden Sauropoden symbolisieren ihre Dominanz: Brontosaurus, Brachiosaurus und Diplodocus gelten als die größten landbewohnenden Tiere der Erdgeschichte. So hatte der Brachiosaurus eine Körperlänge von bis zu 27 Metern und wog etwa 44 Tonnen. Beeindruckend! Trotzdem hat es eine andere, eine fleischfressende Art Steve Brusatte besonders angetan: „Mein Favorit ist der Tyrannosaurus Rex. Er war so groß wie ein Bus und schwerer als ein Elefant.“

Groß, gefährlich und gefiedert

Fast 20 neue Tyrannosaurier-Arten wurden in den vergangenen 15 Jahren entdeckt. Steve Brusatte selbst war beteiligt an der Untersuchung eines Fossils, das im Jahr 2010 in China gefunden wurde und von einem der engsten Verwandten des Tyrannosaurus Rex stammt. Der Dinosaurier-Experte und sein chinesischer Kollege Junchang Lü gaben ihm die Bezeichnung Qianzhousaurus sinensis. Funde dieser Art zeigen: Die Tyrannosaurier sind eine Gruppe, die mehr als 100 Millionen Jahre vor dem legendären T-Rex entstand. Ihre ersten Vertreter waren nur etwa so groß wie Menschen. Erst im Laufe der Zeit wuchsen die Tyrannosaurier-Arten. Die größte Überraschung: Der von Steve Brusatte Brusatte und Lü beschriebene T-Rex-Vorläufer Qianzhousaurus hatte Federn! Und nicht nur er. Das Fossil ist Teil einer Reihe von spektakulären Funden, die ab Mitte der 1990er-Jahre in China gemacht wurden. Es begann 1996 damit, dass Forscher in der Provinz Liaoning auf Überreste zweier Saurier derselben Art stießen, der sie später den Namen Sinosauropteryx gaben. Das war der allererste Dinosaurier, bei dem Federn nachgewiesen werden konnten, zahlreiche weitere sollten folgen. „Es war ein Durchbruch“, sagt Brusatte. „Zuvor wurde zwar vermutet, dass Dinosaurier Federn hatten. Doch es ließ sich nicht nachweisen, weil die Federn nach ihrem Tod so schnell zerfielen, dass sie nicht versteinerten. Man fand immer nur Knochen oder Zähne. In dieser Region in China aber wurden die Dinosaurier bei Vulkanausbrüchen so schnell umhüllt, dass die Federn erhalten blieben. Heute geht man davon aus, dass die meisten Arten Federn hatten. Sie sahen also nicht wie Reptilien aus, sondern eher wie Vögel.“ Fliegen konnten sie nicht, vermutlich dienten die Federn dazu, die Tiere warm zu halten.


„Wir befinden uns im Goldenen Zeitalter der Entdeckungen.“
STEVE BRUSATTE Paläontologe


Die Funde aus China sorgten für weitere Erkenntnisse: Bis vor knapp zehn Jahren konnten die Farben der Dinosaurier nicht bestimmt werden, alle Darstellungen basierten auf Fantasie. Nun fanden Forscher heraus, dass Dinosaurierfedern Pigmentzellen enthalten. Von der Größe und Form dieser Zellen lässt sich die genaue Farbe ableiten. Viele Dinosaurier scheinen sehr farbenprächtig gewesen zu sein! „Das ist für mich die aufregendste Entdeckung der vergangenen zehn Jahre“, so Brusatte. Vor ungefähr 66 Millionen Jahren starben die Dinosaurier aus. Vermutlich infolge eines Asteroideneinschlags. Doch die Erforschung dieser faszinierenden Tiere nimmt gerade erst richtig Fahrt auf!

BUCHTIPP

Steve BrusatteAufstieg und Fall der Dinosaurier Eine neue Geschichte der Urzeitgiganten Piper 416 Seiten, 24 Euro

MANIRAPTOREN Verwandte der Vögel

Sind Vögel wirklich Dinosaurier? Die Gruppe der Maniraptoren scheint das zu bestätigen

Paläontologe Steve Brusatte vertritt die These, die Merkmale von Vögeln hätten sich schon bei Sauriern entwickelt. Für ihn bilden die Vögel von heute keine eigene Tierklasse, sie müssen vielmehr als einzige überlebende Dinosaurier betrachtet werden. Interessant ist deshalb ein Blick auf die heterogene Gruppe der Maniraptoren (siehe Zeichnung rechts): Sie besaßen Daunen oder Federn und hatten lange Arme. Ein sichelförmiger Knochen im Handgelenk machte ihre Hand beweglicher – eine Voraussetzung für die spätere Entwicklung der Flugfähigkeit von Vögeln. Einige Maniraptoren könnten flugfähig gewesen sein.


ILLUSTRATIONEN: S. 22-23: CHUANG ZHAO/DPA PICTURE-ALLIANCE; S. 24-25: MAGIC TORCH (2), CHUANG ZHAO; FOTOS: S. 22-23: DPA PICTURE-ALLIANCE; S. 24-25: CHRISTOPHE HENDRICKX