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WITZE REISSEN IST DOCH KEIN MÄNNERJOB!


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 45/2019 vom 31.10.2019

Eine neue Studie legt nahe: Scherze machen kann der Karriere schaden – zumindest, wenn man eine Frau ist. Über diesen Humor-Gap ist unsere Kollegin ernstlich besorgt


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Artikelbild für den Artikel "WITZE REISSEN IST DOCH KEIN MÄNNERJOB!" aus der Ausgabe 45/2019 von Grazia. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Vielleicht hätteFriederike Trudzinski ihre Arbeit mit mehr Humor nehmen sollen


THEMA DER WOCHE

Vor dem Arbeitstag einen Clown gefrühstückt? Lassen Sie das bloß nicht Ihren Chef merken!


FOTO: PICTURE ALLIANCE

ICH VERSUCHE MAL BESSER KEINE SCHERZE ZU MACHEN, es geht schließlich um eine wichtige Angelegenheit. Nämlich um die Karrierechancen von ...

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ICH VERSUCHE MAL BESSER KEINE SCHERZE ZU MACHEN, es geht schließlich um eine wichtige Angelegenheit. Nämlich um die Karrierechancen von Frauen. Und die – stellten US-amerikanische Forscher fest – leiden akut, wenn wir Humor beweisen. Zu witzeln wird bei weiblichen Mitarbeitern als Zeichen von Inkompetenz wahrgenommen, so die Studie der University of Arizona. Die bittere Pointe: Im Gegensatz dazu werden feixende Vorarbeiter, Chefs, die Zoten reißen, oder in der Konferenz kalauernde Kollegen als besonders fähig wahrgenommen, wenn sie denn Männer sind.

Klingt irgendwie wie ein schlechter Scherz, oder? Doch der … ähm … Humor-Gap ist real. 316 Personen beiderlei Geschlechts hörten sich Sachvorträge besonders humorbegabter oder bierernster Sprecher und Sprecherinnen an. Die weibliche Vortragende fiel unter anderem deshalb durch, weil man ihre Witze als Escape-Strategie deutete.

Die Annahme war, sie scherze, weil sie unsicher, ergo unfähig, sei. Dem männlichen Sprecher unterstellten die Studienteilnehmer diese Unsicherheit nicht. Sein Vortrag wurde als umso überzeugender wahrgenommen, als er ihn mit Scherzen spickte. Männer, die Witze machen, so waren die Befragten überzeugt, tun das aus berechtigter Selbstsicherheit. Und dieses Urteil fällten sowohl die männlichen als auch die weiblichen Befragten!

Jawohl, selbst Frauen unterstellen ihren Geschlechtsgenossinnen Inkompetenz, wenn diese selbst Witze reißen, anstatt sich mit einem demütigen „Wow, du hast voll den tollen Humor“ zu begnügen.

Wie gerne würde ich jetzt sagen, in Arizona gilt halt noch eine traditionellere Rollenverteilung beim Lachen und Belächeltwerden.

Aber: nö. Auch wir fremdeln mit Scherzkeksinnen, Clowninnen oder … verdammt noch mal, es gibt ja nicht mal ein richtiges Wort für Frauen, die Witze machen! Richtig abzulachen trauen viele meiner Freundinnen sich nur in gleichgeschlechtlicher Runde. Wir wurden schließlich darauf trainiert, ein tolles Publikum zu sein und IHM die Show zu überlassen. Und diese Dynamik beginnt lange bevor die Chefposten verteilt werden. Schon die Rolle des „Klassenclowns“ ist nahezu ausnahmslos Jungs vorbehalten. Mädchen, die trotzdem Gelächter provozieren, bekommen höchstens das Label „albern“. Und wer will schon albern sein? Die große Bühne – ob im Stand-up-Schuppen oder im Office – ist traditionell von Männern besetzt, denen nicht wirklich nach Lachen ist, wenn irgendwelche dahergelaufenen Konkurrentinnen darauf Anspruch erheben.

Klar kann man jetzt sagen: Dann ist das eben so. Dann müssen wir uns für die Durchstarterkarriere eben den Humor abtrainieren. Und bei der dünnen Luft ganz, ganz oben vergeht einem vermutlich eh irgendwann das Lachen. Aber wollen wir das? Sollten wir nicht besser eine solidarische Scherzfront bilden und im nächsten Meeting die Kalauerkeule herausholen – oder hysterisch mitgrölen, wenn Kollegin XY sich zu einem ironischen Kommentar durchringt? Damit gewinnt nicht nur die Unternehmenskultur – wir hätten auch alle mehr Spaß.